Montag, 1. Juni 2026

Ton, Steine, Schere, Klavier - Brunnen gewinnt!

( Oder: An Mordseis leckende Schlangen sind wie Drohnen)

Hallo in den Sprachen dieser Welt, aufgrund der letzten Geschichte in der Runde diesmal jiddisch / hebräisch: „Hals- und Beinbruch, liebe Mischpoke!“ (das sind zwar deutsche Begriffe, die aus dem Hebräischen stammen, aber Du meinst „Shalom aleichem“ Anm. d. Red.)

“Was bisher geschah, also auf dem Herweg zum Treffen: Ein kleiner Junge raste mit seinem Rad ständig rund um den U-Bahn-Ausgang. Wie bei einem Computergame … wie hieß das? ‚Frogger‘? … musste ich den Ring durchbrechen. Als Endgegner fuhren ihm dann zwei E-Bike-Lieferdienst-Fahrer entgegen.“ – „Und wie ging das aus?“ – „Ich weiß nicht, ich konnte nicht hinsehen.“ – „Abgesehen von unterlassener Hilfeleistung finde ich bei dieser … Kurzgeschichte? … das offene Ende nicht so prickelnd…“

„Wir sind noch zu wenige Teilnehmer, unterhalten wir uns doch über (Plattform-Name entfernt. Größter Fluss der Welt ohne „as“ / Kriegerinnen der griechischen Mythologie ohne „e“. Anm. d. Red.) als Arbeitgeber, also wegen ‚Verkauf der eigenen Bücher auf besagter Plattform‘ bzw. auch Self-Publishing dort.“ - „Ah, habe Dich dort gefunden. Sechsstellige Platzierung bei Belletristik ist nicht der Umsatz in Euro, oder?“ – „Kein großer Schmerz, ein Zeichen zu setzen und auf europäische Plattformen zu wechseln, aber welche…“

„Jetzt sind wir genügend, jetzt lese ich vor.“ – „Ok, Paul.“ – „Meinen Text ‚Zuckerbrot‘ werde ich dann diesen Monat bei ‚Lesen in Fürth‘ vorlesen.“ – „Gibt es auch ‚Vorlesen in Fürth‘? Denn beim anderen sitzt man doch mit Büchern gemeinsam im Park?“ (nachträgliche redaktionell aufbereitete Auflösung des Mistverständnisses: „Lesen!“ findet im November 2026 statt, „StadtLesen“ hingegen im Juni, wo am 20. neben VS und Leo Seidl auch der AutorenVerband / die Wortkünstler mit Paul vorlesen werden. Anm. d. Red.) „Der Text ist eine Hommage an die wieder aktuelle faschistisch-patriarchalisch-dystopische Serie ‚Die Geschichte der Magd‘“.

Die Erzählerin sinniert über männliche (Rot-Stärke-)Grün-Schwäche, auch beim Einkaufen von Gemüse oder Blumen, der Rasen-Beurteilung – Loriot hatte also unrecht – und dem Reagieren auf – jetzt blaugekleidete – Polizisten, und dass frau daher mit „grün, grün, grün, sind alle meine Kleider“ ihre Ruhe vor Männern hat, vielleicht auch wegen Reminiszenzen an Rinde und Falten. Über Fast-Fashion und das – das ist jetzt der Science-Fiction-Part – auch nach oraler Einnahme wirkende Kuschel- und Orgasmus-Hormon Oxytocin spannt die nicht weiter beschriebene, zunehmend feministisch-kämpferische Erzählerin den Bogen zur Versklavung der Frauen und Drohnen, die nacheinander mit Frauen, Liebe und Torten verglichen werden.

„Da habe ich wieder Probleme damit, nicht parallel mitlesen zu können – unser altes Thema! Denn nach dem ‚Männer-Bashing‘ am Anfang kam doch plötzlich ein Wechsel zum männlichen Erzähler? Und dann die Selbstoptimierung, teils konkrete lustige Tipps wie das – auch für Nickerchen gültige – Lob fürs Aufstehen, teils gebasht, wie auch anderes ‚neumodisches Zeugs‘…“ – „Ja, da schließt sich ja dann das ‚kommt von den Homosexuellen‘ an – da sollte man wahrscheinlich einfach eher undistanzierter ‚von den Schwulen‘ sprechen, aber das ‚zu blöd, Beziehungen zu führen‘ im Satz danach bezieht sich dann nicht auf die Schwulen, sondern die Trends-Mitmacher davor … sehr verwirrend, und trägt Dir dann vielleicht noch ungerechtfertigte Vorwürfe wegen Homophobie ein…“ – „Mein Deutschlehrer fände die Ich-Perspektiv-Wechsel jedenfalls schlecht.“ – „Allein schon deshalb – aber nicht nur deswegen – finde ich sie dann gut!“ – „Braucht man den Hommage-Hinweis auf die Serie?“ – „Nein, eher weglassen… das Dysto-Setting ist ja bald wieder Realität …“ (Das Eingeständnis eines anwesenden Mannes, tatsächlich eine Rot-Grün-Schwäche zu haben, führte übrigens zu einer ausführlichen Befragung einer anwesenden Frau, wie das so in der nicht-dystopischen Praxis wäre. Anm. d. Prot.)

„Zum Vorlesen Deiner Satire: das war sehr monoton vorgetragen.“ – „Genau, gut!“ – „Nein, schlecht!“ – „Und verschmitzt vortragen!“ – „Nein, gerade bierernst!“ – „Aber vor allem langsamer.“ – „Und ist das nicht eher ein … ich weiß nicht, Wintertext, als für vergnügliche Sommerlesung im Park?“

„Drohneneltern sind die neuen Helikopter-Eltern.“ – „Ja, nicht zu verwechseln mit – wenn auch kaum unterscheidbar von – den Curling-, Schneepflug-, U-Boot- und Rasenmäher-Eltern!“ – „Kennt noch jemand den alten Film ‚der Rasenmäher-Mann‘? Das ging auch nicht gut aus…“ – „Zurück zum Text, bitte: Er hat eine hohe Dichte, aber Absurdes bitte weiter verstärken, herausarbeiten!“ – „‘Verdichten!‘, sprach der Lyriker beim Autoschrauber:innen-Stammtisch!“ – „Und ich möchte noch ergänzen: Du nuschelst wie ich beim Textvortrag.“ – „Also, in meinem Fall liegt es am Kautabak.“ – „Was ist das?“ – „Na, das hier.“ – „Igitt, ‚Show and Tell‘ muss da jetzt wirklich nicht sein!“

„‘Halt!‘ - das war das Motto, des Wettbewerbs, an dem ich mit dem folgenden Text teilgenommen habe. Für den brauche ich übrigens noch einen Titel. Und nach Abgabe habe ich dann festgestellt, dass das Motto eigentlich konkreter ‚Halt am Körper‘ gelautet hätte…“ (ich frage mich, wie viele Protocollage-Lesende hier bereits die Worte von Coralie heraushören … Anm. d. Prot.) „Und es geht um einen eingebildeten Flügel.“ – „Na, da hast Du doch schon eine neugierig machende Überschrift! Und ich bin gespannt, ob jemand glaubt, fliegen zu können oder ein Engel zu sein, oder ob er sich an ein imaginäres Musikinstrument setzt…“ – „Du weißt, dass auch das Adjektiv mehrere Bedeutungen hat?“

Und tatsächlich ging es um einen Gegenstand, der sehr überzeugt von sich ist… und verwundert, dass er – obwohl das beste, wohltemperierteste, hochglanzlackierteste und teuerste Instrument im Geschäft – nicht gekauft wird. Auflösung: letzteres.

„Das erinnert an ‚Ich bin ein Star – holt mich hier raus!‘“ – „Das psychologische Thema des Verschmäht-Werdens. Ich habe viele Jahre in einer Disco gearbeitet und das Herausputzen, die Hoffnungen und Enttäuschungen hautnah erlebt.“ – „Naja, wir als Otto-Normal-Discogänger:innen ja auch, ohne dort zu arbeiten… aber genau: Das war wie eine prä-digitale Partnerbörse.“ – „Was ist eine Partnerbörse?“ (Wie ein Rudel Wolfs-Eltern versuchten die Anwesenden daraufhin – metaphernfreudig, da kann die Autor:innengruppe nun mal nicht aus ihrer Haut – die Begrifflichkeits-Unklarheiten zu beseitigen. Anm. d. Prot.)

„Dein Text ist eine Parabel, ein Gleichnis.“ – „Und ich würde die Selbstzweifel mehr herausarbeiten, mehr Psychologie.“ – „Naja, eigentlich geht es beim Text darum, dass ich mir einen Bechstein wünsche.“ – „Ach sooo, das ist ein Text mit einer ganz gezielten Zielgruppe! Ein Verkaufs-bzw.-Kaufs-Werbe-Text sozusagen! Wie geht das bei euch dann im Alltag? Wenn Du etwas möchtest, findet die Familie auf dem Frühstückstisch einen Zettel mit einer neuen Kurzgeschichte? Darüber, wie einsam und ungeliebt sich der betreffende Gegenstand im Laden vorkommt?“ – „Das könnte man als Erzähl-Ebene noch drumherum bauen!“

Dann (repeat, piep! Anm. d. Prot.) wurde der Text für die Nachzügler – obwohl diese nicht Teil der eben ermittelten Zielgruppe sind – noch einmal vorgelesen.

„Statt dem konkreten Product-Placement – wir sind noch alte Schule, als das noch verpönt war – vielleicht etwas Flexibilität, so nach dem Motto ‚ich nehme auch einen Steinway oder Feurich oder Bösendorfer oder Kawai oder Yamaha oder Schimmel oder Fazioli‘? … wobei ich empfehlen würde, nichts zu Hochpreisiges zum Einstieg zu nehmen.“ – „Wer spricht denn vom Einstieg?“ – „Ich finde, es findet zu wenig Entwicklung in der Handlung statt.“ – „Ja, vielleicht noch einen Gegenspieler – wurde da nicht in einem Halbsatz eine Ukulele erwähnt? Oder natürlich eine menschliche Person… - oder ein Ereignis… und dann könntest Du die Handlung kippen lassen…“ – „Na, Hauptsache nicht den Flügel, höhö… ‚Flügel, Dir werd ich Deinen Hochmut stutzen…“ – „Variiere testweise ein bisschen! Nicht gleich ein ganzer Textzyklus, aber unterschiedliche Tonalitäten täten gut, quasi Dur und Moll.. Adagio, Allegretto, Presto … Dreivierteltakt …“ – „Genau, ein paar Goldberg-Variationen… oder das ganze vielleicht als interaktives Spiel, wie ein Textadventure früher, nur mit Noten?“

„Intertextuell gefällt mir bei Dir auf jeden Fall, dass Du oft das Innenleben von Gegenständen thematisierst.“ – „Bei den Enden meiner Geschichte geht es oft um den Preis… aber ich habe oft auch Mitleid mit Dingen, die nicht gefallen. Schon beim Spielen mit Stofftieren hatte ich Sorge, dass sich die anderen ungeliebt fühlen…“ – „Ja, geht unserem Sohnemann genauso.“ – „Ich hätte noch einen Text über eine Bank, die eine Bank ausraubt…“ – „Eine Fusion? Aber ich finde, den nächsten Vorlese-Slot sollten wir für unseren Gast aus Erlangen, Gerd Fürstenberger, freihalten…“ – „Aber ich bin gar nicht aus Erlangen!“ – „Aber Du hast doch mit den Erlangern vorgelesen? Als Fürther? Schwabacher? Neumarkter? Ansbacher? Höchstädter? Forchheimer? Pappenheimer?“ – „Und ich habe nur einen ganz frischen, unüberarbeiteten Text, frisch nach dem Gewitter gestern geschrieben, also ‚seid‘s gnädig‘…“ – „Na, das ist doch mal gut, nicht immer diese abgehangenen, gepökelten, feingeschliffenen Texte… aber darf ich erneut anmerken, dass in der Signal-Gruppe geteilte Texte zum Mitlesen schön wären? Ich fotografiere mir mal ab…“

„Das Pendeln in der Lyrik zwischen den zwei Polen Allgemeinplatz und Lesefluss-sprengender Assoziation…“ – „AC/DC Wechselstrom-Lyrics?“ – „Auch in den Strophen schöne Wechsel, eine Dreiteiligkeit: Erst der Tatort mit den herumliegenden Gliedern. Vielleicht statt des Vergleichs ‚wie Glieder‘ sogar mutig die Metapher ‚die Glieder der Bäume verteilt‘ nehmen? Dann kommt das Positive: Stürme verteilen Samen, Wasser spenden Leben, die Luft geschwängert… und als drittes dann die Bewegung… erneut die Knochen, aber Kraft in denselben, und das Kind schaukelt dem Himmel entgegen, das ist ein sehr schönes Bild, das den Kreis schließt.“ – „Ja, trotz herumliegender Organe und mordendem Eis sehr konsistent.“

„Kill your darlings – in diesem Fall wäre das Killer-Eis ein Kandidat? Zumal: ist Hagel wirklich tödlich?“ – „Du wieder mit Deiner anthropologischen Sicht! Frag mal ein totes Insekt, das von einem kanonenkugelgleichen Hagelkorn erschlagen wurde!“ – „Das kanonische Eiskugel-Gleichnis?“ – „Ich muss gerade an eine Ameise denken, die von einer Speiseeiskugel erschlagen wird…“ – „Oder ein Mord an einem Vanille-Allergiker … außer es sind nur Aromastoffe…“ – „Das Wort- und Mord-Material der Wahl…“ – „Könnt ihr mal aufhören und bei der Textkritik bleiben?“ - „Mein Mund ist übrigens versiegelt, gerade bei Lyrik habe ich als Autor das Recht und die Pflicht zu schweigen.“

„Wo?“ – „Es geschah draußen…“ – „Ich erkenne jedenfalls das Beschriebene wieder, wir sind nach dem Gewitter auch an der Pegnitz entlanggegangen.“ – „Das erinnert mich an das Treffen vor einem Jahr oder so, wo jemand aus Tobis Regional-Dysto-Science-Fiction die U-Bahn-Station herausgelesen hat.“ – „Oder bei der Erlanger Lesung die Tagesfliegen-Friedhöfe…“ – „Beim Informatikstudium in Erlangen mussten wir als erstes Palindrome finden, wie ‚So riefen sie den Leichenwagen, weil Leichen auf den Weichen lagen…‘“ – „Ich wiederhole: Können wir beim Thema bleiben? Ich habe mit dem – wenn auch aus Insektensicht korrekten – ‚mordenden Eis‘ Probleme…“ – „da hatte ich – Mist, jetzt fange ich doch an zu erklären – erst ‚tötendes Eis‘, aber das war mir zu schwach…“ – „‘Eis mit Tötungsabsicht‘? Aber ich glaube, mich stört, dass noch aktuelle Handlung impliziert wird, obwohl es ja eher eine Tatort-Besichtigung ist… also ‚gemordet habendes Eis‘? Aber das geht nicht so gut von der Zunge, Kautabak hin oder her…“ – „Der Erzähler war noch geschockt. Eiskalter Mord.“ – „Eiskalte Kritik. Moment, kann ich meinen Textausdruck noch mal haben für die Stellungnahme …“ – „… die Du nicht geben willst, wie ich als Dein imaginärer Anwalt hinzufügen möchte…“ – „Ich glaube, eine Umstellung zu ‚zerflossen in Pfützen, das mordende Eis‘ brächte die Erzählzeit wieder ins Lot…“ – „Mein Mandant nimmt den Vorschlag an. Au! Bei der schwülstigen Formulierung knallt mir gleich mein Handy an den Kopf.“ – „So eine App wäre beim Schreiben oder beim Vortrag sehr hilfreich! Wie heißt die?“

„Wassim, Du hast noch einen Text?“ – „Ja, aber nur zwei Worte.“ – „Wow, das ist ja Haiku im Quadrat!“ – „Ich lese ihn auch nicht vor, denn er hat sich noch nicht in meinem Kopf zusammengefügt. Aber ich habe Tonfiguren geknetet. Hier sind die Bilder…“ – „Auf jeden Fall die interessanteste Vortrags-Art heute! Und der Begleittext heißt ‚Vor der Arbeit, nach der Arbeit‘? Und die Figur danach hat einen riesigen Kopf … die Arbeit ist ihr zu Kopf gestiegen. Ein Wasserkopf von der Arbeit…“ – „Ist das ein Selbstportrait? Ich finde jedenfalls, er hat sich im Ton vergriffen. Höhö.“ – „Höhö. Das waren Ideen ohne Worte. Ich habe die Figuren drei Stunden geformt.“ – „Und das soll jetzt kein Mobbing oder Bashing sein, aber man sieht den Figuren die genannten drei Stunden Arbeit nicht an.“ – „Da gab es doch Zwischenfiguren … wäre cool, wenn Du die alle fotografiert und dann Stop-Motion-mäßig zu einem Film montiert hättest, der abläuft, während Du Deinen Text vorliest… oder ein Video ‚making of‘…“

(ich habe hier noch die Notiz „Dicke Beine: Ameise Horror, Blut und Lymphe.“ Leider kriege ich das nicht mehr einsortiert. Anm. d. Prot.)

„Aus BWL … die Geschichte der Arbeit… der Overhead…“ – „Ich trage den Text dann nächstes Mal vor.“ – „Das wird dann das einzige Treffen jemals, wo die Anwesenden nach dem Vortrag sofort mit Gegen-Texten zum gleichen Thema um die Ecke kommen.“ –„Sind die Figuren gebrannt?“ – „Nein, der Ton ist noch weich…“ – „Wird also wieder eingestampft, das Kunstwerk. Sehr Mandala-‚alles ist vergänglich‘-mäßig …“ – „Viele Deutungsebenen… der Kopf wächst, da mitgedacht… viele Fragen im sich blähenden Kopf…“ – „Naja, ich hatte meine Frage im Kopf, und die Hände haben es übersetzt.“ – „Oder die Frage passt nicht. Voll die Douglas Adams 42-Vibes.“ – „Der Ton ist ja eigentlich passiv, wurde aber plötzlich aktiv und formte mich.“ – „Das erinnert an die goldenen Drehbuch-Regeln: Forme die Figuren, bis sie ein Eigenleben entwickeln.“ – „Oder ein Leben für den Autor entwickeln.“ – „Na, ich bin ja mal auf seine und unsere Geschichten dazu gespannt!“ – „Es ist auch eine Art Tanz. Im Flow. Und wenn Du mit Anfang und Ende nicht zufrieden bist, schneidest Du sie weg.“ – „Also die Tonfiguren? Der tonlose Töpfer… es bleibt dann nur das Gefühl…“ – „So fühle ich mich immer donnerstags, da habe ich vier Stunden Latein am Stück.“ – „Da geht es nur ums Überleben…“ – „… sagte die Biene im Hagelsturm.“

Dann spielten Mutter und Tochter Stein, Schere, Klavier, wer den letzten Text vorlesen darf. „Das war nicht Stein, das war Brunnen!“ – „Wo kommt das bitte im Titel des Spiels vor?“ – „Ich habe noch viele Texte wie das mit der Bank und dem Banküberfall oder Stromwerk oder Muttern und Schrauben…“ – „Mag ja sein, aber ich habe trotzdem gewonnen. Hier ist – nur minimal verspätet – ein Pfingsttext. Und die Überschrift lautet…“ (Hält Tablett hoch: „[θ]“ ). „Das dentale Frikativ, das zischende englische Ti-Eitsch“

Es folgte eine Geschichte über einen Autounfall, die Unfallgegnerin verhält sich äußerst seltsam: sie lispelt, leckt dem gerufenen Polizisten übers Ohr und steckt die Protagonistin und sogar ihr Navi mit dem Lispeln an.

„Die dazwischen gestreuten Sätze aus dem Podcast, den die Protagonistin hört, passen auch gut, weil es ja darum geht, dass Sprache die Welt verändert. Und die Stopptaste stoppt das nicht.“ – „Aber ein sehr verwirrender, fantastischer Text… wietho … pardon. Wieso lispelt die Protagonistin auf einmal?“ – „Hehe, das war jetzt wie der Schlipth von Lord Hesketh-Fortescue bei Loriot. Aber ist doch ganz klar: Die Glattnatter hat sie glatt gebissen!“ – „Und das Navi wohl auch?“ – „Und thie – argh! – sie ist dann Apostelin geworden? Und nicht eher Nazareth statt Jerusalem? He, Autorin! Gib uns Brotkrümel!“ – „Alles gut. Ein Text zum Thema „Verwirren“ darf verwirren, wie einer zum Thema Angst Angst machen darf.“

(Passend hab ich hier noch verwirrende Fragmente: „Fragmentarisch vs. schöne Struktur. Zu Kollaps (der Gedichte): muss so sein, wie beim Witz. Sollänge übersteigen: In die Irre geführt.“ Anm. d. Prot.)

„Aber noch mal, ich will das begreifen: War die Protagonistin schon die Schlange? Ist sie mit sich selbst kollidiert? Ist sie eine gespaltene Persönlichkeit in zwei Autos?“ - „Na, sie ist sie!“ – „Sehr hilfreich.“ – „Na, sie übernimmt die Sprache und Persönlichkeit!“ – „Dann fährt sie mit dem falschen Auto weg.“ – „Überhaupt: Die Autos stören. Die Polizisten braucht man auch nicht.“ – „Und sie radelt oder spaziert mit altem Ghettoblaster und hört den Podcast, oder wie? Und das Navi braucht man ja auch!“ – „Da kann man bei E-Bikes ja das Handy in die Halterung klemmen.“

„Übrigens: Du lithpeltht bei den Lispel-Stellen zu wenig beim Vorlesen.“ – „Lustig auch, dass beim Bethprechen höhö des Textes in dieser Runde ein Crescendo des Lispelns zu bemerken war… es ist ganz klar epidemisch, der erwähnte Transfer von Persönlichkeit!“ – „Das Theta-Zeichen hat in der Mathematik übrigens mit Winkeln und Perth…spektive zu tun. Das passt ja auch!“ – „Also thematisch geht es um bröckelnde Realität.“ – „Durch Sprachverschiebung. Hm. Du hattest ja noch die Lesart ‚Traum‘, ich eher ‚Unfallschock‘ beziehungsweise Nahtoderfahrung…“ – „Eine Parabel auf die realitätsstiftende Funktion der Sprache? Oder ist das zu sehr Wunschdenken von Textschaffenden?“ – „Die Hausaufgabe bis zum nächsten Mal steht auf jeden Fall fest…“ – „Die Fahrt nach Jerusalem?“

„Die Fortsetzung drei Monate später dann aber bitte deutlicher aber natürlich unter Wahrung des Show-Don’t-Tell… im Nicht-Aufgehen oder Aufgeben des Textes des Parabelhalters oder -haften. Oder so.“ – „War der Autounfall also eine Kollision?“ – „Ein Pfingstwunder muss ich nicht erklären, Herrgottnochmal! Pardon!“– „Die Begegnung mit der Schlange steht ja für die Begegnung mit dem Teufel, aber warum schickt die zum Missionieren nach Jerusalem? Teufel noch eins! Jedenfalls ein toller Text: Lustig, unheimlich, verwirrend!“ – „Und das war das Treffen mit der bisher höchsten Textdichte: Paul, Coralie, Gerd, Wassim und Antonia haben vorgelesen!“



Donnerstag, 21. Mai 2026

Level, Leitern und Wellenbrecher

 "Level Up?": Lesung, Klang- und Game-Performance im Go(ho)stener Theater: Jede:r der drei Autor:innen hatte (Endboss-mäßig) scheinbar je eine eigene Security dabei, denn das Ticket wurde am Hoftor, an der Haustür und an der Bühnentür separat kontrolliert ... oder waren das getrennte Kontrollen durch die beteiligten Parteien "VS Verband der Schriftsteller", Veranstaltungsort und die Künstler:innen selbst? : -) (Cool waren die Augmented Augenlinsen, mit denen die Gorillas die QR- und Barcodes scannten, ganz ohne Handgerät... Anm. d. Protocollagisten) - ("Gorilla" bezieht sich hier auf eine umgangssprachlich übliche Bezeichnung für Türsteher:innen und ist NICHT (ab)wertend gemeint. Außerdem liebt mein Mandant Affen und fördert entsprechende Schutzorganisationen. Anm. d. imag. Justitiars) -(An die Reaktion: Ich würde diese Protocollage gerne im Stil eines Game Reviews einer der bekannten Spielezeitschriften machen, wie Amiga Games, Game Star PC oder GamePro Konsole machen, ist das ok? Anm. d. Prot.) - (Ich traue mich wetten, den Vorsatz hast Du schon ein paar Sätze weiter vergessen. Anm. d. imag. Redaktion) - (Lass ihn. Er will doch nur spielen. Anm. d. Just.)
"Entschuldigung, darf ich euer Gespräch punktuieren, um das große Grußprotokoll meines Angetrauten zu überbringen, oder ist diese ungefragte Störung ein sozialer Fauxpas?" - "Naja, schon die Unterbrechung durch diese Frage … Schande über Dich! Aber danke und plus Eins zurück!"
"Wie war das jetzt noch mal mit der Middleware? Das Update downloaden oder das Downgrade uploaden? Ja, ja, die Fachtermini..." - "Das haben wir bei den Geschichten über Gaming jetzt auch gleich..."
"Seid ihr verwandt oder seht ihr euch nur ähnlich?" - "Das sähe uns ähnlich..." - "Entschuldigung." - "Alles gut. Warum sollte uns das stören, wenn man uns darauf anspricht?" - "Naja, es sind ja nicht alle geschwisterlichen Beziehungen harmonisch … seid ihr auch seelenverwandt?" - "Naja, nicht gleich übertreiben..."
"Funktioniert das gut mit den Stiftnotizen auf dem Handy?" - "Ja, das geht manchmal einfach schneller als Tippen." - "Ist da eine automatische Handschrifterkennung dabei?" - "Bei meiner Klaue muss ich da noch auf die Quantenrechner warten..."

Spieler 1-3 ready? Auf die Bühne! Go!
"Beim Spielen ist das Lernen nicht weit ... und natürlich das Thema 'Kommerz im Gaming' wie InApp-Käufe, aber so etwas wie Sammelkarten kennen wir ja schon aus der analogen Ära... Spiele wurden schon immer also auch 'verernstet'... und Literatur kann man ja auch als 'Spiel per se' sehen..." - "Was wäre dann das Gegenstück zu 'Krieg und Frieden'? (siehe auch "während einer Partie mit ihm kann ich Romane lesen" weiter unten! Anm. d. Prot.) Zehn Runden Risiko am Stück?"
"Ihr dürft jetzt reinrufen, wer als Erste:r lesen darf. Nein, nicht Namen, sondern durch Vorlesen eines der Textfragmente auf einem der ausgelegten Zettel... vielen Dank. Und unser erster 'Wer' (Wer-Autor:in? Jaulen die nachts den Mond an? Oder sind gespalten wie Jelinek und Hyde? Anm. d. Prot.) iiiiiiiist daaaamiiiiit... Yvonne! Und wer ist Yvonne, darf ich gleich ausführen? Autorin natürlich, aber davor war sie Kunstlehrerin, aber nur ein Jahr lang." - "Ja, wir haben dann festgestellt, dass ich die, die sie vergrault haben, später in Kunst hatte." - "Na, Hauptsache Du warst nicht der Schüler der sie vergrault hat, Philip. Und die drei Quizkategorien, die Yvonne definieren, sind: Unfug, Kinder, Koffer." - "???" - "Na, der Koffer, der da steht. Beziehungsweise auch ein paar Jahre 'Museum im Koffer'." (Warum wird das 'Unfug' hier nicht aufgelöst? Wir wollen keine Klage wegen übler Nachrede... Anm. d. Just.)

Ihr erster Text aus ihrem Roman "Casting" war eine Szene, wo Teilnehmer:innen - sog. "Castidaten" - das System boykottieren, indem sie die Preisannahme verweigern ... auch wenn diese wegen Dysto-Sozialstaat-tot-Setting teils lebenswichtig sind, wie etwa die "Hutzen" genannten Zelte. Ein mitreißendes und nachdenklich machendes Setting.
"Ich liebe ihre Protagonist:innen-Namen, da ist sie so kreativ wie Terry Pratchett! Admiral, Quecke, Schlawine ..."
Und dem Klangkofferinstrument (analog, kein Synthi... wobei es ja auch analoge Synthis gibt. Und von denen wiederum Virtualisierungen als Plugins für Computer-Musikprogramme ... Anm. d. Prot.)(hat dieser Einwurf die Leserschaft tatsächlich erhellt? Was glaubst Du? Anm. d. Red.) entlockte die Autorin während der Lesung diverse untermalende Soundeffekte, wie Fahrtwind, hereingeschobene Rolltische und ein live gespieltes Martinshorn. Auch der Kamera-Bruch wurde akustisch mit Verve intoniert!

Dann wurde Philips Text ausgerufen und der Autor von Yvonne vorgestellt: "Das wichtigste über Philip: er lebt! Und er hat drei Kinder und vier Bücher..." - "Das klingt jetzt so als ob die Reihung strikt abwechselnd war, aber das stimmt nicht ..."
Sein erster Text: Ein sehr unterhaltsame Kurzgeschichte, die tiefe Einblicke in die Leiden eines zwar sehr gut verdienenden E-Sportlers bot, den aber ständig Ängste vor Trainingsausfall durch Mausarm und Sehnenscheidenentzündung und jüngerer Konkurrenz plagen.
"Das ist eine ganz eigene Welt mit eigenen sozialen Regeln und Begrifflichkeiten, da bin ich tief in die Recherche eingestiegen... 'Counter-Strike'-Weltmeisterschaften... Zwei Teams auf verschiedenen 'Maps', immer wieder die Rollen von Geiselnehmern und Geiselbefreiern tauschend..." - "Das erinnert mich an den Roman 'Miami Punk' von Juan Guse. Da ist ein roter Faden auch eine Counter-Strike-E-Sports-Truppe..."
Die Dankbarkeit, dass man nicht mehr PCs und Röhrenmonitore zu LAN-Partys und Turnieren schleppen muss, partiell gesponsorte Ernährung - so man Energydrinks und KFC so nennen mag - dafür aber Gymnastik, denn die Erkenntnis, dass in kranken Körpern die Konzentration und damit der Spielerfolg nachlässt, ist durchaus vorhanden.
Immer wieder Lacher im Publikum bei Sätzen wie "Unsere Muskeln waren gut geschützt unter einer Schicht Robbenfett", "schon der Großvater hat Counter-Strike gespielt" oder - während des Showdowns im Game mit einem KI-Trainingsbot - das "in zehn Minuten Essen!" der Mutter. 
Dann die philosophische Wendung, der Glitch in der KI ... "Kämpfe, verdammt!" - "Wozu? Und sag mir lieber: Was bedeutet es, einen Körper zu haben?"
(Die Missionarsstelle müsste man in der Geschichte noch mal lesen, da habe ich den Anschluss verpasst: Der Missionar missioniert auf der Insel, klar, und wir erfahren die Gedanken der missionierungsunwilligen Eingeborenen wie 'was hat der Arme verbrochen, dass man ihn zu uns schickt' und 'halten die uns für so leicht beeinflussbar'? Aber was hat das mit dem Counter-Strike-Showdown kurz davor zu tun? War das ein Gedankenkonstrukt der KI? Anm. d. Prot.)(Ah, ich habe mich schon gefragt, wann Deine Mitschreibeversuche und die erzählte Echtzeit des Abends anfangen, auseinanderzulaufen … der Justitiar hat gewonnen, er hat auf 'spätestens im vierten Absatz' getippt. Anm. d. Red.) - (Moment: ihr schließt Wetten auf mich und mein Versagen ab? Anm. d. Prot.) - (Na, das passt doch zum Thema 'Monetarisierung der Spielelandschaft'! Anm. d. Just.)
Jedenfalls spannend und erleuchtend, das "Der Pazifizismus der KI verbreitet sich epidemisch, dass darf nicht sein!"
Abschließend noch ein paar Erläuterungen von Philip: "Da wurden die Fachtermini der E-Sport-Szene verwendet. Wenn man die als Nicht-Gamer nicht komplett im Detail versteht, macht das nicht, bzw. ist das so geplant. Es geht mehr um die Vibes. So wie Jägerlatein und Seemannssprache. Aber die Missionarsgeschichte ist übrigens in echt in etwa so passiert!"

Weiter ging es zu Level 3, und tatsächlich wurde der dritte im Bunde, Chrys, mit "im letzten level ein fluechtiger eindruck: saeuglingsaehnliche wesen" aufgerufen und Punkte seiner Vita von Philip aufgeführt, u.a. die Tätigkeit an den Schnittstellen Literatur, Programmieren also Codeliteratur, schon durch das Schreiben von Spielen am C64, und das Design von Brettspielen. "Ja, meine verlagstauglichkeitssteigernde Regelkomplexitätszunahmevermeidung funktioniert in der Regel nicht..." - "Und dass Du World of Warcraft Digitrade betrieben hast... das hat mich total geflasht, dass das ein Wirtschaftszweig ist!"
("kenne ich von meinem Sohn" war aus dem Publikum zu hören, allerdings wurde nicht weiter ausgeführt ob als Trader oder als Kunde. Anm. d. Prot.)
"Kurz zu Workifizierung des Gamings: um beim Spielen endorphinmäßig ("the dolphin has a lot of endorphine"... Anm. d. Prot.) gut weiterzukommen, muss man sich von Arbeit, Familie und Game-Life-Balance lossagen … ooooder die Globalisierung und Billiglohnländer nutzen und einen echten Angestellten für die virtuelle Welt finden: während Deiner AFK-Zeit (Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung. Sehr wichtig! Ebenso wie das Archiv für Kulturgeschichte. Aber gemeint ist die nicht vor dem Bildschirm verbrachte Zeit. Anm. d. Prot.) erschlägt dieser stellvertretend stumpf und geduldig ein stets an der gleichen Stelle "respawnendes" Fairtrade-Monster, das beim Sterben praktischerweise Münzen zurücklässt, der Angestellte sammelt diese auf, repeat (piep) und verwaltet das sich so kumulierende Guthaben treuhänderisch, um es gegen eine - echte, IRL also "in real life" nutzbare - Bearbeitungsgebühr zu überreichen, auf dass Du so weiterspielen kannst, als hättest Du hyperschallfokussiert ununterbrochen nichts anderes gemacht, was es dir ermöglicht, fantastisches verpixeltes Equipment zu erwerben und auf dem digitalen Schulhof zügig für die wirklich spannenden Quests - sozusagen geschlossene Gesellschaften - ausgewählt zu werden." - "Also quasi: 'Capitalism has left the building but has entered the games.'"

"Du hast vorhin durch Deine Ausführungen zum Thema 'Unverständlichkeit' gewissermaßen eine Brücke zu meinem Vortrag gebaut. Da geht es nicht ums Verstehen von Text oder Musik, sondern darum, (Ab)bilder im Kopf erzeugen. Müde und oder alkoholisiert zu sein, wäre eine gute Voraussetzung." - "Alles klar. Barkeeeeper!"
(Und Du machst jetzt bitte keine Ausführungen, wie bei Chrys Elektroakustik Analog und Digital vernetzt ist, okay? Und ich hoffe, Du versuchst nicht auch wieder, die entstehenden Eindrücke und Bilder wiederzugeben... Anm. d. Red.) - (Menno. Es klang wie Industrialien Music X "Käfer und Wal diskutieren mit einer Harpyie" X Talking Robohead oder so. Anm. d. Prot.) - (Na, na, na ... Anm. d. Red.)
Dann wurde - ins unverzerrte Mikrophon gesprochen - gleichnisgleich das Dilemma der Welt auf den Punkt gebracht: Eigentlich eine Lösung gesehen zu haben, das entschuldigt doch allerlei - siehe Level 45 aus dem Kapitel/der World "tauchbecken mit marianengraben" aus dem Gedichtband JUMP'N'RUN.
(Und bei der Musik ging an manchen Stellen die Dynamik von Forte wieder zurück auf Originalgeräusche … und hätte da ja Pop/Rock/Metal-mäßig ständig mehr Verzerrer und Echo durchlaufen lassen... und natürlich einen Beat und eine Baseline darunter... denk an die den Vortrag des Arbeitskollegen über Punk- und Funk-Basslinien zwei Tage vorher ... Anm. d. Prot.) - (Ja, ja ... und ich wünschte, ich hätte für Musikrezensionen einen Musikjournalisten. Anm. d. Red.)
"Bei dem Gedichtband sind die einzelnen Textzeilen ja mit Leitern verbunden, man kann also anders abbiegen und es kommt ein anderes Gedicht heraus. Ich führe das mal vor …" - "Quasi ein Game Changer, höhö." - "Nein, ein Lyric Changer… ach so, das war ein Wortspiel." - "Das muss an diesem Abend erlaubt sein!"
Und nach einem Racetrack-artigen Sound und einem Gedicht über versunkene Eliteunis, Fehler als Munition, schnarrende Insekten und Retortengeister (das finde ich jetzt gar nicht im Band. Anm. d. Prot.) gab es - wenn auch mit nicht verständlichen Worten - Anklänge an einen Kirchenchor, eine Liturgie, die dann in Walgesang und im Knattern von Motorrädern unterging (quasi: das Gremium Health Bandits MC - oder wie diese Gangs heißen - trauert mit Timmys Angehörigen? Anm. d. Prot.) - (Ich hatte schon Wände, bei denen ich mit gutem Zureden mehr erreicht habe … Anm. d. Prot.)

Weiter bei Station 4. Der Publikumsjoker diesmal: "wenn Sie aber mit einem Schmetterling zusammenstoßen, verlieren Sie ein Leben … ⚠️🦋☠️." - "Ist das eine Sonderform der Chaostheorie?" - "Mir passiert das jedenfalls ständig, das Zusammenstoßen. Zum Glück folgenlos für mich."
Als Chrys das Schmetterlings-Stichwort - aus World "rotlichtverschiebebahnhof", Level 23 - zum Anlass nahm, weiter vorzulesen, trug die Zuschauerin beharrend noch einmal den kompletten Text wie eine Passphrase vor, was aber nichts am ausgewählten Autor änderte.
Die Schmetterlinge entsprechen hier den zu befreienden Geiseln in Counter-Strike. Je nach im Buch verwendeter Leiter kann die Hindernismasse auch mal zum mobilen Vorgarten werden, und auch wenn jeder Player "Bossfights" kennt, lehrt uns der Autor, das Unerwartete zu erwarten, wie Strumpfhosen aus zartschmelzender Schokolade oder Minzstücke die keine Coins sind, was Fairtrade klar erschwert. Aber die Gefahren sind klar außerhalb des Screens zu verorten, auch wenn die Schmetterlings Zombie ver Wer puppen innerhalb lauern. Außerhalb des Protokolls.
Massive Multi Meta Player Morph phosenphobie
Mit powergefarmten wohlgeformten Gigatonnen-Radieschen von unten
den Atomschlag
abwehrschläger abwehren mittels
fluch zeuch &
bedenken träger
Pro   nom
Por     no
Tor pe do (der japanische Weg explosiver Sexualitätsdarstellung? Da waren doch andere Begriffe... Anm. d. Prot.)
(Dieser epilyrische Anfall entspricht nicht den vorgelesenen Originaltexten. Bitte kaufen Sie das Buch. Anm. d. Just.)
"was ich noch sagen wollte", sagte der Autor mit unverzerrter Stimme, nachdem er mit unverzerrtem Gesicht aber verzerrter Stimme die Klangkunst fortgesetzt hatte. Zwei aufgeschnappte Zuschauerkommentare: "das klingt wie die aktuellen politischen Diskussionen." - "Den Effekt brauche ich für meine nächste Telefonkonferenz!"
Autorenkommentar, blätternd: "Hmm… zu diesem Sound passt kein Text... ah, da: Level 19, Sterntalerchen"
Und der nächste abstrakte Kosmos - griechisch: der Wohlgeordnete - entfaltete sich, die Unendlichkeit des echten und die unendlichen Möglichkeiten des digitalen (üb)erschlagen einen ja...
und beim "dafür halt ich mein schürzerl nicht auf heut nacht" gibt es spontanen Szenenapplaus des Publikums.
Naht(od)los geht es wieder in den Klangkosmos, der "Sound of golden coins" sozusagen, der Radiosprecher artikuliert sich in Technowalsprache mit "sich rückkoppelnden wolfslauten".
"Shopping? Nein! Durchrennen durchs Kaufhaus!" - "Yessss! Wie Parkour, das ist im Kern ja auch eine Protestform gegen das Urbane, also kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung (Traceur-Do? Anm. d. Prot.)(Was haben wir über Insiderscherze gesagt? Denn dazu muss man den Fachbegriff für die Läufer kennen, und dass Du in Deinen Protocollagen dauernd Running Gags - ha! - versuchst, in diesem Fall den Querverweis auf die letzte Protocollage und die japanische Art, auch aus Blumenschmuck eine Philosophie zu machen... Anm. d. Red.) - (Aber der taz-Artikel zu Parkour war wirklich sehr interessant! "Das Fortführen der kindlichen Bewegung als Erwachsener …" Anm. d. Prot.)

"Was zum Bratrohr hatte der gutgenährte Kerl hier beim Essenscasting verloren?"
 - "Ja, damit, also einer Antwort darauf, können wir dienen. Yvonne, Level 5 gehört Dir, bitte sehr!"
"Gerade kletternde Konkurrenz schläft erwiesenermaßen nicht, das ist nachvollziehbar." - "Und angespannt zu lauschen, wie sich der Protagonist schlägt, ist doch ähnlich voyeuristisch wie beim beschriebenen Publikum der Show?"
Die Soundeffekte aus dem Klangkoffer waren teils aus dem eingangs vorgelesenen Kapitel bekannt - wie die Trampolin-Federn - teils aber auch neu zugewiesen, wie das Magenknurren oder der Kurbelsound, der diesmal einen Helikopter darstellte. "Interessant, der Sound zum Griff in die leere Tasche..."
Und das "Feuer unter dem Hintern" des Moderators wirkt im ersten Moment echt! (Des vom beschriebenen Moderator geäußerten Satzes, nicht ein Feuer unter den Stühlen der sich bei der Moderation abwechselnden Autor:innen auf der Bühne. Mal ernsthaft: Soll Deine beschreibende Unschärfe ein Stilmittel sein?! Anm. d. Red.)
Die reiche Fabulierbe der Autorin zeigt sich in diesem Kapitel bei den Beleidigungen (Monkey Island-Vibes! Anm. d. Prot.), die der Konkurrent dem Protagonisten entgegenschleudert: "brechmittelinduzierter Kotzbrocken" - der er ja eigentlich selbst ist - , "Feigsocke" oder "lackiertes Meerschweinchen"!
Und die Gewinnerin des Wettbewerbs teilt mit ihm, so dass er der geschmacklosen Reisnudelkartoffelpampe entkommt: Der Beginn des Kampfs gegen ein menschenverachtendes System.
Einigkeit auf Bühne und beim Publikum: "Jetzt hab ich Hunger!" Und Hunger danach, zu erfahren, wie es weitergeht!

"Hinter den staehlernen Wellenbrecher kamen sie nicht." - "Das wäre dann wieder ich. Das stammt aus einem dedizierten Pandemietext für die damalige Corona-Geschichtensammlung des Curt, mit längst verdrängter Fachsprache, wir erinnern uns: 2G plus und so ... Familien ohne Gärten und gesperrte Spielplätze ..." - Aufstöhnen im Publikum.
Und wie bei Stefan Winters "eine andere Geschichte" - siehe Protocollage vom 22. April -, wo zu Beginn viele sterben, aber das Publikum aufgrund der darauffolgenden absurden Maximalüberspitzung befreit lacht, gab es auch hier ständig etwas zu lachen: Der Virus hatte alle Alten dahingerafft, bis auf den Großvater des Protagonisten, weil dieser sich zum un-unpassendsten Zeitpunkt ein paar Tage im Wald verirrt hatte. Doch die Familie hat kaum noch etwas von ihm, da aus Vorlesen für Kinder von Freunden mittels Angebot und Nachfrage stadienfüllende Tourneen wurden, denn schließlich waren ja auch die Stones und andere Rockopas tot.
Ausführlich wurden Merchandise, Livestreams und Reichtumsmaximierung beschrieben, das Lachen blieb dem Publikum gelegentlich im Hals stecken, brach dann aber bei Passagen wie "Nur das 'Na?' war gescriptet, das Erzählen vom Krieg danach war Freestyle" oder "Nur die hochzahlenden VIP-Gäste kamen hinter die stählernen Wellenbrecher und bekamen beim Meet&Greet die Haare gewuschelt und klebrige Kekse gereicht" - was die echte Familie durch tagelanges Offenlassen der Packung auf dem Fensterbrett nachstellt - umso befreiter heraus ... auch wenn das "Vater hatte schon jetzt Tränen im Auge" wieder für einen Moment nachdenklich machte, oder das "in Dänemark wurde nicht gestorben", da woanders ja sehr wohl...
"Und dass sich einer bei einer Rede auf die Brust gebrochen hat, hatten wir auch noch nicht. Etwas vollgesabbert, ja, halt das, was beim Sprechen noch im Mund war, kein Wiederkäuen..." (Erneut sicherheitshalber ein Legal Disclaimer: Das Erbrechen kam in der Geschichte vor, nicht beim Auftritt. Anm. d. Just.) - (Hey, Protocollagist! Fällt Dir eigentlich intertextuell auf, dass sich in letzter Zeit zunehmend der Justitiar einschalten muss? Anm. d. Red.)
"Einige Opa-Anekdoten waren aus meiner Zivi-Phase. Also aus dem, was der Patient mit Parkinson erzählt hat. Man musste sehr nah ran, um ihn zu verstehen." Auch dafür gab es Applaus.

"Damit wären wir durch! Kritik bitte nur konstruktiv." - "Oder passend zum Abend spielerisch."
"Ich konnte während der Lesung nicht einschlafen." - "Äh ... und das ist gut so!"

Beim Meet & Greet noch nostalgisch schwelgendes Erinnern an die - jeweiligen - Anfänge der Computerspiele: "Mein Gegenspieler hat immer so lange überlegt, dass ich mich währenddessen durch die Weltliteratur gelesen habe." - "Das geht nur bei rundenbasierten Spielen." - "Ich habe damals viele Tutorials online gestellt. Heute wäre ich Influencer, aber ich war zu früh dran." - "Ja, die Ungnade der frühen Geburt...."
"Sag mir, welcher Spielertyp Du bist - Casual Gamer, Adventure and Logic Puzzle Specialist, Speedrunner, E-Sportler, Ego Shooter, Konsolenfighter, Jumper and Runner, Simulationen-Spieler - und ich sage Dir ... 
... ... äh ... ... was für ein Typ Du bist." - "Ich war nicht in der Auflistung." - "Ah. Typ Pedant."
"Ich habe gehört, es gibt jetzt wieder Nostalgie-LAN-Parties." - "Aber Röhrenmonitore und PCs schleppt man da nicht mehr hin, oder?"
Auch Erfahrungen über WGs werden ausgetauscht. "Okay, Dein 'im Keller einer Backstube' ist nicht schlecht, bei mir hatte die Vermieterin im Hinterhaus Zimmer mit maximal millimeterdünnen Wänden abgetrennt, man hatte somit voll Anteil am Leben der Anderen. Und als mich einer der Nachbarn mal einlud und mir dann beim Kaffee erzählte, dass er Tabletten nimmt und Stimme hört, die aber nicht in seinem Kopf sein könnten, weil sie Sachen wüssten, die er nicht weiß, hatte ich schon Sorge, dass er sich irgendwann Stephen King Shining-mäßig durch die Wand hackt." - "Und ich hatte damals den alten Rechner von jemanden geerbt, inklusive Browser-Historie der Pornoseiten. Aber ich hatte damals keinen Internet-Anschluss."
(weitere Topics waren noch: Hex-Cheating, der Nicht-Durchbruch von VR, da sich viele dabei erbrechen, und das Geben und Nehmen bei Torrents und was davon strafbar war und ist. Anm. d. Prot.) - (Du wirst müde? Gott seis gedankt. Anm. d. Red.)
"Da war noch ein Schwarzhörer über Handy, den müsst ihr mitzählen." - "Ach, Dein Kind hat auch angerufen?"
"Hier steppt die Bärenschanze!" Und mit Gesprächen über Katzenpflege und warum unsere Verwandten, die Affen, keine Großkatzen wie Pumas leiden können - "vielleicht daher unser Drang, sie zu halten: Kontrolle!" - endete "LEVEL UP? – die Literatur-Game-Show". 
Spiel, Spaß und viel gelernt! Bedankt!

Liebe Grüße Jogi
PS: Gamifizierung von Umweltschutz, Energiewende, internationaler Zusammenarbeit und Demokratieerhalt? Wer spielt mit?



Montag, 4. Mai 2026

Anonym Olivenöl ins Feuer gießen

¡ Saludos !

Im Vorfeld des Treffens: "... und die Maklerin dann so: Mein liebes Kind: Ich wünsche Dir nur EIN Kind, das so ist wie Du früher. Wobei ich merkwürdig stolz darauf bin, dass mein Enkel in der Grundschule erfolgreich Wiesengras-Zigaretten mit Zeitungspapier und Tesa an ältere Kids vertickt hat." - "Ja, der Direktor musste den Lachflash beim Sanktionierungsgespräch zurückhalten, allein das war es die Sache wert."

(Auch der Versprecher "steh da nicht rum wie ein verflossener Pudel" ist nicht schlecht... das wurde alles unter mindestens Vier-Ohren erzählt? Du hast doch erneut nicht teilgenommen? Anm. d. Red.)(tja, die "gut informierten / vernetzten Kreise".... und wirklich nur ein Hauch kreativer Freiheit... Anm. d. Prot.)

Ja, ja, wie Stefan Winter sinngemäß - oder mit gemäßigtem Unsinn - sagte: "Auf dem Weg zum Brunnen schlägt des Poeten Kopf in der Regel so leger gegen Regale, bis Essentielles hervorbricht"

Aber jetzt zu etwas völlig anderem, nämlich dem eigentlichen:

Tamas der rockende Gärtner mit zwei Texten über Spanien!

(das ist lustig: ich führe gerade eine (Name des Internetdienstes geblockt)-translator-unterstützten Dialog mit den spanischen Verkehrsbetrieben, weil nach der Straßenreparatur der Fahrplan wieder in die Bushaltestelle gehängt wurde, aber der Bus weiterhin eine Haltestelle davor wendet. Se vende. Anm. d. Prot.)

Inhalt des Gedichts unter anderem: die Sagrada Familia (das ist jetzt schon leicht spooky, oder eine Gaudi? Denn gerade vorhin hatte eine Freundin eine Collage mit Barcelona-Bildern im (Name des Internetdienstes geblockt)-Status, darunter diese Kirche... und nein, das war nicht die in einem anderen Chat zitierte "Silent Generation"-Prä-Boomer-Dame, die nach eigenem Bekunden ohne diese App nicht mehr leben kann... Anm. d. Prot.)

Bier, Olivenbäume und weitere Flora wurde ebenfalls darin besungen, aber nicht nur blumig!

(Und um hier übersetzend zwischen "seinerzeit zu meiner (Jugend)zeit" meines Mandanten - aus Gen X - und Ihrer Generation auszuhelfen: er wollte mit der Einstufung "Rock(musik)" übrigens wild- und wertschätzend das zum Ausdruck bringen, was in der Jugendphase Ihrer Generation dem HipHop entspricht. Anm. d. Just.)

Josephine (in den bisherigen Protocollagen auch als Coralie bekannt / genannt. Das sei hier erwähnt, um Verwirrungen zu vermeiden. Siehe auch Thema "Anonymität" weiter unten ... und: sie schreibt sowohl Prosa wie Lyrik, siehe "Gattungswettstreit" unten! Anm. d. Prot.) trug ihr neues Gedicht "Ubi est Quintus" vor (die Meta-Ebene wäre der Satz "nanu, wo hab ich den Ausdruck von meinem 'wo ist Quintus'-Gedicht hin" ... Anm. d. Prot.)

Und der Phönix wurde noch mal (sic!) vorgetragen und dankenswerterweise auch im Chat geteilt.

(Apropos, auch sehr gelacht über das "an den Chat-Kanal dieser Literaturgruppe habe ich natürlich schon eine sehr hohe Erwartungshaltung... das muss schon der lyrischste unter allen Kanälen sein!" Anm. d. Prot.)

(Und ist das nicht der schräge Vogel, bei dem auch Kükenschreddern nichts brächte? Und ich könnte mir vorstellen, dass der - weiter unten und intertextuell woanders auftauchende- Feuerdieb Prometheus verächtliches in seinen Bart brummt... Anm. d. Prot.)

Cool oder hot jedenfalls das "finden hitze und atem wieder zueinander" und "das herz erinnert sich, es schlägt" und natürlich, dass das Viech - sich endlos updatend - "für die nächste Version brennt" (sein CO²-Klauenabdruck würde mich brennend interessieren... Anm. d. Prot.)

Die anonyme Gästin aus Erlangen wohnt in Nürnberg, agiert aber in der Erlanger Gruppe,  aber jetzt auch (und ggf. wieder oder ununterbrochen? Denk an Dein schlechtes Namens-, Gesichter-, Fakten-, ja eigentlich alles-Gedächtnis Anm. d. Red.) in der Nürnberger Gruppe, ist aber keine Doppelagentin; denn Dopplereffekte ja auch bei anderen und auch mit VS und den Blumenkindern (Du meinst den pegnesischen Blumenorden! Etwas Respekt und Korrektheit, bitte! Anm. d. Red.)(Wieso? Ich habe großen Respekt vor dem Pazifismus der Hippie-Generation, "stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin" und so... und meinetwegen auch vor den anderen, Auszug Wikipedia "Blumenkinder, vulgo Streuengel streuen bei Hochzeiten Blumen vor dem Brautpaar" Anm. d. Prot.)

Das Thema ihres Gedichts war passenderweise "Anonymität" ... wobei der Vorname in der letzten Zeile zu viel verrät ... vielleicht.

Auf jeden Fall zur großen Freude der Nürnberger Lyrik-Abteilung (hm. Ich wusste gar nicht, dass wir da so einen Kopf-Quote-Wettstreit zwischen die Gattungen bei uns haben ... Lyrik gegen ... äh, was? Prosa? Epik? Dramatik oder Komödie und Tragödie getrennt? Das wäre ja eine Tragödie ... und Rhapsödie und Sachtexte wären noch zu nennen ... Anm. d. Prot.)

Oder wie heißt es so schön: Klärt die Anonymositäten bitte vor der Veröffentlichung - und Druck vor der Drucklegung ist unhöflich, da hilft kein Zwinkern ob virtuos-echt oder virtuell.

Und da in Gedicht und oder im Gespräch kastanienblondes oder -glattes (sind die nicht stachelig? Anm. d. Prot.) vorkam, da sind die Quellen nicht ganz klar, und da lieber über "Aufblühen in der Anonymität der Großstadt" und "was sagt der Gärtner-Profi denn dazu?" gekichert wurde, (Hier sicherheitshalber ein "Angaben mehr als sonst ohne Gewähr." Du bist ja schon manchmal abwesend, wenn du anwesend bist, aber wie abwesend bist Du erst, wenn Du wirklich abwesend bist? Anm. d. Red.) belassen wir es dabei, dass das Feedback zum kastanienglattem Haar gemäß dem - ernsten oder ironischen - Feedback der Autorin, der Initialen mittlerweile ermittelt werden konnten, "erfreulich war".

Und dann gab Chrys den Prometheus, ohne irgendwelche promethischen (oder prophetischen? Anm. d. Prot.) Anteile freilich.

Mit Reim! Auch das war Thema:

Der Literat:innen Endgegnär
Der Deutschlehrär
Herr Bär (Name von der Red. geändert. Anm. d. Prot.)(Halt mich da raus! Anm. d. Red.)
meint dasss ohne Reim
ein Gedicht nicht fein
sein
kann, nein, nein!

es Schund nur wär
das erzürnte mich sähr
doch brav ich stab

bis er starb

(was sollte das denn? War das das vorgetragene Gedicht? Anm. d. Red.)(Nein, eine Veralberung krampfhafter Reime, aber nicht von mir, sondern einem Teilnehmer. Wobei "T.F.Superstar" entweder Tobi oder Tamás sein könnte, also Mr. Hydra/nt oder "the gardener" ...Anm. d. Prot.)

Beim Lesen immer der Gedanke … wie liest man die (Um)Brüche, die Schriftformatierungen vor? Und dann noch die spitzgeklammerten Regieanweisungen für maschinell verarbeitende Intelligenz...

Und bei der Themenwahl: Lederlehrer:innenfetisch ist das eine, Bingo! 
  strafreizrechtlich relevante Fragen zur Thermomixdynamik das andere...

Auf jeden Fall gewohnt gehirnzellenaufrüttelnd! Fürchte Deinen Nächstautor! Und der Kampf des Wals im Wahlkampf... todaktuell!

(nur der Titel der Gedichtserie, "meditationes", kommt mir schon wieder spanisch vor? Auch beim Spazieren durch die Stadt fällt mir seit der Rückkehr aus Spanien viel mehr spanischsprachliches auf, ischwör / ¡ Lo juro! Unglaublich... Anm. d. Prot.)

"Und kriegt man so etwas wie die Techmilliardär-Robodogs des Künstlers Beeple auch als Lyrik hin?" - "Na, genau das, also natürlich anders, macht Chrys doch schon die ganze Zeit!"

Und wir (also nicht die Teilnehmer:innen des Treffens Anm. d. Prot.) spazieren durch den Pocketpark, ein mikrobunter Herzaufgehdings, 
Die Kacheln 
Kleinode
in der (wieder  
Fadeout to beton(ier)t urban grey)... 
Einöde

Und der Notausgang lag 
ungeschwindelt in schwindelnder Höhe...

Und immer wieder (Parkour als Trotzreaktion) über Hydranten stolpernd (jetzt wieder die Teilnehmer:innen, s. Foto. Und siehe auch die Unterschiede zwischen spanischen und deutschen Oberflurhydranten Anm. d. Prot.), ich glaube, wir lesen künftig Tobis Hydranten-Gedicht mantrarochenmäßig bei jedem Treffen trefflich vor! (Da böte sich thematisch - repeat, piep! - eher der Phönix an... Aber bevor Du jetzt noch so eine Battle-Grafik wie bei Phönix und Prometheus unten machst... Wobei ich seinen Angriff nicht ganz verstehe... Anm. d. Red.)

(Die Vorgabe war 80s Konsolenstyle, Prometheus sollte mit Ketten, Adlerangriff und Feuerball gleichzeitig angreifen, weil ich mich nicht entscheiden konnte, und der Phönix mit Feuerwehrhelm sollte gerade letzteres ganz relaxt aussitzen, aber das hat die KI im ersten Anlauf nicht hingekriegt, und ich habe prompt den Prompt nicht weiter groß verfeinert... Anm. d. Prot.)

Aber, nur das Beste für die Gäste, das Beste zum Schluss:

Nach einem Tag Homeoffice ungewaschen und unrasiert mit einem Beutel noch einen Abendspaziergang zum Bücherschrank gemacht und auf dem Rückweg lehnt der Wirt von der alten Küche an der Wand und fragt: "habt ihr Hunger?"

Im ersten Moment gedacht dass er Flaute an dem Abend hat und potentielle Gäste anquatscht, aber nach Ablehnung und Weitergehen fällt mir auf (Dir fällt langsam schon auf dass viele Deiner Anekdoten eine Form von Treppenwitz beinhalten, oder? Anm. d. Red.), dass Geste/Hilfsangebot für vermeintlich Obdachlose. Also sehr beeindruckend und sozial Hoffnung gebend...

Leider dieser Bericht also nur ein Treppenwitz. 

Aber deswegen bin ich ja Literat, verdammt, weil nicht gut in Echtzeitkommunikation.

In diesem Sinne: Es besteht noch Hoffnung für die Menschheit... oder so...

Liebe Grüße Jogi 




20. Mai: LEVEL UP? – Literatur-Game-Show im Gostner Hoftheater

 (Oder: gamer doch wech mit dem rumdaddln allerweil)

Niemand gewinnt. Alle spielen mit: Handy-Games, die das Belohnungszentrum von Kindern hacken. Multiplayer-Welten, in denen Menschen Job und Familie für einen Raid riskieren. Shorts und Reels, die das Denken im Brain Rot begraben. „Gamifizierung“ im Arbeits- und Schulleben, während das echte Spiel längst professionalisiert, workifiziert und monetarisiert ist.

Die Show als sich selbst demontierendes Zitat: Am Ende ist vielleicht etwas klarer, was wir hier eigentlich verlieren. Unter diesem Vorzeichen steht LEVEL UP? – Eine Literatur-Game-Show, die drei Autor:innen des VS Mittelfranken auf die Bühne bringt: mit Lyrik, Prosa und Haltung (anstelle einfacher Antworten).

Yvonne Richter treibt das Spielgeschehen in ihrem Jugendroman Casting bis ins Unmenschliche: Jeder gegen jeden, ein Kampf um ein selbstbestimmtes Leben auf dem Weg in die Freiheit. 

Philip Krömer sucht in seinen Erzählungen mithilfe eines empathischen Bots den perfekten Loadout für das nächste Egoshooter-Match – bis der letzte überlebende Senior einer Pandemie seinen großen Auftritt auf der Show-Bühne bekommt.

Christian Schloyer liest Gedichte aus JUMP 'N' RUN und VENUS–MARS, die Computerspiel-Strukturen schon in ihrer Form tragen – und improvisiert dazu live elektroakustische Klangwelten: Computer und Analogelektronik als echte Instrumente, als körperliche Erweiterung des menschlichen Ausdrucks und Gegenentwurf zur algorithmischen Unterwerfung.

Eine Veranstaltung des VS Mittelfranken (darunter zwei Wortwerker:innen, bei Philip bin ich mir grad nicht sicher, ob der früher, als ich lange Teilnahmepause... : -) in Kooperation mit der Volksbühne ver.di und dem Gostner Hoftheater:

Mittwoch, 20. Mai 2026, 20:00 Uhr

Theaterkneipe LOFT im Gostner Hoftheater

Austraße 70, 90429 Nürnberg

Tickets: ab 7,70 € (ermäßigt) bis 27,50 € (Solidarpreis)