i Habe die Ehre !
Eine große Runde gestern, umrahmt von politischen Diskussionen (eingangs national, ausgangs international – die Künstler sind nicht mental in den Elfenbeinturm zurückgezogen. Tja, alles Vor- und Nachteile…)
Andy kam auf etwa einen Euro Tageslohn im Selbstpublishing Amazon, und das nicht mit dem Gedichtband, und auch durch anfängliche Freundschaftsdienste bei Bewertungen. Auch die Unsitte oder Sittenwidrigkeit von Agenten-Klauseln wurde diskutiert und (ergebnisoffen?) mit Maklerverträgen verglichen.
Organisatorisch wurde – neben dem Vertrag zwischen Christian (haftet)(danke) und Stadt über die Raumnutzung (daher bitte immer vorfinden wie zurückgelassen und/oder umgekehrt) - Textualienmarkt im Juli und Poetenfest im August gesprochen
Bei ersterem: Jubiläum. Party. Wortwerk so wie es ist: Texte vorstellen und besprechen. Texte von Gruppenmitgliedern aber auch Externen. Angebot, dass wir die vortragen (und eben besprechen). Natürlich schwierig, wer hat den Mut da einfach vor Fremden die eigenen Babies zu präsentieren… andererseits: open mike und so...
Bei zweiterem: da eher Vorträge, wobei die Organisatoren genau das („nur“ Lesung) eher nicht wollen… also mehr Richtung Performance. (dem Protokollanten schweben große Monitore mit dynamisch animierten Texten vor :-) Vorschlag Leo: Konzept „Natur“….
Für beides auch vorsichtiges Fühlerausstrecken Richtung Wortwerk Erlangen...
Organisatorisch natürlich nicht auf (Christians) zwei Schultern. Auch hier über Mailwechsel können Vorschläge ausgetauscht werden, und/oder alle bis nächstes Mal konkretere Ideen
Dann hat (verzeih falls der Vorname nicht stimmt) Thomas aus seinem aktuellen Romanprojekt vorgelesen: Jugend in den 90ern auf dem bayerischen Land. Positiv rezipiert, alle wollen wissen wie es weitergeht, sehr gut beschriebene Charaktere einer "Rest-Familie". Altbayerische Details. Und die Darstellung des Themas soziale Scham. Einwand Andreas: kürzer und sinnlicher, das Sensen? Überlegungen und Gedanken des Protagonisten sehr interessant und amüsant, aber ist er zu sehr reflektiert für Jugendlichen?
Und Matthias las Gedichte aus Krypto Night, dem Werk, wo der Untertitel schon ein Gedicht für sich ist: teils sehr lyrisch-poetisch, Birkenlichtgeflimmer und Nonnen-Schmetterlinge. Und mutige Silberpferde im Netz. Und die strahlenden Augen des Blinden.
Aber auch im Mix mit abstrakt-"anstrengende" Passagen... und Anspielungen auf Dichter, Maler und Philosophen. Das Vorwort mit Erklärungen ist neu.
Doppelt vorgelesen bleiben tatsächlich mehr Funken in den Köpfen der Zuhörer hängen.
Auch das Experiment à la "sing my song", also das Vorlesen durch Christian, war eine interessante Variation.
Und eine ausführliche Diskussion, ob man ein literarisches Werk abschließt oder es vom Verlag weggenommen kriegt oder man irgendwann die Lust daran verliert
Und der Rest war wieder kollagierte Wortfetzen…:
Diese Frage tut literarisch wohl.
Wie kann man zu Literatur nein sagen.
Hast Du den Agenten gesucht – äh, warum die Vergangenheitsform? Ich suche noch.
Anders als bei unseren kreativen Geschwistern aus der Musikbranche geht in der Literaturszene kein Goldgeldkoffer um.- Nur Bücher im Handyformat verkaufen sich. - Oder Pilcher 2.0 als „young adult“, die (nicht ganz so) Schöne zähmt das Biest. - Ja, aber es wird noch gelesen. Immerhin.
Speeddating in Leipzig – ach so, mit Verlagen und Agenten.
Ein Euro pro Tag – wie war das mit „ich war jung und brauchte das Geld?“
Bitte nirgends Müll hinterlassen, hier gibt es einen direkten Rattenzugang.
Die literarischen Figuren vor Vertragsbeginn entfernen. - Kostenlos ist nicht ernst genug.
Der Textualienmarkt vor drei Jahren… - ich erinnere mich, das war ein heißes Jahr. - Oh, das werden wir sicher toppen heuer.
Wir sollten dort einen Safe space für die AL, die anonymen Literaturschaffenden, bereitstellen.
Die Erlanger Wortwerker sind jünger als wir – wir waren aber auch mal jung und sexy, wir waren auch mal Erlanger!
Das ist das Problem mit den studentischen Gruppen, der Mitgliederschwund nach dem akademischen Titel.
Naturkonzept fürs Poetenfest: „Wortwerk mäht den Rasen.“ / Aufsizchtsrazenmäher.
Man muss auch einkalkulieren, dass auf der Bühne phasenweise mehr los ist als davor.
Maximal eine Seite – oder ist das zu einseitig?
125 Jahre FC Bayern – da müssen wir uns ranhängen!
Fürs Protokoll: Der Vorleser hat sich NICHT aufgedrängt.
Aeskolap-Nattern: ist das nicht ZU symbolisch? - ja, aber die gab es da und vor denen hatte ich Angst.
Es kommt: „die Frau 2.0.“ - Wie: jetzt kommt die Stelle wo er das Mädchen kennenlernt und da willst Du aufhören?
Er kann sich sogar einen Gärtner leisten, der für ihn Tennis spielt. Und nein, der Autor hat nur Tischtennis gespielt.
Es fehlen die Gerüche, vielleicht auch die schlechten des Bruders.
Leberkäs fleischgewordener Depardieu (?)
Das Dechiffrieren der Habitusse
Nur punktuell untypisch jugendlich. - Ja, er reflektiert zu sehr. - Ja, aber ich war so als Jugendlicher!
Ich habe auch noch die Sense bedient.
Clash of cultures: ja, aber nicht dauernd „Scheiße!“ schreiben
Es gibt halt nun mal lebendige Klischees, trotzdem: Pfui.
Schreiben hilft. Gegen unvollendete Texte.
Rassismus reicht, nicht auch noch Chemie-Teflon-Skandal. (vergiftet, daher AfD-Wähler)
Wir sind scheinbar viele bayerische Provinzselbsthilfegruppemitglieder
gedankenlos Gedanken denken.
Überarbeiten kannst Du immer. - Das ist ja das schlimme!
Wie fühlt sich das pre-digitale an… das kriegen die jungen Autor:innen von heute ja gar nicht mehr hin! - Genau, Wählscheibe und Sense und Liebesbriefe – Liebesbriefe sind eine tote literarische Gattung – ja, die verkaufen sich sehr schlecht.
Bist du auch der erste deiner Familie, der studiert? - Nein, der erste der sein Studium abgebrochen hat.
Die Lücken zwischen Leben und Buch... und Autor und Leser
Du hast ein entschlüsselndes Vorwort für die Abkürzungen in den Titeln eingefügt, aber das entschlüsselt nichts, weil z.B. "L.S.M." für "Liebe Sarah Müller " steht. - Ja, aber es geht gar nicht um sie.
"A" steht für Teamwork.
Lyrik kann mit Rhythmik und so direkt ins Hirn malen
Der Wechsel von sinnlichen Pferden zu abstrakt macht mir Probleme. Auch, als Du für ihn vorgelesen hast. Immer noch das gleiche Problem, aber anders. - Und Beamt:innen finden vielleicht auch das Trocken-Abstrakte erotisch.
Kein/en Gefallen. Deshalb vielleicht umso mehr. Was auch immer das hieß.
Vom Autor mit dem Text allein gelassen worden
Viele schöne doppelte Böden zum Reinfallen
Ich möchte die Statik des Gedichts bröckeln sehen. - Nein, man muss das bildhauerisch sehen, Statuen können auch schön sein. - Oder man performt ihre Zerstörung - ja, Bücher kann man umschreiben, beim Bildhauer ist irgendwann der Klotz weg. In Lyrik ist ein eingebauter Veränderungsprozess - ich muss mich der Lyrik zuwenden, da ist auch Nicht-Abschluss erlaubt. - Lyrik stellt Un-Fertigkeit aus
Naja, auch die Belletristik.... Figuren wandeln sich, man selbst verändert sich - Eine Figur ohne Eigenleben ist schlecht
Fahren wir nach Asien... Oder zum Mond
Die Melodie des Gedichts... vertonen? - Um Gottes Willen!
Es gibt keine falschen Empfindungen, außer sie sind von Dir
Schwebende Schmetterlinge mit literarischen Nadeln aufspießen
Mein literarisches Projekt, mein Baby, ist in der Trotzphase - ich habe von einem Autor gehört, der eher vom "begraben" spricht
Es ist ja irgendwie unser Hobby