Donnerstag, 5. Februar 2026

Neon-Dreiecks-Brei, oder: Hydras wachsen nach, Hydranten sterben aus

Szia. Olyan jó látni titeket. Örül, Mint Majom a Farkának (Aus der Reihe "Hallo/ Wiedersehensfreude in allen Sprachen der Welt": Diesmal auf Ungarisch, quasi Tamas zu Ehren, der am Montag zum ersten und hoffentlich nicht letzten Mal dabei war! Anm. d. Prot.) (Und dass die Ungarn nicht den Schneekönig als Maßeinheit für Freude nehmen, sondern den Affen, sagt dem Protocollagisten natürlich besonders zu. Anm. d. Red.)

Die Auswirkungen von ÖPNV-Streiks auf Autor:innen-Treffen und Gegendemos (die anderen fahren sicherlich alle SUV). Ja, die (verfluchten) interessanten Zeiten ... mit schlecht gescripteten, holzschnittartigen Superschurken, die Dir jeder Verlag ablehnen würde! Politische Literatur: nötig, aber literarisch selten gut? Ja, aber Kurt Tucholsky, Thomas Mann...

Und die Technik in der Kommunikation: "Was ist dieses 'Threads' in Insta? Ich hab nur 'Cora liest' gesehen ... und überhaupt hab ich zu viel abonniert, das dann nach dem Ansehen gefühlte zehn Meter im Scrollbalken nach rechts verschwindet... wann ist das?" - "Das war letzte Woche, Coralie und Andy haben in der Auslese der Weinerei Nürnberg gelesen. Aber ich komme auch mit den ganzen Herzchen nicht hinterher." -

"Und bei Facebook hat sich auch was geändert, so dass man weniger Follower hat (?)" - "Schnell, Antonia! Aktion 'ein Herz für Paul'! Schwester, wir müssen operieren. Digitale Transplantation." 

(In irgendeiner Mail war schon mal eine Website-/Insta-Account-Liste, hier mal wieder ein paar, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder gar trennscharfe Abgrenzung zu
Wortwerk Erlangen: fajita.tamas, frauspohr, paulwolff37, chrys_schloyer, bettinav.minnigerode, yvonnerichter6218, frank__ruf, joerg_knapp, tobiasfalberg, leers_telle, pauline.fueg, thomassuwito, gfuerstenberger, monika.schilfarth, leonhard.f.seidl, natasadragnic, rosagraefe, pan.michalp, karlaseedo, wiebke_frn,
agnieszka.baszczynska, jamie_goodall.pilot ... Andy Neuner hat keins; Henning Fritsches und Dirk Stolzenberger ihr scheinbar auch nicht und Wassim, ich finde fünf Mal Wassim Mahfouz bei Insta aber Du scheinst keiner davon zu sein... Anm. d. Prot.)(und überhaupt, wie war das mit Marc-Uwe Klings Digital Independance Day und
so... Anm. d. Red.)
Wie eingangs geschrieben, neu dabei: Tamas Fajta. Herzlich willkommen! Wurde durch
die Website auf uns aufmerksam ... (die Protocollagen schrecken nicht ab!
Gottseisgedankt! Anm. d. Prot.)(Das ist aber kein Freestyle-Freibrief... Anm. d. Red.) ...
und konstatiert: "Ich schreibe schon lange, aber erst seit kurzem konzentriert. Von
Hiphop-Lyrics zur Lyrik.". Was eine Vorstellungsrunde auslöst, mit einigen "he, das hast du ja noch gar nicht erzählt, oder wusste nur ich das nicht"-Momenten der sich bereits
Kennenden: "Meine ersten Geschichten am Schulhof waren mit Schreibmaschine bei
der Mutter eines Freundes getippt und dann am Schulhof verteilt, für Mädchen
kostenlos, für Jungs nicht." - "Mein aktuelles Buch ist Amazon Topseller, war aber
aufgrund Lagerplatzverwechselung gar nicht lieferbar." (Sofort werden Verdachtsmomente bezüglich absichtlich herbeigeführter Mystifizierung geäußert. Anm. d. Prot.) (Topseller/Top-Pick... ich glaub Du verwechselst da was, aber Deine Realitätsdramaturgisierungsaffinität ist ja mittlerweile hinreichend bekannt. Anm. d.
Red.) - "Ich versuche gerade einen Fantasyroman zu publizieren." - "Poesie vermarkten ist pfui, schreiben hui." Erfahrungen über Gesprächsrunden auf der Buchmesse Leipzig werden ausgetauscht. (ich wittere sofort wieder ein Meta: "über Gesprächsrunden sprechen!". Anm. d. Prot.) - "Sind die von den Verlagen genervt von uns
Publizierungssuchenden?" - "Das nervt mich im Gegenzug, dass die genervt sind. (schon
wieder! Anm. d. Prot.) Das ist deren Job, sich mit uns abzugeben!"

Dann geht es los mit den Lesungen (Leider haben wir immer noch keine Plattform, um
Texte für An- oder Abwesende hochzuladen und mit- oder nachzulesen. Manchmal
wurden daher Seiten oder Handies schnell abfotografiert. Anm. d. Prot.)(hattest du nicht
auch was fotografiert? Warum ist das weder unter Fotos noch unter gelöschte Objekte?
Naja, dann mach halt anhand Gedächtnis und Deinem Gekrakel... Anm. d. Red.) : Pauls
Wettbewerbsbeitrag zu "Der eine Augenblick" trägt den Titel "Der Antrag" und erwähnt
im ersten Satz eine teuflische Triage. (Das geht ja gut los. Es war von einem Triangulum,
einem Personendreieck die Rede. Und war wirklich 'teuflisch' das Adjektiv? Anm. d.
Red.)(Triagen sind halt kurzlebige Beziehungsdreiecke, höhö. Anm. d. Prot.). Das dann aber nicht geliefert wird, das Dreieck, sondern eine Glosse über ein reichhaltiges aber
genau gescriptetes Ideenfeuerwerk, wie der Geliebten der Antrag gemacht wird.
Kreideherz, Blütenzahl, Massageöl und die drei Kostüme, wobei das vom Protagonisten
vorhergesehene "du bist verrückt!" der Protagonistin mit Pflegerkostüm und "Herzklopfen, will dich pflege bis zum Ende" gekontert wird. "Ich will, wenn Du Kinder
willst." Harter Bruch mit dem "kann aber nicht."
Prompt die Kritik: "Du hast uns die angekündigte Rivalität vorenthalten! Der erste Satz versprach Dreieck, aber der Mitbewerber - außer im Satz dass er keine Kinder wollte und
raus war - kommt nicht vor." - "Ja, und die Frau ist nur Projektionsfläche und nicht portraitiert. Und Wendungen wie 'die zwei sind Freunde und sprechen sich ab, wer wie weit beim Antrag geht, wer welche Zugeständnisse macht wären ein guter Twist gewesen! Und die Nacktphasen beim Kleidungswechsel hätte man schon genauer beschreiben können." - "Aber es waren nur 1000 Zeichen oder 2000 oder so zugelassen,
das habe ich genau erreicht. Und es sollte mehr ein How-To für die Leser:innen sein.
Und es war jetzt auch kein besonderer Wettbewerb, da gibt's nur Geld, keinen Ruhm." -
"Kannst du mit dem Rascheln aufhören? Ich muss mich auf meine Argumente beim
Kritisieren konzentrieren. Ich kann mich nicht reden hören." - "Wie war das mit den
Absprachen der Freunde? Der Raschelnde hat sich garantiert mit dem Autoren abgesprochen..."

Und dann zum ersten Gedicht des Abends... Vorhang auf für .... Tamas!
"Hört ihm zu! Er hat Lyrik!" - "Schade, dass Chrys nicht da ist, er hätte viele Adjektive
dazu." - "Empfehlen wir nicht meist, Adjektive zu streichen?" - "Pssst, Ruhe jetzt. Ihr
schreckt ihn ja ab." - "Er ist kein Ei." - Aber wie aus dem Ei gepellt." (Ich dachte, nur KIs
halluzinieren... soll das ein Austesten von Grenzen sein, ob nach dem Versand der
Protocollage Einspruch kommt? Anm. d. Red.)
Die Seele als Neonlicht in der nächtlichen Stadt. In der Menge mit- und zerschwimmen.
Der Pub als Beichtstuhl, aber erst im Park Erlösung und Trost.
"Wow, wie ein Trakl'sches 'unter den Bäumen der Trost'" - "Ich war irritiert über den
Ortswechsel." - "Nein, mehr Irritation in der Lyrik bitte!" - "Ja, aber sie muss aufgehen!
Also klar als geplant erkennbar sein."
"Vielleicht ist eine Lesart 'Suff am Friedhof' oder 'vom Suff zum Friedhof'?" - "Kritik am
Alkohol, und das in Bayern... sehr mutig."
 "Irgendwie habe ich Blade Runner Vibes bei dem Gedicht." - "Das ist lustig, denn der
Film ist beim Schreiben eine Inspiration für mich." - "Na, dann hat der Transport dieser
wie auch immer mental gearteten Einheit mittels dieses Werkes ja nachweislich
geklappt!"
"Die Menschenmenge ist eine Aussage, dort bitte auch bildlicher werden, so wie im Rest
des Gedichts." - "Und auch im Titel fehlt noch ein Bild." - "Und wie gesagt ruhig mehr
Irritationen! Und vielleicht auch mal eine narrative Variante probieren?" - "Fette
Strophen. Man kann definitiv sagen: 'In Dir steckt ein Dichter!"

Krieg und Frieden ... und Märchen. Die die ein real existente Krankenschwester Charlotte
Rougemont in Lazaretten vorlas.
Der süße Brei und die Nixe im Teich, verwoben mit Delirium... und dem Tod. "Kein
Grimm'sches Happy End wie die zwei Märchen, sondern ein düsteres Ende à la Hans
Christian Andersen." - "Tja, Autor:innen wollen Protagonist:innen gerne zu 'einem
sauberen Ende bringen'." - "Hallo?! Bei mir überleben die Leute!"
"Habe im Märchenseminar gelernt: in Märchen kommt - im Gegensatz zu Sagen - der
Krieg nie vor." - "Das dritte Lieblingsmärchen der Kriegsversehrten war der Eisenhans. Im
'süßen Brei' wird der Hunger gestillt, in der 'Nixe am Teich' geht es um die Schuld der
Väter und das Wiederfinden nach langer Trennung, im 'Eisenhans' hilft 'der wilde Mann
am Tümpel' dem Prinzen, seine Prinzessin zu heiraten und entpuppt sich selbst als
Prinz."
Fragen des Autoren Andy an die Runde: "Funktioniert das Verweben von Märchen,
Lazaretthandlung und Delirium?" - "Ja." / "Und die konkreten - und damit als Kontrast
explizit nicht märchenhaften - Ortsangaben und Namen?" - "janeinvielleicht."
 "Doch, sogar noch genauer, nicht nur humanistische Bildungsdetails." -
 "ja, aber auch die Krankenschwester noch etwas verändern..." - "nein, die ist real,
siehe Wikipedia... sie wurde von Vilma Mönckeberg-Kollmar dahingehend beeinflusst,
dass Märchen ihre Wirkung erst durch eine wortgetreue Nacherzählung der schriftlichen
Version entwickeln. Ihr eigenes Lieblingsmärchen war wiederum wohl 'Das Erdkühl(e)in'
von Martin Montanus, übrigens ein Vierteljahrtausend vor Aschenputtel dran." (Ach, Andy hat also den Wikipedia-Artikel vorgetragen oder was? Das sollen wir Dir jetzt
glauben? Anm. d. Red.)
 (Nicht nur das. Ich bin mir nahezu sicher, dass er auch sagte, dass man bei ATU nicht an Autoteile, sondern Märchenkategorisierung denken soll. Auch wenn ich das in den
Notizen nicht finde. Anm. d. Prot.)
In einer kurzen Lesepause Diskussion darüber, dass es kaum noch Literaturzeitschriften
gibt. Und dass beim traditionsreichen pegnesischen Blumenorden Stützen
weggebrochen sind (Michael Lösel) oder demnächst wegbrechen (Uli Rothfuss). Ihr
'Blattwerk'... sollte Wortwerk da einsteigen? - "also ihre Website ist noch aktiv... bei
Veranstaltungen ist was für den 25. März aufgelistet: dass im Caritas-Pirckheimer-Haus
Werner Kügel aus dem Blumenorden-Archiv über Dr. Wittwer vorträgt" - "Jedenfalls darf
so ein fast 400 Jahre alter Traditionsverein nicht untergehen! Und wir können den
goldenen Blumentopf ja zu was Märchenhaftem abwandeln." - "Und unabhängig davon
hätte ich mal wieder Lust auf eine Literaturzeitschrift oder Anthologie, auch wenn das viel Arbeit ist."

Vom Eisenhans zum Eisenhut: Tobis Gedicht über Wespen im eisernen Haupte des
Hydranten, hydramyriadenartige Eisenhut-Blüten auf dem Rasen und die Beziehung
eines Paars dazwischen.
 "Quasi: 'Sieh, die Wespen bauen ein Nest, und wir Doldis streiten!'"
 "Hydranten besingt man nicht." - "Aber gerade doch, weil bisher nicht!" - "Ich habe
die Alliteration Hydra/nt bemerkt, möchte ich betonen."
 "Aber ein Wespennest im Hydranten?" - "Doch, diesen Hydranten gibt es!" - "Ich finde
es nicht okay, wenn Du die Realität bei Diskussionen über Realismus heranziehst."
"Ich gebe jetzt nicht mit meinem Wissen über Erdwespen an ..." (das war der Einstieg zu
einem mehrminütigem Schlagabtausch zwischen Kritikerin und Autor über die Low Carb Eiweiß-Diät bestimmter Wespenarten und die Beinlänge als Unterscheidungsmerkmal,
während der Protocollagist Sätze wie "Die gemeinen Wespen bauen gemeinhin Nester."
und "Hydranten löschen Beziehungsbrände" vor sich hinkritzelte. Anm. d. Red.)(Ja, aber
die beiden hatten bei ihrer Diskussion auch eine Themenverfehlung, weil sie gar nicht
mehr über das Gedicht diskutierten? Anm. d. Prot.)
"Die Zeile mit dem Hydranten ist neckisch." - "Oder die mit der Hydra?" - "Oje, das ist der
Worst Case für Kritiken, so wie ein '... jaaa, das ist ein pfiffiger Haarschnitt.' Dann lieber
umstritten sein!" - "Du musst das Gedicht einfach noch ein paarmal lesen, Antonia."
"Weiß die Jugend, was eine Hydra ist? Oder ein Hydrant? Die sieht man ja kaum noch, da
Wasserversorgung Feuerwehr heutzutage oft aus Unterflurhydranten..." - "Also, mein
Kind ist mal gegen den Hydranten vor unserem Haus gedonnert, die weiß, was das ist." -
"Früher war mehr Lametta und Hydranten" - "Wo sind die Hydranten hin." - "Was habt ihr
denn, es gibt doch noch ganz viele! Also den vor der Schule, und ... äh..." - "Genau, den
kenne ich auch!" - "Also meinen alle den gleichen Hydranten, oder wie?"
 "Deine Tochter ist am Hydranten zerschellt, aber Du liebst die Dinger trotzdem." - "Und
vor allem im Brandfall." - "Da hätte ich ein Gedicht: 'Was wohl die Unterschiede
zwischen Hydranten und Hydras sind? / An ersterem stößt man sich als Kind.'" - "Ihr seid
blöd, das wisst ihr hoffentlich."
"Und wieso spielt ihr beide schon wieder am Handy rum?" -"Heul nicht rum, wir
tauschen per Airdrop Fotos aus der Weinerei, aber wir haben technische Probleme." -
"Stellt euch nicht so an, Airdrop ist eigentlich auch nicht schwerer zu bedienen als
Hydranten." (legal disclaimer: der harsche Tonfall ist nachträglich gepimpte Dramaturgie
des Protocollagisten und stellt keine Ähnlichkeit mit real existierenden Personen und
Situationen dar. Anm. d. Red.)
"Airdrop, Mic drop, name drop, jaw drop, kick drop, gelutscht drop"

Fade out: "Jörg kennt wirklich Gott und die Welt." - "Aber die vorhin zitierte Maren kannte
er nicht!" - "Das liegt dann sicher an Maren."
 "Ich würde gerne Comics mit KI erstellen." (insert discussion "KI: nur Remix oder echt
neu?" here. Anm. d. Prot.) - "Vorsicht: ich kriege auf meine KI-generierten Insta-Fotos
Hatekommentare." - "Ach, wie im Journalismus: jede Reaktion ist gut, außer gar keiner." -
"He, wieso haben auf einmal alle ihr Handy in der Hand? Ja, ich weiß, ich habe es schon
den ganzen Abend in der Hand, aber ich schreibe ja auch mit... vielleicht sollte ich wie in
der Arbeit künftig die Transkription mitlaufen und dann zusammenfassen lassen...
Liebe Grüße Jogi 
PS: weiter an Energiewende, Klimaschutz und Demokratieerhalt dranbleiben!

Freitag, 16. Januar 2026

Kosmischer Transfer: Künstlergespräch und Lesung

Wer die Ausstellung "Kosmischer Transfer" noch nicht gesehen hat: am kommenden Samstag, 17.1.2025, 16:00 Uhr gibt es das Künstlergespräch mit dem Wortkünstler Tobias Falberg und dem Bildkünstler Hans-Peter Stark sowie Lesung aus Bild-Text-Gedichten und anderen Texten.

Ort: Kunstraum des Konfuzius-Instituts Nürnberg-Erlangen

Pirckheimerstraße 36, 90408 Nürnberg




Samstag, 10. Januar 2026

Werwölfe würden drogenfrei chillen

Heuer werden zwei Bücher von Antonia publiziert!

  1. "Ein Werwolf mit Lampenfieber: Rhetorik für die 5.-7. Klasse", Haseundigel Verlag, erscheint am 12. Januar 2026
  2. Und "chill mal - ist doch nur Gras" ein Jugendroman über die Folgen von Cannabis-Konsum bei Jugendlichen, erscheint am 16. März 2026 im Verlag an der Ruhr




Freitag, 9. Januar 2026

Chrys de Borgos Imperativ: Kein Leben vor dem Tod oder neben Dir!

Oder: „Selbstgewürgt schmeckt's besser“

Die Wege zur Kunst: Tektonik von Bedeutungsebenen schon auf dem Weg zur Lesung, an der U-Bahn-Tür: „Sind Sie auf der Gästeliste? Dann hereinspaziert, der Champagner steht links!“ - "Äh..." (mit Verrückten soll man doch nicht diskutieren, oder wie war das?) "Ich muss noch fahren, danke"

Vor Ort dann kein Türsteher, aber eine versperrte Haustür. „Ja, die Hausnr. ist zwar korrekt, aber trotzdem: noch mal eine Tür weiter, danke“

Die holzgeschnitzte Videokamera wird vom Gastgeber sofort erklärt: „ja, das ist Kunst - wenn auch nicht Teil der aktuellen Ausstellung; gleichzeitig ist es aber auch Fake, da nebst Originalverpackung und Folie einem Freund per Kofferraumverkauf angedreht.“ – „Tja, da gilt das Rücktritts-/Rückgabe-Recht nur, bis der Pickup des Verkäufers außer Sicht ist.“

    Das Obst-Stilllleben auf dem Tisch ist auch nicht Teil der Ausstellung, aber keiner traut es sich essen... alle haben die Beuysche Wannenschrubreinigungskraft warnend im Hinterkopf

Mit den tatsächlich etwa 10 U/Min aus dem Namen des Kunstwerks um die in der Einladung und auch vor Ort beschriebenen Säulen wandernd
    in Signalsperrbandfarben und zwischen den umlaufenden Zeilen:
        Gebete auf den Tapeten, nicht geschreddert zu werden 
            im brüllenden Affenkäfig dieser Welt
        konsumiert durch 
    Weltraumguckloch Fernseher und 
    Weltguckloch SM-Art-Phone

"Euch erwartet eine Dreiviertelstunde Soundcheck mit Lyrikpassagen aus meinem aktuellen Doppelband Venus-Mars.
    In Mono. Stellt euch den stereotypischen Stereo-O-Ton einfach vor. Ich hoffe, meine Vorrede war hilfreich.
        Einen schönen Abend noch! Nein, nicht wegrennen, das war als Begrüßung gemeint!"

An Wochentagen mit ASMR
    lauscht das vorbildliche Publikum - leisetrinkend selbst während forte-Passagen und mit geschlossenen Augen lauschend
        gut, beim kurzen Fortissimo mit der verzerrten Sprache ging die Augen auf
            im zu früh gestoppten Video fehlt an dieser Stelle das "braucht jemand die Übersetzung?" des Autors

(Das nervt übrigens, wenn auf Konzerten alle filmen. Hier zum Glück nur punktuell. Anm. d. Prot.)(Und Du warst einer davon, gehe ich recht in der Annahme? Anm. d. Red.)(Jabernur, weil nicht ersichtlich dass er sich das selbst aufzeichnet! Anm. d. Prot.)(Das haben wir im Gespräch danach doch geklärt: Tunnelblick während der Performance, Aufnahmen verfälschen O-Ton, Kunst im Jetzt erleben, Kunst zerfällt wie Mandalas... Anm. d. Red.)(Mundwerkzeuge von Gliederfüßlern? Anm. d. Prot.)(Ich habe den privaten Chatroom "Kopfwäsche" eingerichtet. Alles weitere dort. Anm. d. Red.)

Wir lauschen den Elektrosounds, 
    den perkussiven Kuchenblechklängen (links im Setup-Bild Mitte rechts Anm. d. Prot.), 
        den unverzerrten auch nicht wutverzerrten Ausführungen über die Lernfähigkeit halbseidener Anverwandter, stets geahnte aber ungeahndete Rafflust der Ahnen und schlecht aufgelöster (besser umrühren? Anm. d. Prot.) Dschinn-Gorillas. Wir sind alle Teile Gottes. Teilchen.
    Wir nehmen Frösche - in deren Händen die Welt eh besser als in unseren Affen - huckepack. Kuchenpakt im Küchentrakt. Dar-win-win-dows. (Außer vielleicht in Händels Händen, wäre da die Welt besser? Oder in denen von ungebratenen also noch lebenden Brathändln? Anm. d. Prot.) (legal disclaimer: Der Text hier wurde durch ein nicht authentifiziertes … korrigiere, durch ein nicht zur authentischen Wiedergabe fähigen Gehirn gefiltert. Wir bitten um Entschuldigung. Fachkräftemangelware, Sie verstehen... Anm. d. Red.)(Ja, Fachkräfte in die Mangel nehmen, siehe Rocket Scientist im nächsten Satz, und gab es da nicht den Sketch mit diesem und dem Gehirnchirurgen, der... hast Du wieder meine Tastatureinausgabe umgeleitet? Und wieso blinkt dieser blöde Chatroom schon wieder so hektisch rot? Anm. d. Prot.)

   "Rocket Science" als Schlagwort, außer in Hardware-Ansprüchen. (ah, habe meine Tastatur wieder, Gottundmariaseisgedankt. Genau, versuch mal Mondlandung auf nem 286er und dann KI auf nem 286er und dann siehste schon, wo Du blöd aus der Wäsche guckst. Aber was ganz anderes: hätten KIs die Sprache erfunden, hätten sie diese Wäsche-Redewendung nicht kreiert, oder? Und kennt Gen Alpha die historische Prozessorbezeichnung noch? Und gibt es 286er vielleicht mittlerweile als Bezeichnung für KI-Chips? Und spricht man die K oder Sch wie bei Chemie / Kemie / Schmie? KI-Kips? Glaubst Du, diese Überlegungen interessieren die Leser:innen? Hallo? Oh nein, nicht wieder die Stelle der imaginären Redaktion neu ausschreiben... so viel Bürokratie... Anm. d. Prot.)

Keinen Gott neben dem Tod, kein Nebelleben neben dem eigenen zulassen.

Die Atomkraft mit zurückgekämmten Armhaaren durchsetzen. Ja, wir armen jetzt RIF (Ruhe in Frieden)- FJS-Wettern-Losen. Armeen von Nachahmern in seiner Partei sind kein Ersatz, auch wenn die große Kraft durch Teilung des kleinsten einst unteilbaren natürlich erneut bemüht. 

    Mit angepassten Ohren hörst du die Hochhäuser schluchzen. Greater gain, great again, greta again, insane in the grain / brain / groin.

Satzfetzen (siehe dazu auch unten): "Voll der 80s Textadventure Jugendflash, das Buch! Und dann noch lyrisch!"

When high on emotion, don't pay the ferryman or the Lady in red, but the Artist: Der Silberstreif des gut gewässerten und gezeichneten Hunderters im herumgehenden Klingelbeutel. Klingelputzen bei freiem Eintritt.

Und der Postlesungs-Austausch: 
Zwei Welten, Klang und Wort, bedient. 
Von Dönern, so gut, dass er sogar gelegentlich Vegetarier bekehrt, wenn auch mit schlechtem Gewissen: „er bäckt sein Brot selbst, erwürgt seine glücklichen aber letztlich glücklosen Kälber eigenhändig- das schmeckt man einfach !“ – „Das erinnert mich an die Ochsenrippen am Erlanger Berg, und den stolzen Herkunftsnachweis: ‚heute essen wir den (päpstlichen? Anm. d. Prot.) Bullen Egon den III.‘“ (Schweiz er/n Garde! Anm. d. Prot.)

„deswegen heißt das Restaurant ja auch ‚Regenzeit‘“: das war eine aberüberoberwitzige AW / Re:plik , der Protocollagist weiß leider nichtmehr, worauf. 42-Vibes.

Und bitte keine akademische kunstelitäre Kritik am Beuyschen Konzept "alles ist soziale Skulptur/Plastik/Kunst!" (Hauptsache keine Plastiktüten. Anm. d. Prot.)

    siehe die Anekdote der blinden Frau, die Kunst ganz anders wahrnimmt. Auch wenn sie sich nicht ins Schlagzeugset hat fallen lassen.

        ALLES ist Kunst, auch Ingenieurskunst, Architektur, Medizin... siehe die Anekdote von der Netzhaut-OP durch den berühmten Professor, und die Augenärztin, die beim Check später voll Wonne seufzt: "Ich erkenne seine Handschrift in den Stichen! Ein Kunstwerk!" (Quasi signiert? Anm. d. Prot.)(Tja, Kunst liegt im Auge des Betrachters... argh. Und wieder färbt Dein Gequassel auf mich ab, wenn ich mich Dir zu lange aussetze! Anm. d. Red.)

    bitte auch den Rest Ausstellung im OG nicht übersehen, folgen Sie den Sonderzeichen...

        ... oh ja: vielseitigst bezüglich Blickwinkeln,  Denkvektoren, Materialrichtungen; von der gestern geborenen Sonne über die zerbrochene "das hätte nicht passieren dürfen"-Tafel bis zum aus Buchstaben geformten Boot in der Wortschatzkammer. Und der vorwitzigen Maus im Eck des Türrahmens.

Das Gehirn plastisch mit Gesprächen (oder auch Kunst! Anm. d. Prot.)  formen. Und in der Arbeit spreche ich nur gefühllos mit dem Monitor. Das ist keine gute Haltungsform.
    schmunzelnd feststellen, dass beide Gesprächspartner schon mit dem Gedanken spielten, im öffentlichen Raum Gesprächsfetzen aufzuzeichnen

        "Ja, zum Beispiel bei der Zugfahrt gestern! Massive Verspätungen ... oh, diese Dialoge! So authentisch! Aber welche Textform wähle ich da?"

    Tja, Warnhinweis: Vorsicht, Autor hört mit! Bzw. Autor hört zu z.B. im Zug und ist dann am Zug. (der Warnhinweis gilt übrigens immer auch für anwesende Protocollagisten, hihi. Anm. d. Prot.)

Oder, in den Worten des analogen Graffitis, letzthin digital in Insta iwo gesehen: "earth without art is just eh"

In diesem Sinne: heARTful wishes for this round around our sun, Jogi.

PS: Noch die Begrüßung nachträglich: Dia is muire duit! (Gott und Maria mit euch. Gälisch-irische Begrüßung, weil der wortspiel-anspielungs-gedingste Sänger ja Ire ist. Anm. D. Prot.)(Wollten wir zwecks Lesefluss diese Multikultibegrüßungen nebst witzeerklärender Sekundärliteratur nicht ganz lassen? Anm. D. Red.)(Nein, Tag für Tag wichtiger, dass sie am Anfang stehen. Und auch gleich Zweitbegrüßung, aus aktuellem Anlass, hinterher; im venezolanischen Dialekt: ¡Qué vaina! Ausdruck der Überraschung / Empörung / Frustration. Eigentlich hier ja “Encantado”, “erfreut euch zu sehen”, da ja Begrüßung, aber dort natürlich nicht...Anm. d. Prot.)

PS2: Auch wenn es pseudolateinrömischcatokarthagogebildet ist, in jeder Mail, jedem Post seine Anliegen als PS zu wiederholen: Energiespeicher! E-Mobilität! Vernunft!