Donnerstag, 21. Mai 2026

Level, Leitern und Wellenbrecher

 "Level Up?": Lesung, Klang- und Game-Performance im Go(ho)stener Theater: Jede:r der drei Autor:innen hatte (Endboss-mäßig) scheinbar je eine eigene Security dabei, denn das Ticket wurde am Hoftor, an der Haustür und an der Bühnentür separat kontrolliert ... oder waren das getrennte Kontrollen durch die beteiligten Parteien "VS Verband der Schriftsteller", Veranstaltungsort und die Künstler:innen selbst? : -) (Cool waren die Augmented Augenlinsen, mit denen die Gorillas die QR- und Barcodes scannten, ganz ohne Handgerät... Anm. d. Protocollagisten) - ("Gorilla" bezieht sich hier auf eine umgangssprachlich übliche Bezeichnung für Türsteher:innen und ist NICHT (ab)wertend gemeint. Außerdem liebt mein Mandant Affen und fördert entsprechende Schutzorganisationen. Anm. d. imag. Justitiars) -(An die Reaktion: Ich würde diese Protocollage gerne im Stil eines Game Reviews einer der bekannten Spielezeitschriften machen, wie Amiga Games, Game Star PC oder GamePro Konsole machen, ist das ok? Anm. d. Prot.) - (Ich traue mich wetten, den Vorsatz hast Du schon ein paar Sätze weiter vergessen. Anm. d. imag. Redaktion) - (Lass ihn. Er will doch nur spielen. Anm. d. Just.)
"Entschuldigung, darf ich euer Gespräch punktuieren, um das große Grußprotokoll meines Angetrauten zu überbringen, oder ist diese ungefragte Störung ein sozialer Fauxpas?" - "Naja, schon die Unterbrechung durch diese Frage … Schande über Dich! Aber danke und plus Eins zurück!"
"Wie war das jetzt noch mal mit der Middleware? Das Update downloaden oder das Downgrade uploaden? Ja, ja, die Fachtermini..." - "Das haben wir bei den Geschichten über Gaming jetzt auch gleich..."
"Seid ihr verwandt oder seht ihr euch nur ähnlich?" - "Das sähe uns ähnlich..." - "Entschuldigung." - "Alles gut. Warum sollte uns das stören, wenn man uns darauf anspricht?" - "Naja, es sind ja nicht alle geschwisterlichen Beziehungen harmonisch … seid ihr auch seelenverwandt?" - "Naja, nicht gleich übertreiben..."
"Funktioniert das gut mit den Stiftnotizen auf dem Handy?" - "Ja, das geht manchmal einfach schneller als Tippen." - "Ist da eine automatische Handschrifterkennung dabei?" - "Bei meiner Klaue muss ich da noch auf die Quantenrechner warten..."

Spieler 1-3 ready? Auf die Bühne! Go!
"Beim Spielen ist das Lernen nicht weit ... und natürlich das Thema 'Kommerz im Gaming' wie InApp-Käufe, aber so etwas wie Sammelkarten kennen wir ja schon aus der analogen Ära... Spiele wurden schon immer also auch 'verernstet'... und Literatur kann man ja auch als 'Spiel per se' sehen..." - "Was wäre dann das Gegenstück zu 'Krieg und Frieden'? (siehe auch "während einer Partie mit ihm kann ich Romane lesen" weiter unten! Anm. d. Prot.) Zehn Runden Risiko am Stück?"
"Ihr dürft jetzt reinrufen, wer als Erste:r lesen darf. Nein, nicht Namen, sondern durch Vorlesen eines der Textfragmente auf einem der ausgelegten Zettel... vielen Dank. Und unser erster 'Wer' (Wer-Autor:in? Jaulen die nachts den Mond an? Oder sind gespalten wie Jelinek und Hyde? Anm. d. Prot.) iiiiiiiist daaaamiiiiit... Yvonne! Und wer ist Yvonne, darf ich gleich ausführen? Autorin natürlich, aber davor war sie Kunstlehrerin, aber nur ein Jahr lang." - "Ja, wir haben dann festgestellt, dass ich die, die sie vergrault haben, später in Kunst hatte." - "Na, Hauptsache Du warst nicht der Schüler der sie vergrault hat, Philip. Und die drei Quizkategorien, die Yvonne definieren, sind: Unfug, Kinder, Koffer." - "???" - "Na, der Koffer, der da steht. Beziehungsweise auch ein paar Jahre 'Museum im Koffer'." (Warum wird das 'Unfug' hier nicht aufgelöst? Wir wollen keine Klage wegen übler Nachrede... Anm. d. Just.)

Ihr erster Text aus ihrem Roman "Casting" war eine Szene, wo Teilnehmer:innen - sog. "Castidaten" - das System boykottieren, indem sie die Preisannahme verweigern ... auch wenn diese wegen Dysto-Sozialstaat-tot-Setting teils lebenswichtig sind, wie etwa die "Hutzen" genannten Zelte. Ein mitreißendes und nachdenklich machendes Setting.
"Ich liebe ihre Protagonist:innen-Namen, da ist sie so kreativ wie Terry Pratchett! Admiral, Quecke, Schlawine ..."
Und dem Klangkofferinstrument (analog, kein Synthi... wobei es ja auch analoge Synthis gibt. Und von denen wiederum Virtualisierungen als Plugins für Computer-Musikprogramme ... Anm. d. Prot.)(hat dieser Einwurf die Leserschaft tatsächlich erhellt? Was glaubst Du? Anm. d. Red.) entlockte die Autorin während der Lesung diverse untermalende Soundeffekte, wie Fahrtwind, hereingeschobene Rolltische und ein live gespieltes Martinshorn. Auch der Kamera-Bruch wurde akustisch mit Verve intoniert!

Dann wurde Philips Text ausgerufen und der Autor von Yvonne vorgestellt: "Das wichtigste über Philip: er lebt! Und er hat drei Kinder und vier Bücher..." - "Das klingt jetzt so als ob die Reihung strikt abwechselnd war, aber das stimmt nicht ..."
Sein erster Text: Ein sehr unterhaltsame Kurzgeschichte, die tiefe Einblicke in die Leiden eines zwar sehr gut verdienenden E-Sportlers bot, den aber ständig Ängste vor Trainingsausfall durch Mausarm und Sehnenscheidenentzündung und jüngerer Konkurrenz plagen.
"Das ist eine ganz eigene Welt mit eigenen sozialen Regeln und Begrifflichkeiten, da bin ich tief in die Recherche eingestiegen... 'Counter-Strike'-Weltmeisterschaften... Zwei Teams auf verschiedenen 'Maps', immer wieder die Rollen von Geiselnehmern und Geiselbefreiern tauschend..." - "Das erinnert mich an den Roman 'Miami Punk' von Juan Guse. Da ist ein roter Faden auch eine Counter-Strike-E-Sports-Truppe..."
Die Dankbarkeit, dass man nicht mehr PCs und Röhrenmonitore zu LAN-Partys und Turnieren schleppen muss, partiell gesponsorte Ernährung - so man Energydrinks und KFC so nennen mag - dafür aber Gymnastik, denn die Erkenntnis, dass in kranken Körpern die Konzentration und damit der Spielerfolg nachlässt, ist durchaus vorhanden.
Immer wieder Lacher im Publikum bei Sätzen wie "Unsere Muskeln waren gut geschützt unter einer Schicht Robbenfett", "schon der Großvater hat Counter-Strike gespielt" oder - während des Showdowns im Game mit einem KI-Trainingsbot - das "in zehn Minuten Essen!" der Mutter. 
Dann die philosophische Wendung, der Glitch in der KI ... "Kämpfe, verdammt!" - "Wozu? Und sag mir lieber: Was bedeutet es, einen Körper zu haben?"
(Die Missionarsstelle müsste man in der Geschichte noch mal lesen, da habe ich den Anschluss verpasst: Der Missionar missioniert auf der Insel, klar, und wir erfahren die Gedanken der missionierungsunwilligen Eingeborenen wie 'was hat der Arme verbrochen, dass man ihn zu uns schickt' und 'halten die uns für so leicht beeinflussbar'? Aber was hat das mit dem Counter-Strike-Showdown kurz davor zu tun? War das ein Gedankenkonstrukt der KI? Anm. d. Prot.)(Ah, ich habe mich schon gefragt, wann Deine Mitschreibeversuche und die erzählte Echtzeit des Abends anfangen, auseinanderzulaufen … der Justitiar hat gewonnen, er hat auf 'spätestens im vierten Absatz' getippt. Anm. d. Red.) - (Moment: ihr schließt Wetten auf mich und mein Versagen ab? Anm. d. Prot.) - (Na, das passt doch zum Thema 'Monetarisierung der Spielelandschaft'! Anm. d. Just.)
Jedenfalls spannend und erleuchtend, das "Der Pazifizismus der KI verbreitet sich epidemisch, dass darf nicht sein!"
Abschließend noch ein paar Erläuterungen von Philip: "Da wurden die Fachtermini der E-Sport-Szene verwendet. Wenn man die als Nicht-Gamer nicht komplett im Detail versteht, macht das nicht, bzw. ist das so geplant. Es geht mehr um die Vibes. So wie Jägerlatein und Seemannssprache. Aber die Missionarsgeschichte ist übrigens in echt in etwa so passiert!"

Weiter ging es zu Level 3, und tatsächlich wurde der dritte im Bunde, Chrys, mit "im letzten level ein fluechtiger eindruck: saeuglingsaehnliche wesen" aufgerufen und Punkte seiner Vita von Philip aufgeführt, u.a. die Tätigkeit an den Schnittstellen Literatur, Programmieren also Codeliteratur, schon durch das Schreiben von Spielen am C64, und das Design von Brettspielen. "Ja, meine verlagstauglichkeitssteigernde Regelkomplexitätszunahmevermeidung funktioniert in der Regel nicht..." - "Und dass Du World of Warcraft Digitrade betrieben hast... das hat mich total geflasht, dass das ein Wirtschaftszweig ist!"
("kenne ich von meinem Sohn" war aus dem Publikum zu hören, allerdings wurde nicht weiter ausgeführt ob als Trader oder als Kunde. Anm. d. Prot.)
"Kurz zu Workifizierung des Gamings: um beim Spielen endorphinmäßig ("the dolphin has a lot of endorphine"... Anm. d. Prot.) gut weiterzukommen, muss man sich von Arbeit, Familie und Game-Life-Balance lossagen … ooooder die Globalisierung und Billiglohnländer nutzen und einen echten Angestellten für die virtuelle Welt finden: während Deiner AFK-Zeit (Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung. Sehr wichtig! Ebenso wie das Archiv für Kulturgeschichte. Aber gemeint ist die nicht vor dem Bildschirm verbrachte Zeit. Anm. d. Prot.) erschlägt dieser stellvertretend stumpf und geduldig ein stets an der gleichen Stelle "respawnendes" Fairtrade-Monster, das beim Sterben praktischerweise Münzen zurücklässt, der Angestellte sammelt diese auf, repeat (piep) und verwaltet das sich so kumulierende Guthaben treuhänderisch, um es gegen eine - echte, IRL also "in real life" nutzbare - Bearbeitungsgebühr zu überreichen, auf dass Du so weiterspielen kannst, als hättest Du hyperschallfokussiert ununterbrochen nichts anderes gemacht, was es dir ermöglicht, fantastisches verpixeltes Equipment zu erwerben und auf dem digitalen Schulhof zügig für die wirklich spannenden Quests - sozusagen geschlossene Gesellschaften - ausgewählt zu werden." - "Also quasi: 'Capitalism has left the building but has entered the games.'"

"Du hast vorhin durch Deine Ausführungen zum Thema 'Unverständlichkeit' gewissermaßen eine Brücke zu meinem Vortrag gebaut. Da geht es nicht ums Verstehen von Text oder Musik, sondern darum, (Ab)bilder im Kopf erzeugen. Müde und oder alkoholisiert zu sein, wäre eine gute Voraussetzung." - "Alles klar. Barkeeeeper!"
(Und Du machst jetzt bitte keine Ausführungen, wie bei Chrys Elektroakustik Analog und Digital vernetzt ist, okay? Und ich hoffe, Du versuchst nicht auch wieder, die entstehenden Eindrücke und Bilder wiederzugeben... Anm. d. Red.) - (Menno. Es klang wie Industrialien Music X "Käfer und Wal diskutieren mit einer Harpyie" X Talking Robohead oder so. Anm. d. Prot.) - (Na, na, na ... Anm. d. Red.)
Dann wurde - ins unverzerrte Mikrophon gesprochen - gleichnisgleich das Dilemma der Welt auf den Punkt gebracht: Eigentlich eine Lösung gesehen zu haben, das entschuldigt doch allerlei - siehe Level 45 aus dem Kapitel/der World "tauchbecken mit marianengraben" aus dem Gedichtband JUMP'N'RUN.
(Und bei der Musik ging an manchen Stellen die Dynamik von Forte wieder zurück auf Originalgeräusche … und hätte da ja Pop/Rock/Metal-mäßig ständig mehr Verzerrer und Echo durchlaufen lassen... und natürlich einen Beat und eine Baseline darunter... denk an die den Vortrag des Arbeitskollegen über Punk- und Funk-Basslinien zwei Tage vorher ... Anm. d. Prot.) - (Ja, ja ... und ich wünschte, ich hätte für Musikrezensionen einen Musikjournalisten. Anm. d. Red.)
"Bei dem Gedichtband sind die einzelnen Textzeilen ja mit Leitern verbunden, man kann also anders abbiegen und es kommt ein anderes Gedicht heraus. Ich führe das mal vor …" - "Quasi ein Game Changer, höhö." - "Nein, ein Lyric Changer… ach so, das war ein Wortspiel." - "Das muss an diesem Abend erlaubt sein!"
Und nach einem Racetrack-artigen Sound und einem Gedicht über versunkene Eliteunis, Fehler als Munition, schnarrende Insekten und Retortengeister (das finde ich jetzt gar nicht im Band. Anm. d. Prot.) gab es - wenn auch mit nicht verständlichen Worten - Anklänge an einen Kirchenchor, eine Liturgie, die dann in Walgesang und im Knattern von Motorrädern unterging (quasi: das Gremium Health Bandits MC - oder wie diese Gangs heißen - trauert mit Timmys Angehörigen? Anm. d. Prot.) - (Ich hatte schon Wände, bei denen ich mit gutem Zureden mehr erreicht habe … Anm. d. Prot.)

Weiter bei Station 4. Der Publikumsjoker diesmal: "wenn Sie aber mit einem Schmetterling zusammenstoßen, verlieren Sie ein Leben … ⚠️🦋☠️." - "Ist das eine Sonderform der Chaostheorie?" - "Mir passiert das jedenfalls ständig, das Zusammenstoßen. Zum Glück folgenlos für mich."
Als Chrys das Schmetterlings-Stichwort - aus World "rotlichtverschiebebahnhof", Level 23 - zum Anlass nahm, weiter vorzulesen, trug die Zuschauerin beharrend noch einmal den kompletten Text wie eine Passphrase vor, was aber nichts am ausgewählten Autor änderte.
Die Schmetterlinge entsprechen hier den zu befreienden Geiseln in Counter-Strike. Je nach im Buch verwendeter Leiter kann die Hindernismasse auch mal zum mobilen Vorgarten werden, und auch wenn jeder Player "Bossfights" kennt, lehrt uns der Autor, das Unerwartete zu erwarten, wie Strumpfhosen aus zartschmelzender Schokolade oder Minzstücke die keine Coins sind, was Fairtrade klar erschwert. Aber die Gefahren sind klar außerhalb des Screens zu verorten, auch wenn die Schmetterlings Zombie ver Wer puppen innerhalb lauern. Außerhalb des Protokolls.
Massive Multi Meta Player Morph phosenphobie
Mit powergefarmten wohlgeformten Gigatonnen-Radieschen von unten
den Atomschlag
abwehrschläger abwehren mittels
fluch zeuch &
bedenken träger
Pro   nom
Por     no
Tor pe do (der japanische Weg explosiver Sexualitätsdarstellung? Da waren doch andere Begriffe... Anm. d. Prot.)
(Dieser epilyrische Anfall entspricht nicht den vorgelesenen Originaltexten. Bitte kaufen Sie das Buch. Anm. d. Just.)
"was ich noch sagen wollte", sagte der Autor mit unverzerrter Stimme, nachdem er mit unverzerrtem Gesicht aber verzerrter Stimme die Klangkunst fortgesetzt hatte. Zwei aufgeschnappte Zuschauerkommentare: "das klingt wie die aktuellen politischen Diskussionen." - "Den Effekt brauche ich für meine nächste Telefonkonferenz!"
Autorenkommentar, blätternd: "Hmm… zu diesem Sound passt kein Text... ah, da: Level 19, Sterntalerchen"
Und der nächste abstrakte Kosmos - griechisch: der Wohlgeordnete - entfaltete sich, die Unendlichkeit des echten und die unendlichen Möglichkeiten des digitalen (üb)erschlagen einen ja...
und beim "dafür halt ich mein schürzerl nicht auf heut nacht" gibt es spontanen Szenenapplaus des Publikums.
Naht(od)los geht es wieder in den Klangkosmos, der "Sound of golden coins" sozusagen, der Radiosprecher artikuliert sich in Technowalsprache mit "sich rückkoppelnden wolfslauten".
"Shopping? Nein! Durchrennen durchs Kaufhaus!" - "Yessss! Wie Parkour, das ist im Kern ja auch eine Protestform gegen das Urbane, also kein Sport, sondern eine Lebenseinstellung (Traceur-Do? Anm. d. Prot.)(Was haben wir über Insiderscherze gesagt? Denn dazu muss man den Fachbegriff für die Läufer kennen, und dass Du in Deinen Protocollagen dauernd Running Gags - ha! - versuchst, in diesem Fall den Querverweis auf die letzte Protocollage und die japanische Art, auch aus Blumenschmuck eine Philosophie zu machen... Anm. d. Red.) - (Aber der taz-Artikel zu Parkour war wirklich sehr interessant! "Das Fortführen der kindlichen Bewegung als Erwachsener …" Anm. d. Prot.)

"Was zum Bratrohr hatte der gutgenährte Kerl hier beim Essenscasting verloren?"
 - "Ja, damit, also einer Antwort darauf, können wir dienen. Yvonne, Level 5 gehört Dir, bitte sehr!"
"Gerade kletternde Konkurrenz schläft erwiesenermaßen nicht, das ist nachvollziehbar." - "Und angespannt zu lauschen, wie sich der Protagonist schlägt, ist doch ähnlich voyeuristisch wie beim beschriebenen Publikum der Show?"
Die Soundeffekte aus dem Klangkoffer waren teils aus dem eingangs vorgelesenen Kapitel bekannt - wie die Trampolin-Federn - teils aber auch neu zugewiesen, wie das Magenknurren oder der Kurbelsound, der diesmal einen Helikopter darstellte. "Interessant, der Sound zum Griff in die leere Tasche..."
Und das "Feuer unter dem Hintern" des Moderators wirkt im ersten Moment echt! (Des vom beschriebenen Moderator geäußerten Satzes, nicht ein Feuer unter den Stühlen der sich bei der Moderation abwechselnden Autor:innen auf der Bühne. Mal ernsthaft: Soll Deine beschreibende Unschärfe ein Stilmittel sein?! Anm. d. Red.)
Die reiche Fabulierbe der Autorin zeigt sich in diesem Kapitel bei den Beleidigungen (Monkey Island-Vibes! Anm. d. Prot.), die der Konkurrent dem Protagonisten entgegenschleudert: "brechmittelinduzierter Kotzbrocken" - der er ja eigentlich selbst ist - , "Feigsocke" oder "lackiertes Meerschweinchen"!
Und die Gewinnerin des Wettbewerbs teilt mit ihm, so dass er der geschmacklosen Reisnudelkartoffelpampe entkommt: Der Beginn des Kampfs gegen ein menschenverachtendes System.
Einigkeit auf Bühne und beim Publikum: "Jetzt hab ich Hunger!" Und Hunger danach, zu erfahren, wie es weitergeht!

"Hinter den staehlernen Wellenbrecher kamen sie nicht." - "Das wäre dann wieder ich. Das stammt aus einem dedizierten Pandemietext für die damalige Corona-Geschichtensammlung des Curt, mit längst verdrängter Fachsprache, wir erinnern uns: 2G plus und so ... Familien ohne Gärten und gesperrte Spielplätze ..." - Aufstöhnen im Publikum.
Und wie bei Stefan Winters "eine andere Geschichte" - siehe Protocollage vom 22. April -, wo zu Beginn viele sterben, aber das Publikum aufgrund der darauffolgenden absurden Maximalüberspitzung befreit lacht, gab es auch hier ständig etwas zu lachen: Der Virus hatte alle Alten dahingerafft, bis auf den Großvater des Protagonisten, weil dieser sich zum un-unpassendsten Zeitpunkt ein paar Tage im Wald verirrt hatte. Doch die Familie hat kaum noch etwas von ihm, da aus Vorlesen für Kinder von Freunden mittels Angebot und Nachfrage stadienfüllende Tourneen wurden, denn schließlich waren ja auch die Stones und andere Rockopas tot.
Ausführlich wurden Merchandise, Livestreams und Reichtumsmaximierung beschrieben, das Lachen blieb dem Publikum gelegentlich im Hals stecken, brach dann aber bei Passagen wie "Nur das 'Na?' war gescriptet, das Erzählen vom Krieg danach war Freestyle" oder "Nur die hochzahlenden VIP-Gäste kamen hinter die stählernen Wellenbrecher und bekamen beim Meet&Greet die Haare gewuschelt und klebrige Kekse gereicht" - was die echte Familie durch tagelanges Offenlassen der Packung auf dem Fensterbrett nachstellt - umso befreiter heraus ... auch wenn das "Vater hatte schon jetzt Tränen im Auge" wieder für einen Moment nachdenklich machte, oder das "in Dänemark wurde nicht gestorben", da woanders ja sehr wohl...
"Und dass sich einer bei einer Rede auf die Brust gebrochen hat, hatten wir auch noch nicht. Etwas vollgesabbert, ja, halt das, was beim Sprechen noch im Mund war, kein Wiederkäuen..." (Erneut sicherheitshalber ein Legal Disclaimer: Das Erbrechen kam in der Geschichte vor, nicht beim Auftritt. Anm. d. Just.) - (Hey, Protocollagist! Fällt Dir eigentlich intertextuell auf, dass sich in letzter Zeit zunehmend der Justitiar einschalten muss? Anm. d. Red.)
"Einige Opa-Anekdoten waren aus meiner Zivi-Phase. Also aus dem, was der Patient mit Parkinson erzählt hat. Man musste sehr nah ran, um ihn zu verstehen." Auch dafür gab es Applaus.

"Damit wären wir durch! Kritik bitte nur konstruktiv." - "Oder passend zum Abend spielerisch."
"Ich konnte während der Lesung nicht einschlafen." - "Äh ... und das ist gut so!"

Beim Meet & Greet noch nostalgisch schwelgendes Erinnern an die - jeweiligen - Anfänge der Computerspiele: "Mein Gegenspieler hat immer so lange überlegt, dass ich mich währenddessen durch die Weltliteratur gelesen habe." - "Das geht nur bei rundenbasierten Spielen." - "Ich habe damals viele Tutorials online gestellt. Heute wäre ich Influencer, aber ich war zu früh dran." - "Ja, die Ungnade der frühen Geburt...."
"Sag mir, welcher Spielertyp Du bist - Casual Gamer, Adventure and Logic Puzzle Specialist, Speedrunner, E-Sportler, Ego Shooter, Konsolenfighter, Jumper and Runner, Simulationen-Spieler - und ich sage Dir ... 
... ... äh ... ... was für ein Typ Du bist." - "Ich war nicht in der Auflistung." - "Ah. Typ Pedant."
"Ich habe gehört, es gibt jetzt wieder Nostalgie-LAN-Parties." - "Aber Röhrenmonitore und PCs schleppt man da nicht mehr hin, oder?"
Auch Erfahrungen über WGs werden ausgetauscht. "Okay, Dein 'im Keller einer Backstube' ist nicht schlecht, bei mir hatte die Vermieterin im Hinterhaus Zimmer mit maximal millimeterdünnen Wänden abgetrennt, man hatte somit voll Anteil am Leben der Anderen. Und als mich einer der Nachbarn mal einlud und mir dann beim Kaffee erzählte, dass er Tabletten nimmt und Stimme hört, die aber nicht in seinem Kopf sein könnten, weil sie Sachen wüssten, die er nicht weiß, hatte ich schon Sorge, dass er sich irgendwann Stephen King Shining-mäßig durch die Wand hackt." - "Und ich hatte damals den alten Rechner von jemanden geerbt, inklusive Browser-Historie der Pornoseiten. Aber ich hatte damals keinen Internet-Anschluss."
(weitere Topics waren noch: Hex-Cheating, der Nicht-Durchbruch von VR, da sich viele dabei erbrechen, und das Geben und Nehmen bei Torrents und was davon strafbar war und ist. Anm. d. Prot.) - (Du wirst müde? Gott seis gedankt. Anm. d. Red.)
"Da war noch ein Schwarzhörer über Handy, den müsst ihr mitzählen." - "Ach, Dein Kind hat auch angerufen?"
"Hier steppt die Bärenschanze!" Und mit Gesprächen über Katzenpflege und warum unsere Verwandten, die Affen, keine Großkatzen wie Pumas leiden können - "vielleicht daher unser Drang, sie zu halten: Kontrolle!" - endete "LEVEL UP? – die Literatur-Game-Show". 
Spiel, Spaß und viel gelernt! Bedankt!

Liebe Grüße Jogi
PS: Gamifizierung von Umweltschutz, Energiewende, internationaler Zusammenarbeit und Demokratieerhalt? Wer spielt mit?



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