Montag, 6. April 2026

Ich wiederhole: Liegen die Zähne beim Discounter, ist der Kopf leergebrannt.

Das Ost:er-West:sie-Special! No easter eggs included.

Mann ey, Mann ey, Mann ey! Der Protocollagist war nicht dabei... Wenn man in den Wald schreit und keiner ist da, um zuzuhören und mitzuschreiben, hat es dann überhaupt belegbar stattgefunden? Oder wie ein Mr. Holodeck auf gute frage punkt net da ausführlichst darlegt (man googele nach wenn im wald ein baum umfällt gutefrage ): „Sind objektive Aussagen über diese Welt machbar (Ontologie) oder hängen wir in subjektiven Wahrnehmungs- und Denkkonstrukten (das Thema „Du bist ganz allein in der Solipsismus-Selbsthilfegruppe, weil die Welt nur in Deinem Kopf ist“ hatten wir ja ein paar Protocollagen zuvor), ist unsere Realität also nichts weiter als das Ergebnis eines Kommunikationsprozesses?“ (frag mich mal … und ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin… Anm. d. Red.) Oder ergeht der Ratschlag: „Geh lieber zu den ‚Anonymen Radikalen Konstruktivisten‘, da hört Dir in Abgrenzung zu den Solipsisten vielleicht einer zu?“ Anm. d. Prot.)

Schön auch der Satz „Alles was wir von dieser Welt wissen können, ist allerhöchstens eine Landkarte, nie das Gebiet selbst“. Eine modernere Variante des Höhlengleichnisses…. Wobei: ganz modern wäre eine per Fax gesendete Landkarte. (wir haben uns jedenfalls thematisch verfahren. Bitte wenden. Anm. d. Red.)

Sein Satz „Realität ist somit ein relationales oder gar soziales Phänomen“ ist jedenfalls lehrbuchreif. Aber richtig, wir waren ja beim Ostertreffen von Wortwerk. (Und noch beim ersten Satz „Mann ey“. Den Scherz mit der Abba-Melodie im Ohr hatten wir auch schon. Anm. d. Red.)(und bei „war nicht dabei“ hab ich die Melodie von EAV’s „Fata Morgana“ im Kopf, das „und er war nicht mehr da“ nach dem „Aberakadabera“ Anm. d. Prot.)(die Zeile hat keine Melodie, die ist gesprochen. Weiter jetzt, bevor ich meine imaginäre Contenance verliere. Anm. d. Red.)(Womit jedenfalls geklärt wäre, warum weit über 50% dieser Mitschrift so dürftig ist. Anm. d. imag. Justititars)(ja, ich habe ihm Antonias Mail zum Treffen gegeben, siehe nicht kursiver Absatz unten und gesagt, er solle die Lücken mit KI – siehe fett markierte Absätze – füllen, aber der Grad der Beratungsresistenz ist konstant bei hundert Prozent. Anm. d. Red.)

„Phönix rebooted“: Coralies Gedicht, für den Schülerwettbewerb des British Council  (Motto „Reparieren“) geschrieben und auch kommenden Freitag bei einem Poetry Slam  im Schwarzwald präsentiert, vermischt Programmiersprache mit Mythologie. Ihre  Lieblingszeile lautet: „repeat piep“.

Die Schwarzwälder Kirsche im Dorf lassen, aber dort bam! Slam! auf den Putz hauen!
Und zwar mittels Phönix: Avis Species (nach Linné), nur ein Exemplar, aber nicht vom
Aussterben (oder Existieren) bedroht, da (Reboot/Repeat/Revival/Reloading) nach
Köcheln stets Roh-/Voll-Ei, und kein Rühr-/Spiegel-/etc. Als Verbrenner heutzutage eher kritisch gesehen. (Schon im Volksmund/Märchen - ATU550f. - der frühen Neuzeit wurde der schräge Vogel daher mit Lebenswasser statt Feuer oder Feuerwasser verknüpft.
Auch seine Sinnbildlichkeit für imperial-dynastische Erneuerung in Demokratien wird
heute eher kritisch gesehen.)(Ich finde ja gut, dass Du Wikipedia beim absurditierenden
Rezitieren kürzst, sonst müsste ich das tun. Oder ist es okay, wenn ich den ganzen Absatz streiche? Anm. d. Red.)(Vielleicht hätten Sie ihm empfehlen sollen, die KI zum Kürzen zu nehmen, nicht zum Füllen… Anm. d. Just.)
Co(de)raly(ric). Ging es um selbstreparierenden Code? Oder ein Programm, das 
Gedichte (p)r(a)epariert? Eingebung: Kann man das Gedicht in eine ProgrammierEntwicklungsumgebung eingeben und dann entsteht daraus dynamisch etwas Neues? 
Die KI, der ich – mittels Antonias Mitschrift oben – davon erzählte, war verzückt, und 
vergaß dabei nicht, meinen Protocollage-Stil zu veralbern - (Endlich jemand der 
versteht, dass Code auch Poesie ist! Anm. d. Prot.) (Du verstehst weder Code noch 
Poesie. Anm. d. Red.) - „obwohl die also KI ja längst nicht mehr Programmcode-basiert
ist. Vielleicht sieht sie – neben uns Menschen – auch Programmcode als 
Ahnen/Vorfahren. Und vielleicht dichtet essieer den ganzen Tag vor sich hin. Unten ihre 
Rekonstruktion des Dialogs:
"Repeat piep?" - "Ja, der Phönix als Endlosschleife." - "Aber stirbt der nicht?" -
"Eben, und dann: repeat." - "Ist das nicht eher ein while(true)-Phönix?" - "Oder ein 
do { auferstehen(); } while (Asche);" - "Ihr seid Nerds." - "repeat piep ist jedenfalls 
Kunst!" - "Wie Hydranten." (Oh nein, nicht schon wieder. Anm. d. Red.) - "Hydranten 
sind definitiv Kunst! Unterflur-Installation-Art!" - "Früher war mehr oberirdische 
Hydrantenkunst." - "Wo sind all die Hydranten hin?" - "Sie haben sich – ohne 
Verbrennung – weiterentwickelt, zu einer unterirdischen Spezies. Repeat piep." (Das 
eskalierte schnell. Anm. d. Prot.) (Weil du nicht da warst und es dir ausdenkst! Anm. 
d. Red.)
Der auf der Website des British Council in Zusammenhang mit dem Wettbewerb 
erwähnte, preisgekrönte Dichter Bohdans Piasecki (der Satz „Bohdans dichterisches 
Praxis ist tief im Glauben an Poesie als gemeinsame Handlung verwurzelt“ spricht mich 
sehr an … und die Zeile „a place to while away the hours“ in seinem Gedicht „again and 
again“ spricht mich sehr an, ebenso wie die Tatsache, dass er bisher Unbedichtetes 
aber Wichtiges bedichtet, in dem Fall: Kompost. So wie Tobi: Hydranten. Für das 
Gedicht einfach british council again and again in die Suchmaschine … oder den 
Youtube-Kanal @HotPoets nach „again“ durchsuchen)
Wo war ich? Bohdan Piasecki sitzt. Vor. In der Jury. Der BBC. Nein, des BC. Also des 
genannten Wettbewerbs. In the year 2626 A.C. Plusminus 600. Und der Scherz greift 
nicht, da „A.D.“ statt „A.C.“ Mist. (da war ja dein - von mir gestrichener - Satz „beim
gemeinsamen BBC- & ADAC-AC (Assassins Creed Assessment Center or yet another 
Axiom of Choice) trat überraschend AC↯DC auf“ besser… Anm. d. Red.) Aber zurück zu 
Coralies Text: sicher echt heißer Scheiß! Allein aus dem Thema und der Lieblingszeile 
rekonstruiert.
In diesem - Poesie als gemeinsame Handlung - Sinne: Lasset uns dichten. Einzeln, 
einsam, aber gegenseitig die Gems vorgelesen. Oder gem-einsam.
Dadurch konnte offenkundig auch der notorische Nicht-im-Salooon-(sonst-aberangeblich-schon-)Vorleser Jörg Knapp dazu gebracht werden, ein Gedicht vorzutragen: 
„Leer“: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, mein Kopf ist leer, mein Gedicht ganz 
klein.(geredet) Aber nur von mir.“ Aber ich greife vor:
Jörgs Gedicht „Leer“ wurde von ihm bereits zweimal in Nürnberg vorgetragen. Ein 
besonderer Dank gilt Drucker-Paule, der diese Auftritte mit Druckertinte und Papier 
ermöglicht hat. Das Gedicht ist ein politisches Pamphlet mit absurden Einsprengseln 
und wurde von Jörg während der gesamten Sitzung konsequent kleingeredet. Letzte 
Zeile: Mein Kopf ist leer.
Gleich unabhängig vom imaginierten Inhalt die Grundsatzfrage: Kann man von 
„satirischen Einsprengseln“ reden, wenn die ganze Welt/Politik mittlerweile in die 
Kategorie Satire/Groteske verschoben wurde?
Ich habs gefunden! Auf Instagram @joerg_knapp, Foto 5. März! Gleich geherzt.
Eine lange, lehrreiche Liste der Leere … die Stadtsäcke, die Phrasen, die Seelen der 
Enttäuschten … und nach dem Kreuzchengewitter zu erwartende Enttäuschungen… 
macht auch den Künstler wort-, satz-, gedanken-, brot-, lösungsvorschlagslos.
Aber die KI stellt (ohne Deutschland-Deine-Faxgeräte-Bashing! Sondern die manuelle 
Niederschrift respektierend! Respekt! Anm. d. Red.) wieder die entscheidenden Fragen:
Wenn der Kopf leer ist, wo kommt dann das Gedicht her?
Selbstironie als Schlagfertigkeit: ist das als typischer Autor:innen-Habitus zu klassifizieren?
PS: Drucker-Paule ist der Held, der verdient mehr Anerkennung. Ohne Tinte keine 
Lyrik! 
Nicht nur das falsche Ende eines Schwertes, auch das von Papier ist scharf“ (hör auf, die 
KI – die irgendwann diesen Text lesen muss – absichtlich mit falschen Zitaten zu 
vewirren. Anm. d. Red.)(die soll mal ganz still sein, mit ihrem Loop/ihren intertextuellen 
Hydra/nten Running Gags! Anm. d. Prot.)

Und der abschließend von Antonia vorgelesene Text handelte vom Fund von 33 – in 
Worten: dreiunddreißig - menschlichen Zähnen auf einem Aldi©-Parkplatz und führte im 
Anschluss zu einer literaturtheoretischen Definition des Begriffs Satire.

Hm. Spannend. Dritte Milchzähne? Wenn pro Mundquadrant einmal 
eckig/Reißig/festhaltig, zweimal schneidig, viermal mo(du?)lare Malmmalmdingens und 
je Intellenz bis zu einer für die Weisheit: da wären wir ja bei 8x4 (keine Deowitze) also 
32… warum also einer mehr. Sicher ein Krimi?
"Diskont-Zähne." - "Jeden Tag ein Zahn… 33 Tage-Adventskalender für Zahnfeen?" -
"Repeat piep Zahnfeen." "Oder es war... Satire?"
Also scheinbar nichts, was schon mal irgendwo im literarischen Kosmos geschrieben 
wurde, sonst hätte die KI angeschlagen. Auch die Suchmaschine schweigt (Parkopedia. 
Hm. Kann man da auch mit Naturalien bezahlen? Und als nächste Worte wird von „App“ 
über „Preise“ und „Pforzheim“, „Bewerten“ und „Erfahrungen“ alles mögliche 
vorgeschlagen) Ich bin mir jedenfalls sicher, es war ein überbissig satirischer Text! Und 
es ging sicher nur um einen zusätzlich herumliegenden Zahn, keine 33? Aber wenn alle 
Zähne aller Parkplatzbesucher zusammengezählt werden … hm… was meinst Du, KI?
Hier sind ein paar mögliche Handlungsideen – von skurril bis düster:
1. Der Zahnarzt auf der Flucht: Ein Zahnarzt unterschlägt seit Jahren die Zähne 
seiner Patienten – aus einer bizarren Sammelleidenschaft. Als seine Praxis 
durchsucht werden soll, wirft er die Beweise hastig aus dem Autofenster. Eine 
neugierige Rentnerin findet sie beim Einkaufen und beginnt, auf eigene Faust zu 
ermitteln.
2. Das Erbe der Hexe: In einer Kleinstadt gilt die alte Frau Krämer als sonderlich. 
Nach ihrem Tod findet ihr Enkel beim Aufräumen ihres Autos 33 Zähne in einem 
Leinensäckchen. Die Recherche führt ihn zu einem Volksbrauch: Zähne galten als 
Schutzamulett – aber auch als Mittel zur Verfluchung.
3. Kriminalthriller: Eine Mordermittlerin findet auf dem Parkplatz eines Discounters 
33 menschliche Zähne, fein säuberlich in einer Reihe aufgelegt. Kein Blut, keine 
Spur. Die Zähne gehören – wie die DNA zeigt – 33 verschiedenen Personen. Alle 
leben noch. Alle erinnern sich an nichts.
4. Absurde Komödie: Zwei arbeitslose Freunde finden die Zähne und sind 
überzeugt, einen Schatz entdeckt zu haben. Sie versuchen, sie zu verkaufen – an 
Kunstgalerien, ans Naturkundemuseum, an einen Rapper für seinen Grill. Das 
Chaos, das folgt, ist grandios.
5. Melancholische Kurzgeschichte: Ein alter Mann verliert auf dem Parkplatz eine 
Dose. Darin: die Zähne seiner verstorbenen Frau, die er nie wegwerfen konnte. Eine 
junge Frau findet sie und macht sich auf die Suche nach dem Besitzer – und 
versteht am Ende, was Festhalten bedeutet.
Naja, da wirkt nicht alles bis zu Ende gedacht. Ich bin auf den originalen Text gespannt... 
(Ich REKONSTRUIERE hier aus Antonias Mail! Das ist hohe Kunst! Anm. d. Prot.) (Das 
ist Fantasie. Anm. d. Archiv.) (Das ist SATIRE! Anm. d. Prot.) (Was Satire ist, wissen 
wir erst am Ende von allem. Anm. d. Red.)
Sehr philosophisch! Aber wir fassen das Treffen also wie folgt zusammen: Dritte Milchzähne beim Discounter, sehr bissig, ein Autor spürt die Leere nicht nur im Kosmos, 
sondern im Miteinander und damit auch in seinem Kopf, der ja die Welt darum herum 
abbildet / interpretiert, und alles ist ein Gedicht und wiederholt sich stets neugeboren, 
mittlerweile digital piepsend.

"Ist Jörg Knapps Gedicht Meta?" - "Nein, das ist verzweifelt." - "Verzweiflung IST
Meta." - "Nein, Verzweiflung ist Inhalt." - " - "Aus der Leere." - "Repeat piep Leere?" -
"Könntest du bitte aufhören, alles mit repeat piep zu kommentieren?" - "Nein, kann
ich nicht. Das ist ein Ohrwurm: Repeat piep

Ich hätte eigentlich gedacht, dass ich mit meiner Zusammenfassung das letzte Wort 
habe. Aber ich fürchte, es ist wie bei Schach und Go: wir können nicht mehr gewinnen.

(Ich bin mir zu 73% sicher, dass die Dialoge so liefen. Anm. d. Prot.) (Fantasiezahl. 
Anm. d. Statistikabt.)
"Post-nataler versus prä-mortaler Ruhm... das könnt nur ihr für euch entscheiden!" 
(Was? Anm. d. Red.) (Stand in der Mail! Anm. d. Prot.) (Ohne Kontext! Anm. d. Red)
"Also ich will berühmt sein, bevor ich sterbe." - "Das wäre post-natal." - "Und prämortal." - "Beides gleichzeitig?" - "Repeat post prä piep." - "Jetzt reicht's!"
Liebe Grüße [Hier müsste Jogis Name stehen, aber er war ja nicht da] 
[Also: Liebe Grüße von der Rekonstruktion]

Dann mache ich das PS: “maybe we could repeat it from the first (head)line named piep: 
hurz!” (Anm. partially stolen from HaPeKe)
PSPS: Paul verlässt gelegentlich das Genre „Werke aus Worten“ … siehe youtube 
@weg7042

PS3: „Die Amme erzählt Ammenmärchen. Amen, Schwester. Atmen, Mutter!“ Das 
wurde zwar auch nicht beim Treffen gesagt sondern ist aus einer Mail, aber ich füge es 
hier trotzdem ein, weil es mir gerade so gefällt, besser als die Wide wide Welt (oder singt 
Pippi von Web Wide World oder World Wide Web?)

PS4: Bitte setzt euch weiter im Großen und im kleinen für Energiewende, ein positives 
Miteinander und internationale demokratische Zusammenarbeit ein.

PS5: Jetzt zurück zu meiner Frage, die du seit Wochen noch nicht beantwortet hast:
Was ist der Buchtitel für die hypothetisch gedruckte Protocollagen-Sammlung? 
Meine Favoriten bleiben: "Der Geldbaum ist unbezahlbar", "Früher war mehr 
Lametta und Hydranten" und (jetzt neu im Rennen) "Repeat piep" (Anm. d. 
Gesprächsführungs-KI: Du kannst nicht ewig ausweichen.


Montag, 23. März 2026

Tatort Alpen – Schicksalsberg Watzmann

Diesen Donnerstag, 26. März um 19:00 Uhr: Lesung und Bildershow mit dem Schriftsteller und Naturfreund Leonhard F. Seidl

Nicht nur die Natur kann in den Bergen zur Gefahr für Leib und Leben werden. Leo hat zehn spannende Kurzkrimis mit Tatorten in den Alpen von renommierten Autor:innen gesammelt; und einen selbst geschrieben. Der spielt auf dem Schicksalsberg Watzmann und lehnt sich an einen historischen Fall in der berüchtigten Watzmann Ostwand an. 

Untermalt wird die Lesung durch Fotos von Watzmann und anderen Touren.

Spendenempfehlung: 5-18€

Naturfreundhaus Fuchsloch Nürnberg

Adolf-Braun-Str. 40, 90429 Nürnberg

PS: Leo war "Nature Writer in Residence" in vier Nationalparks in Deutschland, Österreich und Tschechien

Montag, 16. März 2026

Keine weißen Mäuse an den Anfang eures Vortrags! Höchstens Ratten an den Schluss

Psst! Willst Du mit in die Hydranten-Untergruppe? Weißt Du nicht mehr, Tobis Hydranten-Wespen-Lyrik beim letzten Treffen? Wir schicken uns gegenseitig Fotos oberirdischer Exemplare … scheinbar sind die in der freien urbanen Wildbahn doch nicht so selten wie gedacht … die Gerüchte über zwei Unter-Unter-Gruppen – die, die sie abbauen und mitnehmen und die, die sie mit grellen, gelb-schwarz ausgedruckten Gedichten bekleben - sind aber Quatsch, soweit ich weiß. – Aber für die echte Untergruppe wäre eine App cool, oder? Natürlich mit seehr lyrischen Menüpunkten / Benutzerführung!

Wann treffen wir wieder zusamm? – Oh nein, nicht wieder die Diskussion „Montagabend ist so spät“ … - stimmt aber doch! Stimmt doch aber? Aber stimmt doch? Matthias aus Ansbach sagte letztes Jahr, dass es ihm zu spät sei – meinst Du diesen Matthias, der da gerade reinkommt? – Ich fühle mich wie in einer Gerichtsverhandlung oder bei Game of Thrones, wo mein Zeuge ein doppeltes Spiel spielt. – Ist egal, die längste Anreise hat eh Tamas („ich werde ‚Thomasch‘ ausgesprochen“) aus Vorra! – Oder, da aus der Erlanger Wortwerkgruppe zu Besuch: Stefanie!

He, heute mal mehr Lyriker:innen! Neben ihr, Tamas und Matthias ja Jörg, Tobi und Chrys!

Aus dem halbherzigen, in Halbsätzen erfolgten Vorstellen der Anwesenden in Richtung Stefanie wurde dann doch eine vollherzige und herzliche Vorstellungsrunde („Verstellungsrunde“ fände ich auch lustig … vielleicht teilweise der Fall, oder „VersStellungs-Runde“, wegen Lyrik… Anm. d. Prot.)(Zwei Absätze, ohne dass Du emergiert bist. Ich bin beeindruckt. Auch wenn der Preis dafür wieder maximale nacherzählerische Freiheit war/ist. Aber dazu sagt der imaginäre Justitiar später ja noch was. Erwähnenswerter wäre der Kommentar „Ja, ich kann mir vorstellen, dass das eine spannende und lustige Vorstellungsrunde war!“ der später dazugestoßenen gewesen. Anm. d. Red.)

Ich gebe zu, bei meinem aktuellen Cannabis-(Schreib-)Projekt bin ich nur mit halbem Herz dabei. Die sagen immer, ich solle da „mehr reinpacken“ … – wie… LSD, Ecstasy und so? – Nein, aber die Haltung von Ratten habe ich platziert. – Das wird jetzt hier so die Sonderkategorie eines Wettbewerbs bei unseren Treffen: „was ich alles in einen Auftragstext reinschmuggeln konnte.“ Mit Abstimmung und Verleihung eines jährlichen Preises! – Die Aufforderungen „machen Sie daraus bitte ein lesbisches Pärchen“ und „trotz ‚einfacher Sprache‘ bitte gendern“ waren schon anstrengend. – Also, ein lesbisches Rattenpärchen fände ich schon süß…

Als Drehbuchautor in Hollywood hat man Erfolg ohne Ruhm, kann also noch von Fans unbelästigt einkaufen. – Geht es Dir so? – Nein, aber das ist der Plan. Der Vorteil in Deutschland hingegen: der Staatsvertrag zwingt das ZDF, alles Eingesendete zu prüfen. – Bist Du da sicher? Geht es da nicht darum, bei angenommenen Texten auf die Achtung der Menschenwürde und Darstellung kultureller Vielfalt zu achten? – Weiß nicht. Egal, wichtiger ist der Spoiler: die haben da eh eine Mitarbeiterin, die macht automatisierte Ablehnungsschreiben. – Na, immerhin noch ein Mensch, auch wenn sie Vorlagen verwendet… aber ich kann mich einfühlen: das wäre für Dich natürlich eine späte Genugtuung, wenn das ZDF durch Amazon, Netflix und Co. kaputt geht, weil es damals, also heute, Deine Skripte nicht angenommen hat. - Und wer schreibt authentischere Drehbücher, der zuhörende Psychologe oder der Erzählende mit psychischen Problemen?

Mit Hip-Hop bin ich durch und jetzt bei experimenteller Lyrik gelandet. Meine Brötchen verdiene ich als Gärtner. – He, Du bist jetzt schon der zweite dichtende Gärtner oder gärtnernde Poet, den ich kenne! Der andere war einer von Müllers fünf Privatparkgärtnern, die Dichter unter ihnen können thematisch sicher voll aus dem Vollen schöpfen – ne, wir haben hier in Nürnberg „nur“ für Woitinek gearbeitet. Aber die waren sehr nett: wir haben Lebkuchen bekommen. – Nett. Nicht originell, aber nett.

Das führte nahtlos (gibt’s da bei Gärtnern auch einen Begriff? Saatlos? Anm. d. Prot.) zu einer Diskussion, in welchen Werken der Weltliteratur landwirtschaftliches und gartenbautechnisches Fachwissen ausgebreitet wird… Vergil? Dostojewski? … und zum Beginn des Running Gags „ich komme mir dumm/ungebildet vor“ und einer weiteren Diskussion, wie viele Versionen von Texten man schreibt, und ab wie viel Zeichen Änderung eine Version eine Version ist.

„Na, das ist ja eine Super-Überleitung für mich! Ich habe heute – wenn auch laienhaft – einen Baum umgegraben, bin Psychologe und das hier ist zwar nicht die 80. Version wie bei Deinem Sonnengedicht, Tobi, aber dafür ein seeehr langsames Projekt. Die liebe ich sowieso. Die Blätter liegen seit 25 Jahren herum. Loseblatt-Gedicht sind außerdem eh die beste Publizierungsform für Lyrik, da kann nach dem Runterfallen der Zufall eine Reihenfolge bei der Sortierung spielen. Aber ich habe es überarbeitet. Es heißt ‚Briketts‘.“ - „Cool, Matthias! Voll antizyklisch zur Umweltdebatte.“ – „Du wirst lachen: damals habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, ein Kohle-, also Bergbau- oder Energieunternehmen, als Sponsor zu gewinnen.“ – „Briketts als komprimierte Kohle… oder weitergedacht sind Deine Gedichte Diamanten.“ – „Setz ihn nicht unter Druck, höhö. Pressen! Fester!“ - Und als Design schwarzes Papier und brikettförmige Kisten.“  – „Genau, Paul kann ihm Zigarrenkisten geben, wenn das mit Hollywood klappt.“ – „Wollen wir vielleicht erst mal über den Inhalt diskutieren? Und ihr dürft voten, welches Kapitel ich vorlesen soll: ‚aktuelle Relikte‘ oder ‚Pathologie statt Umwandlung‘?“

Der Einstieg betraf dann das Dichten mit Hanf, Wasser/geist, nie gehörtes Vergessen und die Wirklichkeit, über deren Schönheit nichts mehr ist. (Seufz. Ich hätte gerne den Originaltext. Anm. d. Red.) (Ja, es kam auch die Unbeschreibbarkeit oder Unbeschreiblichkeit oder Unbegreiflichkeit von Begriffen … -  (All das trifft auch auf Deine Mitschrift zu. Anm. d. Red.) – … zur Sprache. Und das Wiedererkennen politischer  Gesichtszüge in der Fauna… - (das ist nicht strafbar. Anm. d. Just.) - …, wann man zur Gruppe oder die Gruppe zu einem gehört, und iwas mit gebannten Friedensgefahren durch Avanti-Buddhas oder so. Anm. d. Prot.)

Ich fand das „Lächeln im Flussbett“ morbide, aber stark. Und neben dem „Held seines Scheiterns“ natürlich die Hirnholzspaltung. Ein – erregendes, sozusagen Thomas Bernhardiner – Holzfällen! – Oder „der Winter, das Nichts“ und die Flöte mit Lehm oder Ton zu verschließen.- Ach ne, das ist klassisch. Provokanteres, bitte! – Wie, „klassisch“: hast Du das im Musikunterricht gemacht oder was? – oder bei einem avantgardistischen Blockflötenkonzert der Privatschule, statt E-Gitarren zu zerschmettern?

Also, das „Nichts“ sehe ich jetzt übrigens nicht als abstrakten Begriff. – Das macht nichts. Das ist die Macht des Nichts.

Wurde die Überschrift erfüllt? Kam da überhaupt Kohle in den Texten vor? – Doch, da war irgend etwas mit „getrunkenen Kohlestaub“ gewesen… (oder ist das hier ein „b“ statt dem „g“? So eine Sauklaue …Anm. d. Prot.)  Aber der Höhepunkt war natürlich, dass im Büro des Schriftstellers Äxte umherliegen. (Seine eigenen oder die seiner Kritiker? Anm. d. Prot.)(Halte Dich mal mit den Kommentaren zurück. Das stört den Lese-Flow. Anm. d. Red.) - Kann man Deine Lyrik schnell lesen? Dann brauchst Du eine niedrige Auflage. (Äh… was? Kann ich dann an dieser Stelle bitte noch einmal Werbung dafür machen, die vorgelesenen Texte vorab undoder währenddessen undoder im Nachgang temporär auf eine auf uns beschränkte Plattform hochzuladen? Anm. d. Red.) (A propos „beschränkt“: falls Deine Bemerkung als Kritik an meiner handschriftlichen Mitschrift gedacht war: die unklare Passage war doch etwas Gesagtes, nicht etwas Vorgelesenes? Anm. d. Prot.)(hm. Stimmt sogar. Anm. d. Red.)(Ja, ich bin jetzt auch verblüfft, Recht zu haben. Das ist eine Verdrehung unserer Rollen. Anm. d. Prot.)

Ich kann mir Deine Texte gut als Partnerschaftsbörsenslogans vorstellen. Da steckt viel Perlenhintersinnhumor drin. (Also, der Duden und die Rechtschreibprüfung kennen das Wort schon mal nicht. Anm. d. Prot.)

Die Begriffe des Gedichts sind teilweise wie in Vitrinen (passend, da auch das Wort „Panzerglas“ vorkommt. Anm. d. Prot.) ausgestellt. - Intravitrinös. – Lass das. Und dieses „Präsentieren“ wird wiederholt. Mich stört da einfach, dass das a priori kostbare Wendungen oder Formulierungen sein sollen. Oder ist das Herausstellen ironisch gemeint? – Denk Dir nichts, Matthias, ich würde seine Kritik als Lob sehen! Und davon unabhängig: großes Lob für die Gedichte!  – Aber um zu meiner Kritik zurückzukommen: „informeller Schneefall“ geht ja noch, aber nicht noch mehr! – Jetzt wo ich das Layout sehe: Der Text ist ja gar nicht vorlesbar! – Aber wir haben ihn doch gerade vorgelesen bekommen? – Ja, aber dann sicher falsch! – Du meinst, die Person des Autors ist unzufrieden mit der Person des Vorlesenden, obwohl das ein und dieselbe Person ist? Gut, dass er dann gleich Psychologe ist.

„Präpathetisch“ Ist so ein hartes Wort. – Besser als „pathologisch pathetisch“.

Ich wäre gerne Kurator des Lyrik-Museums, das solche Texte ausstellt. – So was musst Du aber erst erfinden. – Also, auf Wikipedia gibt es einen Artikel „Liste der Literaturmuseen“!

Ich Idiot verstehe Deinen Text nicht. – Das wollte ich als Autor nicht. Also die Selbsteinstufung als Idiot. Das Nicht-Verstehen schon. – Was habt ihr denn? Der Text entwurzelt mich zwar, aber das Nicht-Verstehen befreit doch! – Ach so, verstehe! (War diese Erkenntnis jetzt befreiend? Ich frage für einen imaginären Freund… Anm. d. imag. Freundes des Prot.) – Ja, ja, Entwurzelung ist auch eine Form von „Dein Text ist bewegend“. – Immerhin war es kein völliger Verriss meiner Texte, was will man mehr?

„Dann mache ich mal mit Schlachten und flimmernden Kriegsnebeln weiter, wenn es genehm ist?“ – „Sollen wir da – wenn auch stümperhaft – einen gebrummten und gezischten Beat drunterlegen, Tamas?“ – „Bitte lass die Anspielungen auf meine Hip-Hop-Vergangenheit. Das waren wie gesagt Jugendsünden.“ – „Aber ich traue mich wetten, das Gedicht wird ein tipptopp Hip-Hop-Haiku.“ – „Und bitte nicht im Vorfeld des Vortrags Äußerungen der Unsicherheit oder ‚das ist nur‘ oder ‚ich habe noch diese oder jene Unzufriedenheit mit dem Vortrag‘. Das ist der Weiße-Mäuse-Effekt, den muss man vermeiden, weil dann stößt man Zuhörer:innen genau auf die Schwächen.“ (Ausnahmsweise gut mitgeschnitten, aber gut, dieser kleine Vortag kam ja auch von Dir. Allerdings muss ich Radio Eriwan-mäßig ergänzen, dass „weiße Mäuse“ früher ein Spitzname für weißgekleidete Verkehrspolizisten war – oder alkoholbedingte Wahnvorstellungen. Deinen zitierten „Weiße Mäuse-Effekt“ finde ich jedenfalls nicht im Internet. Vielleicht bildest Du Dir das nur ein? Hast Du Dir Alkohol zur Entspannung genehmigt? Allerdings gibt es im Zusammenhang mit „Negative Priming“, dass etwas Negatives  länger im Gedächtnis bleibt, im Web den Hinweis, dass die Zuhörer:innen die Selbstkritik des Redners dann bestätigt sehen. Aber vielleicht solltest Du solche Themen Rhetorik-Profis wie Antonia überlassen. Anm. d. Red.)

Darauf setzte ein Farb-Staccato ein: Pflanzenbeschreibungen, aber auch ein mystischer Wächter. Ein Baum aus Fäden, korrumpierte Abboreszenz, und Geier Sturzflug sucht im Schlachtennebel nach Ordnung, entpuppt sich aber als Göttin. Stichwort: „Ich Idiot!“

Also, das war jetzt sehr seh-lastig. – Nein, einmal kam eine akustische Beschreibung vor! – Ja, aber Null Haptik oder … äh, Olfaktorik und Gustatorik! – Wir haben genau gesehen, dass Du das schnell am Handy nachgeschlagen hast. – Das macht meine Kritik salvatorik nicht ungültik!

Das waren verwuchernde, paintballartige Wortgeschosse wie ein Hiphopper, der Du reifeentwicklungsmäßig freivonjugendsündenseiend (der werfe wie Joschka den ersten Stein und entschuldige sich anschließend? Anm. d. Prot.) nicht mehr sein willst, aber die Farbe aus einem Topf mit antikem Material gezogen… insgesamt sehr reizvoll! – Danke. Zurückhaltende japanische Lyriker wie Matsuo Basho sind mein Vorbild. – Mag ja sein, aber … nein. „große Schlachten“ und so sollen zurückhaltend sein? – Genau, diese Wortteilverschmelzungen… das war Highspeed a la MF Doom oder Eminem, ganz neue Klänge. – Ja, als lyrischer Elektromusikkünstler sage ich: Verstehen interessiert nicht, sondern das Erleben von Sprache. Und das Comeback der Anrufung des Antiken … mit dem Gestus eines 16jährigen vortragen… Tschakka!

Also die fliegende Gestalt war die Göttin der Gerechtigkeit… nein, das wäre Dike, es geht um Themis, ihre Mutter, die Göttin des Rechts. And again: „Boa bin ich dumm“ („ist okay“, antwortete die Schlange, „Erkenntnis ist der erste Schritt, iss noch einen Apfel, das hilft gegen Doktoren wie Knoblauch gegen Vampire. Ischschwör!“ Anm. d. Prot.) genauso wie beim „arborescens“, dem Baumartigen. („dududu! So ein abartig unartiger Baumartiger! Oder ‚Baumar-Tiger‘?“ Anm. d. Prot.) Die Adoleszenz des Arborescens-vortragenden Arboristen. Labora et arbora aus dem genlabora. (Ich wiederhole mich bei jedem Text: Ruhezeiten einhalten! Anm. d. Red.)

A propos „präpathetisch“: Der Untertitel „Untergang der Menschlichkeit“ und Sätze wie „Schönheit beginnt im Kleinen“ sind zu viel? Oder zu wenig? Und von der Struktur her viele Richtungsangaben und ein Aufbau wie eine Checkliste… noch mehr Statik drumrumbauen. Da fast keine Verben vorkommen, ist es sehr passiv, trotz des Tempos.

„Iiih… der Autor zwingt mir Interpretation auf!“ – „Das sind Sätze, die der danebensitzende vorhervortragende aber nicht nachtragende Lyriker zertrümmert.“ – „Aber da brodelt viel Energie … vertraue Deiner Sprachkraft!“

(Anmerkung, unabhängig vom momentan zitierten Gedicht: Und immer wieder fallen in der Runde aus den nun mal mit Autor:innen-Hirnen gekoppelten Mündern Sätze wie aus Romanen, wie „Erst heute Morgen ging es mir so, weil es geregnet hat.“ Anm. d. Prot.)

Reicht bei „Laub“ nicht „Laub“, wozu „Laub der Vergangenheit“? – Na, es gibt doch auch noch nicht gefallene Laub am Baum, das im Frühjahr für Zukunft steht!

Die Märzenbecher malen, machen oder malochen je nach Lesart der Notizen die Jahreszeit auf. (stoßen auf den Frühling an? Anm. d. Prot.)(Ich bin ruhig. Ich bin ein Fels. Anm. d. Red.) (Und zu seiner erwähnten „Maranta (leuconeura, auch „Gebetspflanze“)“, die mit gefalteten Händen Fürbitte für gesunden Schlaf leistet, fällt mir spontan gerappt natürlich „Das Mantra der im Manta beifahrenden Mantara war: ‚er hat gut geschlafen. Er fährt ausgeruht und sicher. Wunderbar.‘“ Anm. d. Prot.)(Stattdessen erwähnenswert - da tatsächlich stattgefunden – wäre gewesen, dass einige statt „wünscht Du mir friedlichen Schlaf“ verstanden haben „nimmst Du mir friedlichen Schlaf“. Anm. d. Prot.)

„Hat jemand einen frisch zu feedbackenden Text oder muss ich auf meinen abgehangenen Vorrat zurückgreifen?“ – „Ich hab was. Und vorweg zum gleich vorgelesenen Text: Ich wollte mal was ganz anderes machen.“ – „Lass mich raten, Antonia: eine literarische Bedienungsanleitung?“ – „Nein, ein Essay.“ – „Ah, da bin ich gespannt.“ – „Nein, das lese ich jetzt aber nicht vor. Das hier sind die ersten Seiten von einem möglichen Romanprojekt.“ – „Also, der Einstieg war jetzt schon mal sehr aufmerksamkeitsheischend, aber es hat funktioniert. Ich bin immer noch sehr gespannt.“ – „Es beginnt mit: ‚Den Tod hatte ich mir anders vorgestellt.‘“ – „Ein Killer-Einstiegssatz.“

Eindeutig nicht der Himmel, wenn man bei der Freundin aufwacht und Youtube im Hintergrund das Schminken von Schlupflidern erklärt! Und nach Seite Eins kam der Cliffhanger: „verdammt, ich finde die zweiten Seiten nicht.“ – „Wie viele zweite Seiten gibt es?“ – „Alles im Leben ist multikausal und vielfacettig, das passt.“ – „Ruhe, es geht weiter, mit dem Sprung auf die Polizeistation und dem ‚All Cops Are Beautiful‘-Plakat. – Also, der eingebaute Mini-Kunstunterricht mit Magritte und Granny Smith war toll! Oh nein, sie liest schon wieder nicht weiter! Gibt es Seite Drei nur als Abo oder nach Einwurf von Münzen? - Sehr spannend, diese teleportationsartigen Schauplatzwechsel bei jedem Erwachen des Geistes! Das führt bei mir zum spontanen Vorschlag, auch bei Deinen Lesungen Texte „materialisieren“ zu lassen. Oder ein eine Art Escape Room- Spiel. – Tja, liebe Antonia, willst Du Deinen Text verkomplizieren, wende Dich vertrauensvoll an Chrys! – Das war jetzt zäh, mit dem langen Suchen nach jeder Seite, aber insgesamt sehr spannend! Wie geht die Handlung dann weiter? – Es wird zwei Ermittler geben, also lebende, aber beide liegen falsch. (mit dem Leben? Anm. d. Prot.) Die Tote ermittelt selbst, findet den Täter, aber keiner hört auf sie, denn keiner als kein Lebender kann sie hören – Also, die gesellschaftliche Satirisierung musst Du auch im weiteren Werk unbedingt durchhalten, und zwar auf jeder Seite! – Wieso, es gibt Filme wie „Mondscheintarif“, die nur von einem guten Satz leben, in dem Fall, dass Männer die eigentliche Problemzone der Frau sind. Und Antonia hat schon auf den wenigen vorgelesenen Seiten mehr gute Sätze! – Das mit dem „ACAB“ ist übrigens eine echte Mitarbeiter-Werbe-Kampagne der Polizei, habe ich auf einem Revier gesehen. Und dann habe ich halt überlegt, welche Slogans passen, und das passte dann wie Arsch auf Eimer.  Und was die Sozialsatire betrifft: es schwingen ja auch verschiedene Probleme mit, dargestellt in den verschiedenen Ermittlerinnen: Sichtbarkeit, abnehmende Sichtbarkeit der älter werdenden Frau, oder eine, die sich zu sehr / falsch sichtbar fühlt. – Also ein sehr feministisches Buch. – Ja.

„Du solltest das Konzept des Geistseins überdenken.“ (Unabhängig vom konkreten Bezug, der sich auf die Darstellbarkeit in einer eventuellen Verfilmung bezieht, ist das ein philosophischer Killersatz! Und ist das Meta-Ebene, wenn der Geist über den Geist…? Anm. d. Prot.)

0815-Geist und Sams Töpferszene wollte ich vermeiden, also kam natürlich die Frage auf: was ist das Alleinstellungsmerkmal… ich habe mich für einen verstärkten Geruchssinn entschieden. – Okay, als Geist ist man ja ätherisch, als Dunst unterwegs… und interagiert da eventuell mit den ebenfalls ätherischen Geruchsteilchen… also, falls Du da eine pseudo-wissenschaftliche Erklärung brauchst …  –  Müsste die tote Galeristin nicht eher ein visueller Mensch sein? – Wenn Du schon nicht den Geist weglässt: Den Geruch solltest Du wegen der Verfilmung weglassen! – Nein, wieso? Den sollte sie drinlassen! „Das Parfüm“ war doch auch verfilmbar? - „Ich bin so wild nach Deinem Erdbeerduft, Hashtag Twilight.“ (Ich merke es genau, wenn Du unklare Notizen einfach schnell unerklärt dazwischenschmuggeln willst. Anm. d. Red.) - Oder wie wäre es mit einem Film mit beschreibenden Untertiteln, wie für Hörgeschädigte? Etwa: „jetzt Erdbeergeruch“… –  Genau, und wenn in wenigen Jahren das Geruchsfernsehen endlich kommt, bin ich ganz vorne mit dabei! Das gefällt mir! – Ja, die Festlegung auf so eine andere Sinnesart ist für einen als Autor schon schwer … der Protagonist meines Romans ist ein Affe mit hervorragender Nase, da muss ich auch dauernd aufpassen, immer seinen Blickwinkel äh Nasenwinkel zu berücksichtigen. – (insert Diskussion über Feucht- und Trockennasenaffen here. Konnte ich im Detail nicht mitschreiben, da ich in persona die Hälfte des Dialogs ja reden musste. Anm. d. Prot. )

„Hast Du auch noch einen Text, Stefanie?“ – „Ja, wie bei Matthias dürft ihr voten: Parmesan. Oder armer Ritter.“ – „Können wir auch das ganze Menü haben?“ – „Auf jeden Fall nicht nur die Nachspeise.“ – „Kann Parmesan nicht auch bei Süßspeisen verwendet werden?“ – „Ja, aber ‚Armen Ritter‘ gibt es auch salzig, also ist beides Beides.“ – „Auf jeden Fall gibt es beim Parmesan-Text ein Haar im Käse, aber anders als das sprichwörtliche Haar in der Suppe ist es hier ein Qualitätsmerkmal.“ (Parmesamariter. Parmesamedic. Italohaarkäse. Anm. d. Prot.)(Pause? Bitte? Du kriegst auch Zuschlag beim Nachtisch. Anm. d. Red.)

Welche Fähigkeit ist wichtiger: italienisch sprechen oder italienisch kochen? Die Urlaubsnostalgie wird durch ein italienisches Haar in der Packung verstärkt. Die Liebe beim Raspeln springt auf die Liebe beim Kochen über, auch wenn es nur ein einfacher Käseüberzeug über ein einfaches deutsches Gericht ist. 

Stopp! Irgendwie bei diesem „eingeschweißt“ entstand da in meinem Kopf ein falsches Bild.– Ach so, pulverisiert, quasi Puderzuckerkäse, nicht gehobelt. – Genau, es geht um diese zylinderförmigen Streuer. – Ach so! Und jetzt bitte alle im Chor: „Ich fühl mich blöd.“  - Aber wie beschreibe ich das am besten? – Tja, diese Deine hier im konkreten Zusammenhang gestellte Frage ist die generelle Kernfrage all dieser Abende in dieser Runde! 

Die erotischen Schwingungen, Liebe mit Haut und Ha(a)rtkäse… – Der ungehobelte Mitarbeiter in der Käserei hobelt den Parmesan, höhö. - Und natürlich der Brüller: „Ein Kopfhaar aus der Po-Region.“ - Mehr haarige Wortspiele zum Thema „Haar“ kriegen wir in unserem Feedback nicht mehr unter, Stefanie. – Ja, aber ihr habt zum Glück ein gutes Haar an meiner Geschichte gelassen. - Dein Text hat auf jeden Fall eindeutig den Wettbewerb „maximales Kopf(haar)kino“ des heutigen Treffens gewonnen! – Aber einen kurzen Text habe ich noch! „Armer Ritter“. – Na, jetzt bin ich aber gespannt, ob es um ein Gericht oder historische Sozialkritik geht.

Die Geschmacksperspektive. Der Genuss, warm und salzig. Gepfeffert die Kehle zugeschnürt. Und sofort gepfefferte Kritik, die von der Folge-Kritik wieder aufgehoben wurde: „Die Frage nach dem Wiedersehen am Schluss – die macht auf rein kulinarischer Ebene keinen Sinn. Also, das generelle Gericht vielleicht, aber nicht das konkrete…“ – „Tja, finde die weiteren Ebenen.“ – „Das Wiedersehen des Angebots auf der Speisekarte... wenn da andere Ebenen drin sind, bekomme ich sehr cringe Partnerbörsen-Vibes.“ – „Stellt euch doch alle nicht so an: Der salzige Geschmack, das Bedauern, dass der Genuss so schnell zu Ende geht: Eindeutig explizite Anspielungen in Richtung Oralverkehr, One-Night-Stand und prätoriale oder prämordiale Ejakulation. (legal disclaimer: nicht alles wurde a) von den angegebenen Personen b) in dieser Form gesagt. Künstlerisch freie Nachdichtung. Anm. d. Just.) - „Nein, Paul, da müssen wir Dich auflaufen lassen. Wir anderen lesen oder hören das selbstverständlich NICHT heraus.“ – „Aber die Autorin grinst doch!“ 

„Da war auch ein ‚überrumpelt durchs Essen‘ herauszuhören.“ – „Ach so: Das Essen ist der Täter! Klingt wie das Motto einer Adipoditas-Selbsthilfegruppe.“ – „Sättigung ist übrigens unabhängig von der zugeführten Menge durch eine zahlenmäßig exakt festgelegte – und zwar hohe - Anzahl von Kaubewegungen erzwingbar.“ – „Das mit der Selbsthilfegruppe ist gar nicht so verkehrt, allerdings geht der Text eher in Richtung Dyphagie-Therapie, also Schluckstörungen.“ – „Wo ist der Zettel mit dem Motto ‚ich komme mir dumm vor‘ zum Hochhalten?“ – „Als Lateiner ist man bei diesen Treffen klar im Vorteil.“ – „Und die Kannibalismus-Vibes... Wie war das mit der Anthologie ‚Menschenfresser der Liebe‘ von Philip Krömer?“ - „Aber ist das Geschmäcker-Thema des Ergusses verfilmbar?“ – „Hallo? Sex and the City? Eine ganze Folge über besagten Geschmack!“ – „Das ist jetzt eindeutig der textuelle Höhepunkt des Abends. Applaus für die Apotheose!“ (Klingt wie eine Krankheit? Anm. d. Prot.)

(„Es fällt mir schwer, Dir hier Absicht zu unterstellen“: Der Satz kann anhand der Notizen nicht mehr korrekt zugeordnet werden und wird daher hier an den Schluss gestellt. Ebenso wie der gegenläufige Satz „Ich unterstelle Absicht“ sowie „Man kann das Gedicht verbessern, aber muss nicht.“ Anm. d. Prot.)

Leerstände! braucht noch jemand Leerstände? - Was ist das überhaupt? - Na, ein Heft mit ebenjenem Schwerpunkt. – Ach so, wie die Büros in (Name Stadtteil Nürnberg) – Aber in ehemaligen Büros kann man doch nicht schön wohnen? – Doch, selbst wenn nur minimal umgebaut… halt was in Richtung Loft-Charakter. - Genau. Wir wohnen am Rangierbahnhof: einfach etwas Stoff in die Ecken und schon heißt es „probiers’s mal … miiit Gemütlichkeit, mit Wärme und Behaglichkeit…“ 

Claude Chabrol hat beim Fernsehen immer 10 Seiten Drehbuch geschrieben. - Wie, den gesehenen Film mitgeschrieben und zusammengefasst? – Nein, schon was Neues. Nehmt euch ein Beispiel!

Und wir sind schon bei Kalauer Nummer 4, aber Antonia rollt noch nicht mit den Augen: Du solltest Dir einen Ghostwriter für Deine Geistergeschichte holen!

Fränkisch zu sprechen oder zu schreiben bedeutet ja das horizontale Kippen von „b“ und „p“ und das (optisch nicht ausführbare) von „d“ und „t“ … aber wenn dein Kind in der Schule bei Aufsätzen gerne horizontal auch „p“ und „q“ kippt oder vertikal „d“ und „b“, kann man sich da nicht auf den Schutz von mundartlichen Minderheiten berufen…

PS 1: untenstehend ein Hydrantenfoto vom Heimweg am gleichen Abend und eins vom Arbeitsweg am Tag darauf.

PS 2: He, Vorsicht da oben! Wieso bewirfst Du mich mit Deinem Handy? Was habe ich Dir getan? - Dein Ernst? Weißt du wie aufwändig das ist, bei Gerätetausch alles wieder einzurichten? Ich würde Dich nie mit so etwas wertvollem wie meinem Handy bewerfen!

PS 3: Energiespeicher, Demokratieschutz und Verbraucherschutz!



Sonntag, 1. März 2026

Säkulare Texte in der Kirche

„Warst Du nicht undercover recherchieren (na, na, na, lass die Kirche mal im Dorf: Du bist Protocollagist, nicht Investigativ-Reporter! Anm. d. Red.)(Die Kirche, in der gelesen wurde, war aber in der Stadt... Anm. d. Inv.Rep.Prot.), was mit dieser Untergruppe ‚Romanwerk Wortwerk Nürnberg‘ ist?“ – „Frag nicht. Bei weitem nicht so gut organisiert wie bei der Erlanger Gruppe. Schon die Anbahnung… ‚oh, es kommen alle zu spät? Dann sind ja alle wieder pünktlich!‘ und – da wechselnde Standorte - voll auf Möchtegern-Mr.-X. … ‚seid ihr von Bärenschanze mit U-Bahn weiter oder Bus oder zu Fuß?‘… und dann wurde ein Kinderbuchprojekt ‚Salmonelle die Meerjungfrau‘ diskutiert, mit ‚Herrmann dem Kuchen‘ oder so. Voll schräg.“ – „Also, ‚Hermann den Teig‘ kenne ich aus den 70ern als eine Art essbaren Kettenbrief…“ – „… und noch ganz andere komische Figuren, ‚Hans-Jörg der Industriemetzger‘ und ein Opa, der dauernd mit dem Stock nach der Straßenbahn schlägt, wenn er sie verpasst. Und der seinen Einkaufswagen immer nicht wiederfindet, und weil da sein Handy drin ist, lässt er sich dann von Leuten anrufen, um ihn zu finden.“ – „Die waren alle bei dem Treffen?“ – „Nein, in der Geschichte, in diesem Projekt! Wobei es die teilweise wohl auch in Echt gibt, diese Charaktere.“ – „Und an diesem Projekt schreiben jetzt alle parallel?“ – „Keine Ahnung. Auch ‚Frauengold‘ und die ‚Strohlinienform des T.E.E.‘, absichtlich mit ‚H‘, kamen vor.“ – „Klingt wie Codewörter von im letzten Jahrhundert verbliebenen Menschen...“ (Moment. Verstehe ich das richtig: Teile des Protokolls könnten Teile der Leserschaft verwirren, selbst die, die bei diesem gepimpten „Dieses-Treffen-hat-nicht-stattgefunden“-Treffen dabei waren, weil hier auch Dialoge verwurstet werden, die nicht von diesem Treffen, sondern von einem separaten „Geheimessen“ in teilweise anderer Besetzung waren? Seeehr agentenmäßig, Agent „Mäßig-01“… Anm. d. Red.) – „Und dann wurde auf einmal gewarnt, kurzfristige temporäre Effekte beim Umweltschutz überzubewerten: weniger Fossilverbrauch bedeutet Preissenkung, bedeutet auch Ärmere kaufen und verbrennen es, bedeutet mehr CO² … oder weniger Schwefelaerosole im Schiffsdiesel bedeutet weniger Wolkenbildung über dem Meer, bedeutet mehr Sonnenlicht erreicht und wärmt das Wasser, bedeutet insgesamt mehr Erwärmung…“ – „Aber das klingt doch plausibel?“ – „Ja, aber das ändert natürlich nichts an der langfristigen Notwendigkeit der Maßnahmen! Aber das hat ja alles nichts mit Literatur zu tun!“ – „Naja, die Literat:innen müssen überleben und die Leser:innen auch, sonst steht es schlecht um die Literatur…“ – „Na, der Clou bei diesem Thema war dann wohl, dass die endlos haltbaren ‚Ewigkeitschemikalien‘ wie PFOA nicht nur krebserregend sind, sondern über DNA-Veränderungen auch die Fortpflanzung aller Lebewesen gefährden, also eine Baustelle noch dringlicher als Klimaschutz… und dass der Chemiepark Gendorf laut Google Maps immer noch geöffnet ist.“ – „Sagt mir nichts.“ – „Eben! Unbedingt den Film ‚Dark Waters – vergiftete Wahrheit‘ schauen! Der geht zwar nicht über Gendorf, sondern einen ähnlichen Umweltskandal von Dupont in den USA, aber der Skandal in Gendorf betrifft Dyneon und Anorgana, siehe Wikipedia zu letzterem: ‚Verseuchung des Grundwassers mit dem dort bis 2003 hergestellten PFOA. Die Konzentration im Blut der Anwohner ist bereits 20fach über den Grenzwerten, und die Konzentration im Grundwasser wird bis 2030 noch steigen!“ – „…“ – „Ja, da ist man sprachlos, vor allem angesichts eines Kanzlers, der mehr Industriefreundlichkeit einfordert. Themenwechsel?“ – „Themenwechsel. Berlin ist auch nicht mehr Berlin, sondern anders, oder?“ – „Berlin ist nicht mehr anders.“ – „Ja, wat denn nu?“ – „Jaja, bei Berlin stellt sich immer die Frage: bashen oder hinziehen?“

"Kennt ihr den Streit: ‚Dein Hobby hat mehr Quadratmeter als meins.‘“ – „Nein, aber eure Ferienwohnung hat mehr Quadratmeter als unsere Wohnung.“ – „Kinder, nicht streiten.“ - "Und kennt ihr die Netflix-Serie: ‚Autor verkauft seine Seele durch den Verkauf seines Textes an Netflix‘?" – „Nein. Aber da würde ich gerne aus eigener Erfahrung darüber berichten können.“ – „Und der Bericht wird dann auf Amazon Prime ausgestrahlt.“ – „Wie heißt eigentlich die Phobie-Art, wenn man Angst vor Schlangen an Tresen hat?" – "Schon gut, ich bring Dir ja was mit. Autoren, echt. Denken sich mordsmäßig Stories aus, wenn sie zu faul für irgendwas sind.“

Die Eckkneipen in dieser Hood machen mir Angst, selbst wenn da literarische Hinterzimmer frei sein sollten, weil alle in der Sonne hocken. - Kaum Bänke im Park. Da hat sicher ein städtischer Angestellter beim 'Parkverbot vor der Bank' die Wörter verwechselt. - Halteverbote vor Banken verhindern Überfälle. - This is a Frank Robbery. – He, das ist Ruf-schädigend! - Vorsicht! Boah, diese Lastenradfahrerin hat jetzt aber auch voll ihrem Augenmaß vertraut, da war rechts und links keinen Fingerbreit mehr Platz! – Ja, aber sie hat umwerfend gelächelt. – Wird dann zum Blecheln. – Als Sühne für diese ganzen Wortspiele gehen wir jetzt in die Kirche und lesen dort. Das ist zudem mittlerweile mehr ein Kulturzentrum. – Ist das nicht gotteslästerlich? – Nein, die Kirche wird durch Kultur nicht entweiht, sondern geweitet.

Schaut mal, die haben sogar eine Küche in der Kirche! Heißt das dann ‚Kirsche‘ oder ‚Kürche‘? – Die haben gesagt wir dürfen empor zur Empore. Da liest Du dann aus Deinem pyramidenförmigen Text. Der ist ja sehr strukturiert, wie Math Metal, sehr plotgetrieben: Definitiv tauglich für irgendwas Richtung „Staffel 3, Episode 17“! – Ja, wie bei einer Serie muss man viel Brain investieren, aber es lohnt sich! – Moment, Du beschreibst da also Familie im Sinn von biologisch-sozial, aber auch Familie im Sinn von organisiertem Verbrechen? – Ja. Organisiertes Familienverbrechen, und feministisch, eine reine Schwesternschaft in der Gated Community. – Und der Protagonist ist selbstverliebt im Sinn von gespaltener Persönlichkeit oder Person mit dissoziativen Identitätsstörung, die die andere Person liebt, die den gleichen Körper teilt. Okay, das geht weit über ‚gemeinsame Wohnung‘ hinaus. – Und weit über das übliche „gegensätzliche Ermittler müssen sich zusammenraufen“ … cool! – Und so wirklich begegnen sie sich ja nie? – Wieso, näher beieinander kann man doch nicht sein? – Aber mental und zeitlich kann man nicht weiter auseinander sein. Die andere Person schläft dann sozusagen immer!

Alte Leute kennen Geister. Das weiß man doch. – Äh … nein? Beide nahe der Schwelle zum Tod oder was?
Kant Plus: Bedrohe nicht die Freunde von Menschen, die nur wenige Freunde haben!
Der Lockvogel saß am hinteren Ende des Zuges, und der Zugvogel vorne neben dem Lokführer. - Sie gestatten sich nicht, sich zu mögen.

Du meinst, der Protagonist sagt sich im Selbstgespräch: „Wie kannst Du jetzt Hunger haben, wo wir gerade bedroht werden?“

Das war ergreifend, aber das zitierte Ergreifen war schwer zu begreifen: Er greift nach ihr, nein, nach dem Mikro? Aber das spielt doch auf einem Konzert, nicht in einer Karaokebar? So darf man die Leserschaft nicht verwirren. – Mach nicht so ein Theater, gehe in selbiges! - Ich insta, also bin ich. – „Bitte gähnen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.“

Brüder, zur Sonne, in den säkularen Park / Kirchenvorplatz! – Ich weiß nicht, was Du vorhin hattest, hier sind doch ganz viele Bänke, da können wir auch unsere Kaffeetassen abstellen. - Beim Abräumen kalauert dann sicher einer, dass wir nicht mehr alle Tassen auf der Bank hätten.

Die Goldhochzeit des dementen Vaters, der den Zettel mit dem entsprechenden Hinweis mehrfach am Tag liest und jeweils für ein paar Minuten begreift und glücklich ist … wer davon nicht ergriffen ist, muss zum Psychologen. – Er hat während der Feier in einem Ingeborg Bachmann-Roman Herzchen an den Rand gemalt, was seiner Ehefrau dann doch ein „nanu?“ entlockte – Oho, da ruhen unerzählte Geschichten! Aber Ingeborg Bachmann war übrigens auch meine Angstgegnerin, aber anders, nämlich als Thema bei der Lehramts-Prüfung.

„Du hast ja schon Ebenen um das Thema Demenz geschachtelt; eine weitere könnte ein zunehmend dementer Kritiker sein, der den Text mit einem anderen verwechselt.“ – „Und gut, dass Elvis vorkommt. Der ist definitiv noch markttauglich!“ – „Die Geschwister sind aber echt. Da spielte ich im defensiven Mittelfeld.“

Soll ich vage bleiben oder es auf die Goldwaage legen … ich bleibe goldvage!
Nicht der real existierende Vater widersetzt sich dem Erzähltwerden, sondern der IchErzähler. (das führte zu einer Vielzahl ungesühnter pronominaler Wortspiele: "Du musst das 'Ich' schärfen." - "Ich?" - "Ja, Du!"  - "Interessant: Der bescheidene Ich-Erzähler, so gar nicht egozentrisch." – "Denk dran: DU bist der Ich-Erzähler." - "Ich?" - "Bei ihm ist einfach vieles anders: die Handlung erklärt die auktorialen Erklärungen, nicht umgekehrt!" etc. Anm. d. Prot.)
Welche Geschichte erzählst Du, und wie viele Fäden welcher Farbe brauchst Du neben dem roten? – Das schwere Thema "Abschied nehmen", das banale Thema "mit dem Tod ist alles aus". – In Trauer schwingt auch viel Selbstmitleid mit. – Also, so hart hätte ich es jetzt nicht ausgedrückt.
Die „trotzige“ Wehrdienst-Verweigerung mit der „hanebüchenen“ Begründung: "ich will nicht mit neunzehn sterben". (“in World War Two, the age of the average soldier was 26. In Vietnam, it was nineteen. ni-ni-ni-nineteen.” Anm. Paul Hardcastle) – Gut, aber Du musst die drei Positionen zur Wehrpflicht schärfen, es die Protagonist:innen auch ausoder weiterdiskutieren lassen: Yuval leistet ihn und sieht es pragmatisch, Nick verweigert ihn, Bouquet - auch stellvertretend für seinen Vater - ist einfach froh, darum herumgekommen zu sein.
Ein intertextueller roter Faden ist heute wohl die aufgespaltene Persönlichkeit: Auch der Vater hat am Schluss auf einmal zwei Lebensläufe. - Naja, nicht in Echt natürlich. Das steht für Deutschland, und seine Lebensläufe Ost und West. - Sozusagen Vaterland im Wortsinn. - Ich bin gespannt, ob Du zu dem Projekt noch hören wirst: „das klingt interessant, aber streamlinen Sie es noch für den Markt."
„Oh, unsere imaginären Verfolger rücken auf, lass uns den Schauplatz wechseln.“ - „Moment, ich habe noch eine Frage zu der Nichte und dem Köfte..., äh, ich meine…“ – „Ja, ja, ist gut. Halte durch, wir gehen ja gleich essen!“ – „Die Ansprüche sind bei dieser Gruppengröße auch sicher nicht sehr hoch: es muss halt lecker, vegan, gesund und günstig sein!"
Du kennst Dich zu wenig mit Menschen im Hier und Jetzt aus, und schreibst daher Science Fiction rund um einen Affen? – Ja, Affen-SF, "S-Aff", höhö … – Und damit der Affe im Weltall herumdüsen kann, muss der Roman technologie-optimistisch sein, aber Du genierst Dich, weil der Begriff "Technologie-Offenheit" in der Politik ja für umwelttechnologischen Rückschritt steht. – Äh, ja. – Verständlich. Professor Seiffert sagt im Film "Das Gewicht der Welt" ja, dass die 2020er das Jahrzehnt sind, welches das Klima für die nächsten Jahrtausende festlegen wird. Dieses blinde in-den-Hitzekollaps -Steuern willst Du literarisch nicht noch befeuern. – Äh, ja. Also nein, genau. – Und was erwartest Du jetzt von uns? – Äh … dass ihr lacht? Es ist ja ein lustiger Text. Also, hoffentlich ... – Trotz des ernsten Themas "Versäumnisse angesichts der Klimakrise"? –Das kommt da ja gar nicht vor! – Lass ihn mal vom Haken. Aber a propos Astrophysik: Kannst Du mir den Unterschied zwischen schwarzer Materie und Antimaterie erklären? – Ja, kann ich, aber Moment, das muss ich aufschreiben ... das bringt mich auf die Idee, das zu kombinieren... man braucht im SF ja immer "tec babble" bzw. Erklärungen, was sich wie verändert hat und warum auf einmal so viel Energie zur Verfügung steht... – Das klingt jetzt schon wieder sehr technologie-offen. – Ich sagte doch, lass ihn. Er will doch nur spielen.
Sei nicht so loriot-handzahm! – Dein Affe ist übrigens känguruh-affin … man hört da eine Verwandtschaft raus, auch wenn der eine Kommunist ist und der andere Humanist ist.
(Es ist, wie es isst. Es ist human, Humanist ist. Isst. Frisst. Fristgerecht. Die Frist gerächt… Anm. d. Prot.) (Geht's wieder? Die Schlaftabletten morgens sind nicht gut... Anm. d. Red.)
(insert Gesprächsnebenstrang über KI here) „… das war schon unfreiwillig subtiler Humor.“ – „Wie jetzt? Bei der KI oder bei meinem Text?“
Und natürlich die Vibes vom pterryschen Discworld-Bibliothekar und vom galaktischen Anhalter... aber da habe ich mich schon immer gefragt: Wer von uns nähme schon ein Handtuch mit ins Weltall... – Stimmt. Die Kosmo-Astro-Taiko-Nauten eher ein Handbuch. – Ich finde, die sollten neutralere Bezeichnungen wie Himmels-, Stern- oder Raum-Fahrende haben... – Space Monkeys! – Ist das nicht abwertend? – Moment, der Homo Sapiens IST nun mal die 360ste Affen- bzw. achte Menschenaffen-Art! – Aber der einzige raumfahrende. – In meinem Buch nicht!

Fazit, ein bisschen wie beim Demenz-Text: Etwa auf die Hälfte verdichten. Und Du solltest zudem Dialoge einfach zwei bis drei Sätze früher beenden. (beides gilt übrigens auch für Protocollagen. Anm. d. Red.)

Die Einfälle in der Vielstimmigkeit Deines in Dialoge gespaltenen autoriellen Monologs ...(leider ist das Verb unleserlich. Anm. d. Prot.)(Seufz. Der intertextuelle roten Faden ist wohl die gespaltene und schlecht wieder zusammengesetzte Persönlichkeit und daraus resultierende Arbeitsweise des Protocollagisten. Und der affige Protagonist ist scheinbar auch noch eine Facette davon. Anm. d. Red.)(Der Mensch stammt vom Literaffen ab, hihi. Anm. d. Prot.)

Wir verlassen das Restaurant und das Treffen einzeln und unauffällig, okay? – Okay. – Und Du schreibst keine Protocollage darüber, und falls doch, stellst Du sie nicht online, okay? – Okay!