Der Dramaturgiekurs des Instituts für Theater- und Medienwissenschaften der FAU bittet um Bekanntmachung eines Schreibwettbewerbs:
KontrollLust
Wie viel Kontrolle braucht der Mensch? Und wie viel verträgt er?
Kontrolle ist ein wesentlicher Teil unseres Lebens. Nicht erst seit dem 11. September 2001 werden staatliche Kontrollmaßnahmen überall auf der Welt verschärft; hierzulande größtenteils ohne besondere Kenntnisnahme durch die Bevölkerung. Und fordern wir nicht sogar mehr Kontrollen im Sinne unserer Sicherheit? Auf öffentlichen Plätzen, in der U-Bahn und am Flughafen? Empfindet nicht jeder ein gewisses Maß an Kontrolllust, wenn es ihm doch so leicht gemacht wird Kontrolle auszuüben? Schließlich stellen 82% aller deutschen Studierenden bereitwillig ihre persönlichen Daten in soziale Internet-Netzwerke.
Ab wann wird die Lust am Kontrollieren krankhaft? Beim ersten eifersüchtigen Durchstöbern des SMS-Speichers auf dem Handy der Freundin / des Freundes oder erst wenn das Kalorienzählen vor jeder Mahlzeit die Freude am Essen nimmt?
Würde die Welt ohne das Ausüben von Kontrolle und der Lust daran nicht in Anarchie versinken oder wäre dies eine friedlichere Welt ohne Unterdrückung und Diktaturen?
Sind wir überhaupt bereit uns Kontrollen zu entziehen? Indem wir unsere permanente Erreichbarkeit aufgeben oder riskieren ein Jobangebot zu verlieren, weil wir die Gesundheitskontrolle durch den zukünftigen Arbeitgeber, inklusive Urinprobe verweigern?
Wo liegen die Grenzen zwischen Kontrolllust, -frust und -verlust?
Ausgehend von Rousseaus Feststellung „Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten“ rufen wir den Schreibwettbewerb „KontrollLust“ aus. Bis zum 31.12.2009 kann uns jeder zu diesem Thema maximal einen, bisher noch nicht veröffentlichten, Text zusenden (Prosa, Lyrik, Dramatik oder Essay).
Der durch eine fachkundige Jury ermittelte Gewinnertext wird in der ersten Februarwoche 2010 im Experimentiertheater der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vorgestellt. Einsendungen als E-Mailtext, Word- oder PDF-Anhang unter Angabe des Verfassers an: kontrolllust@gmx.de
Wir freuen uns auf Eure Texte!
Dramaturgiekurs WS 09/10
Institut für Theater- und Medienwissenschaft, FAU Erlangen-Nürnberg
Anna Eichmüller, Lisa Ertl, Martje Friedrich, Irmgard Oeser, Julia Schiffer, Cornelia von Schwerin, Elena Weiß, Wiebke Winter
Du schreibst? Gedichte, Geschichten, Romane, Undefinierbares? Schau mal vorbei!
Donnerstag, 26. November 2009
Mittwoch, 18. November 2009
Anmerkung zur tieferen Bedeutung eines Gedichtes
Vielleicht ist es das? Der Text gleicht dem Schwarm. Ihm zu unterstellen, dass er etwas Bestimmtes darstellen wolle, dass er auf etwas Konkretes hinaus wolle, wäre blödsinnig. Dennoch... Es sieht aber so aus (es muss so aussehen)!
Montag, 16. November 2009
Wortwerk Nürnberg zieht zum 7.12.2009 ins Nürnberger K4 um!
Das traditionsreiche K4 (ehemals Komm) bietet der Textwerkstatt und Autorengruppe einen neuen Treffpunkt. Nicht etwa, weil es uns im Kulturzentrum Nord (KuNo) nicht mehr gefallen hätte, doch bietet das K4 neue Möglichkeiten, die wir uns schon lange gewünscht haben. So werden wir uns im K4 einfacher und umfangreicher mit anderen Künstlergruppen vernetzen können, von der zentralen Lage in absoluter Bahnhofsnähe profitieren, unabhängiger von Räumen und Schlüsseln sein – und es gibt Alternativprogramm (Kino, Kneipen, andere Gruppen), falls doch einmal ein Treffen nicht zustande kommt oder nur spärlich besucht wird.
Im K4 ist es montags relativ ruhig, so dass man beinahe überall ungestört Texte besprechen und sich von der (rauchfreien) Gastronomie verwöhnen lassen kann. Falls wir uns doch einmal ganz zurückziehen wollen, haben wir Zugang zu einem Seminarraum. Wortwerk zieht gemeinsam mit der Literaturzeitschrift BLUMENFRESSER in das K4 ein, beide Literaturinitiativen planen, sich mit der TEXTARENA als Dritte im Bunde unter einem gemeinsamen „Label“ zusammen zu tun.
Im K4 ist es montags relativ ruhig, so dass man beinahe überall ungestört Texte besprechen und sich von der (rauchfreien) Gastronomie verwöhnen lassen kann. Falls wir uns doch einmal ganz zurückziehen wollen, haben wir Zugang zu einem Seminarraum. Wortwerk zieht gemeinsam mit der Literaturzeitschrift BLUMENFRESSER in das K4 ein, beide Literaturinitiativen planen, sich mit der TEXTARENA als Dritte im Bunde unter einem gemeinsamen „Label“ zusammen zu tun.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Kneipentrilogie Teil I
Eine wirklich gute Kneipe erkennt man an ihren Stammgästen. Stammgäste, das sind im Fall meiner Lieblingskneipe, die gescheiterten Existenzen Mitte vierzig, die ihr trauriges Restleben Abend für Abend an der Theke im Halbdunkeln Schluck für Schluck aushauchen. Diese Sorte Mensch fachsimpelt über das Für und Wider ausschweifender Gitarrensoli in den Frühwerken Slayers, wie andere sich über Sozialpolitik austauschen.
Der Durchschnittsstammgast trägt hier sein wallendes, schütter werdendes Haar offen.
Die Körperstatur des Kunden ist im Laufe der Jahre eine optische Symbiose mit seiner Umgebung eingegangen: der unförmige Laib hat sich an die ergonomisch bedenklichen Thekenverhältnisse angepasst, so dass Rücken und Oberkörper gebeugt und starr geworden sind – ein Chiropraktiker hätte hier seine wahre Freude.
Diese Art der Sitzhaltung bildet die Voraussetzung für das Phänomen der Arschritzenparade. Dort wo ein verschwitztes Hellhammer-T-Shirt endet, und eine speckige Lederhose beginnt, kommt ein Streifen nackten, menschlichen Fleisches zum Vorschein, der dem Betrachter im Alltag aus Rücksichtnahme verborgen bleibt. Ein noch genauerer Blick bringt Dinge ans schummerige Kneipenlicht, die eigentlich kein Mensch sehen möchte: in den Untiefen der besagten Lederkluft verliert sich ein Spalt, der einem einen konkreten Eindruck davon vermittelt, wie wohl das Tor zur Hölle aussehen muss.
Selten nur hat man Gelegenheit in eines der Gesichter zu blicken. Meistens wendet sich der Stammgast seinem Dealer zu, der ihn je nach Gemütslage schweigend, oder Zoten reißend, mit Hochprozentigem versorgt. Löst er sich dann tatsächlich einmal aus seiner Starre und wendet den Blick in Richtung Restkundschaft, so wird man im Normalfall eines Antlitzes gewahr, das von der bösen Stiefmutter Natur mit einer guten Portion Sadismus geformt wurde. Tiefe auberginefarbene Schatten rahmen dort ein glanzloses Augenpaar.
Nur dann und wann huscht ein flüchtiges Lächeln über die ansonsten starren Züge, dann ist es als ginge die Sonne auf... um sogleich wieder in tiefen, auberginefarbenen Augenringen zu versinken.
Eine wirklich gute Kneipe erkennt man an ihren Stammgästen – meine Lieblingskneipe ist keine wirklich gute Kneipe.
Der Durchschnittsstammgast trägt hier sein wallendes, schütter werdendes Haar offen.
Die Körperstatur des Kunden ist im Laufe der Jahre eine optische Symbiose mit seiner Umgebung eingegangen: der unförmige Laib hat sich an die ergonomisch bedenklichen Thekenverhältnisse angepasst, so dass Rücken und Oberkörper gebeugt und starr geworden sind – ein Chiropraktiker hätte hier seine wahre Freude.
Diese Art der Sitzhaltung bildet die Voraussetzung für das Phänomen der Arschritzenparade. Dort wo ein verschwitztes Hellhammer-T-Shirt endet, und eine speckige Lederhose beginnt, kommt ein Streifen nackten, menschlichen Fleisches zum Vorschein, der dem Betrachter im Alltag aus Rücksichtnahme verborgen bleibt. Ein noch genauerer Blick bringt Dinge ans schummerige Kneipenlicht, die eigentlich kein Mensch sehen möchte: in den Untiefen der besagten Lederkluft verliert sich ein Spalt, der einem einen konkreten Eindruck davon vermittelt, wie wohl das Tor zur Hölle aussehen muss.
Selten nur hat man Gelegenheit in eines der Gesichter zu blicken. Meistens wendet sich der Stammgast seinem Dealer zu, der ihn je nach Gemütslage schweigend, oder Zoten reißend, mit Hochprozentigem versorgt. Löst er sich dann tatsächlich einmal aus seiner Starre und wendet den Blick in Richtung Restkundschaft, so wird man im Normalfall eines Antlitzes gewahr, das von der bösen Stiefmutter Natur mit einer guten Portion Sadismus geformt wurde. Tiefe auberginefarbene Schatten rahmen dort ein glanzloses Augenpaar.
Nur dann und wann huscht ein flüchtiges Lächeln über die ansonsten starren Züge, dann ist es als ginge die Sonne auf... um sogleich wieder in tiefen, auberginefarbenen Augenringen zu versinken.
Eine wirklich gute Kneipe erkennt man an ihren Stammgästen – meine Lieblingskneipe ist keine wirklich gute Kneipe.
Abonnieren
Posts (Atom)