Montag, 23. März 2026

Tatort Alpen – Schicksalsberg Watzmann

Diesen Donnerstag, 26. März um 19:00 Uhr: Lesung und Bildershow mit dem Schriftsteller und Naturfreund Leonhard F. Seidl

Nicht nur die Natur kann in den Bergen zur Gefahr für Leib und Leben werden. Leo hat zehn spannende Kurzkrimis mit Tatorten in den Alpen von renommierten Autor:innen gesammelt; und einen selbst geschrieben. Der spielt auf dem Schicksalsberg Watzmann und lehnt sich an einen historischen Fall in der berüchtigten Watzmann Ostwand an. 

Untermalt wird die Lesung durch Fotos von Watzmann und anderen Touren.

Spendenempfehlung: 5-18€

Naturfreundhaus Fuchsloch Nürnberg

Adolf-Braun-Str. 40, 90429 Nürnberg

PS: Leo war "Nature Writer in Residence" in vier Nationalparks in Deutschland, Österreich und Tschechien

Montag, 16. März 2026

Keine weißen Mäuse an den Anfang eures Vortrags! Höchstens Ratten an den Schluss

Psst! Willst Du mit in die Hydranten-Untergruppe? Weißt Du nicht mehr, Tobis Hydranten-Wespen-Lyrik beim letzten Treffen? Wir schicken uns gegenseitig Fotos oberirdischer Exemplare … scheinbar sind die in der freien urbanen Wildbahn doch nicht so selten wie gedacht … die Gerüchte über zwei Unter-Unter-Gruppen – die, die sie abbauen und mitnehmen und die, die sie mit grellen, gelb-schwarz ausgedruckten Gedichten bekleben - sind aber Quatsch, soweit ich weiß. – Aber für die echte Untergruppe wäre eine App cool, oder? Natürlich mit seehr lyrischen Menüpunkten / Benutzerführung!

Wann treffen wir wieder zusamm? – Oh nein, nicht wieder die Diskussion „Montagabend ist so spät“ … - stimmt aber doch! Stimmt doch aber? Aber stimmt doch? Matthias aus Ansbach sagte letztes Jahr, dass es ihm zu spät sei – meinst Du diesen Matthias, der da gerade reinkommt? – Ich fühle mich wie in einer Gerichtsverhandlung oder bei Game of Thrones, wo mein Zeuge ein doppeltes Spiel spielt. – Ist egal, die längste Anreise hat eh Tamas („ich werde ‚Thomasch‘ ausgesprochen“) aus Vorra! – Oder, da aus der Erlanger Wortwerkgruppe zu Besuch: Stefanie!

He, heute mal mehr Lyriker:innen! Neben ihr, Tamas und Matthias ja Jörg, Tobi und Chrys!

Aus dem halbherzigen, in Halbsätzen erfolgten Vorstellen der Anwesenden in Richtung Stefanie wurde dann doch eine vollherzige und herzliche Vorstellungsrunde („Verstellungsrunde“ fände ich auch lustig … vielleicht teilweise der Fall, oder „VersStellungs-Runde“, wegen Lyrik… Anm. d. Prot.)(Zwei Absätze, ohne dass Du emergiert bist. Ich bin beeindruckt. Auch wenn der Preis dafür wieder maximale nacherzählerische Freiheit war/ist. Aber dazu sagt der imaginäre Justitiar später ja noch was. Erwähnenswerter wäre der Kommentar „Ja, ich kann mir vorstellen, dass das eine spannende und lustige Vorstellungsrunde war!“ der später dazugestoßenen gewesen. Anm. d. Red.)

Ich gebe zu, bei meinem aktuellen Cannabis-(Schreib-)Projekt bin ich nur mit halbem Herz dabei. Die sagen immer, ich solle da „mehr reinpacken“ … – wie… LSD, Ecstasy und so? – Nein, aber die Haltung von Ratten habe ich platziert. – Das wird jetzt hier so die Sonderkategorie eines Wettbewerbs bei unseren Treffen: „was ich alles in einen Auftragstext reinschmuggeln konnte.“ Mit Abstimmung und Verleihung eines jährlichen Preises! – Die Aufforderungen „machen Sie daraus bitte ein lesbisches Pärchen“ und „trotz ‚einfacher Sprache‘ bitte gendern“ waren schon anstrengend. – Also, ein lesbisches Rattenpärchen fände ich schon süß…

Als Drehbuchautor in Hollywood hat man Erfolg ohne Ruhm, kann also noch von Fans unbelästigt einkaufen. – Geht es Dir so? – Nein, aber das ist der Plan. Der Vorteil in Deutschland hingegen: der Staatsvertrag zwingt das ZDF, alles Eingesendete zu prüfen. – Bist Du da sicher? Geht es da nicht darum, bei angenommenen Texten auf die Achtung der Menschenwürde und Darstellung kultureller Vielfalt zu achten? – Weiß nicht. Egal, wichtiger ist der Spoiler: die haben da eh eine Mitarbeiterin, die macht automatisierte Ablehnungsschreiben. – Na, immerhin noch ein Mensch, auch wenn sie Vorlagen verwendet… aber ich kann mich einfühlen: das wäre für Dich natürlich eine späte Genugtuung, wenn das ZDF durch Amazon, Netflix und Co. kaputt geht, weil es damals, also heute, Deine Skripte nicht angenommen hat. - Und wer schreibt authentischere Drehbücher, der zuhörende Psychologe oder der Erzählende mit psychischen Problemen?

Mit Hip-Hop bin ich durch und jetzt bei experimenteller Lyrik gelandet. Meine Brötchen verdiene ich als Gärtner. – He, Du bist jetzt schon der zweite dichtende Gärtner oder gärtnernde Poet, den ich kenne! Der andere war einer von Müllers fünf Privatparkgärtnern, die Dichter unter ihnen können thematisch sicher voll aus dem Vollen schöpfen – ne, wir haben hier in Nürnberg „nur“ für Woitinek gearbeitet. Aber die waren sehr nett: wir haben Lebkuchen bekommen. – Nett. Nicht originell, aber nett.

Das führte nahtlos (gibt’s da bei Gärtnern auch einen Begriff? Saatlos? Anm. d. Prot.) zu einer Diskussion, in welchen Werken der Weltliteratur landwirtschaftliches und gartenbautechnisches Fachwissen ausgebreitet wird… Vergil? Dostojewski? … und zum Beginn des Running Gags „ich komme mir dumm/ungebildet vor“ und einer weiteren Diskussion, wie viele Versionen von Texten man schreibt, und ab wie viel Zeichen Änderung eine Version eine Version ist.

„Na, das ist ja eine Super-Überleitung für mich! Ich habe heute – wenn auch laienhaft – einen Baum umgegraben, bin Psychologe und das hier ist zwar nicht die 80. Version wie bei Deinem Sonnengedicht, Tobi, aber dafür ein seeehr langsames Projekt. Die liebe ich sowieso. Die Blätter liegen seit 25 Jahren herum. Loseblatt-Gedicht sind außerdem eh die beste Publizierungsform für Lyrik, da kann nach dem Runterfallen der Zufall eine Reihenfolge bei der Sortierung spielen. Aber ich habe es überarbeitet. Es heißt ‚Briketts‘.“ - „Cool, Matthias! Voll antizyklisch zur Umweltdebatte.“ – „Du wirst lachen: damals habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, ein Kohle-, also Bergbau- oder Energieunternehmen, als Sponsor zu gewinnen.“ – „Briketts als komprimierte Kohle… oder weitergedacht sind Deine Gedichte Diamanten.“ – „Setz ihn nicht unter Druck, höhö. Pressen! Fester!“ - Und als Design schwarzes Papier und brikettförmige Kisten.“  – „Genau, Paul kann ihm Zigarrenkisten geben, wenn das mit Hollywood klappt.“ – „Wollen wir vielleicht erst mal über den Inhalt diskutieren? Und ihr dürft voten, welches Kapitel ich vorlesen soll: ‚aktuelle Relikte‘ oder ‚Pathologie statt Umwandlung‘?“

Der Einstieg betraf dann das Dichten mit Hanf, Wasser/geist, nie gehörtes Vergessen und die Wirklichkeit, über deren Schönheit nichts mehr ist. (Seufz. Ich hätte gerne den Originaltext. Anm. d. Red.) (Ja, es kam auch die Unbeschreibbarkeit oder Unbeschreiblichkeit oder Unbegreiflichkeit von Begriffen … -  (All das trifft auch auf Deine Mitschrift zu. Anm. d. Red.) – … zur Sprache. Und das Wiedererkennen politischer  Gesichtszüge in der Fauna… - (das ist nicht strafbar. Anm. d. Just.) - …, wann man zur Gruppe oder die Gruppe zu einem gehört, und iwas mit gebannten Friedensgefahren durch Avanti-Buddhas oder so. Anm. d. Prot.)

Ich fand das „Lächeln im Flussbett“ morbide, aber stark. Und neben dem „Held seines Scheiterns“ natürlich die Hirnholzspaltung. Ein – erregendes, sozusagen Thomas Bernhardiner – Holzfällen! – Oder „der Winter, das Nichts“ und die Flöte mit Lehm oder Ton zu verschließen.- Ach ne, das ist klassisch. Provokanteres, bitte! – Wie, „klassisch“: hast Du das im Musikunterricht gemacht oder was? – oder bei einem avantgardistischen Blockflötenkonzert der Privatschule, statt E-Gitarren zu zerschmettern?

Also, das „Nichts“ sehe ich jetzt übrigens nicht als abstrakten Begriff. – Das macht nichts. Das ist die Macht des Nichts.

Wurde die Überschrift erfüllt? Kam da überhaupt Kohle in den Texten vor? – Doch, da war irgend etwas mit „getrunkenen Kohlestaub“ gewesen… (oder ist das hier ein „b“ statt dem „g“? So eine Sauklaue …Anm. d. Prot.)  Aber der Höhepunkt war natürlich, dass im Büro des Schriftstellers Äxte umherliegen. (Seine eigenen oder die seiner Kritiker? Anm. d. Prot.)(Halte Dich mal mit den Kommentaren zurück. Das stört den Lese-Flow. Anm. d. Red.) - Kann man Deine Lyrik schnell lesen? Dann brauchst Du eine niedrige Auflage. (Äh… was? Kann ich dann an dieser Stelle bitte noch einmal Werbung dafür machen, die vorgelesenen Texte vorab undoder währenddessen undoder im Nachgang temporär auf eine auf uns beschränkte Plattform hochzuladen? Anm. d. Red.) (A propos „beschränkt“: falls Deine Bemerkung als Kritik an meiner handschriftlichen Mitschrift gedacht war: die unklare Passage war doch etwas Gesagtes, nicht etwas Vorgelesenes? Anm. d. Prot.)(hm. Stimmt sogar. Anm. d. Red.)(Ja, ich bin jetzt auch verblüfft, Recht zu haben. Das ist eine Verdrehung unserer Rollen. Anm. d. Prot.)

Ich kann mir Deine Texte gut als Partnerschaftsbörsenslogans vorstellen. Da steckt viel Perlenhintersinnhumor drin. (Also, der Duden und die Rechtschreibprüfung kennen das Wort schon mal nicht. Anm. d. Prot.)

Die Begriffe des Gedichts sind teilweise wie in Vitrinen (passend, da auch das Wort „Panzerglas“ vorkommt. Anm. d. Prot.) ausgestellt. - Intravitrinös. – Lass das. Und dieses „Präsentieren“ wird wiederholt. Mich stört da einfach, dass das a priori kostbare Wendungen oder Formulierungen sein sollen. Oder ist das Herausstellen ironisch gemeint? – Denk Dir nichts, Matthias, ich würde seine Kritik als Lob sehen! Und davon unabhängig: großes Lob für die Gedichte!  – Aber um zu meiner Kritik zurückzukommen: „informeller Schneefall“ geht ja noch, aber nicht noch mehr! – Jetzt wo ich das Layout sehe: Der Text ist ja gar nicht vorlesbar! – Aber wir haben ihn doch gerade vorgelesen bekommen? – Ja, aber dann sicher falsch! – Du meinst, die Person des Autors ist unzufrieden mit der Person des Vorlesenden, obwohl das ein und dieselbe Person ist? Gut, dass er dann gleich Psychologe ist.

„Präpathetisch“ Ist so ein hartes Wort. – Besser als „pathologisch pathetisch“.

Ich wäre gerne Kurator des Lyrik-Museums, das solche Texte ausstellt. – So was musst Du aber erst erfinden. – Also, auf Wikipedia gibt es einen Artikel „Liste der Literaturmuseen“!

Ich Idiot verstehe Deinen Text nicht. – Das wollte ich als Autor nicht. Also die Selbsteinstufung als Idiot. Das Nicht-Verstehen schon. – Was habt ihr denn? Der Text entwurzelt mich zwar, aber das Nicht-Verstehen befreit doch! – Ach so, verstehe! (War diese Erkenntnis jetzt befreiend? Ich frage für einen imaginären Freund… Anm. d. imag. Freundes des Prot.) – Ja, ja, Entwurzelung ist auch eine Form von „Dein Text ist bewegend“. – Immerhin war es kein völliger Verriss meiner Texte, was will man mehr?

„Dann mache ich mal mit Schlachten und flimmernden Kriegsnebeln weiter, wenn es genehm ist?“ – „Sollen wir da – wenn auch stümperhaft – einen gebrummten und gezischten Beat drunterlegen, Tamas?“ – „Bitte lass die Anspielungen auf meine Hip-Hop-Vergangenheit. Das waren wie gesagt Jugendsünden.“ – „Aber ich traue mich wetten, das Gedicht wird ein tipptopp Hip-Hop-Haiku.“ – „Und bitte nicht im Vorfeld des Vortrags Äußerungen der Unsicherheit oder ‚das ist nur‘ oder ‚ich habe noch diese oder jene Unzufriedenheit mit dem Vortrag‘. Das ist der Weiße-Mäuse-Effekt, den muss man vermeiden, weil dann stößt man Zuhörer:innen genau auf die Schwächen.“ (Ausnahmsweise gut mitgeschnitten, aber gut, dieser kleine Vortag kam ja auch von Dir. Allerdings muss ich Radio Eriwan-mäßig ergänzen, dass „weiße Mäuse“ früher ein Spitzname für weißgekleidete Verkehrspolizisten war – oder alkoholbedingte Wahnvorstellungen. Deinen zitierten „Weiße Mäuse-Effekt“ finde ich jedenfalls nicht im Internet. Vielleicht bildest Du Dir das nur ein? Hast Du Dir Alkohol zur Entspannung genehmigt? Allerdings gibt es im Zusammenhang mit „Negative Priming“, dass etwas Negatives  länger im Gedächtnis bleibt, im Web den Hinweis, dass die Zuhörer:innen die Selbstkritik des Redners dann bestätigt sehen. Aber vielleicht solltest Du solche Themen Rhetorik-Profis wie Antonia überlassen. Anm. d. Red.)

Darauf setzte ein Farb-Staccato ein: Pflanzenbeschreibungen, aber auch ein mystischer Wächter. Ein Baum aus Fäden, korrumpierte Abboreszenz, und Geier Sturzflug sucht im Schlachtennebel nach Ordnung, entpuppt sich aber als Göttin. Stichwort: „Ich Idiot!“

Also, das war jetzt sehr seh-lastig. – Nein, einmal kam eine akustische Beschreibung vor! – Ja, aber Null Haptik oder … äh, Olfaktorik und Gustatorik! – Wir haben genau gesehen, dass Du das schnell am Handy nachgeschlagen hast. – Das macht meine Kritik salvatorik nicht ungültik!

Das waren verwuchernde, paintballartige Wortgeschosse wie ein Hiphopper, der Du reifeentwicklungsmäßig freivonjugendsündenseiend (der werfe wie Joschka den ersten Stein und entschuldige sich anschließend? Anm. d. Prot.) nicht mehr sein willst, aber die Farbe aus einem Topf mit antikem Material gezogen… insgesamt sehr reizvoll! – Danke. Zurückhaltende japanische Lyriker wie Matsuo Basho sind mein Vorbild. – Mag ja sein, aber … nein. „große Schlachten“ und so sollen zurückhaltend sein? – Genau, diese Wortteilverschmelzungen… das war Highspeed a la MF Doom oder Eminem, ganz neue Klänge. – Ja, als lyrischer Elektromusikkünstler sage ich: Verstehen interessiert nicht, sondern das Erleben von Sprache. Und das Comeback der Anrufung des Antiken … mit dem Gestus eines 16jährigen vortragen… Tschakka!

Also die fliegende Gestalt war die Göttin der Gerechtigkeit… nein, das wäre Dike, es geht um Themis, ihre Mutter, die Göttin des Rechts. And again: „Boa bin ich dumm“ („ist okay“, antwortete die Schlange, „Erkenntnis ist der erste Schritt, iss noch einen Apfel, das hilft gegen Doktoren wie Knoblauch gegen Vampire. Ischschwör!“ Anm. d. Prot.) genauso wie beim „arborescens“, dem Baumartigen. („dududu! So ein abartig unartiger Baumartiger! Oder ‚Baumar-Tiger‘?“ Anm. d. Prot.) Die Adoleszenz des Arborescens-vortragenden Arboristen. Labora et arbora aus dem genlabora. (Ich wiederhole mich bei jedem Text: Ruhezeiten einhalten! Anm. d. Red.)

A propos „präpathetisch“: Der Untertitel „Untergang der Menschlichkeit“ und Sätze wie „Schönheit beginnt im Kleinen“ sind zu viel? Oder zu wenig? Und von der Struktur her viele Richtungsangaben und ein Aufbau wie eine Checkliste… noch mehr Statik drumrumbauen. Da fast keine Verben vorkommen, ist es sehr passiv, trotz des Tempos.

„Iiih… der Autor zwingt mir Interpretation auf!“ – „Das sind Sätze, die der danebensitzende vorhervortragende aber nicht nachtragende Lyriker zertrümmert.“ – „Aber da brodelt viel Energie … vertraue Deiner Sprachkraft!“

(Anmerkung, unabhängig vom momentan zitierten Gedicht: Und immer wieder fallen in der Runde aus den nun mal mit Autor:innen-Hirnen gekoppelten Mündern Sätze wie aus Romanen, wie „Erst heute Morgen ging es mir so, weil es geregnet hat.“ Anm. d. Prot.)

Reicht bei „Laub“ nicht „Laub“, wozu „Laub der Vergangenheit“? – Na, es gibt doch auch noch nicht gefallene Laub am Baum, das im Frühjahr für Zukunft steht!

Die Märzenbecher malen, machen oder malochen je nach Lesart der Notizen die Jahreszeit auf. (stoßen auf den Frühling an? Anm. d. Prot.)(Ich bin ruhig. Ich bin ein Fels. Anm. d. Red.) (Und zu seiner erwähnten „Maranta (leuconeura, auch „Gebetspflanze“)“, die mit gefalteten Händen Fürbitte für gesunden Schlaf leistet, fällt mir spontan gerappt natürlich „Das Mantra der im Manta beifahrenden Mantara war: ‚er hat gut geschlafen. Er fährt ausgeruht und sicher. Wunderbar.‘“ Anm. d. Prot.)(Stattdessen erwähnenswert - da tatsächlich stattgefunden – wäre gewesen, dass einige statt „wünscht Du mir friedlichen Schlaf“ verstanden haben „nimmst Du mir friedlichen Schlaf“. Anm. d. Prot.)

„Hat jemand einen frisch zu feedbackenden Text oder muss ich auf meinen abgehangenen Vorrat zurückgreifen?“ – „Ich hab was. Und vorweg zum gleich vorgelesenen Text: Ich wollte mal was ganz anderes machen.“ – „Lass mich raten, Antonia: eine literarische Bedienungsanleitung?“ – „Nein, ein Essay.“ – „Ah, da bin ich gespannt.“ – „Nein, das lese ich jetzt aber nicht vor. Das hier sind die ersten Seiten von einem möglichen Romanprojekt.“ – „Also, der Einstieg war jetzt schon mal sehr aufmerksamkeitsheischend, aber es hat funktioniert. Ich bin immer noch sehr gespannt.“ – „Es beginnt mit: ‚Den Tod hatte ich mir anders vorgestellt.‘“ – „Ein Killer-Einstiegssatz.“

Eindeutig nicht der Himmel, wenn man bei der Freundin aufwacht und Youtube im Hintergrund das Schminken von Schlupflidern erklärt! Und nach Seite Eins kam der Cliffhanger: „verdammt, ich finde die zweiten Seiten nicht.“ – „Wie viele zweite Seiten gibt es?“ – „Alles im Leben ist multikausal und vielfacettig, das passt.“ – „Ruhe, es geht weiter, mit dem Sprung auf die Polizeistation und dem ‚All Cops Are Beautiful‘-Plakat. – Also, der eingebaute Mini-Kunstunterricht mit Magritte und Granny Smith war toll! Oh nein, sie liest schon wieder nicht weiter! Gibt es Seite Drei nur als Abo oder nach Einwurf von Münzen? - Sehr spannend, diese teleportationsartigen Schauplatzwechsel bei jedem Erwachen des Geistes! Das führt bei mir zum spontanen Vorschlag, auch bei Deinen Lesungen Texte „materialisieren“ zu lassen. Oder ein eine Art Escape Room- Spiel. – Tja, liebe Antonia, willst Du Deinen Text verkomplizieren, wende Dich vertrauensvoll an Chrys! – Das war jetzt zäh, mit dem langen Suchen nach jeder Seite, aber insgesamt sehr spannend! Wie geht die Handlung dann weiter? – Es wird zwei Ermittler geben, also lebende, aber beide liegen falsch. (mit dem Leben? Anm. d. Prot.) Die Tote ermittelt selbst, findet den Täter, aber keiner hört auf sie, denn keiner als kein Lebender kann sie hören – Also, die gesellschaftliche Satirisierung musst Du auch im weiteren Werk unbedingt durchhalten, und zwar auf jeder Seite! – Wieso, es gibt Filme wie „Mondscheintarif“, die nur von einem guten Satz leben, in dem Fall, dass Männer die eigentliche Problemzone der Frau sind. Und Antonia hat schon auf den wenigen vorgelesenen Seiten mehr gute Sätze! – Das mit dem „ACAB“ ist übrigens eine echte Mitarbeiter-Werbe-Kampagne der Polizei, habe ich auf einem Revier gesehen. Und dann habe ich halt überlegt, welche Slogans passen, und das passte dann wie Arsch auf Eimer.  Und was die Sozialsatire betrifft: es schwingen ja auch verschiedene Probleme mit, dargestellt in den verschiedenen Ermittlerinnen: Sichtbarkeit, abnehmende Sichtbarkeit der älter werdenden Frau, oder eine, die sich zu sehr / falsch sichtbar fühlt. – Also ein sehr feministisches Buch. – Ja.

„Du solltest das Konzept des Geistseins überdenken.“ (Unabhängig vom konkreten Bezug, der sich auf die Darstellbarkeit in einer eventuellen Verfilmung bezieht, ist das ein philosophischer Killersatz! Und ist das Meta-Ebene, wenn der Geist über den Geist…? Anm. d. Prot.)

0815-Geist und Sams Töpferszene wollte ich vermeiden, also kam natürlich die Frage auf: was ist das Alleinstellungsmerkmal… ich habe mich für einen verstärkten Geruchssinn entschieden. – Okay, als Geist ist man ja ätherisch, als Dunst unterwegs… und interagiert da eventuell mit den ebenfalls ätherischen Geruchsteilchen… also, falls Du da eine pseudo-wissenschaftliche Erklärung brauchst …  –  Müsste die tote Galeristin nicht eher ein visueller Mensch sein? – Wenn Du schon nicht den Geist weglässt: Den Geruch solltest Du wegen der Verfilmung weglassen! – Nein, wieso? Den sollte sie drinlassen! „Das Parfüm“ war doch auch verfilmbar? - „Ich bin so wild nach Deinem Erdbeerduft, Hashtag Twilight.“ (Ich merke es genau, wenn Du unklare Notizen einfach schnell unerklärt dazwischenschmuggeln willst. Anm. d. Red.) - Oder wie wäre es mit einem Film mit beschreibenden Untertiteln, wie für Hörgeschädigte? Etwa: „jetzt Erdbeergeruch“… –  Genau, und wenn in wenigen Jahren das Geruchsfernsehen endlich kommt, bin ich ganz vorne mit dabei! Das gefällt mir! – Ja, die Festlegung auf so eine andere Sinnesart ist für einen als Autor schon schwer … der Protagonist meines Romans ist ein Affe mit hervorragender Nase, da muss ich auch dauernd aufpassen, immer seinen Blickwinkel äh Nasenwinkel zu berücksichtigen. – (insert Diskussion über Feucht- und Trockennasenaffen here. Konnte ich im Detail nicht mitschreiben, da ich in persona die Hälfte des Dialogs ja reden musste. Anm. d. Prot. )

„Hast Du auch noch einen Text, Stefanie?“ – „Ja, wie bei Matthias dürft ihr voten: Parmesan. Oder armer Ritter.“ – „Können wir auch das ganze Menü haben?“ – „Auf jeden Fall nicht nur die Nachspeise.“ – „Kann Parmesan nicht auch bei Süßspeisen verwendet werden?“ – „Ja, aber ‚Armen Ritter‘ gibt es auch salzig, also ist beides Beides.“ – „Auf jeden Fall gibt es beim Parmesan-Text ein Haar im Käse, aber anders als das sprichwörtliche Haar in der Suppe ist es hier ein Qualitätsmerkmal.“ (Parmesamariter. Parmesamedic. Italohaarkäse. Anm. d. Prot.)(Pause? Bitte? Du kriegst auch Zuschlag beim Nachtisch. Anm. d. Red.)

Welche Fähigkeit ist wichtiger: italienisch sprechen oder italienisch kochen? Die Urlaubsnostalgie wird durch ein italienisches Haar in der Packung verstärkt. Die Liebe beim Raspeln springt auf die Liebe beim Kochen über, auch wenn es nur ein einfacher Käseüberzeug über ein einfaches deutsches Gericht ist. 

Stopp! Irgendwie bei diesem „eingeschweißt“ entstand da in meinem Kopf ein falsches Bild.– Ach so, pulverisiert, quasi Puderzuckerkäse, nicht gehobelt. – Genau, es geht um diese zylinderförmigen Streuer. – Ach so! Und jetzt bitte alle im Chor: „Ich fühl mich blöd.“  - Aber wie beschreibe ich das am besten? – Tja, diese Deine hier im konkreten Zusammenhang gestellte Frage ist die generelle Kernfrage all dieser Abende in dieser Runde! 

Die erotischen Schwingungen, Liebe mit Haut und Ha(a)rtkäse… – Der ungehobelte Mitarbeiter in der Käserei hobelt den Parmesan, höhö. - Und natürlich der Brüller: „Ein Kopfhaar aus der Po-Region.“ - Mehr haarige Wortspiele zum Thema „Haar“ kriegen wir in unserem Feedback nicht mehr unter, Stefanie. – Ja, aber ihr habt zum Glück ein gutes Haar an meiner Geschichte gelassen. - Dein Text hat auf jeden Fall eindeutig den Wettbewerb „maximales Kopf(haar)kino“ des heutigen Treffens gewonnen! – Aber einen kurzen Text habe ich noch! „Armer Ritter“. – Na, jetzt bin ich aber gespannt, ob es um ein Gericht oder historische Sozialkritik geht.

Die Geschmacksperspektive. Der Genuss, warm und salzig. Gepfeffert die Kehle zugeschnürt. Und sofort gepfefferte Kritik, die von der Folge-Kritik wieder aufgehoben wurde: „Die Frage nach dem Wiedersehen am Schluss – die macht auf rein kulinarischer Ebene keinen Sinn. Also, das generelle Gericht vielleicht, aber nicht das konkrete…“ – „Tja, finde die weiteren Ebenen.“ – „Das Wiedersehen des Angebots auf der Speisekarte... wenn da andere Ebenen drin sind, bekomme ich sehr cringe Partnerbörsen-Vibes.“ – „Stellt euch doch alle nicht so an: Der salzige Geschmack, das Bedauern, dass der Genuss so schnell zu Ende geht: Eindeutig explizite Anspielungen in Richtung Oralverkehr, One-Night-Stand und prätoriale oder prämordiale Ejakulation. (legal disclaimer: nicht alles wurde a) von den angegebenen Personen b) in dieser Form gesagt. Künstlerisch freie Nachdichtung. Anm. d. Just.) - „Nein, Paul, da müssen wir Dich auflaufen lassen. Wir anderen lesen oder hören das selbstverständlich NICHT heraus.“ – „Aber die Autorin grinst doch!“ 

„Da war auch ein ‚überrumpelt durchs Essen‘ herauszuhören.“ – „Ach so: Das Essen ist der Täter! Klingt wie das Motto einer Adipoditas-Selbsthilfegruppe.“ – „Sättigung ist übrigens unabhängig von der zugeführten Menge durch eine zahlenmäßig exakt festgelegte – und zwar hohe - Anzahl von Kaubewegungen erzwingbar.“ – „Das mit der Selbsthilfegruppe ist gar nicht so verkehrt, allerdings geht der Text eher in Richtung Dyphagie-Therapie, also Schluckstörungen.“ – „Wo ist der Zettel mit dem Motto ‚ich komme mir dumm vor‘ zum Hochhalten?“ – „Als Lateiner ist man bei diesen Treffen klar im Vorteil.“ – „Und die Kannibalismus-Vibes... Wie war das mit der Anthologie ‚Menschenfresser der Liebe‘ von Philip Krömer?“ - „Aber ist das Geschmäcker-Thema des Ergusses verfilmbar?“ – „Hallo? Sex and the City? Eine ganze Folge über besagten Geschmack!“ – „Das ist jetzt eindeutig der textuelle Höhepunkt des Abends. Applaus für die Apotheose!“ (Klingt wie eine Krankheit? Anm. d. Prot.)

(„Es fällt mir schwer, Dir hier Absicht zu unterstellen“: Der Satz kann anhand der Notizen nicht mehr korrekt zugeordnet werden und wird daher hier an den Schluss gestellt. Ebenso wie der gegenläufige Satz „Ich unterstelle Absicht“ sowie „Man kann das Gedicht verbessern, aber muss nicht.“ Anm. d. Prot.)

Leerstände! braucht noch jemand Leerstände? - Was ist das überhaupt? - Na, ein Heft mit ebenjenem Schwerpunkt. – Ach so, wie die Büros in (Name Stadtteil Nürnberg) – Aber in ehemaligen Büros kann man doch nicht schön wohnen? – Doch, selbst wenn nur minimal umgebaut… halt was in Richtung Loft-Charakter. - Genau. Wir wohnen am Rangierbahnhof: einfach etwas Stoff in die Ecken und schon heißt es „probiers’s mal … miiit Gemütlichkeit, mit Wärme und Behaglichkeit…“ 

Claude Chabrol hat beim Fernsehen immer 10 Seiten Drehbuch geschrieben. - Wie, den gesehenen Film mitgeschrieben und zusammengefasst? – Nein, schon was Neues. Nehmt euch ein Beispiel!

Und wir sind schon bei Kalauer Nummer 4, aber Antonia rollt noch nicht mit den Augen: Du solltest Dir einen Ghostwriter für Deine Geistergeschichte holen!

Fränkisch zu sprechen oder zu schreiben bedeutet ja das horizontale Kippen von „b“ und „p“ und das (optisch nicht ausführbare) von „d“ und „t“ … aber wenn dein Kind in der Schule bei Aufsätzen gerne horizontal auch „p“ und „q“ kippt oder vertikal „d“ und „b“, kann man sich da nicht auf den Schutz von mundartlichen Minderheiten berufen…

PS 1: untenstehend ein Hydrantenfoto vom Heimweg am gleichen Abend und eins vom Arbeitsweg am Tag darauf.

PS 2: He, Vorsicht da oben! Wieso bewirfst Du mich mit Deinem Handy? Was habe ich Dir getan? - Dein Ernst? Weißt du wie aufwändig das ist, bei Gerätetausch alles wieder einzurichten? Ich würde Dich nie mit so etwas wertvollem wie meinem Handy bewerfen!

PS 3: Energiespeicher, Demokratieschutz und Verbraucherschutz!



Dienstag, 17. Februar 2026

Sprachkrach und leise Töne

Zwei Wortwerker bei Sprachkrach e.V. (Eigenbeschreibung: "Sprachkrach ist ein Kulturverein der Metropolregion zur kreativen Überwindung regressiver Impulse mit Schwergewicht auf Literatur aller Art und deren Präsentation."):

  • Am Donnerstag, 26. Februar um 19:00 Uhr startet Christian Schloyer mit "Queerschläger des Doppelgedichtbands  VENUS und MARS – radikal improvisierte Soundscapes mit Lyrik“ ... einer "synpoetischen Performance zwischen Text-Adventure-Dystopie, Gender-Erkundung und spontan erzeugten Soundtexturen" bzw. ein "klangsatter, mal meditativer, mal verstörender Lyrik-Trip"
Künstlerhaus, Deck 2, Königstraße 93 (Nürnberg). Eintritt: 11 €, Vorverkauf 13 €. Sehr willkommen: LGBTQ+.

  • Am Donnerstag, 30. April, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort (aber im Salon), gibt es dann von Sebastian Wermke etwas auf Augen, Ohren und Geist: ein Hörspiel ("Der Bienenkönig"), als szenische Lesung präsentiert.

https://sprachkrach.de/

Donnerstag, 5. Februar 2026

Neon-Dreiecks-Brei, oder: Hydras wachsen nach, Hydranten sterben aus

Szia. Olyan jó látni titeket. Örül, Mint Majom a Farkának (Aus der Reihe "Hallo/ Wiedersehensfreude in allen Sprachen der Welt": Diesmal auf Ungarisch, quasi Tamas zu Ehren, der am Montag zum ersten und hoffentlich nicht letzten Mal dabei war! Anm. d. Prot.) (Und dass die Ungarn nicht den Schneekönig als Maßeinheit für Freude nehmen, sondern den Affen, sagt dem Protocollagisten natürlich besonders zu. Anm. d. Red.)

Die Auswirkungen von ÖPNV-Streiks auf Autor:innen-Treffen und Gegendemos (die anderen fahren sicherlich alle SUV). Ja, die (verfluchten) interessanten Zeiten ... mit schlecht gescripteten, holzschnittartigen Superschurken, die Dir jeder Verlag ablehnen würde! Politische Literatur: nötig, aber literarisch selten gut? Ja, aber Kurt Tucholsky, Thomas Mann...

Und die Technik in der Kommunikation: "Was ist dieses 'Threads' in Insta? Ich hab nur 'Cora liest' gesehen ... und überhaupt hab ich zu viel abonniert, das dann nach dem Ansehen gefühlte zehn Meter im Scrollbalken nach rechts verschwindet... wann ist das?" - "Das war letzte Woche, Coralie und Andy haben in der Auslese der Weinerei Nürnberg gelesen. Aber ich komme auch mit den ganzen Herzchen nicht hinterher." -

"Und bei Facebook hat sich auch was geändert, so dass man weniger Follower hat (?)" - "Schnell, Antonia! Aktion 'ein Herz für Paul'! Schwester, wir müssen operieren. Digitale Transplantation." 

(In irgendeiner Mail war schon mal eine Website-/Insta-Account-Liste, hier mal wieder ein paar, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder gar trennscharfe Abgrenzung zu
Wortwerk Erlangen: fajita.tamas, frauspohr, paulwolff37, chrys_schloyer, bettinav.minnigerode, yvonnerichter6218, frank__ruf, joerg_knapp, tobiasfalberg, leers_telle, pauline.fueg, thomassuwito, gfuerstenberger, monika.schilfarth, leonhard.f.seidl, natasadragnic, rosagraefe, pan.michalp, karlaseedo, wiebke_frn,
agnieszka.baszczynska, jamie_goodall.pilot ... Andy Neuner hat keins; Henning Fritsches und Dirk Stolzenberger ihr scheinbar auch nicht und Wassim, ich finde fünf Mal Wassim Mahfouz bei Insta aber Du scheinst keiner davon zu sein... Anm. d. Prot.)(und überhaupt, wie war das mit Marc-Uwe Klings Digital Independance Day und
so... Anm. d. Red.)
Wie eingangs geschrieben, neu dabei: Tamas Fajta. Herzlich willkommen! Wurde durch
die Website auf uns aufmerksam ... (die Protocollagen schrecken nicht ab!
Gottseisgedankt! Anm. d. Prot.)(Das ist aber kein Freestyle-Freibrief... Anm. d. Red.) ...
und konstatiert: "Ich schreibe schon lange, aber erst seit kurzem konzentriert. Von
Hiphop-Lyrics zur Lyrik.". Was eine Vorstellungsrunde auslöst, mit einigen "he, das hast du ja noch gar nicht erzählt, oder wusste nur ich das nicht"-Momenten der sich bereits
Kennenden: "Meine ersten Geschichten am Schulhof waren mit Schreibmaschine bei
der Mutter eines Freundes getippt und dann am Schulhof verteilt, für Mädchen
kostenlos, für Jungs nicht." - "Mein aktuelles Buch ist Amazon Topseller, war aber
aufgrund Lagerplatzverwechselung gar nicht lieferbar." (Sofort werden Verdachtsmomente bezüglich absichtlich herbeigeführter Mystifizierung geäußert. Anm. d. Prot.) (Topseller/Top-Pick... ich glaub Du verwechselst da was, aber Deine Realitätsdramaturgisierungsaffinität ist ja mittlerweile hinreichend bekannt. Anm. d.
Red.) - "Ich versuche gerade einen Fantasyroman zu publizieren." - "Poesie vermarkten ist pfui, schreiben hui." Erfahrungen über Gesprächsrunden auf der Buchmesse Leipzig werden ausgetauscht. (ich wittere sofort wieder ein Meta: "über Gesprächsrunden sprechen!". Anm. d. Prot.) - "Sind die von den Verlagen genervt von uns
Publizierungssuchenden?" - "Das nervt mich im Gegenzug, dass die genervt sind. (schon
wieder! Anm. d. Prot.) Das ist deren Job, sich mit uns abzugeben!"

Dann geht es los mit den Lesungen (Leider haben wir immer noch keine Plattform, um
Texte für An- oder Abwesende hochzuladen und mit- oder nachzulesen. Manchmal
wurden daher Seiten oder Handies schnell abfotografiert. Anm. d. Prot.)(hattest du nicht
auch was fotografiert? Warum ist das weder unter Fotos noch unter gelöschte Objekte?
Naja, dann mach halt anhand Gedächtnis und Deinem Gekrakel... Anm. d. Red.) : Pauls
Wettbewerbsbeitrag zu "Der eine Augenblick" trägt den Titel "Der Antrag" und erwähnt
im ersten Satz eine teuflische Triage. (Das geht ja gut los. Es war von einem Triangulum,
einem Personendreieck die Rede. Und war wirklich 'teuflisch' das Adjektiv? Anm. d.
Red.)(Triagen sind halt kurzlebige Beziehungsdreiecke, höhö. Anm. d. Prot.). Das dann aber nicht geliefert wird, das Dreieck, sondern eine Glosse über ein reichhaltiges aber
genau gescriptetes Ideenfeuerwerk, wie der Geliebten der Antrag gemacht wird.
Kreideherz, Blütenzahl, Massageöl und die drei Kostüme, wobei das vom Protagonisten
vorhergesehene "du bist verrückt!" der Protagonistin mit Pflegerkostüm und "Herzklopfen, will dich pflege bis zum Ende" gekontert wird. "Ich will, wenn Du Kinder
willst." Harter Bruch mit dem "kann aber nicht."
Prompt die Kritik: "Du hast uns die angekündigte Rivalität vorenthalten! Der erste Satz versprach Dreieck, aber der Mitbewerber - außer im Satz dass er keine Kinder wollte und
raus war - kommt nicht vor." - "Ja, und die Frau ist nur Projektionsfläche und nicht portraitiert. Und Wendungen wie 'die zwei sind Freunde und sprechen sich ab, wer wie weit beim Antrag geht, wer welche Zugeständnisse macht wären ein guter Twist gewesen! Und die Nacktphasen beim Kleidungswechsel hätte man schon genauer beschreiben können." - "Aber es waren nur 1000 Zeichen oder 2000 oder so zugelassen,
das habe ich genau erreicht. Und es sollte mehr ein How-To für die Leser:innen sein.
Und es war jetzt auch kein besonderer Wettbewerb, da gibt's nur Geld, keinen Ruhm." -
"Kannst du mit dem Rascheln aufhören? Ich muss mich auf meine Argumente beim
Kritisieren konzentrieren. Ich kann mich nicht reden hören." - "Wie war das mit den
Absprachen der Freunde? Der Raschelnde hat sich garantiert mit dem Autoren abgesprochen..."

Und dann zum ersten Gedicht des Abends... Vorhang auf für .... Tamas!
"Hört ihm zu! Er hat Lyrik!" - "Schade, dass Chrys nicht da ist, er hätte viele Adjektive
dazu." - "Empfehlen wir nicht meist, Adjektive zu streichen?" - "Pssst, Ruhe jetzt. Ihr
schreckt ihn ja ab." - "Er ist kein Ei." - Aber wie aus dem Ei gepellt." (Ich dachte, nur KIs
halluzinieren... soll das ein Austesten von Grenzen sein, ob nach dem Versand der
Protocollage Einspruch kommt? Anm. d. Red.)
Die Seele als Neonlicht in der nächtlichen Stadt. In der Menge mit- und zerschwimmen.
Der Pub als Beichtstuhl, aber erst im Park Erlösung und Trost.
"Wow, wie ein Trakl'sches 'unter den Bäumen der Trost'" - "Ich war irritiert über den
Ortswechsel." - "Nein, mehr Irritation in der Lyrik bitte!" - "Ja, aber sie muss aufgehen!
Also klar als geplant erkennbar sein."
"Vielleicht ist eine Lesart 'Suff am Friedhof' oder 'vom Suff zum Friedhof'?" - "Kritik am
Alkohol, und das in Bayern... sehr mutig."
 "Irgendwie habe ich Blade Runner Vibes bei dem Gedicht." - "Das ist lustig, denn der
Film ist beim Schreiben eine Inspiration für mich." - "Na, dann hat der Transport dieser
wie auch immer mental gearteten Einheit mittels dieses Werkes ja nachweislich
geklappt!"
"Die Menschenmenge ist eine Aussage, dort bitte auch bildlicher werden, so wie im Rest
des Gedichts." - "Und auch im Titel fehlt noch ein Bild." - "Und wie gesagt ruhig mehr
Irritationen! Und vielleicht auch mal eine narrative Variante probieren?" - "Fette
Strophen. Man kann definitiv sagen: 'In Dir steckt ein Dichter!"

Krieg und Frieden ... und Märchen. Die die ein real existente Krankenschwester Charlotte
Rougemont in Lazaretten vorlas.
Der süße Brei und die Nixe im Teich, verwoben mit Delirium... und dem Tod. "Kein
Grimm'sches Happy End wie die zwei Märchen, sondern ein düsteres Ende à la Hans
Christian Andersen." - "Tja, Autor:innen wollen Protagonist:innen gerne zu 'einem
sauberen Ende bringen'." - "Hallo?! Bei mir überleben die Leute!"
"Habe im Märchenseminar gelernt: in Märchen kommt - im Gegensatz zu Sagen - der
Krieg nie vor." - "Das dritte Lieblingsmärchen der Kriegsversehrten war der Eisenhans. Im
'süßen Brei' wird der Hunger gestillt, in der 'Nixe am Teich' geht es um die Schuld der
Väter und das Wiederfinden nach langer Trennung, im 'Eisenhans' hilft 'der wilde Mann
am Tümpel' dem Prinzen, seine Prinzessin zu heiraten und entpuppt sich selbst als
Prinz."
Fragen des Autoren Andy an die Runde: "Funktioniert das Verweben von Märchen,
Lazaretthandlung und Delirium?" - "Ja." / "Und die konkreten - und damit als Kontrast
explizit nicht märchenhaften - Ortsangaben und Namen?" - "janeinvielleicht."
 "Doch, sogar noch genauer, nicht nur humanistische Bildungsdetails." -
 "ja, aber auch die Krankenschwester noch etwas verändern..." - "nein, die ist real,
siehe Wikipedia... sie wurde von Vilma Mönckeberg-Kollmar dahingehend beeinflusst,
dass Märchen ihre Wirkung erst durch eine wortgetreue Nacherzählung der schriftlichen
Version entwickeln. Ihr eigenes Lieblingsmärchen war wiederum wohl 'Das Erdkühl(e)in'
von Martin Montanus, übrigens ein Vierteljahrtausend vor Aschenputtel dran." (Ach, Andy hat also den Wikipedia-Artikel vorgetragen oder was? Das sollen wir Dir jetzt
glauben? Anm. d. Red.)
 (Nicht nur das. Ich bin mir nahezu sicher, dass er auch sagte, dass man bei ATU nicht an Autoteile, sondern Märchenkategorisierung denken soll. Auch wenn ich das in den
Notizen nicht finde. Anm. d. Prot.)
In einer kurzen Lesepause Diskussion darüber, dass es kaum noch Literaturzeitschriften
gibt. Und dass beim traditionsreichen pegnesischen Blumenorden Stützen
weggebrochen sind (Michael Lösel) oder demnächst wegbrechen (Uli Rothfuss). Ihr
'Blattwerk'... sollte Wortwerk da einsteigen? - "also ihre Website ist noch aktiv... bei
Veranstaltungen ist was für den 25. März aufgelistet: dass im Caritas-Pirckheimer-Haus
Werner Kügel aus dem Blumenorden-Archiv über Dr. Wittwer vorträgt" - "Jedenfalls darf
so ein fast 400 Jahre alter Traditionsverein nicht untergehen! Und wir können den
goldenen Blumentopf ja zu was Märchenhaftem abwandeln." - "Und unabhängig davon
hätte ich mal wieder Lust auf eine Literaturzeitschrift oder Anthologie, auch wenn das viel Arbeit ist."

Vom Eisenhans zum Eisenhut: Tobis Gedicht über Wespen im eisernen Haupte des
Hydranten, hydramyriadenartige Eisenhut-Blüten auf dem Rasen und die Beziehung
eines Paars dazwischen.
 "Quasi: 'Sieh, die Wespen bauen ein Nest, und wir Doldis streiten!'"
 "Hydranten besingt man nicht." - "Aber gerade doch, weil bisher nicht!" - "Ich habe
die Alliteration Hydra/nt bemerkt, möchte ich betonen."
 "Aber ein Wespennest im Hydranten?" - "Doch, diesen Hydranten gibt es!" - "Ich finde
es nicht okay, wenn Du die Realität bei Diskussionen über Realismus heranziehst."
"Ich gebe jetzt nicht mit meinem Wissen über Erdwespen an ..." (das war der Einstieg zu
einem mehrminütigem Schlagabtausch zwischen Kritikerin und Autor über die Low Carb Eiweiß-Diät bestimmter Wespenarten und die Beinlänge als Unterscheidungsmerkmal,
während der Protocollagist Sätze wie "Die gemeinen Wespen bauen gemeinhin Nester."
und "Hydranten löschen Beziehungsbrände" vor sich hinkritzelte. Anm. d. Red.)(Ja, aber
die beiden hatten bei ihrer Diskussion auch eine Themenverfehlung, weil sie gar nicht
mehr über das Gedicht diskutierten? Anm. d. Prot.)
"Die Zeile mit dem Hydranten ist neckisch." - "Oder die mit der Hydra?" - "Oje, das ist der
Worst Case für Kritiken, so wie ein '... jaaa, das ist ein pfiffiger Haarschnitt.' Dann lieber
umstritten sein!" - "Du musst das Gedicht einfach noch ein paarmal lesen, Antonia."
"Weiß die Jugend, was eine Hydra ist? Oder ein Hydrant? Die sieht man ja kaum noch, da
Wasserversorgung Feuerwehr heutzutage oft aus Unterflurhydranten..." - "Also, mein
Kind ist mal gegen den Hydranten vor unserem Haus gedonnert, die weiß, was das ist." -
"Früher war mehr Lametta und Hydranten" - "Wo sind die Hydranten hin." - "Was habt ihr
denn, es gibt doch noch ganz viele! Also den vor der Schule, und ... äh..." - "Genau, den
kenne ich auch!" - "Also meinen alle den gleichen Hydranten, oder wie?"
 "Deine Tochter ist am Hydranten zerschellt, aber Du liebst die Dinger trotzdem." - "Und
vor allem im Brandfall." - "Da hätte ich ein Gedicht: 'Was wohl die Unterschiede
zwischen Hydranten und Hydras sind? / An ersterem stößt man sich als Kind.'" - "Ihr seid
blöd, das wisst ihr hoffentlich."
"Und wieso spielt ihr beide schon wieder am Handy rum?" -"Heul nicht rum, wir
tauschen per Airdrop Fotos aus der Weinerei, aber wir haben technische Probleme." -
"Stellt euch nicht so an, Airdrop ist eigentlich auch nicht schwerer zu bedienen als
Hydranten." (legal disclaimer: der harsche Tonfall ist nachträglich gepimpte Dramaturgie
des Protocollagisten und stellt keine Ähnlichkeit mit real existierenden Personen und
Situationen dar. Anm. d. Red.)
"Airdrop, Mic drop, name drop, jaw drop, kick drop, gelutscht drop"

Fade out: "Jörg kennt wirklich Gott und die Welt." - "Aber die vorhin zitierte Maren kannte
er nicht!" - "Das liegt dann sicher an Maren."
 "Ich würde gerne Comics mit KI erstellen." (insert discussion "KI: nur Remix oder echt
neu?" here. Anm. d. Prot.) - "Vorsicht: ich kriege auf meine KI-generierten Insta-Fotos
Hatekommentare." - "Ach, wie im Journalismus: jede Reaktion ist gut, außer gar keiner." -
"He, wieso haben auf einmal alle ihr Handy in der Hand? Ja, ich weiß, ich habe es schon
den ganzen Abend in der Hand, aber ich schreibe ja auch mit... vielleicht sollte ich wie in
der Arbeit künftig die Transkription mitlaufen und dann zusammenfassen lassen...
Liebe Grüße Jogi 
PS: weiter an Energiewende, Klimaschutz und Demokratieerhalt dranbleiben!