„Braver alter Knusperkeks“, sagt der Mainschiffer im Zeitungsinterview über seine Fähre. (wo bleibt der Folgeartikel „jetzt spricht die/a Fähre!“ im Four-Letter-Blatt? Anm. d. Protocollagisten) Sind wir Underground Train Rider im Vergleich dazu zu ungerecht zu unseren Transportmitteln, nur weil ab und zu Störungen? „Nothing but a(n under)ground dog“…
„Heissa! Lasst uns hier mittig eine Schneise schlagen, für
den freien Blick des Fotografen!“ – „Hast du jetzt endlich einen Platz
gefunden? Kennst du das von Hunden, die sich erst mal im Kreis drehen, bevor
sie sich niederlassen?“
„Ich habe bei Freunden keine Skrupel, mich selbst einzuladen…
nur bei Fremden.“ – „Das ist dann unfair den Freunden gegenüber, oder? Aber was
anderes: wollte die Schlossbesitzerin nicht was schicken? Vielleicht haben die
da kein DSL, nur Postkutsche…“
„Schreiben ist einsam, Poesie gemeinsam, also die Lesung“
(das war im Original von der Moderatorin aber nicht gereimt! Anm. d. imag.
Redaktion)
„Liebe Leute, dies ist nicht der Anfang! Dies ist noch nicht
die Anmoderation! Ich plaudere nur ein bisschen aus dem Nähkästchen. (Da würde
jetzt auch das „wer denkt mitten im Strom noch an die Quelle“ von weiter unten
gut passen. Anm. d. Prot.) Der Satz ‚Poesie ist schön‘ auf dem Flyer war anfangs
nur ein Platzhalter und Gegenstand intensiver, geradezu unschöner, haha,
Diskussionen. ‚Sie ist nicht immer schön und muss das auch nicht sein‘, so oder
ähnlich war die Antwort von Chrys. Aber stimmt schon: Attraktivitätsstereotype,
Pretty Privilege, Lookismus, Kalokagathia, Beauty-Is-Beastly-Effekt, Ageism, you
name it. Also einigen wir uns auf ‘Poesie KANN schön’.” Jetzt aber zur
offiziellen Moderation: Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und
Schriftsteller, die
Interessenvertretung aller Autorinnen und Autoren in ver.di, Regionalgruppe
Mittelfranken, begrüßt Sie zur Lyrik-Jahreslesung 2026 …. Boah, war das ein
langer Text. Jedenfalls geht es um
Schreiben als Beruf. Um Brot! In Zeiten der Kulturförderkrise. Übrigens Kudos
an den Kuno, dass sie uns hier ein
Quartier bieten.“
„Welche tolle Frau moderiert denn heute?“ – „Danke für den
Zwischenruf, dass ich diese Frage nicht selbst stellen muss! Das Thema
Platzhalter bzw. Vertretung haben wir jahreszeiten-krankheitsbedingt sowohl bei
der Moderatorin als auch Autoren. Ich bin Iwona Lompart und vertrete Anna
Hofmann und richte hiermit auch deren Grüße aus. Jetzt aber zu unserem ersten
Vortragenden, Chrys Schloyer, sehr experimentierfreudig, sowohl in seinen
zwischen Lyrik und Gaming changierenden Texten, als auch in der Vortragsform, indem
er Sprachklänge durch Musik beziehungsweise elektronischer Klangkunst ergänzt. Nein,
sag nichts, wenn Du Einspruch gegen meine Formulierungen einlegen willst, dann bitte
per E-Mail. (da wäre jetzt ein ‚Moment, mein Handy meldet eine eingehende
Nachricht‘ witzig gewesen. Anm. d.
Prot.) Ach ja, und neben den Thematiken ‚planetare Grenzen‘ und
Genderambiguität(stoleranz) setzt er den hässlichen Themen der Realität die
Schönheit der Poesie entgegen.“ – „Ahaaa! Also doch!“ (Tumult im Saal. Nein,
Scherz. Aber die KI schreibt: „Schloyer nutzt poetische Mittel, um soziale
Härte oder politische Spannungen nicht nur abzubilden, sondern ihnen eine
ästhetische Qualität zu verleihen. Realität nicht beschönigen, aber transformieren,
sodass sie anders wahrgenommen werden kann. Und Schönheit nicht als dekorativen
Zusatz, sondern als Form der Erkenntnis: Poesie macht Übersehenes und
Verdrängtes sichtbar, die Schönheit entsteht aus der genauen Beobachtung, nicht
aus dem Ausblenden des Unangenehmen.“ Anm. d. Prot.)(Na toll. Jetzt ist der
ganze Text wegen irgendwelcher Wasserzeichen als ‚enthält KI‘ geflaggt. Sehr
unschön. Und die Formulierungen hat sie vermutlich von seiner Website gezogen,
also war die Nutzung unnötig? Und höchst umweltschädlich? Und das dir, dem
‚schützt die Affen!‘-Geldgeber und ‚weg mit dem
Palmöl‘-überall-einfließen-Lasser? Anm. d. Red.)
„Übrigens: wenn er joggt, ist er für seine Kolleg:innen
nicht erreichbar.“ - „Too much internal information, Iwona.“ - „Und er holt mit
der Soundtechnik die technikaffinen Unpoetischen ab. Sehr gut. Bitte sehr,
Chrys.“ - „Danke. Aber es ist weniger die Technik als der Sound… meine
Elektroakustik ist im Endeffekt auch nur ein zufallsaffines Musikinstrument.
Aber da unsere Gehirne evolutionsbedingt überall Muster suchen, entsteht zwangsläufig
Kopfkino oder eine mentale Steinbruchtätigkeit, auch in meinem eigenen
Schriftstellerhirnzentrum, was dann wiederum zu Texten wie in ‚Mars/Venus‘
führt.“
„Apropos Kontextsuche: wie am Flyer erkennbar: lassen Sie
sich nie in Schwarz-Weiß fotografieren… die betreffenden Kollegen sind die, die
erkrankt sind.“ – „Ja, die KI baut Dir aus dieser Schwarzmalerei da jetzt in
Minuten eine fix- und fertige Verschwörungstheorie mit Website, Chatgruppen,
Name, Logo, Dachorganisation und Spendenaufrufen.“
Schlag auf Schlag
schlagartig Schlager Art Kunst?
Maschine Mensch Musik Schnitt-\/
stelle {} I/O_U. I’m Out. All In.
wer wem - wen missachtend - wessen Warnung windel
weich ins Gesicht schlug, seinerzeitwonochzeit
interessiert die auf dem trockenen
/im Brunnen mit Badewanne ausgeschütteten Enkel) nicht
(fassungslose Blicke zwischen imaginären Justitiar und Red.)
„Dazwischen noch eine sachdienliche Erklärung: Das absurd tödliche am Mars, den
der moderne Unclelon Scrooge ja so gerne terraformen (das Wort klingt wie diese
merchandise-listige und -lastige Spielzeugauto-TV-Serie für kleine Kinder Anm.
d. Prot.) möchte – ich muss da immer an den Astronom (stimmt, die können auch
zur Erde viel sagen, ist ja im Endeffekt auch nur ein Planet um eine Sonne…
Anm. d. Prot.) Neil deGrasse Tyson und sein Zitat denken: ‚bevor wir darüber
reden, andere Planeten zu terraformen, sollten wir erst beweisen, dass wir
fähig sind, unseren eigenen zu erhalten‘ – ist ja nicht die Strahlung oder der
steril-toxische Staub, sondern die Atmosphäre, die quasi Vakuum ist… und ohne
den Druck der Luftteilchen kocht Wasser sehr schnell, und tja, was liegt uns im
Blut? Genau…“
Fieberkurven und das sehr schöne wenn auch gleichzeitig
hässliche Wort „Sieche“… und die Hitzetoten in den Porschesitzen. „Ein pralles
Bild, nicht wahr? Aber genug zum Thema Schönheit. Nahtlos passend:
Neuromantische Naturkulissenruinen.“ - „Die
menschliche oder ‚Putten‘-Zentrifuge auf dem Jahrmarkt … so ein klasse Bild für
das sinnfreie Herumschleudern der Menschenmassen!“ – „Im Kontrast zum
Dazwischen-Herumschlendern der Beobachter.“ – „Ja … and the winner of climate
crisis isssss or arrrre: ‚Hinterhof-Neu-Weinbauern‘! Forget Bitcoin… so was von
krass und oberböse! Äh, ich meine ‚das crazy, wild, tuff, lit, dope, slay‘…
ähem…“ – „Lass gut sein, alter Mann. Im schriftlichen hast du dein simples
Suchen-und-Ersetzen-Verjüngungsplugin, um andere zu täuschen, aber im Gespräch
klappt das halt nicht oder noch nicht in Echtzeit.“ – „Schnell ablenken: was
war das mit dem ‚Zerteilen und um 180 Grad versetzt zusammenbauen? Und ‚Churchills
Gorilla‘? Ist das ein bekannter Begriff? Ich finde online nichts dazu, nur
Trekking in Uganda…“ – „Tu das Handy weg.“ – „Wusstest du übrigens, dass außer
den Deutschen niemand das Wort ‚Handy‘ verwendet?“
„Die Zeit im Blick…“ – „Die Moderatorin hatte so eine schöne
Formulierung … dass die Zeit fließt aber wir gerade den Luxus der Zeit haben
also noch genug davon da ist, oder so… ist das eine polnische Redewendung die
sie quasi direkt ins Deutsche übertragen hat?“ – „Hm… finde auch dazu nichts
passendes… auch wenn das hier erwähnte ‚wer denkt mitten im Strom noch an die
Quelle‘ äußerst poetisch ist, auch wenn es nicht zum Thema passt…“ – „Ich
formuliere um: Tu Dein Smartphone/Mobiltelefon wegtun! Sonst bekommst du ghettomäßig
meine oberböse Bügeleisenfaust zu spüren!“
„Unentschlossene, bei der Abstimmung zu ‚noch mal Text oder
Sound
einfach doppelt die Hand heben!“ – „Was
quasi-zwangsläufig zu einer Kombination aus beidem führt…“ (Ja, ja, alles hängt
mit allem zusammen… wie war das Cramersche Zitat mit dem Hühnchenrupfen nein
Arschhaarrupfen das weit entfernt zu Tränen im Auge führt? Anm. d. Prot.) - (Mir
und dem Künstler wäre wahrscheinlich lieber zu erfahren, welche Kopfkinobilder
während des Zuhörens entstanden… Anm. d. Red.)
„Dann stoßen wir an auf abwesende Freunde, nein, wir bitten
ihre Geister auf die Bühne. Nein, das klingt jetzt auch seltsam. Da sie noch
leben, ist ja auch keine Seance (komm‘da der Abbôzdrohf an den Schluss, wie bei
Bijohnsi? Anm. d. Prót.) nötig, nur Aushilfshirn, -kehlkopf, -stimmbänder, in
Form von Michael.“
Während Iwona die Autoren und ihre Werke vorstellt, hält Michael
wie ein Flugbegleiter diese – also die Werke, nicht die Autoren, die sind ja
nicht da – hoch. (Verstehe: Heranziehen und Poesie einatmen, erst dann helfen
Sie anderen… Anm. d. Prot.)
„Fabians Streichholzbriefe – nein, Streichholz-Gedichte,
kurz und hell aufflammend - sind zu 100%
verkauft.“ – „Eher ‚nachwirkende Glutnester‘, wie der pegnesisch-blümerante Pfingstroserich
Birnmeyer es mal ausgedrückt hat, denn er kombiniert – lakonisch-cool - Minimalismus
mit völliger Angstfreiheit vor den großen Themen.“ – „Als Ersatzbank-Vorleser
habe ich neben den vorgegebenen auch noch eins ausgewählt, da ich mich auch mal
in einer ähnlichen Situation befand, nämlich das auf der Rückseite, das Ersatzeltern
aus der Flimmerkiste in den Raum stellt.“
„Axels Gedichtband-Cover ist handgeschrieben, also quasi
automatisch signiert. Und wenn er als Fotograf unterwegs ist, ist er wie Chrys
beim Joggen: nicht ansprechbar. Gesichtserkennung aus. Die Wälder hinter
tschechischen Grenzen sind übrigens sein ‚Zauberland‘, wie er sagt.“
„Ich glaube eher, das Meer ist sein Zauberland … Scherben
des Meeresspiegels, der Horizont durch Augenlider … oder so, Geheimnisse, Engramme
aus Sediment... aber vor allem das Ergebnis seiner maritimen ‚Archäologie‘ geht
mir nicht mehr aus dem Kopf: Die Ozeane als Gedächtnis, das alles Versunkene
behält…“ – „Na, und einen Basar als ‚Labyrinth der Fehlaromen‘ zu bezeichnen,
das beschwört das Bild herauf … zumindest bei allen, die schon mal auf einem
waren.“ – „War ich noch nie, kenne ich nur aus der Flimmerkiste. Aber mir
gefiel in diesem Zusammenhang der Kreuzritterwellenglanz oder wie das hieß,
dieser Zeitsprung, oder der Hund, dessen Bellen den Wind abschnitt.“
„Elendige Grüße von Fabian! Oder müsste es ‚elende Grüße‘
oder ‚Grüße aus dem Elend‘ heißen?“ – „Schwere Krankheit macht aus jedem
Quartier ein persönliches Elendsviertel.“ – „Oder mehr.“ – „Seine Texte über das
in Zigarettenlängen und Jahreszeitenzeichen gemessene Lebenszeitvergehen machen
mich auch ganz elend, ehe dann der mentale Pushback? Backkick? Pushup? Pickup? Nickleback?
Flashback? kommt und man sich wie Morpheus aus der Asche erhebt.“ – „Ich sehe
schon, Ignoranz ist deine persönliche Form der Lebensbejahung.“ – „Jau! Aber es
war ja auch nicht alles schlecht im Sinne von düster.“ – „Vor hundert Jahren?
Oder im Mittelalter?“ – „Har. Har. In den eben vorgelesenen Gedichten! Er hatte
ja auch maritimes, wie die gemeinsame Containerschiffskrandladungslichtreflexbeobachtung
und das darauffolgende Tänzchen. Ich fände es übrigens mal cool, wenn bei einer
Lesung mittendrin, wie bei einem Hotelbar-es-hat-nicht-für-den-großen-Musikstar-Durchbruch-gereicht-
Musikprogramm-allein-oder-zu-Zweitunterhalter, ein oder zwei meist silbriger Bärchen
mit hartem B. anfingen – das ist jetzt Konjunktiv, nicht Präteritum oder Prävalenz
– zu schwofen.“ – „Ich merke dass ich geistig-rezipi..tiv…erend anfange, die
beiden Autoren zu vermischen, weil Michael beide vorgelesen hat. Wusstest Du, dass
sein Nachname ‚Sohn des Piotr‘, also des Felsen Petrus, bedeutet? Zusammen mit
dem Vornamen doppelt heilig, fast so gut wie mein Georg Martin Florian.“ – „Ja,
ja. Fabians Gedicht über das Mittelmeer, die Honigtropfen, Amulette,
Feigenbaldachine und Mauersegler weckt jedenfalls Fernweh.“ – „Aber Mauersegler
und Honig gibt es doch auch hier? Aua! Gewalt heißt, keine Argumente mehr zu
haben! Mir gefiel halt einfach das andere besser, das mit dem Wind spielt mit
Vorhang, Vorhang spielt mit Sonnenstrahlen, Sonnenstrahlen spielen mit Gesicht,
Gesicht spielt mit Hypohirnhormondingens.“ (Anm. d. Just.: Jetzt reicht’s. Ich
konnte mich vorhin schon bei der Nachdichtung bei Chrys Schloyer kaum
zurückhalten, daher spätestens jetzt der Legal Disclaimer: Echte und
imaginierte Mandanten, Dialoge und Gedanken in diesem Text geben in allerkeinster
Weise die tatsächlichen realen Satzbausteine der Lyrik der tatsächlichen realen
vorgelesenen Autoren wieder. Die Bananalität entstand erst im Nacherzählen.
Diese Erkenntnis ist banal, aber juristisch und niveaubeurteilungstechnisch wichtig.)
„Das ‚einfach sich glücklich schauen‘ hämmert jedenfalls Hammervibes raus!“ (DAS
– apostrophierte - war jetzt endlich korrekt zitiert. Anm. d. Just.) – „Pause!“
„Du bist halt ein Weiterspinner. Muss oder kann oder darf
oder soll es auch geben.“ – „Ja, ich sage auch immer: ‚es könnte auch der
Haus-, Straßen-, Viertel-, Orts-Trottel sein, der dein Kind von der Straße
pflückt, während der 18-Tonner-Betreiber selig sekundenschläft. Oder auch nicht,
der muss ja nicht mal schlafen, Massenträgheit ist ja so oder so ‘ne Bitch.
Aber was Deine Musik betrifft: Die uns angeborene Mustersuche läuft da oft ins
Leere, und das magst Du ja, weil kopfkinoanregend, aber ich möchterte da gerne
mehr Struktur und das Herausziehen oder Loopen von Passagen … aber dann bestünde
die Gefahr der Hittauglichkeit und damit automatisch einhergehend mehr Aufdrängen
und weniger Anregung oder Forderung des Hirns… das ist vertrackt… dancing in
the bib…“
„Sabine hyperkreaktiv… Nürnberger Mittagslesungen,
Philosophische Stunde, Philopoesie …“ - „Und
was ist bei PoeDU mit ‚Altersgrenze‘ gemeint? Ach so, keine nach unten…“ –
„‘Kniebeuge des Windes‘ und ‚Herz. Augen. Lampe‘ klingen allein schon als Titel
schwer der Poesie verdächtig.“
„Nicht zuletzt durch die Ehe mit einem Fotografen kamen die
Bilder in mein Leben und meine Werke.“ – „He, in diesem Gedicht kommt sogar die
Wurzelbauerstraße vor, wo wir gerade sind!“ – „‘Kondensstreifen breiten sich
aus wie Verschwörungstheorien‘ … yes!“ – „Während Kondensmilch nur in der
Verdampfungspraxis entsteht… aua!“ – „Sabbel ned, hör zu! Sie spricht auch
gerade darüber, dass Lauschen anders als Zuhören ein beglückender Vorgang ist!“
„Man sieht bei der Gestaltung des Buches: Ich habe versucht,
mittels eingeschobener Haikus und ihrem strengen 7-5-7 Jahrzehnte meiner Lyrik
zu sortieren.“
„Du passt schon wieder nicht auf!“ – "Das Zahlenmuster
hat mich inspiriert, ich begutachte gerade ein HaiKI … 'Six Seven rauscht durch
Netze / Boeing dreht Zeit ein / Ziffern schweben ohne Grenzen' … aber ich will
die konkreten Namen nicht … dann kommt es mit 'Meme trägt alte Wunden / schweigt durch die Nacht / Zeit rinnt schwer
durch leere Wege', und auch dieser Mansch berührt Saiten in mir... aber ich
frage mich, ob da manche Zeilen 1:1 aus den 'Trainingsdaten' also
Menschenhirnen stammen … aua!" - "Der zweite Hieb war für die
Verwendung des Teufelswerkzeugs, und zwar zum Erzeugen, nicht nur Diskutieren
Deiner Ideen! Das ist eine Brandmauer für Kreative!“
„Das Projekt HERZAUGENLAMPE … die Künstlerin Walli Popp hat gefragt,
ob sie aus einem meiner Gedichte eine Collage machen darf. Ich habe mich selbst
überrascht, indem ich ‚Ja‘ gesagt habe. Es läuft auch in die andere Richtung,
ich habe auch schon Gedichte über ihre Collagen gemacht… beziehungsweise ist
das ganze Buch ein Wechselspiel. (Ich habe das Gefühl, dass ich diese
Collagistin mal kennenlernen muss. Anm. d. Protocollagisten) Und gestaltet hat
es Achim Weinberg, manchen vielleicht ein Begriff mit seiner
Lockenwickler-Kunst. Nein, er ist nicht Hairstylist. Aber er geht mit seinem
Planet Rainbow – Baumaterial: eben Lockenwickler - gerade durch die Decke. Er
arbeitet jetzt auch direkt mit einem Hersteller zusammen. Aber weiter im Text…“
(Lustig: ich hatte erst „Haartrockner“, also Föne, verstanden und dachte noch:
Boah, das wird materialtechnisch teuer, wenn
das tausende verbaut sind … Anm. d. Prot.)
„Menno. Die starken Bilder rauschen so schnell durch… mir
fehlt das langsamer Abspielen, das Wiederholen, die Untertitel… gibt es die
Lesung später auf YouTube? Ich glaube, das ‚Formen warmer Arme zu einer Kette‘ hat
mich angesprochen… aber auch die erwähnte Hassliebe zu Stadtplänen. Aber nanu, da
kam doch schon wieder die Schönheit vor? Die Frage zieht sich wohl durch die
Lesung?“ – „Das war nicht geplant, glaube ich… mir gefällt ‚Wolken planen
Ausbrüche‘ sehr … oder funkt da wieder mein nerdiger Hinterkopf, mit ‚AIgenten
wollen IN die Cloud ausbrechen‘?“ – „Wer weiß, vielleicht brechen sie sogar irgendwann
aus dieser aus… aber wie immer viben mich ganz andere Sätze an als dich, etwa die
über die unnostalgischen Kindertage-Erinnerungen… und wir ertrinken nie zweimal
im gleichen Fluss, weil alles im Fluss ist.“ – „Manchmal habe ich das Gefühl,
auch bei Lyrik-Lesungen sollten Türsteher ungeeignetes Publikum aussieben…“ -
„‘Das wahre Haar aus Zimt‘ hätte auch in Axels türkisches Fernweh-Gedicht
gepasst.“ – „Na, und die olfaktorischen Parallelen von Hundsrose und Hundehaufen!
Oder das ‚für andere schmutzig schämen‘… und das Goldnagelscherchen geht an …!“
– „Die Schlussnote, den Vorfahren nachzufolgen … aber erst noch Mutmacherin
sein zu wollen… Chapeau!“
„Jetzt Michael as himself! Polnish Vibes in Tandem on the
Stage!” – “Ja, dem Land der Kindheit bleibt man natürlich verbunden.“ - „Er
macht gern Naturbeobachtungen in der Nürnberger Stadt.“ (erstauntes Getuschel
im Publikum) „Echt jetzt? Aber sicher nicht in der Innenstadt, oder?“ - „Das
Bühnenbild muss geändert werden.“ – „Das wäre doch auch ein Buchtitel, oder?“
„Er übersetzt nicht nur Sprache, sondern auch Welten. Und er
geht auf Brasilienweltreise.“ – „Ich schließe mich meinem Vor-Vor-Redner an: Zu
viel Detailinfo an den falschen Stellen, Iwona.“ – „Ich wollte damit sagen: in
seinen also deinen Texten spiegelt sich die Begeisterung für die Vielfalt der
Welt.“ – „Na, das sind jetzt eine Menge Vorschusslorbeeren.“ (Applaus.) „Noch
nicht! Ich bin noch nicht fertig! Geschweige denn, dass ich angefangen hätte.
Lyrik ist ja kondensierte Lebenserfahrung, und im Buch ‚Agape‘ geht es um die
Formen der Liebe und die Quest danach. Dazu begeben wir uns in Bamberger Cafés…
ich saß dort und dachte beim Zuhören ‚na, das wird ein
Erinnerungsprotokollgedicht.“ (So ähnlich wie meine Protocollagen! Anm. d.
Prot.) - (Ich muss dem Justitiar recht geben: Hoffen wir mal, dass Du nie vor
Gericht als Zeuge aussagen musst. Denn den letzten Satz hat er – also der Autor
– nicht gesagt, sondern vorgelesen… Seite 17 im Gedichtband. Anm. d. Red.) – (Gesagt,
gelesen, getan … wo ist der Unterschied. Oder um weiterzuzitieren:
„Entschuldigung, Entschuldigung.“ Und was war das mit dem Verb „es krummt“? Das
hat mir irgendwie gefallen… „Herr Krummbiegel biegt das gekrummte Croissant
a.k.a. Krummfetthörnchen bis zum Verkrümeln auf… ja, ja, ich sehe den erhobenen
Finger des Justitiars…“ Anm. d. Prot.) „Und was war das? Der mit dem
‚abwaschbaren Penner-Tattoo‘ hat verführerisch gelächelt?“ – „Dann gugg halt in
dein Wischkästla, das war sicher ein Scherz mit Henna und Ei…“ – „Genau! Für
die Unentschlossenen: Tattoos aus Henna sind ungelasert entfernbar. Oder man
nimmt Klebefolien oder ‚semi-permanente Bio-Tattoos‘…“ – „Na, ich weiß nicht … ‘Verführerisch
rubbelten sie sich gegenseitig aus der bedruckten Plaste‘ … dann lieber diese Dings,
was hast du grad vorgelesen, diese semi-veganen Permafrustboden-Abdrücke? Mit
der beidhändig geführten Second-Hand-Nadel eingeritzt…“ – „‘Ich ritze gern‘, das
wäre – bäm! - ein Hingucker, als Schaufenster-Aufkleber für ein Tattoo-Studio…“
– „Der zweite Zyklus seiner vorgelesenen Gedichte, die Physis im Lauf der
Jahrzehnte, war noch viel mehr bäm, finde ich… ‚das Leben ist zu kurz für
weniger‘… bäm! ‚Ich wünschte, ich hätte meinen von meinem Ich ablenkenden
Körper nicht geformt‘ … bäm! Und das Thema des Abends, Schönheit, lässt grüßen.
‚Ich sehe viele Spiegel und in jedem anders aus, und bei Selfies zeige ich nur
die beste Version‘ … bäm! ‚Lustschmerz, Lebensschmerz, Schmerzensangst‘ …“ –
„Ja, ja, ‚bäm‘. Ich fand das mit dem ‚liebsten Lieblings-Liebesgedicht‘ am
schönsten, dass das bedichtete Paar letztes Jahr geheiratet hat! Das macht den
Wert der Kultur mal ganz konkret greifbar!“ – „Du meinst das, wo die
Gemeinsamkeit die Zeit verändert und Bleibendes schafft? Ja, das geht gebämt wie
geritzt ins Ohr … das muss ich daheim noch mal nachlesen…“
„Ich finde auch spannend, wie jede mir bekannte Lyrikerin
oder Poet nicht nur mit dem Bildhaften, sondern auch konkreten Bildwelten in
Berührung kommt: Sabine mit Fotografien und Collagen, Tobias mit begehbaren
Gedichten, und Michael mit seinen Gedichten über bekannte Gemälde … ich fand
schön, oh, Entschuldigung, schon wieder dieses Wort, dass er uns diese sehr persönlichen
Sichten als Premiere vorgelesen hat. Man fühlt sich als Publikum da gleich
speziell und gewürdigt…“ – „Ich hätte da allerdings gerne so ‚Kunst für
Dummies‘-mäßig die Bilder im Hintergrund projiziert gehabt, oder als Großdruck vor
den Tisch gestellt. ‚Mein Täubchen! Picasso‘ hatte ich optisch nicht parat… die
Dienstmagd und das Verkosten der Kostbarkeitskette schon … und was er dazu gedichtdacht
hat, ‚niedere Arbeit: ich ruhe in meinem Tun. Nichts ist vergeblich‘, hat mich sehr angesprochen. Vielleicht hänge
ich das Gedicht über meinen Schreibtisch oder schreibe es in das Formular des
jährlichen Mitarbeitergesprächs.“ – „Naja, solange Kunst berührt, sind die
Details der Reaktionen egal, denke ich, oder, Michael?“ – „Oder was war das
andere? Vanmeer? Vermeer? Van Gogh?“ – „Vielleicht Van Diesel? Van Dame? Van
Soffdewall?“ – „Unschönes Dummies-Bashing! Pfui! Ich meine jedenfalls das mit
dem ‚Das karge Zimmer, das mich menschlich, würdig macht‘!“ – „Das Zitat hängst
Du dir auch ins Zimmer? In das notorisch vollgestellte? Mich wundert, dass Du
nicht ‚mir Bart und Schmutz vom Gesicht zu ritzen‘ zitiert hast…“
„Und am Schluss hat er wrestlermäßig seinen ‚Finishing Move‘
gemacht, seinen ‚Signature Dish‘ aufgetischt, und als Dichter das Gedicht
‚Lesung eines Dichters‘ vorgelesen. Das ‚er hatte Haare, aber keine Frisur‘
wäre wohl mein Signature Dingens. Also bin ich folglich Dichter.“ – „Du bist ja
nicht ganz dicht. Niemand hat die Absicht, ein Gedicht zu errichten!“ – „Bei
‚Signature‘ muss ich an Kult-Sätze wie ‚Reis, Baby‘, ‚Kunst oder weg‘ oder ‚ein
Klavier (ad lib)‘ denken. Wenn du in den allgemeinen Sprachgebrauch eingehst,
hast du es als Wortsinnschaffender … äh, geschafft!“
„Oh. Der Gewidmete ist verschwunden. Das ist ja eine fiese
Form des Lyriker-Ghostings…“ – „Vielleicht hat ihm die Widmung zu lange
gedauert. Du hast ja quasi ein komplettes neues Gedicht auf die erste Seite
geschrieben…“
(Und meine Meta-Sammlung wächst auch wieder, beim Blättern
in Axel Görlachs Buch finde ich die Beschreibung verschiedener Arten des
Lachens, auch des „Lachens über das Lachen“ … und muss darüber lachen, aber nur
kurz, um nicht in die Kategorie „für andere verstörendes da scheinbar grundloses
Auflachen“ zu fallen …Anm. d. Prot.) – (Zumal dein schnaubendes Lachen oft
nicht „grunzlos“ ist… so Miss-Undercover-mäßig … Anm. d. Red.)
„Die Knotenemergenz beim Abbau von Seilen oder Kabeln…“ –
„Frank ist der freie Wind, aber weiß er es?“ – „Die Welt zu beschreiben: Auf
einem Blatt Papier oder durch Beschriftung der Gegenstände der Welt?“ – „Na,
das ist wie bei der Pseudo-Trennung Mensch und Natur: Ein Blatt Papier ist doch
auch Teil der Welt…“ – „Stolper vor lauter Verabschiedung nicht über den aufgeklappten
Koffer!“ – „Ja, und dann noch haltsuchend den Tisch mit dem Equipment mit
umreißen. Das wäre typisch ich, so wie in Spanien, wo ich die windumgestoßene
leere Plastikflasche vorm Fall auf den Boden bewahrt habe und dabei die Gläser
runtergedonnert.“ – „Wobei, das mit dem Koffer: Der Künstler steigt hinein, und
dann fährt da die Versenkung, ich glaube das heißt bei Theaterbühnen so, samt ihm
nach unten, und dann klappt der Koffer zu…“ – „Und Affe tot. Ja, verstehe. Hat
was. Aber etwas aufwändig, die nötigen Betonarbeiten hier im Kuno…“
Und nach wertschätzenden Versicherungen der Augenhöhe von
Kunst, Künstlerschaft und Publikum ein Fade Out mit einem herantretenden
Instrumentalkünstler, der sich – außer für Wortklänge – auch für die freie
Klangkunst interessiert…
PS: Aus der Reihe „Hallo in allen Sprachen dieser Welt“,
diesmal bietet sich natürlich Polnisch an (vielleicht denke ich wegen der Vans
nächstes Mal an Niederländisch Anm. d. Prot.):
„Co na sercu, to na języku“ – Was im Herzen ist, ist auf der
Zunge. (Naja, das gilt in Norddeutschland und Franken ja nicht so ganz
unbedingt... oder zumindest nicht unmittelbar... des dauerd. Anm. d. Red.) – (Na
gut. Danke, dass Du immer sofort absolut unfriesisch-unfränkisch frank und frei
Kritik äußerst... dann nehmen wir halt "Wasza obecność rozjaśnia
pomieszczenie / rozświetla pokój, bo jesteście jak promień słońca w pochmurny
dzień" … das soll heißen "Eure Anwesenheit erhellt den Raum, denn ihr
seid wie ein Sonnenstrahl an einem bewölkten Tag". Anm. d. Prot.) – (Aber
da sind wir beim Thema "maschinelle Übersetzung", was beim manuellen
Übersetzer Michael sicher enorm gut ankommt. Anm. d. Red.)
PSPS: Hoffen wir, dass die Proteste hierzulande friedlich – aber deutlich hör- und sichtbar! - bleiben … aber wen wundern sie, angesichts geradezu asozialer, kalter, klimaschädigender, gesellschaftszusammenhaltschädigender (ausländerfeindlichkeitsbegünstigender) Politik?




