Montag, 5. Oktober 2026

Warum schreibt ihr steinerne Eier

 „Wohin des Weges, Fremde?“
„Zum Salooon!“
„Und wer seid ihr?“
„Wortwerk.“
„Die Autorengruppe? Kennt ihr Stefan Winter?“
„Öh … natürlich. Eine lebende Legende!“

Oder anders angefangen: Der Alghorhythmys empfy… empfiehlt mir ja dauernd falsche Stefane als Online-… wie heißt das andere Ende von Followern? „Fellows“? „Following“? Wenn man mehrfach sich ähnelnde Buchstabenkombinationen tippt, verschwimmt das alles … „Fallout“ … „Auszubaldowernde“ … hat ja irgendwie Stalking-Vibes. Hm. Dieser andersartige Ansatz entartet gerade. Nochmal: „Mein“ Algo empfiehlt mir bei Soc.Med. dauernd Stefane, die nur genauso heißen wie die literarischen Stefane – whatamitalkingabout? Siehe dazu die Protocollagen davor –, aber nichts mit ihnen zu tun haben.

Während die kommittete Kommmitarbeiterin*) 
 … – die uns …
 …… –– die wir im künstlichen? Kunstlichten? künstler-i(s)chen Spektrum verortet sind –– ……  
 …betreut – 
den ECHTEN Stefan W. kennt, die Legende!

(Worst introduction sentence ever! I sentence you to … Anm. d. Redaktion) (Moment, noch die Fußnote: *) die mitkommt / uns zum Salooon begleitet und geleitet als Schlüssel(gewalt)figur … so, etzadla. Anm. d. Protocollavisagisten)

„Heuert die neue Cyberbehörde wirklich Science-Fiction-Autoren an, damit die auf unbekannte Angriffsvektoren kommen? Falls nicht, könnte aus diesem Missverständnis zumindest eine gute Storyline erwachsen…“ – „Werd erwachsen, höhö.“ – „Vor dem Sterben? Rentiert sich das? Und ich will nach meinem Tod in den Aschenbechern des Kitkat-Clubs verstreut werden, über den wir letztens sprachen.“ – „Ist notiert. Und wir schreiben ein Buch darüber.“ – „Oder will ich lieber eine Strip-Beerdigung?“ (Das passt auch zur „Ruhm um jeden Preis“-Diskussion weiter unten. Anm. d. Red.)

Neu dabei: Tymur! „Unser Literaturspürhund Erika wollte gleich zu Dir … ein gutes Zeichen.“

Und natürlich dabei, wenn auch nicht neu (wobei: ein bisschen schon noch irgendwie. Anm. d. gut aber dennoch gealterten Prot.) : die KI. Als Gesprächspartner, aber eher in der Retrospektive, also als Thema: „ich nutze sieihnes ja als Sparringspartner:in beim Schreiben, und dann habe ich zwischendurch was recherchiert, keine Ahnung, irgendwas Richtung ‚Unsere Galgenpalme hat Blattläuse, und das und das hat nicht gewirkt‘, und die Antwort war dann: ‚Das ist ein genialer Anfang für eine Kurzgeschichte!‘“ – „Das ist lustig, das stimmt. Und wiederum selbst eine gute Geschichte. Aber da man die unangebrachte Permalobhudelei auch abstellen kann – die ja gerne zu so fancy Symptomen wie Sycophancy, Dislexikonalität und Hybris führt –, wird es irgendwann einen Begriff für das Peinlichkeitsgefühl geben, wenn man die KI in einer Gruppe auf laut hat – oder das Ergebnis vorliest – und die Lobhudelei ist dann deutlich erkennbar für alle noch NICHT abgestellt… Fremdschämen2.0!“ – „Ja, wie bei dysdigitalen Leuten, die als Modernisierungsbegriff gerne überall ‚2.0‘ dranhängen.“

„Und Du wohnst also auf oder in einer Burg?“ – „Ja, mit Einschränkungen.“ – „Das glaube ich!“ – „Nein, damit meine ich keine Plumpsklos und Wasser aus dem Ziehbrunnen. Aber erstens sind da mehrere Wohneinheiten und zweitens ist da nichts mehr mit malerischen Burgzinnen egal ob disneylike oder authentisch. Authentisch bedeutet leider, dass alte Gemäuer früher auch oft als Steinbruch dienten. Wir wohnen also eher im Geist einer Burg, einer Ruine.“ (Das könnte eine interessante atypische Burg-Geist-Geschichte ergeben… Anm. d. Prot.)

„Frank hat in seinem Projekt ja das Problem, dass echte politische Ereignisse vielleicht seine Romanereignisse überholen werden. Mir passiert in meinem SF-Roman witzigerweise das gleiche: Nicht wegen der Raumschiffe und dem drei Meter großen Affen aus dem Genlabor, der als optimierter Kampfpilot maßgeschneidert wurde. Sondern weil er ja in dieser fernen Zukunft irgendwann ‚durch KI arbeitslos werden soll.‘ ‚Werden‘, nicht von Beginn an sein! Aber leider wird es ja höchstwahrscheinlich schon in viel näherer Zukunft so sein, dass es keine Kampfflugzeuge mehr gibt … oder menschliche Beteiligung in dieser.“ – „Mal abgesehen davon, dass Du aus rein persönlichen Motiven dem Aussterben des Sterbens menschlicher Soldaten nachtrauerst: Also musst Du so eine Art historische SF machen? Oder wie heißt das? ‚Alternative Realitäten / Entwicklungen? Alternativ-historische Retro-Was-Wäre-Wenn-SF?‘“ – „Ja, vielleicht auch so eine Art Steampunk… aber in die Richtung soll es eigentlich gar nicht gehen…“ – „Bei mir machen Protagonist:innen ja manchmal auch, was sie wollen… aber dass die komplette Projekt-Ebene sagt: ‚nö‘… das ist noch härter. Du hast mein vollstes Mitgefühl…“ – „Danke… falls das nicht oberbös‘ sarkastisch gemeint war.“

„Warum haben gerade die Italiener den albanischen Bürgerkrieg beendet?“ – „Naja, sie waren nicht nur am direktesten von Flüchtlingswellen betroffen, sie hatten da schon immer Einfluss…“ – „Du meinst, sie hielten das Land schon immer wieder mal gerne besetzt.“ – „Ja, so ungefähr.“ – „Sweet home albania… dann hast Du also dort gelebt und auch die Sprache gelernt, und zwar besser als Deine Protagonistin?“ – „Ja, mit der KI. Präsenzkurse waren keine zu finden. Und das zweite empfehlenswerte ‚KI‘ zum Lernen von Sprachen sind KInderbücher…“ 

„Ich schreibe alle Genres bis auf Romance.“ – „Angesichts der breiten Zustimmung in der Runde: Brauchen wir also eine anonyme Untergruppe für Romance-Autor:innen? Nicht dass man uns mangelnde Neutralität vorwirft…“

„Ich bin von exzessivem Kampfsport zu exzessivem Lesen und Slammen übergegangen.“ – „Ja, auch eine Art Kampfsport, letzteres…“ – „Und ich habe Gedichte als eine Art Gefühlsprotokolle geschrieben, auch zur Verarbeitung traumatischer Kriegserlebnisse. Alles andere als auf Formen achtend, das ist mehr ein Steinbruch…“ – „Das muss nicht schlecht sein! Ich selbst setze auch gerne einen Schwerpunkt auf den Klang…“ (Insert Kurzaufflammen Diskussion „Atypische Zeilenumbrüche bereichern Lyrik nahezu automatisch“ Here… Anm. d. Prot.)(Du Member der Atypisch Unanonymen Denglisch Lovers, Du… Anm. d. Red.) – „Witzigerweise gibt es so literarische Übungen, die man machen kann, und das führte in meinem Fall zu den stärksten Texten … Eins war im urbanen Umfeld, am Anfang: Ich, rausschauend aus dem Auto. Am Ende die Stadtperspektive: Sieht das Ich im Auto nicht mehr.“ – „Wow. Very much Zen-Vibes. Das buddhistische Konzept der Auflösung des Ichs mal schnell in eine literarische Fingerübung gepackt. Wir wollen dich nicht drängen, aber nächstes Mal traust du dich vielleicht, vorzulesen!“ – „Der arme Sammy aus meinem Roman hat nicht mal einen Ich-Erzähler, der wird in der Du-Perspektive erzählt.“

„Substack ist Bloggen mit Community. Man erreicht da schon mehr Publikum. Und patreon-mäßig kann man auch Spendenbuttons einbauen.“ – „Oder dieses … wie heißen diese digitalen Dinger, wo man quasi einen einmaligen Link auf ein Kunstwerk kauft? Irgendwas mit Pilzen … genau: NFTs?“ – „Auch nur eine Art Schneeballsystem, aber jeder nach seiner Façon…“

„Keiner versteht mich und meine Krypto-Lyrik.“ – „Am besten einfach irgendwo verwahren, bis der Kurs hochgeht.“ – „Nein, ‚Krypto‘ im Sinne von unverständlich, unerklärt, nicht im Sinne von Blockchain… ach so. Harhar.“ – „Warum nicht beides kombinieren? Siehe die ebengenannten NFTs.“ – „Ja, wie der eine Typ aus Ghana, mit seinen Kürbisbildern.“ – „Also schnappen wir uns einfach ein anderes Obst und machen das nach?“ – „Ist das nicht ein Gemüse?“ – „Kulinarisch oft ja, aber botanisch nicht.“ – „Du Nerd.“ – „Oder Pilze! Die sind ja übrigens weder Fauna noch Flora.“ – „Ich wiederhole: Du Nerd. Setz lieber schon mal das Krypto-Wallet auf.“ – „Und dann heißt es: es ist angerichtet, das Gericht, das Gedicht, das Malheur.“ – „Das wäre auch ein guter Gruppenname gewesen.“ – „Und das Logo eine umgefärbte verschimmelpilzte Birne vor dem Geist einer zinnenlosen Burgruine.“

Nach dieser das-war-in-etwa-eine-Vorstellungsrunde sorgt Tymurs ja eigentlich simple Frage nach dem Warum in Form von „Warum schreibt ihr?“ für die Fortsetzung von Diskussionen und Einblicken, bevor wir überhaupt zum Vorlesen von Texten kommen: „Bei uns in der Familie war das Schreiben irgendwie immer präsent… zum Beispiel auch gemeinsam verfasste Fortsetzungsgeschichten in Adventskalendern. Und als da nach dem Vorlesen einmal beeindruckte Stille herrschte, dachte ich mir als Elfjährige: ‚Jo. Diese Art von Einfluss will ich gerne weiter haben, von der mentalen Flucht aus dem drögen Schulalltag mal ganz zu schweigen.‘ Später – nach einigen gewonnenen Wettbewerben – kam dann noch dazu, dass Schriftstellerin ein hervorragendes Alibi dafür ist, seltsam zu sein. Und mittlerweile brauche ich diese Alibifunktion nicht mehr, ich bin gesetzt genug, also emotional unabhängig genug von den Reaktionen meines Umfelds, aber der Roman ist noch da. Also mache ich ihn weiter.“

„Oh wow. Bei mir war es die Geheimidentität, die Bereicherung des Selbstwertgefühls. Naja, dann Schülerzeitung, Lehramtsstudium, Roman, zur Lyrikwurst…“ (vielleicht solltest Du Deine Mitschriften – die übrigens partiell eine Rückentwicklung zu einer Kombination aus Keilschrift und Hieroglyphen sind, und das ist eine definitive Beleidigung für diese beiden –künftig vorher noch mal mit den Erinnerungen über Gesagtes der Sprechenden abgleichen? Anm. d. Red.) (Hahaaa! Selber verschwurbelte Formulierungen! Anm. d. Prot.)

„Ich bin atypisch feministisch – aber da gibt es ja auch viele Spielarten.“

„Erika knurrschelt schon wieder. Dabei hatte sie heute schon so viele Streicheleinheiten, dass ihr Fell langsam wie das eines Lieblingsteddys abgewetzt sein müsste.“

Nun denn: Ab nach Albanien, zum Ausbruch des Lotterieaufstandes! „Bei der Lesung in Erlangen hatten wir ja den Berg aus Mänteln, der ein gemütliches Kinderlager ist. Der Berg aus Decken bei Dir erzeugte wiederum ein negatives Gefühl, da er die Protagonistin beengt…“ – „Krass, dieses hautnahe Miterleben des Bürgerkrieges, und wie soziale Mechanismen angesichts extremer Situationen hohldrehen: Tee, Sofa, Maschinengewehr-Feuer vor den Fenstern… und die Gastgeberin servierte dazu Appetithäppchen: ‚Das ist nur Protest.‘ Und dann laufen sie wie Lemminge zum Feuer.“ – „Ich bin kein Biologe, aber das machen sie glaube ich nicht.“ – „Die Stelle ‚sie schossen in den Himmel, als würden sie den Diktator posthum dort vermuten‘ ist spitze!“ – „Aber vor allem, dass die Protagonistin sich nicht vorrangig durch die Sprachbarriere ausgeschlossen fühlt, sondern durch die fehlenden Vorkenntnisse über die vorausgegangenen Ereignisse, die zu dieser Entladung von Gewalt geführt haben.“

„Als Expats längere Zeit im Ausland leben: wenn man das ohne Geld, ohne feste Ideen macht, ist man automatisch offen für das jeweilige Land, und bildet nicht einfach eine Diaspora-Gesellschaft die sich nicht wirklich auf das Land einlässt.“

„Interessant, dieses beabsichtigte Durcheinander von Erlebten und von Rückblicken…“ – „Wirkt wie Katastrophentourismus.“ – „Und egal wo die Besatzung oder Besetzung des Buchs gerade herumläuft, dauernd sehen sie das Meer ohne H und den Kiesstrand, das stört mich… und gibt es da ein anderes Wort für Kiesel?“ – „Also die Suchmaschine schlägt Baumarkt-Angebote für Grobkies vor… oder Schotter und Wacker...“ – „und wenn man dann in den KI-Modus geht und nach literarischem Bezug fragt, kommt ‚Felsgeschmeide‘ oder ‚Monsterkiesel‘ oder ‚steinerne Eier‘…“ – „Tja, die KI ist halt überwiegend toxisch männlich angefüttert.“

„An dieser einen Stelle hast Du mich misstrauisch gemacht, als Du beim Vorlesen gelacht hast.“ – „Ich sag’s ja: das macht sie immer, wenn ihre Protagonist:innen in Schwierigkeiten geraten.“ – „Die allwissende, aber sadistische Erzählerin.“ – „Vielleicht liegt es daran, dass meine Protagonistin die Heldenreise oder halt die Weiterentwicklung verweigert hat…“ - „Was ich nicht verstehe: Kann man eine Lauchstange wirklich mit einem Schnellfeuergewehr verwechseln?“ – „Einem verbogenen und getarnten vielleicht…“

Daraufhin von den – don’t try this at home! – Schneeball- und Pyramidensystemen Albaniens weiter zum Nürnberger/Langwasserer/Paulanischen Pyramidensystem in ferner Zukunft! „Wie erklärt man ein plottwistiges, tiefenverschachteltes Projekt in wenigen Sätzen…“ – „Tja, Chrys, das ist eine gute Übung, der Elevator Pitch muss strandkieselglattgeschliffen und sofort verfügbar sein, wenn man auf der Straße angesprochen oder nachts geweckt und zum Radiointerview geschleift wird…“ – „Und dann muss man auch aus Sicht des Literaturbetriebs argumentieren…“ – „Ah, das muss dann dieser berühmte ‚Advocatus Diaboli‘ sein…“

„Bevor Sie anfangen: Ist das ein E-Reader?“ – „Ein E-Writer … oder E-Raser. Und obwohl es sozial akzeptiert wäre, bin ich Ihnen nicht böse, dass Sie dauernd wieder das gegenseitig angebotene und angenommene ‚Du‘ zurücknehmen, Du Schlingel Du.“ – „In welchem Roman war das, wo sie eigentlich erst beim Sex zum ‚Du‘ übergehen?“

„Moment, habe ich das richtig verstanden: Das Motto könnte also ‚Toxy Desoxy Hornoxy‘ lauten: toxisch männliche Kleinganoven in sauerstoff-unterversorgten Regionen, von denen einer die Protagonistin also sich selbst vergiften will, wie sie wahnwitzigerweise glaubt – logisch: hier natürlich Grüße an Kurt Gödel! – … und gleichzeitig lehnt sie die gesellschaftlich gelehrte Verschwörungstheorie, nämlich dass es Aliens gibt die eine Art Airbnb auf Planetenbasis mit uns veranstalten wollen, drastisch ab, quasi ‚Klar! Deine Mudda!‘-mäßig.“ – „Ja, viel mehr muss man als Backgroundinfo zur Handlung nicht wissen, bevor ich anfange zu lesen. Ach halt: der Kampf am Anfang ist noch erwähnenswert.“ 

„Brueche Luee, der Blick der Wahrheit, das Misstrauen von Danaern gegenüber Geschenken wie etwa Steckenpferden und glutheißer Rache. Und wahrlich sprach sie: ich traue dir Torfnase auch nicht! So. Basta! Und fernerhin begab es sich, dass die Bekloppte mit dem behämmerten Mörderhammer den Krabbelgeräuschen des Bots ein Ende bereitete, den Vorschlag zur Güte, den Vorschlaghammer wegzulegen, brüsk zurückweisend. Aber vor allem schallt es ultra, wenn Gedanken überschallschnell körperlos karrusseln… ach ja, ein breites Kreuz, da ist mehr Platz für die Probleme der Welt, lieber Atlas. Die Wahnvorstellung des Schauspielers und die Unwilligkeit der Leserschaft.“ (Anm. d. imag. Justititiars: Keiner dieser Sätze in direkter Rede hat tatsächliche Ähnlichkeiten oder gar Übereinstimmungen mit dem Gesagten echter Autorenpersönlichkeiten) (Moooment. Aber Anwesende werden einzelne Fragmente wiedererkennern! Anm. d. Prot.)

„Sind wir schon beim Feedback? Also: Die Gedankengänge der Protagonistin sind atypisch distanziert, geradezu irrational für eine bedrohliche Lage. Ein körperloses Gedankenkarussell mit willfährig willkürlichen Bildern, die einen als Zuhörer zurückreißen und permanent, in Wellen, die Erwartungen brechen. Deswegen musste ich der Erzählung, dem Erzählstrang weiter folgen.“ – „Puh. Bevor Du den letzten Satz gesagt hast, hatte ich noch gedacht, Du formulierst eine Kritik. Aber dann ist das wohl Lob?“ – „Erika schnarcht, aber das ist jetzt auch keine Kritik. Sie ist nur müde.“ – „Genau! Ich bin auch voll neugierig! Dysto-SF ist ja eigentlich so gar nicht mein Genre, aber da will ich jetzt wissen, wie es weitergeht!“ - „Cool auch das Setting einer Art historischen SF… mit Gameboy als letzten Schrei vor der Dystopie…“ – „So ähnlich also wie bei meinem SF-Projekt, aber aus anderen Gründen.“ – „Mittelalter (p)easy back to the future SF.“ – „Was?“ – „Ich glaube ich bin auch müde…“

„Und ich hab wieder was für meine Metaebenen-Sammlung: ‘abgedroschene Phrasen ist selbst eine so abgedroschene Formulierung‘… aber ich wollte noch sagen, dass mir beim Mitlesen der alten Version eine deutliche Verbesserung auffällt.“ – „Und die Vermarktung… tja… ist halt kein Ekel-Darkroom äh -DarkRom, wo einem im Nachgang bewusst wird, dass man das Gefühl der Überforderung verwechselt hat mit Literatur oder Spannung…“ – „Oje. So jung und schon so desillusioniert…“ – „Je weniger Lesende, desto mehr Literatur für jeden“ (Du meinst, „desto mehr ist es Literatur“… Deine Mitschrift wird wieder zunehmend unzuverlässig gegen Ende… zum Glück a) ist Deine Leserschaft das von Dir gewohnt und b) hält sie das für ein gezieltes Stilmittel Deinerseits. Anm. d. Red.)(Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich mir runzlig Stil verbeiß! Anm. d. Prot.)(wo waren wir? Ach ja:) „Je weniger Lesende, desto mehr ist es Literatur.“ – „Naja, dieses ganze E-Lit, U-Lit, E-Music, U-Music, U2-Music … und Serien sind der neue Roman.“ – „Iwo. Sie waren eine Zeitlang das Komplexe, Anspruchsvolle, besser auserzählt als 90-Minüter oder selbst 120-Minüter-Filme… aber mittlerweile herrscht da auch Mutlosigkeit… und auch den Verlagen fehlen die Kuratorsteher…“ – „Trauerst Du etwa der alten Zeit nach?“ – „Teilweise schon. Heute ist es nur noch Marketing mit totgerittenen Pferden…“ – „Todesrittpferdehalter verdienen den Untergang, jawohl!“ – „Äh … ja. Wobei Du das passend zum Thema sehr düster und dark formuliert hast … aber es ist ja wirklich traurig für uns Schreibende, dass alle nur noch DarkRom lesen.“ – „Es gibt ja auch nur noch DarkRom, also kann man nur noch das lesen!“ – „Man kann aber auch alte Bücher lesen! Tymur hat sich ja auch intensiv mit Goethe und Schiller beschäftigt, und so weit muss man gar nicht zurückgehen… die KI sagt dass es Dark Romance erst seit den frühen Nuller-Jahren (Double Oh Seven? Anm. d. Prot.) dieses Jahrhunderts gibt…“ – „Aber dann lies auch weiter: Schwarze Romantik a.k.a. Schauerromantik ist eine Strömung vom Ende des 18. Jahrhunderts. Und nu?“ – „Jedenfalls ist das Autorendasein brotlos, lieber Tymur. Außer Du kennst Dich als Mathematiker und Physiker mit NFTs aus oder hast als jugendlicher Influencer oder BookToker schon Zehn hoch X Follower.“ – „BookToker sind die neuen Buchmacher, höhö… früher waren das die mit den Pferden…“

„Oder sich medienwirksam nackt auf den Reichstag legen.“ – „Mache ich nicht. Würde ich ja, wenn ich glauben würde, dass es etwas bringt.“ – „Ach Leute, was sind das für Bad Vibes. Aber stimmt schon, als Autor:in kannst Du noch versuchen, Dich an Stipendien entlangzuhangeln, aber da musst Du schon erste Erfolge vorweisen…“ – „Und dann ist Band 3 nicht erfolgreich und zack! Bist Du weg vom Ruhmesfenster.“ – „Ich sag ja, voll die Dark Vibes… darf man angesichts Adolfs Vorlieben noch unverdüsterten Geistes Wagner hören? Gibt es U-/E-Sprache… und auch Beethoven und Goethe waren mal rebellisch, wild und neu… oder denk an die Stones…“

(Die Diskussion ging dann über zum Bauen neuer Welten versus dem Spiegeln der Gesellschaft Anm. d. Prot.) „Ich empfände es NICHT als Kritik, dass ich der Gesellschaft den Spiegel vorhalte.“ – „Naja, dann ist man schnell in der Schublade ‚Zeitgeist‘/‘Trend‘…“ – „Deine Kritik ist also mein Lob und umgekehrt.“ – „Spiegeln bedeutet nicht auseinandersetzen! Und Spiegeln ist nicht individuell!“ – „Doch, wohl! Gerade eben!“ – „Na gut, dann sei du ein individueller Spiegel, und ich vermeide ein allgemeinplatziger Spiegel zu sein.“ – „Ich nehme euch gerade eher als patzige Spiegel wahr. He, keine schlafenden Kampfkuschelhunde wecken!“ – „Apropos Diskurs: In Etzelwang müsste man mal Deinen queeren Roman vorlesen. Das wäre dann monatelang das Gesprächsthema in der Krabbelgruppe. Oder Kirchengemeinde. Oder Landfrauengruppe.“ – „Genau! Na los! Trau Dich!“

„Und wieder werden wir rausgeworfen. Wenn er uns einsperrt, gehen wir halt durchs Fenster raus. Ach halt: Mir ist gar nicht aufgefallen, dass der Raum hier vergittert ist. Das wäre jemand mit Justizvollzugsanstaltserfahrung(sfeld der Sinne) wohl NICHT passiert.“ 

„Hat Dein Heavy-Metal-Riff als Klingelton mit emotionaler Einstellung gegenüber anrufenden Familienmitgliedern zu tun?“ – „Nein, das ist mein genereller Klingelton. In einem Haushalt mit Kindern und Hund musste es der lauteste und durchdringendste sein.“

Und wie quasi schon immer zum Schluss der Seinbruch (sollte „Steinbruch“ heißen, klingt aber auch voll lyrysch und fylosophysch. Anm. d. Prot.) des Uneinsortierten:

 - „In der geschlossenen. Gesellschaft.“
 - „Der Friseur, der nicht aus seiner Haut kann und mir Flaneur durch die Schaufensterscheibe hindurch einen abschätzenden Blick auf den Strubbelkopf wirft.“
 - „Um Gottes WLAN!“
 - „Den Klimakollaps wahrzunehmen ist kein Privileg, glaub mir.“  
 - „Das Beantworten ungestellter Fragen, der Themennachlauf und der hörbare Mensch.“

Und wie immer ganz zum Schluss die eigentliche Begrüßung-vermischt-mit-typischen-Redewendungen, angesichts Tymurs erstem Besuch in der Gruppe bietet sich natürlich ukrainisch an: 

"Не мій цирк, не мої мавпи" – (Dein Romanprojekt ist) nicht mein Zirkus, nicht meine Affen... sprich: nicht mein Problem. Sprich: Fertigstellen musst Du ihn selber.

Denn: Під лежачий камінь вода не тече – unter einem liegenden Stein(ernen Ei) fließt kein Wasser ... sprich: komm aus dem Quark, in den Fluss! Aber: in dieser Runde helfen wir natürlich immer gerne dabei!

(Die Formulierung mit dem Fluss und den Steinen in einer Runde von Schriftsteller:innen besprechen wir - angesichts Virginias Todesart - gelegentlich noch mal. Anm. d. Red.)

Und die Aspekte Übertreibung, Selbstironie und Bildhaftigkeit sind im ukrainischen Humor ja reich gesät:

„Я аж розквітнув(ла), як кімнатна пальма. Зуб даю.“ – "Ich bin richtig aufgeblüht, wie eine Zimmerpalme. Doch, echt: Ich gebe meinen Zahn, sprich: ischwör!"

„Я так зрадів(ла), що аж злякав(ла) себе.“ – Ich hab mich so gefreut, dass ich mich selbst erschreckt habe.

„Ну все, тепер я офіційно щасливий(а).“ – So, jetzt bin ich offiziell glücklich.

Hausaufgabe: Eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht, wo einer der Sätze vorkommt!

Und selbst aus der lyrischen "Alltagssprache" ergibt sich quasi automatisch ein Gedicht (natürlich mit zusätzlichen Zeilenumbrüchen versehen Anm. d. Prot.):

Ваш візит
 залишив тепло
у моїй душі. Моє серце 
таке легке 
 після 
ваших слів. Ваша присутність як 
 промінчик сонця 

Euer Besuch
 hat Wärme
in meiner Seele hinterlassen. Mein Herz
fühlt sich so 
 leicht nach
euren Worten. Eure Anwesenheit ist 
 wie ein Sonnenstrahl.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, außer natürlich der Forderung nach konsequenter Bekämpfung des Demokratieschwundes und des Klimakollapses, letzteres z.B. durch konsequentes und sonderfinanziertes Vorantreiben der Energiewende mittels Netzausbau, Bau von Energiespeichern und die Entlassung fossilschwafeldampfender Politiker:innen! Wir sind bei zwei Drittel Anteil von Erneuerbaren und die Lobbtussy baut Gaskraftwerke!

Liebe Grüße Jogi






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