Freitag, 23. Oktober 2026

Schoeoeoeoen



 „Braver alter Knusperkeks“, sagt der Mainschiffer im Zeitungsinterview über seine Fähre. (wo bleibt der Folgeartikel „jetzt spricht die/a Fähre!“ im Four-Letter-Blatt? Anm. d. Protocollagisten) Sind wir Underground Train Rider im Vergleich dazu zu ungerecht zu unseren Transportmitteln, nur weil ab und zu Störungen? „Nothing but a(n under)ground dog“…

„Heissa! Lasst uns hier mittig eine Schneise schlagen, für den freien Blick des Fotografen!“ – „Hast du jetzt endlich einen Platz gefunden? Kennst du das von Hunden, die sich erst mal im Kreis drehen, bevor sie sich niederlassen?“

„Ich habe bei Freunden keine Skrupel, mich selbst einzuladen… nur bei Fremden.“ – „Das ist dann unfair den Freunden gegenüber, oder? Aber was anderes: wollte die Schlossbesitzerin nicht was schicken? Vielleicht haben die da kein DSL, nur Postkutsche…“

„Schreiben ist einsam, Poesie gemeinsam, also die Lesung“ (das war im Original von der Moderatorin aber nicht gereimt! Anm. d. imag. Redaktion)

„Liebe Leute, dies ist nicht der Anfang! Dies ist noch nicht die Anmoderation! Ich plaudere nur ein bisschen aus dem Nähkästchen. (Da würde jetzt auch das „wer denkt mitten im Strom noch an die Quelle“ von weiter unten gut passen. Anm. d. Prot.) Der Satz ‚Poesie ist schön‘ auf dem Flyer war anfangs nur ein Platzhalter und Gegenstand intensiver, geradezu unschöner, haha, Diskussionen. ‚Sie ist nicht immer schön und muss das auch nicht sein‘, so oder ähnlich war die Antwort von Chrys. Aber stimmt schon: Attraktivitätsstereotype, Pretty Privilege, Lookismus, Kalokagathia, Beauty-Is-Beastly-Effekt, Ageism, you name it. Also einigen wir uns auf ‘Poesie KANN schön’.” Jetzt aber zur offiziellen Moderation: Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die Interessenvertretung aller Autorinnen und Autoren in ver.di, Regionalgruppe Mittelfranken, begrüßt Sie zur Lyrik-Jahreslesung 2026 …. Boah, war das ein langer Text.  Jedenfalls geht es um Schreiben als Beruf. Um Brot! In Zeiten der Kulturförderkrise. Übrigens Kudos an den Kuno,  dass sie uns hier ein Quartier bieten.“

„Welche tolle Frau moderiert denn heute?“ – „Danke für den Zwischenruf, dass ich diese Frage nicht selbst stellen muss! Das Thema Platzhalter bzw. Vertretung haben wir jahreszeiten-krankheitsbedingt sowohl bei der Moderatorin als auch Autoren. Ich bin Iwona Lompart und vertrete Anna Hofmann und richte hiermit auch deren Grüße aus. Jetzt aber zu unserem ersten Vortragenden, Chrys Schloyer, sehr experimentierfreudig, sowohl in seinen zwischen Lyrik und Gaming changierenden Texten, als auch in der Vortragsform, indem er Sprachklänge durch Musik beziehungsweise elektronischer Klangkunst ergänzt. Nein, sag nichts, wenn Du Einspruch gegen meine Formulierungen einlegen willst, dann bitte per E-Mail. (da wäre jetzt ein ‚Moment, mein Handy meldet eine eingehende Nachricht‘ witzig gewesen.  Anm. d. Prot.) Ach ja, und neben den Thematiken ‚planetare Grenzen‘ und Genderambiguität(stoleranz) setzt er den hässlichen Themen der Realität die Schönheit der Poesie entgegen.“ – „Ahaaa! Also doch!“ (Tumult im Saal. Nein, Scherz. Aber die KI schreibt: „Schloyer nutzt poetische Mittel, um soziale Härte oder politische Spannungen nicht nur abzubilden, sondern ihnen eine ästhetische Qualität zu verleihen. Realität nicht beschönigen, aber transformieren, sodass sie anders wahrgenommen werden kann. Und Schönheit nicht als dekorativen Zusatz, sondern als Form der Erkenntnis: Poesie macht Übersehenes und Verdrängtes sichtbar, die Schönheit entsteht aus der genauen Beobachtung, nicht aus dem Ausblenden des Unangenehmen.“ Anm. d. Prot.)(Na toll. Jetzt ist der ganze Text wegen irgendwelcher Wasserzeichen als ‚enthält KI‘ geflaggt. Sehr unschön. Und die Formulierungen hat sie vermutlich von seiner Website gezogen, also war die Nutzung unnötig? Und höchst umweltschädlich? Und das dir, dem ‚schützt die Affen!‘-Geldgeber und ‚weg mit dem Palmöl‘-überall-einfließen-Lasser? Anm. d. Red.)

„Übrigens: wenn er joggt, ist er für seine Kolleg:innen nicht erreichbar.“ - „Too much internal information, Iwona.“ - „Und er holt mit der Soundtechnik die technikaffinen Unpoetischen ab. Sehr gut. Bitte sehr, Chrys.“ - „Danke. Aber es ist weniger die Technik als der Sound… meine Elektroakustik ist im Endeffekt auch nur ein zufallsaffines Musikinstrument. Aber da unsere Gehirne evolutionsbedingt überall Muster suchen, entsteht zwangsläufig Kopfkino oder eine mentale Steinbruchtätigkeit, auch in meinem eigenen Schriftstellerhirnzentrum, was dann wiederum zu Texten wie in ‚Mars/Venus‘ führt.“

„Apropos Kontextsuche: wie am Flyer erkennbar: lassen Sie sich nie in Schwarz-Weiß fotografieren… die betreffenden Kollegen sind die, die erkrankt sind.“ – „Ja, die KI baut Dir aus dieser Schwarzmalerei da jetzt in Minuten eine fix- und fertige Verschwörungstheorie mit Website, Chatgruppen, Name, Logo, Dachorganisation und Spendenaufrufen.“

Schlag auf Schlag
schlagartig Schlager Art Kunst?
Maschine Mensch Musik Schnitt-\/
stelle {} I/O_U. I’m Out. All In.
wer wem - wen missachtend - wessen Warnung windel
weich ins Gesicht schlug, seinerzeitwonochzeit
interessiert die auf dem trockenen
/im Brunnen mit Badewanne ausgeschütteten Enkel) nicht
(fassungslose Blicke zwischen imaginären Justitiar und Red.)
„Dazwischen noch eine sachdienliche Erklärung: Das absurd tödliche am Mars, den der moderne Unclelon Scrooge ja so gerne terraformen (das Wort klingt wie diese merchandise-listige und -lastige Spielzeugauto-TV-Serie für kleine Kinder Anm. d. Prot.) möchte – ich muss da immer an den Astronom (stimmt, die können auch zur Erde viel sagen, ist ja im Endeffekt auch nur ein Planet um eine Sonne… Anm. d. Prot.) Neil deGrasse Tyson und sein Zitat denken: ‚bevor wir darüber reden, andere Planeten zu terraformen, sollten wir erst beweisen, dass wir fähig sind, unseren eigenen zu erhalten‘ – ist ja nicht die Strahlung oder der steril-toxische Staub, sondern die Atmosphäre, die quasi Vakuum ist… und ohne den Druck der Luftteilchen kocht Wasser sehr schnell, und tja, was liegt uns im Blut? Genau…“

Fieberkurven und das sehr schöne wenn auch gleichzeitig hässliche Wort „Sieche“… und die Hitzetoten in den Porschesitzen. „Ein pralles Bild, nicht wahr? Aber genug zum Thema Schönheit. Nahtlos passend: Neuromantische Naturkulissenruinen.“ -  „Die menschliche oder ‚Putten‘-Zentrifuge auf dem Jahrmarkt … so ein klasse Bild für das sinnfreie Herumschleudern der Menschenmassen!“ – „Im Kontrast zum Dazwischen-Herumschlendern der Beobachter.“ – „Ja … and the winner of climate crisis isssss or arrrre: ‚Hinterhof-Neu-Weinbauern‘! Forget Bitcoin… so was von krass und oberböse! Äh, ich meine ‚das crazy, wild, tuff, lit, dope, slay‘… ähem…“ – „Lass gut sein, alter Mann. Im schriftlichen hast du dein simples Suchen-und-Ersetzen-Verjüngungsplugin, um andere zu täuschen, aber im Gespräch klappt das halt nicht oder noch nicht in Echtzeit.“ – „Schnell ablenken: was war das mit dem ‚Zerteilen und um 180 Grad versetzt zusammenbauen? Und ‚Churchills Gorilla‘? Ist das ein bekannter Begriff? Ich finde online nichts dazu, nur Trekking in Uganda…“ – „Tu das Handy weg.“ – „Wusstest du übrigens, dass außer den Deutschen niemand das Wort ‚Handy‘ verwendet?“

„Die Zeit im Blick…“ – „Die Moderatorin hatte so eine schöne Formulierung … dass die Zeit fließt aber wir gerade den Luxus der Zeit haben also noch genug davon da ist, oder so… ist das eine polnische Redewendung die sie quasi direkt ins Deutsche übertragen hat?“ – „Hm… finde auch dazu nichts passendes… auch wenn das hier erwähnte ‚wer denkt mitten im Strom noch an die Quelle‘ äußerst poetisch ist, auch wenn es nicht zum Thema passt…“ – „Ich formuliere um: Tu Dein Smartphone/Mobiltelefon wegtun! Sonst bekommst du ghettomäßig meine oberböse Bügeleisenfaust zu spüren!“

„Unentschlossene, bei der Abstimmung zu ‚noch mal Text oder Sound
 einfach doppelt die Hand heben!“ – „Was quasi-zwangsläufig zu einer Kombination aus beidem führt…“ (Ja, ja, alles hängt mit allem zusammen… wie war das Cramersche Zitat mit dem Hühnchenrupfen nein Arschhaarrupfen das weit entfernt zu Tränen im Auge führt? Anm. d. Prot.) - (Mir und dem Künstler wäre wahrscheinlich lieber zu erfahren, welche Kopfkinobilder während des Zuhörens entstanden… Anm. d. Red.)

„Dann stoßen wir an auf abwesende Freunde, nein, wir bitten ihre Geister auf die Bühne. Nein, das klingt jetzt auch seltsam. Da sie noch leben, ist ja auch keine Seance (komm‘da der Abbôzdrohf an den Schluss, wie bei Bijohnsi? Anm. d. Prót.) nötig, nur Aushilfshirn, -kehlkopf, -stimmbänder, in Form von Michael.“

Während Iwona die Autoren und ihre Werke vorstellt, hält Michael wie ein Flugbegleiter diese – also die Werke, nicht die Autoren, die sind ja nicht da – hoch. (Verstehe: Heranziehen und Poesie einatmen, erst dann helfen Sie anderen… Anm. d. Prot.)

„Fabians Streichholzbriefe – nein, Streichholz-Gedichte, kurz und hell aufflammend -  sind zu 100% verkauft.“ – „Eher ‚nachwirkende Glutnester‘, wie der pegnesisch-blümerante Pfingstroserich Birnmeyer es mal ausgedrückt hat, denn er kombiniert – lakonisch-cool - Minimalismus mit völliger Angstfreiheit vor den großen Themen.“ – „Als Ersatzbank-Vorleser habe ich neben den vorgegebenen auch noch eins ausgewählt, da ich mich auch mal in einer ähnlichen Situation befand, nämlich das auf der Rückseite, das Ersatzeltern aus der Flimmerkiste in den Raum stellt.“

„Axels Gedichtband-Cover ist handgeschrieben, also quasi automatisch signiert. Und wenn er als Fotograf unterwegs ist, ist er wie Chrys beim Joggen: nicht ansprechbar. Gesichtserkennung aus. Die Wälder hinter tschechischen Grenzen sind übrigens sein ‚Zauberland‘, wie er sagt.“

„Ich glaube eher, das Meer ist sein Zauberland … Scherben des Meeresspiegels, der Horizont durch Augenlider … oder so, Geheimnisse, Engramme aus Sediment... aber vor allem das Ergebnis seiner maritimen ‚Archäologie‘ geht mir nicht mehr aus dem Kopf: Die Ozeane als Gedächtnis, das alles Versunkene behält…“ – „Na, und einen Basar als ‚Labyrinth der Fehlaromen‘ zu bezeichnen, das beschwört das Bild herauf … zumindest bei allen, die schon mal auf einem waren.“ – „War ich noch nie, kenne ich nur aus der Flimmerkiste. Aber mir gefiel in diesem Zusammenhang der Kreuzritterwellenglanz oder wie das hieß, dieser Zeitsprung, oder der Hund, dessen Bellen den Wind abschnitt.“

„Elendige Grüße von Fabian! Oder müsste es ‚elende Grüße‘ oder ‚Grüße aus dem Elend‘ heißen?“ – „Schwere Krankheit macht aus jedem Quartier ein persönliches Elendsviertel.“ – „Oder mehr.“ – „Seine Texte über das in Zigarettenlängen und Jahreszeitenzeichen gemessene Lebenszeitvergehen machen mich auch ganz elend, ehe dann der mentale Pushback? Backkick? Pushup? Pickup? Nickleback? Flashback? kommt und man sich wie Morpheus aus der Asche erhebt.“ – „Ich sehe schon, Ignoranz ist deine persönliche Form der Lebensbejahung.“ – „Jau! Aber es war ja auch nicht alles schlecht im Sinne von düster.“ – „Vor hundert Jahren? Oder im Mittelalter?“ – „Har. Har. In den eben vorgelesenen Gedichten! Er hatte ja auch maritimes, wie die gemeinsame Containerschiffskrandladungslichtreflexbeobachtung und das darauffolgende Tänzchen. Ich fände es übrigens mal cool, wenn bei einer Lesung mittendrin, wie bei einem Hotelbar-es-hat-nicht-für-den-großen-Musikstar-Durchbruch-gereicht- Musikprogramm-allein-oder-zu-Zweitunterhalter, ein oder zwei meist silbriger Bärchen mit hartem B. anfingen – das ist jetzt Konjunktiv, nicht Präteritum oder Prävalenz – zu schwofen.“ – „Ich merke dass ich geistig-rezipi..tiv…erend anfange, die beiden Autoren zu vermischen, weil Michael beide vorgelesen hat. Wusstest Du, dass sein Nachname ‚Sohn des Piotr‘, also des Felsen Petrus, bedeutet? Zusammen mit dem Vornamen doppelt heilig, fast so gut wie mein Georg Martin Florian.“ – „Ja, ja. Fabians Gedicht über das Mittelmeer, die Honigtropfen, Amulette, Feigenbaldachine und Mauersegler weckt jedenfalls Fernweh.“ – „Aber Mauersegler und Honig gibt es doch auch hier? Aua! Gewalt heißt, keine Argumente mehr zu haben! Mir gefiel halt einfach das andere besser, das mit dem Wind spielt mit Vorhang, Vorhang spielt mit Sonnenstrahlen, Sonnenstrahlen spielen mit Gesicht, Gesicht spielt mit Hypohirnhormondingens.“ (Anm. d. Just.: Jetzt reicht’s. Ich konnte mich vorhin schon bei der Nachdichtung bei Chrys Schloyer kaum zurückhalten, daher spätestens jetzt der Legal Disclaimer: Echte und imaginierte Mandanten, Dialoge und Gedanken in diesem Text geben in allerkeinster Weise die tatsächlichen realen Satzbausteine der Lyrik der tatsächlichen realen vorgelesenen Autoren wieder. Die Bananalität entstand erst im Nacherzählen. Diese Erkenntnis ist banal, aber juristisch und niveaubeurteilungstechnisch wichtig.) „Das ‚einfach sich glücklich schauen‘ hämmert jedenfalls Hammervibes raus!“ (DAS – apostrophierte - war jetzt endlich korrekt zitiert. Anm. d. Just.) – „Pause!“

„Du bist halt ein Weiterspinner. Muss oder kann oder darf oder soll es auch geben.“ – „Ja, ich sage auch immer: ‚es könnte auch der Haus-, Straßen-, Viertel-, Orts-Trottel sein, der dein Kind von der Straße pflückt, während der 18-Tonner-Betreiber selig sekundenschläft. Oder auch nicht, der muss ja nicht mal schlafen, Massenträgheit ist ja so oder so ‘ne Bitch. Aber was Deine Musik betrifft: Die uns angeborene Mustersuche läuft da oft ins Leere, und das magst Du ja, weil kopfkinoanregend, aber ich möchterte da gerne mehr Struktur und das Herausziehen oder Loopen von Passagen … aber dann bestünde die Gefahr der Hittauglichkeit und damit automatisch einhergehend mehr Aufdrängen und weniger Anregung oder Forderung des Hirns… das ist vertrackt… dancing in the bib…“

„Sabine hyperkreaktiv… Nürnberger Mittagslesungen, Philosophische Stunde, Philopoesie …“ -  „Und was ist bei PoeDU mit ‚Altersgrenze‘ gemeint? Ach so, keine nach unten…“ – „‘Kniebeuge des Windes‘ und ‚Herz. Augen. Lampe‘ klingen allein schon als Titel schwer der Poesie verdächtig.“

„Nicht zuletzt durch die Ehe mit einem Fotografen kamen die Bilder in mein Leben und meine Werke.“ – „He, in diesem Gedicht kommt sogar die Wurzelbauerstraße vor, wo wir gerade sind!“ – „‘Kondensstreifen breiten sich aus wie Verschwörungstheorien‘ … yes!“ – „Während Kondensmilch nur in der Verdampfungspraxis entsteht… aua!“ – „Sabbel ned, hör zu! Sie spricht auch gerade darüber, dass Lauschen anders als Zuhören ein beglückender Vorgang ist!“

„Man sieht bei der Gestaltung des Buches: Ich habe versucht, mittels eingeschobener Haikus und ihrem strengen 7-5-7 Jahrzehnte meiner Lyrik zu sortieren.“

„Du passt schon wieder nicht auf!“ – "Das Zahlenmuster hat mich inspiriert, ich begutachte gerade ein HaiKI … 'Six Seven rauscht durch Netze / Boeing dreht Zeit ein / Ziffern schweben ohne Grenzen' … aber ich will die konkreten Namen nicht … dann kommt es mit 'Meme trägt alte Wunden /  schweigt durch die Nacht / Zeit rinnt schwer durch leere Wege', und auch dieser Mansch berührt Saiten in mir... aber ich frage mich, ob da manche Zeilen 1:1 aus den 'Trainingsdaten' also Menschenhirnen stammen … aua!" - "Der zweite Hieb war für die Verwendung des Teufelswerkzeugs, und zwar zum Erzeugen, nicht nur Diskutieren Deiner Ideen! Das ist eine Brandmauer für Kreative!“

„Das Projekt HERZAUGENLAMPE … die Künstlerin Walli Popp hat gefragt, ob sie aus einem meiner Gedichte eine Collage machen darf. Ich habe mich selbst überrascht, indem ich ‚Ja‘ gesagt habe. Es läuft auch in die andere Richtung, ich habe auch schon Gedichte über ihre Collagen gemacht… beziehungsweise ist das ganze Buch ein Wechselspiel. (Ich habe das Gefühl, dass ich diese Collagistin mal kennenlernen muss. Anm. d. Protocollagisten) Und gestaltet hat es Achim Weinberg, manchen vielleicht ein Begriff mit seiner Lockenwickler-Kunst. Nein, er ist nicht Hairstylist. Aber er geht mit seinem Planet Rainbow – Baumaterial: eben Lockenwickler - gerade durch die Decke. Er arbeitet jetzt auch direkt mit einem Hersteller zusammen. Aber weiter im Text…“ (Lustig: ich hatte erst „Haartrockner“, also Föne, verstanden und dachte noch: Boah, das wird materialtechnisch teuer,  wenn das tausende verbaut sind … Anm. d. Prot.)

„Menno. Die starken Bilder rauschen so schnell durch… mir fehlt das langsamer Abspielen, das Wiederholen, die Untertitel… gibt es die Lesung später auf YouTube? Ich glaube, das ‚Formen warmer Arme zu einer Kette‘ hat mich angesprochen… aber auch die erwähnte Hassliebe zu Stadtplänen. Aber nanu, da kam doch schon wieder die Schönheit vor? Die Frage zieht sich wohl durch die Lesung?“ – „Das war nicht geplant, glaube ich… mir gefällt ‚Wolken planen Ausbrüche‘ sehr … oder funkt da wieder mein nerdiger Hinterkopf, mit ‚AIgenten wollen IN die Cloud ausbrechen‘?“ – „Wer weiß, vielleicht brechen sie sogar irgendwann aus dieser aus… aber wie immer viben mich ganz andere Sätze an als dich, etwa die über die unnostalgischen Kindertage-Erinnerungen… und wir ertrinken nie zweimal im gleichen Fluss, weil alles im Fluss ist.“ – „Manchmal habe ich das Gefühl, auch bei Lyrik-Lesungen sollten Türsteher ungeeignetes Publikum aussieben…“ - „‘Das wahre Haar aus Zimt‘ hätte auch in Axels türkisches Fernweh-Gedicht gepasst.“ – „Na, und die olfaktorischen Parallelen von Hundsrose und Hundehaufen! Oder das ‚für andere schmutzig schämen‘… und das Goldnagelscherchen geht an …!“ – „Die Schlussnote, den Vorfahren nachzufolgen … aber erst noch Mutmacherin sein zu wollen… Chapeau!“

„Jetzt Michael as himself! Polnish Vibes in Tandem on the Stage!” – “Ja, dem Land der Kindheit bleibt man natürlich verbunden.“ - „Er macht gern Naturbeobachtungen in der Nürnberger Stadt.“ (erstauntes Getuschel im Publikum) „Echt jetzt? Aber sicher nicht in der Innenstadt, oder?“ - „Das Bühnenbild muss geändert werden.“ – „Das wäre doch auch ein Buchtitel, oder?“

„Er übersetzt nicht nur Sprache, sondern auch Welten. Und er geht auf Brasilienweltreise.“ – „Ich schließe mich meinem Vor-Vor-Redner an: Zu viel Detailinfo an den falschen Stellen, Iwona.“ – „Ich wollte damit sagen: in seinen also deinen Texten spiegelt sich die Begeisterung für die Vielfalt der Welt.“ – „Na, das sind jetzt eine Menge Vorschusslorbeeren.“ (Applaus.) „Noch nicht! Ich bin noch nicht fertig! Geschweige denn, dass ich angefangen hätte. Lyrik ist ja kondensierte Lebenserfahrung, und im Buch ‚Agape‘ geht es um die Formen der Liebe und die Quest danach. Dazu begeben wir uns in Bamberger Cafés… ich saß dort und dachte beim Zuhören ‚na, das wird ein Erinnerungsprotokollgedicht.“ (So ähnlich wie meine Protocollagen! Anm. d. Prot.) - (Ich muss dem Justitiar recht geben: Hoffen wir mal, dass Du nie vor Gericht als Zeuge aussagen musst. Denn den letzten Satz hat er – also der Autor – nicht gesagt, sondern vorgelesen… Seite 17 im Gedichtband. Anm. d. Red.) – (Gesagt, gelesen, getan … wo ist der Unterschied. Oder um weiterzuzitieren: „Entschuldigung, Entschuldigung.“ Und was war das mit dem Verb „es krummt“? Das hat mir irgendwie gefallen… „Herr Krummbiegel biegt das gekrummte Croissant a.k.a. Krummfetthörnchen bis zum Verkrümeln auf… ja, ja, ich sehe den erhobenen Finger des Justitiars…“ Anm. d. Prot.) „Und was war das? Der mit dem ‚abwaschbaren Penner-Tattoo‘ hat verführerisch gelächelt?“ – „Dann gugg halt in dein Wischkästla, das war sicher ein Scherz mit Henna und Ei…“ – „Genau! Für die Unentschlossenen: Tattoos aus Henna sind ungelasert entfernbar. Oder man nimmt Klebefolien oder ‚semi-permanente Bio-Tattoos‘…“ – „Na, ich weiß nicht … ‘Verführerisch rubbelten sie sich gegenseitig aus der bedruckten Plaste‘ … dann lieber diese Dings, was hast du grad vorgelesen, diese semi-veganen Permafrustboden-Abdrücke? Mit der beidhändig geführten Second-Hand-Nadel eingeritzt…“ – „‘Ich ritze gern‘, das wäre – bäm! - ein Hingucker, als Schaufenster-Aufkleber für ein Tattoo-Studio…“ – „Der zweite Zyklus seiner vorgelesenen Gedichte, die Physis im Lauf der Jahrzehnte, war noch viel mehr bäm, finde ich… ‚das Leben ist zu kurz für weniger‘… bäm! ‚Ich wünschte, ich hätte meinen von meinem Ich ablenkenden Körper nicht geformt‘ … bäm! Und das Thema des Abends, Schönheit, lässt grüßen. ‚Ich sehe viele Spiegel und in jedem anders aus, und bei Selfies zeige ich nur die beste Version‘ … bäm! ‚Lustschmerz, Lebensschmerz, Schmerzensangst‘ …“ – „Ja, ja, ‚bäm‘. Ich fand das mit dem ‚liebsten Lieblings-Liebesgedicht‘ am schönsten, dass das bedichtete Paar letztes Jahr geheiratet hat! Das macht den Wert der Kultur mal ganz konkret greifbar!“ – „Du meinst das, wo die Gemeinsamkeit die Zeit verändert und Bleibendes schafft? Ja, das geht gebämt wie geritzt ins Ohr … das muss ich daheim noch mal nachlesen…“

„Ich finde auch spannend, wie jede mir bekannte Lyrikerin oder Poet nicht nur mit dem Bildhaften, sondern auch konkreten Bildwelten in Berührung kommt: Sabine mit Fotografien und Collagen, Tobias mit begehbaren Gedichten, und Michael mit seinen Gedichten über bekannte Gemälde … ich fand schön, oh, Entschuldigung, schon wieder dieses Wort, dass er uns diese sehr persönlichen Sichten als Premiere vorgelesen hat. Man fühlt sich als Publikum da gleich speziell und gewürdigt…“ – „Ich hätte da allerdings gerne so ‚Kunst für Dummies‘-mäßig die Bilder im Hintergrund projiziert gehabt, oder als Großdruck vor den Tisch gestellt. ‚Mein Täubchen! Picasso‘ hatte ich optisch nicht parat… die Dienstmagd und das Verkosten der Kostbarkeitskette schon … und was er dazu gedichtdacht hat, ‚niedere Arbeit: ich ruhe in meinem Tun. Nichts ist vergeblich‘,  hat mich sehr angesprochen. Vielleicht hänge ich das Gedicht über meinen Schreibtisch oder schreibe es in das Formular des jährlichen Mitarbeitergesprächs.“ – „Naja, solange Kunst berührt, sind die Details der Reaktionen egal, denke ich, oder, Michael?“ – „Oder was war das andere? Vanmeer? Vermeer? Van Gogh?“ – „Vielleicht Van Diesel? Van Dame? Van Soffdewall?“ – „Unschönes Dummies-Bashing! Pfui! Ich meine jedenfalls das mit dem ‚Das karge Zimmer, das mich menschlich, würdig macht‘!“ – „Das Zitat hängst Du dir auch ins Zimmer? In das notorisch vollgestellte? Mich wundert, dass Du nicht ‚mir Bart und Schmutz vom Gesicht zu ritzen‘ zitiert hast…“

„Und am Schluss hat er wrestlermäßig seinen ‚Finishing Move‘ gemacht, seinen ‚Signature Dish‘ aufgetischt, und als Dichter das Gedicht ‚Lesung eines Dichters‘ vorgelesen. Das ‚er hatte Haare, aber keine Frisur‘ wäre wohl mein Signature Dingens. Also bin ich folglich Dichter.“ – „Du bist ja nicht ganz dicht. Niemand hat die Absicht, ein Gedicht zu errichten!“ – „Bei ‚Signature‘ muss ich an Kult-Sätze wie ‚Reis, Baby‘, ‚Kunst oder weg‘ oder ‚ein Klavier (ad lib)‘ denken. Wenn du in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehst, hast du es als Wortsinnschaffender … äh, geschafft!“

„Oh. Der Gewidmete ist verschwunden. Das ist ja eine fiese Form des Lyriker-Ghostings…“ – „Vielleicht hat ihm die Widmung zu lange gedauert. Du hast ja quasi ein komplettes neues Gedicht auf die erste Seite geschrieben…“

(Und meine Meta-Sammlung wächst auch wieder, beim Blättern in Axel Görlachs Buch finde ich die Beschreibung verschiedener Arten des Lachens, auch des „Lachens über das Lachen“ … und muss darüber lachen, aber nur kurz, um nicht in die Kategorie „für andere verstörendes da scheinbar grundloses Auflachen“ zu fallen …Anm. d. Prot.) – (Zumal dein schnaubendes Lachen oft nicht „grunzlos“ ist… so Miss-Undercover-mäßig … Anm. d. Red.)

„Die Knotenemergenz beim Abbau von Seilen oder Kabeln…“ – „Frank ist der freie Wind, aber weiß er es?“ – „Die Welt zu beschreiben: Auf einem Blatt Papier oder durch Beschriftung der Gegenstände der Welt?“ – „Na, das ist wie bei der Pseudo-Trennung Mensch und Natur: Ein Blatt Papier ist doch auch Teil der Welt…“ – „Stolper vor lauter Verabschiedung nicht über den aufgeklappten Koffer!“ – „Ja, und dann noch haltsuchend den Tisch mit dem Equipment mit umreißen. Das wäre typisch ich, so wie in Spanien, wo ich die windumgestoßene leere Plastikflasche vorm Fall auf den Boden bewahrt habe und dabei die Gläser runtergedonnert.“ – „Wobei, das mit dem Koffer: Der Künstler steigt hinein, und dann fährt da die Versenkung, ich glaube das heißt bei Theaterbühnen so, samt ihm nach unten, und dann klappt der Koffer zu…“ – „Und Affe tot. Ja, verstehe. Hat was. Aber etwas aufwändig, die nötigen Betonarbeiten hier im Kuno…“

Und nach wertschätzenden Versicherungen der Augenhöhe von Kunst, Künstlerschaft und Publikum ein Fade Out mit einem herantretenden Instrumentalkünstler, der sich – außer für Wortklänge – auch für die freie Klangkunst interessiert…

PS: Aus der Reihe „Hallo in allen Sprachen dieser Welt“, diesmal bietet sich natürlich Polnisch an (vielleicht denke ich wegen der Vans nächstes Mal an Niederländisch Anm. d. Prot.):

„Co na sercu, to na języku“ – Was im Herzen ist, ist auf der Zunge. (Naja, das gilt in Norddeutschland und Franken ja nicht so ganz unbedingt... oder zumindest nicht unmittelbar... des dauerd. Anm. d. Red.) – (Na gut. Danke, dass Du immer sofort absolut unfriesisch-unfränkisch frank und frei Kritik äußerst... dann nehmen wir halt "Wasza obecność rozjaśnia pomieszczenie / rozświetla pokój, bo jesteście jak promień słońca w pochmurny dzień" … das soll heißen "Eure Anwesenheit erhellt den Raum, denn ihr seid wie ein Sonnenstrahl an einem bewölkten Tag". Anm. d. Prot.) – (Aber da sind wir beim Thema "maschinelle Übersetzung", was beim manuellen Übersetzer Michael sicher enorm gut ankommt. Anm. d. Red.)

PSPS: Hoffen wir, dass die Proteste hierzulande friedlich – aber deutlich hör- und sichtbar! - bleiben … aber wen wundern sie, angesichts geradezu asozialer, kalter, klimaschädigender, gesellschaftszusammenhaltschädigender (ausländerfeindlichkeitsbegünstigender) Politik?



Donnerstag, 22. Oktober 2026

Jahreslesung des VS - Poesieklänge

Was kann Poesie? Unter den fünf Gegenwarts-lyriker*innen, die morgen Antworten auf diese Frage geben, sind auch Michael und Chrys von Wortwerk.

Freitag, 23. Oktober um 19 Uhr im KuNo, dem Kulturladen Nord in der Wurzelbauerstraße in Nürnberg!



Montag, 5. Oktober 2026

Warum schreibt ihr steinerne Eier

 „Wohin des Weges, Fremde?“
„Zum Salooon!“
„Und wer seid ihr?“
„Wortwerk.“
„Die Autorengruppe? Kennt ihr Stefan Winter?“
„Öh … natürlich. Eine lebende Legende!“

Oder anders angefangen: Der Alghorhythmys empfy… empfiehlt mir ja dauernd falsche Stefane als Online-… wie heißt das andere Ende von Followern? „Fellows“? „Following“? Wenn man mehrfach sich ähnelnde Buchstabenkombinationen tippt, verschwimmt das alles … „Fallout“ … „Auszubaldowernde“ … hat ja irgendwie Stalking-Vibes. Hm. Dieser andersartige Ansatz entartet gerade. Nochmal: „Mein“ Algo empfiehlt mir bei Soc.Med. dauernd Stefane, die nur genauso heißen wie die literarischen Stefane – whatamitalkingabout? Siehe dazu die Protocollagen davor –, aber nichts mit ihnen zu tun haben.

Während die kommittete Kommmitarbeiterin*) 
 … – die uns …
 …… –– die wir im künstlichen? Kunstlichten? künstler-i(s)chen Spektrum verortet sind –– ……  
 …betreut – 
den ECHTEN Stefan W. kennt, die Legende!

(Worst introduction sentence ever! I sentence you to … Anm. d. Redaktion) (Moment, noch die Fußnote: *) die mitkommt / uns zum Salooon begleitet und geleitet als Schlüssel(gewalt)figur … so, etzadla. Anm. d. Protocollavisagisten)

„Heuert die neue Cyberbehörde wirklich Science-Fiction-Autoren an, damit die auf unbekannte Angriffsvektoren kommen? Falls nicht, könnte aus diesem Missverständnis zumindest eine gute Storyline erwachsen…“ – „Werd erwachsen, höhö.“ – „Vor dem Sterben? Rentiert sich das? Und ich will nach meinem Tod in den Aschenbechern des Kitkat-Clubs verstreut werden, über den wir letztens sprachen.“ – „Ist notiert. Und wir schreiben ein Buch darüber.“ – „Oder will ich lieber eine Strip-Beerdigung?“ (Das passt auch zur „Ruhm um jeden Preis“-Diskussion weiter unten. Anm. d. Red.)

Neu dabei: Tymur! „Unser Literaturspürhund Erika wollte gleich zu Dir … ein gutes Zeichen.“

Und natürlich dabei, wenn auch nicht neu (wobei: ein bisschen schon noch irgendwie. Anm. d. gut aber dennoch gealterten Prot.) : die KI. Als Gesprächspartner, aber eher in der Retrospektive, also als Thema: „ich nutze sieihnes ja als Sparringspartner:in beim Schreiben, und dann habe ich zwischendurch was recherchiert, keine Ahnung, irgendwas Richtung ‚Unsere Galgenpalme hat Blattläuse, und das und das hat nicht gewirkt‘, und die Antwort war dann: ‚Das ist ein genialer Anfang für eine Kurzgeschichte!‘“ – „Das ist lustig, das stimmt. Und wiederum selbst eine gute Geschichte. Aber da man die unangebrachte Permalobhudelei auch abstellen kann – die ja gerne zu so fancy Symptomen wie Sycophancy, Dislexikonalität und Hybris führt –, wird es irgendwann einen Begriff für das Peinlichkeitsgefühl geben, wenn man die KI in einer Gruppe auf laut hat – oder das Ergebnis vorliest – und die Lobhudelei ist dann deutlich erkennbar für alle noch NICHT abgestellt… Fremdschämen2.0!“ – „Ja, wie bei dysdigitalen Leuten, die als Modernisierungsbegriff gerne überall ‚2.0‘ dranhängen.“

„Und Du wohnst also auf oder in einer Burg?“ – „Ja, mit Einschränkungen.“ – „Das glaube ich!“ – „Nein, damit meine ich keine Plumpsklos und Wasser aus dem Ziehbrunnen. Aber erstens sind da mehrere Wohneinheiten und zweitens ist da nichts mehr mit malerischen Burgzinnen egal ob disneylike oder authentisch. Authentisch bedeutet leider, dass alte Gemäuer früher auch oft als Steinbruch dienten. Wir wohnen also eher im Geist einer Burg, einer Ruine.“ (Das könnte eine interessante atypische Burg-Geist-Geschichte ergeben… Anm. d. Prot.)

„Frank hat in seinem Projekt ja das Problem, dass echte politische Ereignisse vielleicht seine Romanereignisse überholen werden. Mir passiert in meinem SF-Roman witzigerweise das gleiche: Nicht wegen der Raumschiffe und dem drei Meter großen Affen aus dem Genlabor, der als optimierter Kampfpilot maßgeschneidert wurde. Sondern weil er ja in dieser fernen Zukunft irgendwann ‚durch KI arbeitslos werden soll.‘ ‚Werden‘, nicht von Beginn an sein! Aber leider wird es ja höchstwahrscheinlich schon in viel näherer Zukunft so sein, dass es keine Kampfflugzeuge mehr gibt … oder menschliche Beteiligung in dieser.“ – „Mal abgesehen davon, dass Du aus rein persönlichen Motiven dem Aussterben des Sterbens menschlicher Soldaten nachtrauerst: Also musst Du so eine Art historische SF machen? Oder wie heißt das? ‚Alternative Realitäten / Entwicklungen? Alternativ-historische Retro-Was-Wäre-Wenn-SF?‘“ – „Ja, vielleicht auch so eine Art Steampunk… aber in die Richtung soll es eigentlich gar nicht gehen…“ – „Bei mir machen Protagonist:innen ja manchmal auch, was sie wollen… aber dass die komplette Projekt-Ebene sagt: ‚nö‘… das ist noch härter. Du hast mein vollstes Mitgefühl…“ – „Danke… falls das nicht oberbös‘ sarkastisch gemeint war.“

„Warum haben gerade die Italiener den albanischen Bürgerkrieg beendet?“ – „Naja, sie waren nicht nur am direktesten von Flüchtlingswellen betroffen, sie hatten da schon immer Einfluss…“ – „Du meinst, sie hielten das Land schon immer wieder mal gerne besetzt.“ – „Ja, so ungefähr.“ – „Sweet home albania… dann hast Du also dort gelebt und auch die Sprache gelernt, und zwar besser als Deine Protagonistin?“ – „Ja, mit der KI. Präsenzkurse waren keine zu finden. Und das zweite empfehlenswerte ‚KI‘ zum Lernen von Sprachen sind KInderbücher…“ 

„Ich schreibe alle Genres bis auf Romance.“ – „Angesichts der breiten Zustimmung in der Runde: Brauchen wir also eine anonyme Untergruppe für Romance-Autor:innen? Nicht dass man uns mangelnde Neutralität vorwirft…“

„Ich bin von exzessivem Kampfsport zu exzessivem Lesen und Slammen übergegangen.“ – „Ja, auch eine Art Kampfsport, letzteres…“ – „Und ich habe Gedichte als eine Art Gefühlsprotokolle geschrieben, auch zur Verarbeitung traumatischer Kriegserlebnisse. Alles andere als auf Formen achtend, das ist mehr ein Steinbruch…“ – „Das muss nicht schlecht sein! Ich selbst setze auch gerne einen Schwerpunkt auf den Klang…“ (Insert Kurzaufflammen Diskussion „Atypische Zeilenumbrüche bereichern Lyrik nahezu automatisch“ Here… Anm. d. Prot.)(Du Member der Atypisch Unanonymen Denglisch Lovers, Du… Anm. d. Red.) – „Witzigerweise gibt es so literarische Übungen, die man machen kann, und das führte in meinem Fall zu den stärksten Texten … Eins war im urbanen Umfeld, am Anfang: Ich, rausschauend aus dem Auto. Am Ende die Stadtperspektive: Sieht das Ich im Auto nicht mehr.“ – „Wow. Very much Zen-Vibes. Das buddhistische Konzept der Auflösung des Ichs mal schnell in eine literarische Fingerübung gepackt. Wir wollen dich nicht drängen, aber nächstes Mal traust du dich vielleicht, vorzulesen!“ – „Der arme Sammy aus meinem Roman hat nicht mal einen Ich-Erzähler, der wird in der Du-Perspektive erzählt.“

„Substack ist Bloggen mit Community. Man erreicht da schon mehr Publikum. Und patreon-mäßig kann man auch Spendenbuttons einbauen.“ – „Oder dieses … wie heißen diese digitalen Dinger, wo man quasi einen einmaligen Link auf ein Kunstwerk kauft? Irgendwas mit Pilzen … genau: NFTs?“ – „Auch nur eine Art Schneeballsystem, aber jeder nach seiner Façon…“

„Keiner versteht mich und meine Krypto-Lyrik.“ – „Am besten einfach irgendwo verwahren, bis der Kurs hochgeht.“ – „Nein, ‚Krypto‘ im Sinne von unverständlich, unerklärt, nicht im Sinne von Blockchain… ach so. Harhar.“ – „Warum nicht beides kombinieren? Siehe die ebengenannten NFTs.“ – „Ja, wie der eine Typ aus Ghana, mit seinen Kürbisbildern.“ – „Also schnappen wir uns einfach ein anderes Obst und machen das nach?“ – „Ist das nicht ein Gemüse?“ – „Kulinarisch oft ja, aber botanisch nicht.“ – „Du Nerd.“ – „Oder Pilze! Die sind ja übrigens weder Fauna noch Flora.“ – „Ich wiederhole: Du Nerd. Setz lieber schon mal das Krypto-Wallet auf.“ – „Und dann heißt es: es ist angerichtet, das Gericht, das Gedicht, das Malheur.“ – „Das wäre auch ein guter Gruppenname gewesen.“ – „Und das Logo eine umgefärbte verschimmelpilzte Birne vor dem Geist einer zinnenlosen Burgruine.“

Nach dieser das-war-in-etwa-eine-Vorstellungsrunde sorgt Tymurs ja eigentlich simple Frage nach dem Warum in Form von „Warum schreibt ihr?“ für die Fortsetzung von Diskussionen und Einblicken, bevor wir überhaupt zum Vorlesen von Texten kommen: „Bei uns in der Familie war das Schreiben irgendwie immer präsent… zum Beispiel auch gemeinsam verfasste Fortsetzungsgeschichten in Adventskalendern. Und als da nach dem Vorlesen einmal beeindruckte Stille herrschte, dachte ich mir als Elfjährige: ‚Jo. Diese Art von Einfluss will ich gerne weiter haben, von der mentalen Flucht aus dem drögen Schulalltag mal ganz zu schweigen.‘ Später – nach einigen gewonnenen Wettbewerben – kam dann noch dazu, dass Schriftstellerin ein hervorragendes Alibi dafür ist, seltsam zu sein. Und mittlerweile brauche ich diese Alibifunktion nicht mehr, ich bin gesetzt genug, also emotional unabhängig genug von den Reaktionen meines Umfelds, aber der Roman ist noch da. Also mache ich ihn weiter.“

„Oh wow. Bei mir war es die Geheimidentität, die Bereicherung des Selbstwertgefühls. Naja, dann Schülerzeitung, Lehramtsstudium, Roman, zur Lyrikwurst…“ (vielleicht solltest Du Deine Mitschriften – die übrigens partiell eine Rückentwicklung zu einer Kombination aus Keilschrift und Hieroglyphen sind, und das ist eine definitive Beleidigung für diese beiden –künftig vorher noch mal mit den Erinnerungen über Gesagtes der Sprechenden abgleichen? Anm. d. Red.) (Hahaaa! Selber verschwurbelte Formulierungen! Anm. d. Prot.)

„Ich bin atypisch feministisch – aber da gibt es ja auch viele Spielarten.“

„Erika knurrschelt schon wieder. Dabei hatte sie heute schon so viele Streicheleinheiten, dass ihr Fell langsam wie das eines Lieblingsteddys abgewetzt sein müsste.“

Nun denn: Ab nach Albanien, zum Ausbruch des Lotterieaufstandes! „Bei der Lesung in Erlangen hatten wir ja den Berg aus Mänteln, der ein gemütliches Kinderlager ist. Der Berg aus Decken bei Dir erzeugte wiederum ein negatives Gefühl, da er die Protagonistin beengt…“ – „Krass, dieses hautnahe Miterleben des Bürgerkrieges, und wie soziale Mechanismen angesichts extremer Situationen hohldrehen: Tee, Sofa, Maschinengewehr-Feuer vor den Fenstern… und die Gastgeberin servierte dazu Appetithäppchen: ‚Das ist nur Protest.‘ Und dann laufen sie wie Lemminge zum Feuer.“ – „Ich bin kein Biologe, aber das machen sie glaube ich nicht.“ – „Die Stelle ‚sie schossen in den Himmel, als würden sie den Diktator posthum dort vermuten‘ ist spitze!“ – „Aber vor allem, dass die Protagonistin sich nicht vorrangig durch die Sprachbarriere ausgeschlossen fühlt, sondern durch die fehlenden Vorkenntnisse über die vorausgegangenen Ereignisse, die zu dieser Entladung von Gewalt geführt haben.“

„Als Expats längere Zeit im Ausland leben: wenn man das ohne Geld, ohne feste Ideen macht, ist man automatisch offen für das jeweilige Land, und bildet nicht einfach eine Diaspora-Gesellschaft die sich nicht wirklich auf das Land einlässt.“

„Interessant, dieses beabsichtigte Durcheinander von Erlebten und von Rückblicken…“ – „Wirkt wie Katastrophentourismus.“ – „Und egal wo die Besatzung oder Besetzung des Buchs gerade herumläuft, dauernd sehen sie das Meer ohne H und den Kiesstrand, das stört mich… und gibt es da ein anderes Wort für Kiesel?“ – „Also die Suchmaschine schlägt Baumarkt-Angebote für Grobkies vor… oder Schotter und Wacker...“ – „und wenn man dann in den KI-Modus geht und nach literarischem Bezug fragt, kommt ‚Felsgeschmeide‘ oder ‚Monsterkiesel‘ oder ‚steinerne Eier‘…“ – „Tja, die KI ist halt überwiegend toxisch männlich angefüttert.“

„An dieser einen Stelle hast Du mich misstrauisch gemacht, als Du beim Vorlesen gelacht hast.“ – „Ich sag’s ja: das macht sie immer, wenn ihre Protagonist:innen in Schwierigkeiten geraten.“ – „Die allwissende, aber sadistische Erzählerin.“ – „Vielleicht liegt es daran, dass meine Protagonistin die Heldenreise oder halt die Weiterentwicklung verweigert hat…“ - „Was ich nicht verstehe: Kann man eine Lauchstange wirklich mit einem Schnellfeuergewehr verwechseln?“ – „Einem verbogenen und getarnten vielleicht…“

Daraufhin von den – don’t try this at home! – Schneeball- und Pyramidensystemen Albaniens weiter zum Nürnberger/Langwasserer/Paulanischen Pyramidensystem in ferner Zukunft! „Wie erklärt man ein plottwistiges, tiefenverschachteltes Projekt in wenigen Sätzen…“ – „Tja, Chrys, das ist eine gute Übung, der Elevator Pitch muss strandkieselglattgeschliffen und sofort verfügbar sein, wenn man auf der Straße angesprochen oder nachts geweckt und zum Radiointerview geschleift wird…“ – „Und dann muss man auch aus Sicht des Literaturbetriebs argumentieren…“ – „Ah, das muss dann dieser berühmte ‚Advocatus Diaboli‘ sein…“

„Bevor Sie anfangen: Ist das ein E-Reader?“ – „Ein E-Writer … oder E-Raser. Und obwohl es sozial akzeptiert wäre, bin ich Ihnen nicht böse, dass Sie dauernd wieder das gegenseitig angebotene und angenommene ‚Du‘ zurücknehmen, Du Schlingel Du.“ – „In welchem Roman war das, wo sie eigentlich erst beim Sex zum ‚Du‘ übergehen?“

„Moment, habe ich das richtig verstanden: Das Motto könnte also ‚Toxy Desoxy Hornoxy‘ lauten: toxisch männliche Kleinganoven in sauerstoff-unterversorgten Regionen, von denen einer die Protagonistin also sich selbst vergiften will, wie sie wahnwitzigerweise glaubt – logisch: hier natürlich Grüße an Kurt Gödel! – … und gleichzeitig lehnt sie die gesellschaftlich gelehrte Verschwörungstheorie, nämlich dass es Aliens gibt die eine Art Airbnb auf Planetenbasis mit uns veranstalten wollen, drastisch ab, quasi ‚Klar! Deine Mudda!‘-mäßig.“ – „Ja, viel mehr muss man als Backgroundinfo zur Handlung nicht wissen, bevor ich anfange zu lesen. Ach halt: der Kampf am Anfang ist noch erwähnenswert.“ 

„Brueche Luee, der Blick der Wahrheit, das Misstrauen von Danaern gegenüber Geschenken wie etwa Steckenpferden und glutheißer Rache. Und wahrlich sprach sie: ich traue dir Torfnase auch nicht! So. Basta! Und fernerhin begab es sich, dass die Bekloppte mit dem behämmerten Mörderhammer den Krabbelgeräuschen des Bots ein Ende bereitete, den Vorschlag zur Güte, den Vorschlaghammer wegzulegen, brüsk zurückweisend. Aber vor allem schallt es ultra, wenn Gedanken überschallschnell körperlos karrusseln… ach ja, ein breites Kreuz, da ist mehr Platz für die Probleme der Welt, lieber Atlas. Die Wahnvorstellung des Schauspielers und die Unwilligkeit der Leserschaft.“ (Anm. d. imag. Justititiars: Keiner dieser Sätze in direkter Rede hat tatsächliche Ähnlichkeiten oder gar Übereinstimmungen mit dem Gesagten echter Autorenpersönlichkeiten) (Moooment. Aber Anwesende werden einzelne Fragmente wiedererkennern! Anm. d. Prot.)

„Sind wir schon beim Feedback? Also: Die Gedankengänge der Protagonistin sind atypisch distanziert, geradezu irrational für eine bedrohliche Lage. Ein körperloses Gedankenkarussell mit willfährig willkürlichen Bildern, die einen als Zuhörer zurückreißen und permanent, in Wellen, die Erwartungen brechen. Deswegen musste ich der Erzählung, dem Erzählstrang weiter folgen.“ – „Puh. Bevor Du den letzten Satz gesagt hast, hatte ich noch gedacht, Du formulierst eine Kritik. Aber dann ist das wohl Lob?“ – „Erika schnarcht, aber das ist jetzt auch keine Kritik. Sie ist nur müde.“ – „Genau! Ich bin auch voll neugierig! Dysto-SF ist ja eigentlich so gar nicht mein Genre, aber da will ich jetzt wissen, wie es weitergeht!“ - „Cool auch das Setting einer Art historischen SF… mit Gameboy als letzten Schrei vor der Dystopie…“ – „So ähnlich also wie bei meinem SF-Projekt, aber aus anderen Gründen.“ – „Mittelalter (p)easy back to the future SF.“ – „Was?“ – „Ich glaube ich bin auch müde…“

„Und ich hab wieder was für meine Metaebenen-Sammlung: ‘abgedroschene Phrasen ist selbst eine so abgedroschene Formulierung‘… aber ich wollte noch sagen, dass mir beim Mitlesen der alten Version eine deutliche Verbesserung auffällt.“ – „Und die Vermarktung… tja… ist halt kein Ekel-Darkroom äh -DarkRom, wo einem im Nachgang bewusst wird, dass man das Gefühl der Überforderung verwechselt hat mit Literatur oder Spannung…“ – „Oje. So jung und schon so desillusioniert…“ – „Je weniger Lesende, desto mehr Literatur für jeden“ (Du meinst, „desto mehr ist es Literatur“… Deine Mitschrift wird wieder zunehmend unzuverlässig gegen Ende… zum Glück a) ist Deine Leserschaft das von Dir gewohnt und b) hält sie das für ein gezieltes Stilmittel Deinerseits. Anm. d. Red.)(Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich mir runzlig Stil verbeiß! Anm. d. Prot.)(wo waren wir? Ach ja:) „Je weniger Lesende, desto mehr ist es Literatur.“ – „Naja, dieses ganze E-Lit, U-Lit, E-Music, U-Music, U2-Music … und Serien sind der neue Roman.“ – „Iwo. Sie waren eine Zeitlang das Komplexe, Anspruchsvolle, besser auserzählt als 90-Minüter oder selbst 120-Minüter-Filme… aber mittlerweile herrscht da auch Mutlosigkeit… und auch den Verlagen fehlen die Kuratorsteher…“ – „Trauerst Du etwa der alten Zeit nach?“ – „Teilweise schon. Heute ist es nur noch Marketing mit totgerittenen Pferden…“ – „Todesrittpferdehalter verdienen den Untergang, jawohl!“ – „Äh … ja. Wobei Du das passend zum Thema sehr düster und dark formuliert hast … aber es ist ja wirklich traurig für uns Schreibende, dass alle nur noch DarkRom lesen.“ – „Es gibt ja auch nur noch DarkRom, also kann man nur noch das lesen!“ – „Man kann aber auch alte Bücher lesen! Tymur hat sich ja auch intensiv mit Goethe und Schiller beschäftigt, und so weit muss man gar nicht zurückgehen… die KI sagt dass es Dark Romance erst seit den frühen Nuller-Jahren (Double Oh Seven? Anm. d. Prot.) dieses Jahrhunderts gibt…“ – „Aber dann lies auch weiter: Schwarze Romantik a.k.a. Schauerromantik ist eine Strömung vom Ende des 18. Jahrhunderts. Und nu?“ – „Jedenfalls ist das Autorendasein brotlos, lieber Tymur. Außer Du kennst Dich als Mathematiker und Physiker mit NFTs aus oder hast als jugendlicher Influencer oder BookToker schon Zehn hoch X Follower.“ – „BookToker sind die neuen Buchmacher, höhö… früher waren das die mit den Pferden…“

„Oder sich medienwirksam nackt auf den Reichstag legen.“ – „Mache ich nicht. Würde ich ja, wenn ich glauben würde, dass es etwas bringt.“ – „Ach Leute, was sind das für Bad Vibes. Aber stimmt schon, als Autor:in kannst Du noch versuchen, Dich an Stipendien entlangzuhangeln, aber da musst Du schon erste Erfolge vorweisen…“ – „Und dann ist Band 3 nicht erfolgreich und zack! Bist Du weg vom Ruhmesfenster.“ – „Ich sag ja, voll die Dark Vibes… darf man angesichts Adolfs Vorlieben noch unverdüsterten Geistes Wagner hören? Gibt es U-/E-Sprache… und auch Beethoven und Goethe waren mal rebellisch, wild und neu… oder denk an die Stones…“

(Die Diskussion ging dann über zum Bauen neuer Welten versus dem Spiegeln der Gesellschaft Anm. d. Prot.) „Ich empfände es NICHT als Kritik, dass ich der Gesellschaft den Spiegel vorhalte.“ – „Naja, dann ist man schnell in der Schublade ‚Zeitgeist‘/‘Trend‘…“ – „Deine Kritik ist also mein Lob und umgekehrt.“ – „Spiegeln bedeutet nicht auseinandersetzen! Und Spiegeln ist nicht individuell!“ – „Doch, wohl! Gerade eben!“ – „Na gut, dann sei du ein individueller Spiegel, und ich vermeide ein allgemeinplatziger Spiegel zu sein.“ – „Ich nehme euch gerade eher als patzige Spiegel wahr. He, keine schlafenden Kampfkuschelhunde wecken!“ – „Apropos Diskurs: In Etzelwang müsste man mal Deinen queeren Roman vorlesen. Das wäre dann monatelang das Gesprächsthema in der Krabbelgruppe. Oder Kirchengemeinde. Oder Landfrauengruppe.“ – „Genau! Na los! Trau Dich!“

„Und wieder werden wir rausgeworfen. Wenn er uns einsperrt, gehen wir halt durchs Fenster raus. Ach halt: Mir ist gar nicht aufgefallen, dass der Raum hier vergittert ist. Das wäre jemand mit Justizvollzugsanstaltserfahrung(sfeld der Sinne) wohl NICHT passiert.“ 

„Hat Dein Heavy-Metal-Riff als Klingelton mit emotionaler Einstellung gegenüber anrufenden Familienmitgliedern zu tun?“ – „Nein, das ist mein genereller Klingelton. In einem Haushalt mit Kindern und Hund musste es der lauteste und durchdringendste sein.“

Und wie quasi schon immer zum Schluss der Seinbruch (sollte „Steinbruch“ heißen, klingt aber auch voll lyrysch und fylosophysch. Anm. d. Prot.) des Uneinsortierten:

 - „In der geschlossenen. Gesellschaft.“
 - „Der Friseur, der nicht aus seiner Haut kann und mir Flaneur durch die Schaufensterscheibe hindurch einen abschätzenden Blick auf den Strubbelkopf wirft.“
 - „Um Gottes WLAN!“
 - „Den Klimakollaps wahrzunehmen ist kein Privileg, glaub mir.“  
 - „Das Beantworten ungestellter Fragen, der Themennachlauf und der hörbare Mensch.“

Und wie immer ganz zum Schluss die eigentliche Begrüßung-vermischt-mit-typischen-Redewendungen, angesichts Tymurs erstem Besuch in der Gruppe bietet sich natürlich ukrainisch an: 

"Не мій цирк, не мої мавпи" – (Dein Romanprojekt ist) nicht mein Zirkus, nicht meine Affen... sprich: nicht mein Problem. Sprich: Fertigstellen musst Du ihn selber.

Denn: Під лежачий камінь вода не тече – unter einem liegenden Stein(ernen Ei) fließt kein Wasser ... sprich: komm aus dem Quark, in den Fluss! Aber: in dieser Runde helfen wir natürlich immer gerne dabei!

(Die Formulierung mit dem Fluss und den Steinen in einer Runde von Schriftsteller:innen besprechen wir - angesichts Virginias Todesart - gelegentlich noch mal. Anm. d. Red.)

Und die Aspekte Übertreibung, Selbstironie und Bildhaftigkeit sind im ukrainischen Humor ja reich gesät:

„Я аж розквітнув(ла), як кімнатна пальма. Зуб даю.“ – "Ich bin richtig aufgeblüht, wie eine Zimmerpalme. Doch, echt: Ich gebe meinen Zahn, sprich: ischwör!"

„Я так зрадів(ла), що аж злякав(ла) себе.“ – Ich hab mich so gefreut, dass ich mich selbst erschreckt habe.

„Ну все, тепер я офіційно щасливий(а).“ – So, jetzt bin ich offiziell glücklich.

Hausaufgabe: Eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht, wo einer der Sätze vorkommt!

Und selbst aus der lyrischen "Alltagssprache" ergibt sich quasi automatisch ein Gedicht (natürlich mit zusätzlichen Zeilenumbrüchen versehen Anm. d. Prot.):

Ваш візит
 залишив тепло
у моїй душі. Моє серце 
таке легке 
 після 
ваших слів. Ваша присутність як 
 промінчик сонця 

Euer Besuch
 hat Wärme
in meiner Seele hinterlassen. Mein Herz
fühlt sich so 
 leicht nach
euren Worten. Eure Anwesenheit ist 
 wie ein Sonnenstrahl.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, außer natürlich der Forderung nach konsequenter Bekämpfung des Demokratieschwundes und des Klimakollapses, letzteres z.B. durch konsequentes und sonderfinanziertes Vorantreiben der Energiewende mittels Netzausbau, Bau von Energiespeichern und die Entlassung fossilschwafeldampfender Politiker:innen! Wir sind bei zwei Drittel Anteil von Erneuerbaren und die Lobbtussy baut Gaskraftwerke!

Liebe Grüße Jogi






Mittwoch, 16. September 2026

Aliens qua Maronensuppe Behaglichkeit vermitteln

 „Außerhalb der vertrauten Mauern der eigenen Stadt, in der Fremde, rollte er wie ein Kiesel die verlassenen Straßen herunter…“ – wieso kommt mir gerade, auf dem Weg zur Lesung „Störfunk“ von Wortwerk Erlangen, dieses (sicher wieder nicht korrekt zitierte! Anm. d. imaginären Redaktion) Zitat aus Bettinas und Günters Buch in den Sinn, obwohl mir die Stadt noch halbwegs vertraut ist? (außerdem war der heutige Ohr- oder Hirnwurm aus diesem Buch ein Satz über Jugenderinnerungen: „Schmuseblues war damals (sozial akzeptiertes) Petting (statt Pershing) im Stehen“ … das sehe ich doch an Deinen Hirnmuster-Scans. Anm. d. Red.)

„Dies ist die Haltestelle der Verdammten!“ Ich sage nichts, denke im Weitergehen nur „Äh… das hier ist keine Haltestelle!“ und „Komisch, immer an der gleichen Stelle zwischen Bahnhof und E-Werk, wo die vermutlich Philosophie-Dauerstudenten im wenn dann mittlerweile fast dreistelligem Semester (Nicht unbedingt. Es gibt auch Senioren-Studiengänge. Anm. d. Red.) solche – auf das erste Hören tiefgründige – Sätze ablassen.“ Folgegedanke: „wie war das mit den falschen Haltestellen vor Seniorenresidenzen mit Dementen? Wo man sie wieder einsammeln kann?“ Alptraum-Blaupause: „aufgrund Orts-Unkenntnis dort zu sitzen und dann mit eingesammelt zu werden.“

„Aus Etzelwang? Wow … das klingt wie ein Ort aus alten Sagen. Und ganz schön weite Anreise!“ – „Es geht gleich los. Ich verteile mich mal.“ (der Satz stammt nicht vom multiplen Stefan. Anm. d. Prot.)

Tausendsassa Stefan heute nur in fünf Rollen (bitte jeder nur so viele Persönlichkeiten und Kopfstimmen wie Rollen! Danke! Anm. d. Prot.) oder multiplen In- and Outpersonifikationen (ach was: da verschwindet plötzlich die Unterringelung der Autokorrektur? Und warum gibt es „Unterringelung“ nicht? Anm. d. Prot.), und zwar als Anheizer, Moderator, Ton-Bild-Techniker, vorlesender Autor und Vorlese-Vertretung.

Und Jubiläums-Counter: „Willkommen! Jubilieret, auch wenn Wortwerk übrigens dazu neigt, seine Jubiläen grandios zu verschlafen. Beim nächsten passen wir mehr auf. Jetzt aber schlüpfe ich in die Rolle von Rosa, unserer Aphorismen-Spezialistin. Ihr könnt sie nicht sehen, aber verstehen.“ (muss ich das verstehen? Anm. d. Red.)(Und für was ist sie Spezialistin? Für römische Tonkrüge? Oder Bierschaum-Geburten? Ich hab nur das Asterix-Latiinum, und ich darf mich ja nicht als Suchmaschinist betätigen, bis ich abgeliefert habe… Anm. d. Prot.)

Und schon trägt er zwei dicht gedichtete Miniaturbilder in fremden Zungen vor… im ersten geht es um die gestörte Welt der Textschaffenden, deren Produkte von den SoKIal Media Tecbrollionares einfach weggeerntet werden. Das „rage against the musk“ kann als Aufruf verstanden werden.

„Hast Du das zweite Bild verstanden?“ – „Hm… nein … ich möchte an den Vorschlag vom letzten Mal erinnern, dass Lyrik immer doppelt vorgelesen wird oder im Teleprompter mitläuft. Aber aufgewühlt hat es mich, da es Seiten aufzieht nein Saiten in einem anschlägt, die nervlich weltschmerzereignistechnisch schon angespannt sind.“ – „Ich weiß nicht, ob erneutes Lesen geholfen hätte … aber sie bezieht sich scheinbar auf etwas Abstoßendes, was sie in TikTok gesehen hat, über Österreich und die Deutschen… alter Satzbau oder alte, vielleicht ewiggestrige Rhetorik, jetzt ja wieder frisch in der BRD? Aber jedenfalls enthielt es am Schluss ja wieder einen Appell, einen Aufruf: ‚reinvent tiktok‘!“ – „Hm. Der Ruf nach Regulierung, auch für Minderjährige, die dort zur Wählerschaft der Extremisten geformt wird? Aber wo platziert man den Aufruf? Per Hashtag in den sozialen Medien?“

„So. Ich war nicht live, denn ich war nicht ich.“ (bist Du vorhin zu lange bei den Studis an der imaginierten Bushaltestelle gestanden? Anm. d. Prot.) „Jetzt kommt aber unser erster Live-Autor…“ – „Na, das ist jetzt irgendwie Bashing von Abwesenden auch wenn unbeabsichtigt, oder?“ – „Nur wenn man sich in sowas reinsteigert.“ – „… und zwar: Thomas mit Gewitterfunken!“ – „Nein, der Titel ist ‚Gewitter mit Funken‘.“ - „Moment, ich war grad schon wieder abgelenkt … hat er ‚Hemd wozu zumachen‘ gesagt? Und mit wie vielen F’s war jetzt die tiefliegende Jeans? Und hatte der erwähnte Wortschatzkurs wirklich den Titel ‚Kaffeegequassel‘?“

„Das mit dem ‚sich immer weiter von der im Pass angegebenen Größe entfernen‘…dafür sollte es einen Begriff geben, finde ich!“ – „Hihi, der Gedankensprung von der ‚mittlerweile-Jäger-und-Sammler-Rennstrecke‘ a.k.a. Einkaufspassage zum Flaniertempo im Paris des 19. Jahrhunderts war klasse… dass damals eine Schildkröte an der Leine bedeutete: ‚Sehet, wie viel Zeit ich als Luxusgut habe!‘“ – „Auch nicht schlimmer als Statussymbole wie strass- oder diamantbesetzte Handys, Faltenstraffgeräte, Felltaschen oder Hightech-Badezimmer.“ - „Genau: Bereichert und berauschet euch!“ – „Er hat recht: Eine Schildkröte ist eine Lebensentscheidung, da sind Hund und Baby gar nichts im Vergleich.“ – „Das hat er nicht gesagt!“ – „Aber dass dem Schlossgarten deine Kaufkraft egal ist.“ – „Apropos Lokalkolorit: Der Satz ‚Vor der Anatomie steige ich auf‘ mag zwar in der Student:innen-Radfahr-Stadt korrekt sein, klingt aber trotzdem komisch.“ - „Aber die Begrüßungen, das stimmt so wirklich! Hallo, ich heiße [Vorname]. [Studienfach 1], [2], [3]…“ - „Offene Frauenblusen als erfolgreiche Abbitte gegenüber Männern für die Shorts des falschen Fußballclubs: ist das sexistisch Frauen oder gegengeschlechtlichen Männern gegenüber?“ – „Ich bin ja wie gesagt mit meinem Latein am Ende bzw. habe nie damit angefangen: Wie heißt korrekterweise der nicht einmal begonnene Coitus Interruptus, den er da beschreibt?“ – „Vielleicht ‚Anbahnungsbeendigung‘? Aber frag mich nicht nach dem lateinischen Begriff…“ 

Plan B war nicht das eingezwickte Ei, aber es macht redseliger, bzw. drängt es zur Schmerzweitergabe: beim Radio-Bashing, die ja auch wirklich nur selten wahre Schwarzbrotmusik spielen. („Unerträgliches – fettes? – Brot gib uns heute“? Anm. d. Prot.)

„Das Bild von der Autobahn als letzter Wildnis ist jedenfalls stark... und das akustische Bild von den Riffs auf der Hupe... aber derb gefällt er mir natürlich am besten, mit den PS-zu-IQ-Quotienten oder wenn er von Audio zu Audiärschen kommt.“ (Dass das „Audi“ übersetzt „Höre!“ bedeutet und sich auf den Firmengründer „Horch“ bezieht, der kein dummer August war, weiß sogar ich … aber Teil Zwei, ist das dann „Culus“, „Podex“, „Nates“, „Anus mundi“ oder „Clunes“? Anm. d. Prot.) (Du würdest im Comic jedenfalls „Blateronix“ heißen, du Waffler. Anm. d. Red.) (Interessant: „Arschloch“ ist germanischen Ursprungs und bei den Römern nicht belegt. Aber hier, die haben scheinbar wirklich „Geh doch zur Kreuzigung!“ gesagt statt „…zum Henker“ oder „…zum Teufel“ … he! Hast du das Internet abgeschaltet? Ach so, ich sollte ja nicht bis Abgabe… Anm. d. Prot.) Der gleiche Parkplatz nach Rückkehr bedeutet jedenfalls wahre Heimat, lernen wir. Zumindest im automobilnormativen Kontext. Stark! Jetzt aber schnell das Ei befreien.

„Jetzt ich als ich.“ Und schon aktiviert das Zweit-Ich, das Techniker-Ich, noch einen zusätzlichen Scheinwerfer für das Autoren-Ich, der den Vor-Vorlesenden verwehrt blieb. (So entstehen Verschwörungstheorien! Anm. d. Prot.)

(Weitere Anm. d. Prot: Triggerwarnungen blieben an dem Abend aus, daher ersatzweise hier eine Vorab-Zusammenfassung bzw. der Versuch desselben, da der vorgelesene Text unfassbar unergreiflich und im Fließtext mal wieder nicht zu beschreiben ist: ein Delorean (Augen auf beim Kauf, in der Jetzt-Zeit keine Ersatzteile mehr!) wird zu einer angeblich vier- aber ggf. mehr-dimensionalen Gleichzeitigkeitsgeschichte, in der man dem Radiosender (sic!) „Störfunk“ auf keiner Frequenz und nicht mal frequenzlos entkommt und einem schwarzbrotlosen Künstler über die Schulter auf den leeren Teller schaut, untermalt von unterschwellig ans Publikum gerichteten Bitten um geheime Agenten, Heraus- und Dankes-Geber. Oder so.) (Wieso sollte ich die Ausflucht „In Fließtext nicht zu beschreiben“ akzeptieren, wenn er doch auch linear vom Blatt vorliest? Anm. d. Red.)

Vierdimensionale Gleichzeitigkeit ist in einem auktorialen Delorean kein Problem. Nicht, dass man das Vehikel in der Geschichte bräuchte, aber so hat man einen Radioempfänger mitgeliefert bzw. eingebaut, der wiederum auf den unentrinnbaren omni- und panfrequenzen Radiosender Störfunk verweist. Helden anderer Geschichten werden eingebaut sowie weiter unten dann auch vergangene Passagen recycelt. (Ich erwähne es schon mal hier, da dazupassend. Und der vorlesende Autor erwähnt die auktoriale Moderatorin, was bei bei mir schon wieder aufgerolltes Gyros aus den Gyri/Hirnfalten meines Lobus frontalis macht … ich weiß nicht ob Stefan Winter einen positiven oder negativen Koeffizienten auf der Stefan-Schmitzer-Absurdi-&-Vortragsintensi-täteretäts-Skala hat … vielleicht müssen wir sie auch in Winter-Schmitzer-Skala oder Stefanitäts-Skala umbenennen Anm. d. Prot.) (wo war ich hängengeblieben? Anm. d. Prot.)(Ich glaube, das ging mir bei der letzten Lesung mit dem Rekapitulieren seines Textes auch schon so. Anm. d. Prot.)(Also bleibt nur die Kapitulation? Anm. d. Red.)(Nein. „Das Kapitel ist mein Kapital“, sprach schon Marx. Schade, das lässt sich nicht in Kapitälchen setzen… Anm. d. Prot.) Der Autor wendet sich ab und zu ans Publikum, aber nur das in der Geschichte, das sich wie das echte also sein Publikum an der Kunst erfreut, da diese, so der Autor des Autos, Ablenkung von Geld, Stress, Familie und Sorgen bedeutet, und so zieht er uns tiefer, in den Disput zwischen Fred(oder Felix?)-„an-sich-cool“-Managa (oder Veranstalter) vs. Timmyboy (Letzterer ist battle arm, da Künstler. Die Sprache ändert sich erst bei Erfolg. Anm. d. Prot.) und dessen Wünsche, nach dem Gig von Managern, Agenten oder wenigstens von Fans mit einem „echt cool, danke!“ angesprochen zu werden (was ihm zum Glück abschließend in Echt am Ende der Veranstaltung passiert Anm. d. Prot.)(Du meinst dem Multi-Stefan, nicht dem Timmyboy. Mann! Madness spreading ... Anm. d. Red.) 

„Das Bild der Todeszigarette beim Blick in den wunderbar ungetrübten Wüstenhimmel geht mir unerklärlicherweise nach… dabei bin ich Nichtraucher und Wüstenmeider…“ – „Also, ich merke mir neben ‚das Licht am Ende des Tunnels kann auch blenden‘ und den immergleichen, völlig bandunabhängigen Kritikpunkten der Fans erster, zweiter und dritter Stunde den Bonzenbenzrest-Test: Wenn Du überfahren wirst, welcher Ton oder Gedanke bleibt der Nachwelt von Dir? Das ist eine derbere Variante des ‚Was willst Du mal auf Deinem Grabstein stehen haben‘…“ – „Auch, wenn es nicht ums Auto ging: Dass die Firma Delorean pleite ist, nimmt mich mit … quasi auf eine Zeitreise in die Kinosäle meiner Kindheit…“ – „Aber mit ‚Ersatzteile oder leerer Tank sind bei einem zeitreisefähigen Modell nicht relevant‘ hat er doch nicht recht, oder? Wenn es dann doch nicht mehr zeitreisen kann? He, ich habe Dein Augenrollen genau gesehen!“

Stefan übergibt an Stefanie, ohne sie zu impersonifizieren. Und sie dreht die Fragestellung: „Muss Störfunk technisch sein? Meine Musen hatten anfangs ein gestörtes Verhältnis zum Thema, aber dann kam die Erkenntnis: Nein, auch gestörtes Zwischenmenschliches, also gestörte Kommunikation, ist eine Deutung.“ – „Nur mal so zwischen uns Müttertöchtern: Das hat sie sehr klar rübergebracht, finde ich.“ – „Die Zeile ‚Vom Wollen und anderen Nöten‘ hätte man auch statt ‚Störfunk‘ als Titel nehmen können. Also vom ‚Entscheiden sollen‘ … aber der Fokus liegt ja auf der gestörten Kommunikation.“ – „Äh… die Wollnot WAR doch der Titel des Gedichts!“ – „Oh… okay. Und ‚Niemand oder ich‘ kommt mir noch in den Sinn, obwohl ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob diese Zeile genau in dieser Form vorkam…“ (Ich glaube das Trauma Synapsis Stefanitis – ohne „ie“ – ist noch nicht ganz abgeklungen: Ich nehme mal die nachfolgende Kurzform, mach Du mal Pause, das passt ja auch, weil danach die Lesungs-Pause folgte… Anm. d. Red): Stefanies Gedicht enttechnisiert den Begriff des Abends und hebt ihn auf die Beziehungsebene: kein Wie-Du-mir-so-ich-Dir, sondern paarweise Kommunikationsstörung im Akkusativ-Personalpronomen Singular, also dem Dich-Mich … was für verschiedene Welten ein gesagdachter Frontalkonsonant doch erzeugt… 

Am Tresen, in der Pause: „Gestörte Kommunikation im Selbstgespräch – gibt es das?“ – „Ging die Frage an mich? Haha. Aber apropos: ist es gestört, wenn ich in unsere verbale Kommunikation ein schriftliches Selbstgespräch einfließen lasse? Denn ich muss mir ein paar Notizen machen…“ – „‘Ja, ist es‘, sagte seine Gesprächspartnerin leise, mehr zu sich selbst…“ – „Boah, das ist gemein, dass Du das jetzt so holzhammeraufzahnpfahlmäßig als Gesprächspartnerin sagst… okay, okay, bin wieder voll da. Erzähl: Wie lief die Vorabvorlesung des Gedichts?“ – „Naja, da kam dann so: ‚Die semantischen Scharniere des Gedichts gehören geölt‘!“– „Echt? Foll vies … also, was auch immer damit gemeint war… jedenfalls wäre ich da an Deiner Stelle sofort auf die Meta-Ebene gegangen und hätte gesagt: ‚Darf ich Deine Kritik im Gegenzug kritisieren? Die ist definitiv zu destruktiv, zu wenig konstruktiv!‘“ – „Ich finde, die Gegenkritik darf dann ruhig destruktiver sein… hey, was spielst du da schon wieder am Handy?“ – „Ich habe nur schnell geschaut, ob es ‚destruktiven Konstruktivismus‘ in der Erkenntnistheorie gibt… aber da finde ich nichts, nur ‚Destruktivismus‘ als Ideologie-Begriff und ‚Dekonstruktivismus‘ als Architekturbegriff … oh, es geht weiter, let’s go back, let’s go back…“

„Weiter mit Klaus und ‚Why not? Aliens!’ beziehungsweise ‚Why No Aliens‘ oder, Originalüberschrift: ‚Warum hier keine Außerirdischen sind – außer uns – und auch keine kommen werden.‘ Nein, das ‚außer uns‘ müsst ihr aus dem Titel streichen, das habe ich jetzt gesagt, weil es ja die Theorie gibt, dass das irdische Leben durch einen Meteoriten… egal: Jedenfalls ist Klaus Geschichte auch ein theoretischer Beitrag zum Fermi-Paradoxon. Muss er noch bei einem Wissenschaftsmagazin einreichen.” (Übrigens, Einschub Planetisimalrechnung, da müssen jetzt auch Dyskalkulist:innen und Dysastronomische durch, denn Begrifflichkeiten sind die Atome von Lesungen: Planetisimale wuchsen zu Planeten oder blieben Kleinplaneten/Asteroiden … Planeten sind also Asteroiden auf Stereoiden … Asteroiden – apropos Latein: nicht nur der namens ‚Asterix 29401‘ – sind jedenfalls Festkörper, während die außerhalb des Sonnensystems gebildeten Kometen staubig sind, deshalb bilden diese nahe der Sonne einen Schweif, fallen ins Koma, denn so heißt der Schweif bei den Astronom:innen, haha, haben die Sternenforschenden nicht einen wunderbaroiden Humor, und Meteoroiden können wiederum Bruchstücke aus beiden sein, und werden in der Erdatmosphäre flugs umbenannt zu Meteoren, Meteoriten und Sternschnuppen. Was schaut ihr denn alle so komisch? Das war doch nur ein Schnupperkurs Astronomie, passend zu Klaus SF… ach, ist mir doch schnuppe … Anm. d. Prot.)  

Weisheit steht in Falten in Gesichter geschrieben, das steht im Text geschrieben. (eigentlich steckt Weisheit in Falten im Gehirn. Anm. d. Prot.)(Halte Du dich da raus als Unbeteiligter. Anm. d. Red.) Über seltsam wallende Waldkleider und ein Holzparkett begeben wir uns in den Weltraum (sind wir da nicht schon, wenn auch gravitätisch auf einer Monster-Kanonenkugel festgetackert? Anm. d. Prot.)(Funk hier nicht dauernd dazwischen! Anm. d. Red.) bzw. die Brücke, also eines Raumschiffes. Mit einer Leiter, einer Art Krake und einem schwebenden also nicht eingeklemmten Art Ei. (Die Beschreibung der Muster auf demselben unterstreicht der non-auktoriale also in Bezug aufs E-Werk reale Barkeeper durch lautes Knallen, das sich aber später als von der Eingangstür ausgehend entpuppt. Und dieses Türen-Knallen war unfreiwillig, also nicht als nonverbale aber aus- und eindrückliche Kommunikation geplant. Aber dazu später mehr. Anm. d. Prot.)(Die Surrealität dieses Absatzes ist ungerecht gegenüber dem wissenschaftlichen Realismus von Klaus Geschichte! Anm. d. Red.)(ihr beiden erinnert mich an die zwei Senioren auf dem Muppet-Show-Balkon. Anm. d. imag. Testleserin)

Rebooting while trying to recap(itulate): „Ist der dritte der acht von Intelligenzen bevölkert? Wie, ‚Jein‘, trotz der Bauten? Ach so, so was können auch primitive Formen, stimmt... also Fokus auf das entscheidende Intelligenz-Merkmal: Kommunikation! Sehen wir uns diese … ‚youtube-Werbung‘ und ‚Bildzeitungs-Artikel‘ mal genauer an…“ Das Ächzen und Stöhnen des Publikums – dem vom Film ‚First Contact‘ nicht unähnlich, als klar wird, dass am Anfang der Radio Bubble, unseres abgestrahlten menschlichen Fingerabdrucks auch Hitlers Volksempfänger-Ansprachen stehen – verstärkt sich, als ohne Triggerwarnung – in Collagen-Wirkung definitiv verstörende – Auszüge an die Wand projiziert und vorgelesen werden … und selbst in intelligenten Zeitungen stehen kluge Texte nur einmal, Werbeanzeigen aber wiederholt. „Na gut. Suchen wir weiter. Abflug!“ Sprich: soziale Medien und Werbung sind so was von Nicht-Kommunikation, dass Aliens – nebst deren A.I. – wortlos das Weite im All suchen, um ansprechende und ansprechbare Intelligenz andernorts zu finden. Das – im Schwarm als Gesamtmenschheit betrachtet ja wirklich nicht sonderlich intelligente Publikum – kommt sich für einen Moment von guten Geistern verlassen vor… denn die Wahrscheinlichkeit, dass diese SFSatire auch als plausible Wissenschaftstheorie korrekt ist, liegt deutlich über Null Prozent.

Erneut Zeit für Rosas Brille! „Der Lauf der Dinge, mit ‚Frieden im Körperbau‘? Die Zeile triggert mich irgendwie, quasi physisch, ohne es erklären zu können…“ – „Die Gattung ‚Erklärung von Lyrik‘ ist in der Bibliothek zu Recht nur ein kleiner Schuhkarton unter dem Tresen.“ – „Naja, komm, man will ja schon eintauchen in die Gedankenwelt der Prosagonisten, nein, Lyriker:innen, und Du lässt es ähnlich abfällig klingen wie Mansplaining…“ – „ … ‚erklärte er mir‘ …“ – „Lass das! Dann murmele ich halt zu mir selbst weiter, dass ich auch fand, dass sie im vierten Bild mit der Sinnfrage „Rettet uns Lyrik?“ quasi die vierte Wand, zum Publikum hin, eingerissen hat.“ – „Eher die zu sich selbst.“ – „Mich würde aber tatsächlich der genaue Text vom dritten Bild noch mal interessieren…“ – „Ja, da ging es irgendwie um die hermeneutische nein hermetisch geschlossene dörfliche Gesellschaft, wo man – das war doch erneut ein Appell oder ein Aufruf in der letzten Zeile – den Funk reparieren soll? Ist da die Kommunikation innerhalb des Dorfes gestört oder die mit den Außenstehenden?“ – „Wer sagt, dass es das Funkgerät des Dorfs ist?“ – „Na toll. Erst Mansplaining von Sachen, die Du nicht verstehst, und dann einfach auf kryptische Orakelsprüche ausweichen. Hast Du einen Abreiss-Kalender dafür? Du bist doch gestört!“ – „Ob die Autor:innen zufrieden sind, wenn das Publikum eine Lesung zum Thema ‚Störfunk‘ laut streitend verlässt?“

Während Julianes Protagonistin in der Geschichte „Du Störsender!“ den Workaround ‚Schuhkappen von Dritte-Hand-und-Fuß-Schuhwerk wegschneiden‘ für wachsende Nachkriegskinderfüße beschreibt und Ottos Pferdesattel Erwähnung findet – „ich war das Kabelpferd der Truppe“ –, ertönt untermalendes Gekicher aus dem WC. (vielleicht haben die den Protagonisten als ‚abgehalftert‘ beschrieben empfunden? Anm. d. Prot.) „Und beim Sturm musste ich aufs Dach klettern, weil ich der leichteste war. Und dann nehmen die Kameradenschweine glatt die Leiter weg!“

Die Dunking Platten der G.I.s - begin the beguine! – entpuppen sich jedenfalls als Dancing Music. Otto, der titelgebende Protagonist, der sich zwischendurch mit seinem störrischen Bein streitet, erzählt von seiner geradezu brotlosen da nicht kriegsentscheidenden Karriere als Störfunker, während in der Behaglichkeit des kindlichen Höhlenbaus im Berg aus Mänteln mehr Philosophie steckt als in ganzen Kantologien!

Wie war das mit den allumfassend lügenden Griechen? Jedenfalls kann dann Adrians Selbsteinschätzung, keinen Geschmack zu haben, nur als geschmackloses Auto-Mobbing eingestuft werden. Zumal er für Buchcover-Gestaltungen schon Preise abgeräumt hat, und – da sind sich Moderator und Publikum einig – auch für das funky-fischige Stör-Funk-Cover (siehe Fotocollage unten) einen weiteren verdient!

„Hallo. Mein erster Text lautet ‚Menschliches Versagen: Eine Autobiographie.‘ Nein, Scherz, der Untertitel stimmt nicht.“ – „Aber war der Abriss der Kommunikation mit den Mars-Pionieren wirklich menschliches Versagen? Könnte ja auch technisch gewesen sein …“ – „Zusammenfassend kann mal also sagen: Adrians autobiographisches Versagen in seiner Rolle als John Cena auf dem Mars sorgt für mysteriöse Funkstille!“ – „Äh… nein. Am Schluss des Funkspruchs war doch noch ein ‚war das der falsche Knopf?‘“ – „Ja, ja, wie bei der Programmiersparte und ihrem berühmten Satellitenabsturz nach fehlendem Komma…“ – „Nein, das war der Mars Climate Orbiter 1999 mit ‚metrisch statt Pfund‘, aber egal… wir wissen, was Du meinst…“ 

Und all das hat nichts mit der fehlenden Petersilie in der Maronensuppe zu tun, denn das ist eine andere nämlich die zweite heute vorgetragene seiner angeschrägten Geschichten, deren Titel auch „Drude bei Fuss“ lauten könnte und mit der Bemerkung „Die Geschichte ist zu fünfzig Prozent autobiografisch, da meine Mutter darin vorkommt“ eingeleitet wird. (aber wenn er doch selber darin vorkommt, ist das dann nicht 150% Autobiographie bzw. sogar 200% wegen ‚beide Elternteile‘? Oder ist er nur Erzähler und in der Geschichte gar nicht präsent? Ich fühle mich so müde… obwohl ich gerade in Endlosschleife „begin the beguine“ höre … vielleicht entspannt das zu sehr… Anm. d. Prot.) Gefolgt von der nächsten Ergänzung „es werden noch Wetten angenommen, ab welcher Stelle die Geschichte ins Fiktionale kippt.“

Bis zu einem gewissen Grad ist der Text jedenfalls ein leicht nachkochbares Rezept für Maronensuppe. Bei Froschschenkeln werden die Nicht-Frankophonen/-kulturellen erstmals stutzig. Bei Ablassfalter und Stiernackenhaaren heben die ersten zögerlich die Hand. Aber der vortragende Autor, scheinbar Sohn einer Hexenmutter (wäre auch mal ein Thema für eine Kurzgeschichte! Anm. d. Prot.)(Äh… ist es hier doch schon? Anm. d. Red.) ist jetzt vollkommen in der Vervollständigung des Zaubertranks gefangen, man spürt, dass die Kellerbühne gleich Ort von etwas Dämonischen sein wird … aber dann scheitert die Beschwörung daran, dass der Vater Petersilie vergessen hat. Weltenretter ohne Cape und Spandexganzkörperanzug müssen daher auf dem Sofa schlafen. Undankbar, diese Welt aber auch, siehe Stefans Anmerkungen. Ein Teil des Applauses gilt also auch dem Protagonisten! 

(Abstrus: In meinem unleserlichen Gekrakel „Maronen und andere Karmenproks“ erkennt die KI ohne mit der Virtumper zu zucken Unterschriften internationaler Persönlichkeiten, darunter die von Emmanuel Macron und seinem indischen Pendant Narendra Modi. Anm. d. Prot.)(Du bist der einzige mir bekannte Schreibende, dessen Gekritzel auch nach dem Abtippen unleserlich bleibt. Wie schafft man das? Anm. d. Red.)

Trommelwirbel für das Rennen ums Thema der nächsten Lesung: „Resonanz“ (aus Stefans Text aufgeschnappt) fällt schnell zurück, zwischen „Panik“ und „Hoffnung“ ist es anfangs eng, aber dann wird es die „Panik“. (Keine Panik auf der Titanic! Anm. d. imag. anwesenden Barden mit Hut-o)

„Menno, ich hatte mir im Vorfeld sicherheitshalber so viele mögliche Themen zum Reinrufen notiert, damit es nicht zu einem peinlichen Schweigen oder schwierigen Themen kommt: Der Blues. Unergründlichkeit. Karneval. Dämonen. Deckmäntel und Zerrspiegel. Revolution. Nirgendwo. Versuchung. Mäandern. Utopien. Netzwerke. Pferdewetten. Zimmerlautstärke. Aber dann hat der Moderator das von vornherein auf drei reduziert… und dadurch wären Mehrfachnennungen einer Person nicht mehr sozial akzeptiert gewesen…“ – „Jaja, jetzt ist das Thema fürs nächste Mal das Gegenstück zum kultischen ‚Keine Panik!‘ aus dem Anhalter …“ – „Der läuft bei uns übrigens noch, aber ‚Kult‘ heißt ‚keine Karten mehr‘ …“ – „Hier noch mal explizit Applaus für Dich als Moderator!“ - „Danke! Und Du hast eine Rose mitgebracht? Um sie einem Vortragenden oder einem Thema zu geben?“ – „Nö… mich hat unterwegs jemand gefragt: ‚wohin gehst du?‘ Und als ich misstrauisch ‚Warum?‘ gefragt habe, hat er geantwortet: ‚Egal. Hier ist eine Rose für dich.‘“ – „War das an der imaginären Bushaltestelle mittig zwischen Bahnhof und E-Werk?“ – „Was?“ – „Egal. Vergiss es.“ – „An der Bar gibt es übrigens gerade Brezen-Flatrate! Alles muss raus! Also, alles Aufgebrezelte…“ – „Schwerhöriger Musiker zu sein, ist schon ein schweres Los. Jaja, ich weiß, hat Beethoven nicht abgehalten und so … aber trotzdem…“ – „Pass beim Rausgehen auf … die Eingangstür liegt demnächst in Scherben, so hart wie der Türschließer eingestellt ist…“ – „Danke für die Warnung. Die härteste Tür des Landes, zumindest beim Verlassen… und denkt dran: Der letzte löscht das Licht…“ – „Witzig, so heißt auch ein Stück in unserem aktuellen Programm … das basiert auf einer Graphic Novel…“

Auf dem Rückweg warte ich auf halber Treppe/Höhe sinnloserweise ein paar Minuten auf die Philosophentruppe und kicke gedankenverloren immer wieder einen Stein die Rampe hinauf, um ihn hinunterrollen zu lassen. („Trotz des Selbstmords von Estragon im Maronensuppen-Rezept müssen wir ihn uns als glücklich vorstellen, außer er verstellt sich im Vorstellungsgespräch…“ Anm. d. Prot.)(Lass den Quatsch und komm zum Ende! Anm. d. Red.) Dabei lächle – gelegentlich ist es auch ein Schmunzeln oder ein Grinsen –ich vor mich hin, während ich den Abend rekapituliere und den Synapsen beim Wachsen zuhöre.

PS: Willkommen in den Sprachen dieser Welt, nehmen wir diesmal die Sprache Indiens (aber was? Hindi? Tamil? Urdu? Punjabi? Da gibt es einige… Anm. d. Red.): „Das Lächeln, das Du aussendest, kehrt – sofern kein Störsender dazwischen liegt – zu dir zurück.“ Oder: „Was weiß der Affe vom Geschmack von Petersilie?“ Oder: „Wer nicht tanzen kann, behauptet, die Tür sei kaputt.“ (Das sind keine Begrüßungen, sondern verfälschte indische Redewendungen! Anm. d. Red.)(Bis hierher liest eh keiner… Anm. d. Prot.)(Und das ist wiederum fast 1:1 aus dem „Keine Panik!“-Buch… Anm. d. Red.)

PSPS: Da wir leider nicht mehr in unpolitischen Zeiten leben: Klimaschutz und Demokratieschutz sind Schutz künftiger Generationen. Energiewende jetzt, Rücktritt der unverhohlenen Fossil-Lobbyistin!