Freitag, 25. Juli 2025

Grenzen töten

Heute erscheint Bettinas neues Buch "Grenzen töten"!

Stell Dir vor, es ist kalt und regnet, du gehst mit gesenktem Kopf durch eine nächtliche Straße, trägst nur einen schäbigen Mantel aus dünnem Stoff. Die Fenster der Häuser, unter denen du die Straße entlang gehst oder auch stehen bleibst, sind erleuchtet. Du kannst von außen leicht in die Räume gucken. Warm, trocken und heimelig sehen diese Wohnungen aus, in denen vermutlich zufriedene, satte Menschen wohnen. Du hast Hunger und frierst...

Sonntag, 13. Juli 2025

Jubilieret! Happy wordday birthwerk: Das groooße Treffen im Julei

Hejsa/Hejsan Wörterwerkelnde! (die lockere Begrüßung, die man in Dänemark und in Schweden versteht - ich glaube mich aber dumpf an einen Artikel über ein Freundschaftsspiel über ein whatever-Körperteil-Ballspiel zu erinnern, wo nach der Frage "wie wars?" das "toll" der oder des Interviewten des einen Landes für die Umstehenden des anderen ohne Übersetzung eine negative ...) (wow. Schon im zweiten Satz der Protocollage in themenverfehlenden Gefilden verzumpft...und dann sicher auch noch unsaubere Quellenangaben wie bei gewissen elefantösen Kurzgeschichten, was? Anm. d. imag. Red.)

Kurz auch für die Erlanger Gruppe, was eine "Protocollage" ist / sein soll: das ist die (in Erlangen erfundene) protokollierende, textperlensammelnde Mitschrift Nürnberger Wortwerktreffen. Legal disclaimer Triggerwarnung: Die  wildamüsante Satzfetzenumstellung stellt auch bei ernsten Themen / Texten KEINE  Herabwürdigung derselben dar! durch den Protokollanten... Siehe dazu John Cleeses Vortrag zu creativity in management, minute 24:xx, "difference 'serious' and 'solemn'")

Ohne weitere Überprüfung: Das war gestern das längste und größte jubiläumsparti ... zipierende Wortwerk-Treffen ever!

Gleich der erste aufgeschnappte Satz: "ich bin die [Name von der Red. geändert], ich schreibe immer so krasses Zeug, das niemand versteht" (Google-Hausaufgabe: von wem stammt das Zitat "Nur zwei verstehen meine Philosophie, und der eine hat sie auch nicht richtig verstanden"? Anm. d. imag. Red.)

Wortwerk-Dependancen in Fürth und Forchheim wurden erörtert und wieder verworfen. 

Einschneidende Wortgirlandendeko (ohne zu klammern) von Lasercut-Yvonne ("Wortwerk Erlangen Nürnberg - die Worte scharf im Fokus"): tja, wir können auch praktisch Fäden spinnen! - Und Konjunktiv 2 am Ende des Zettel-Aufhängens: hätte ich helfen können? Lass mich euch geholfen haben.

Fulminant - auch ein "alles schön wie immer" aus dem Publikum - gestartet mit Bettinas experimentellen nonlinearen, nongeplotteten Text (kein Märchen!)(Titel und Programm. Keine echte Prinzessinnen!).

Das ist nur eine frühe Phase, Hase. Aufeinander zuschreiben. - eh zu wenig schreibende Kooperationen! - An den Text wie an den Schreibprozess annähern.
  Niemandsmeer. Die Überquerung der Mur und das "wohin (ge)hören" bedarf der Erklärungen, mündlich im Vortrag oder schriftlich irgendwo im Text.
   Sprachfremdfühlensein kann auch im Hundegebell erkennbar sein. Und Vergangenheiten können in Mägen versteinern, nicht nur in Mienen.
   Bist du dabei? - Merkst du das nicht? - Wir können mit unserem Feedback immer helfen, auch wenn du es nicht merkst.
      verdruckste Intimität, komplett fiktional. - Der unfreiwillige Robotereffekt des Mikros macht den unmenschlichen Text noch unmenschlicher.
Bist du gleichberechtigt? - Ich bin kein Konzept. - Der Text ist sehr eigensinnig, wie seine Protagonist:innen.

Mit Solipsismus - nur das eigene Ich gesichert existent - kann man sich nicht fremd fühlen, nur einsam. Und eine Selbsthilfegruppe für eine:n allein macht auch keinen Sinn, höchstens eine imaginäre.
Der never moving Steirer tut so, als wäre er wurzellos. - Die Kritik "du bist böse" ist metaböse.
Man muss vorauslesen, sonst löst der Regen den ausgegebenen Text zum Mitlesen auf... diese Nachricht zerstört sich in 60 Sekunden.

Und der Wortwerk-Literaturpreis geht an...

... verdammt. An eine Externe! Coralie. (vormerken: Januar -  aus.lese - Weinerei) 6. Klasse Labenwolf. Haut einen erstklassigen Poetry-Slam-Text samt Analysen - korrekt Aschenbrödel dreifach hoch! - raus. Über die Selbstzweifel (bin ich nicht gut genug? Warum nimmt er die Tüte unter mir?) und Träume einer blaue Ikeatüte. Die (die Tüte) so gerne alles andere wäre, etwa das Bett (komische Namen, keine Werbung hier. Anm. d. imag. Red.), um sich in die eigenen Kissen zu vergraben.    Oder das Stahlmesser, das respektiert wird.       Oder der Ventilator der seinen Angstschweiß selbst trocknet. Hauptsache nicht bei den verlorenen Imbusschlüsseln unter dem Tisch! - Ich bin kein Typ für eine Baustelle.
Die wiederholte blaue Ikeatüte ist der rote Faden. Was willst du bei diesem gut vorgekürzten, sehr humorvollen und dennoch sensiblen Text noch kürzen.
"Ich bin extrovertiert, das habe ich von meiner Mama". Wir werden beim gleich folgenden Text von Monika noch von ihr hören!

"Ich will von euch wissen, ob mein erstes Kapitel neugierig auf den Rest macht." (Spoiler-Alert: ja. Anm.d.Prot)

Eine postmortale toxische Beziehung, da Nazimütterratgeber noch bis in die Achtziger en vogue.
Knochentrocken das Beamtendeutsch der Leichenmindestliegezeit in der gekündigten Grube. Das "Du", die Dealerin der Botenstoffe, liegt in der Familie (Mutsch), wie sich im Laufe des Textes zeigt. - Der Drogenvergleich ist harter Tobak.
Erst lange nach dem Tod der Mutter frei und die Bücher aus dem Keller befreit. - Coralie: "verstehe ich nicht" - "tja, deine Mutter ist scheinbar anders. Sei froh." - Zum Lesen in den Keller. - 
Nochmal Coralie: und warum zieht sie nicht ins Elternhaus? - Gegenfrage: Würdest du in ein Haus ziehen, wo alte Geister sind? - Naja, ich liebe Kicks, ich würde schon in ein Gespensterhaus ziehen. - Jaja, die heile Welt des musischen Labenwolf. Dystopie und realpolitischer Weltschmerz kommt erst in der 7. dran.
In der Krankenhaus-Szene sehr schön / verblüffend die Killersätze wie "in dem Kleid sieht du endlich mal hübsch aus" kontrastiert mit dem "sie erzählt immer so viel von Ihnen" der Krankenschwester.
Die verdorrte beige nontypical 70s Wohnungswüste hat mich rausgehauen, aber ab der Fliege war ich wieder dabei. - Nein, mehr Sand, mehr Licht. Die Szene mit Sandpapier schleifen.
Micha: "Ich wurde ja im Vorfeld schon als fieser Kritiker angefordert, also: zu viele Ellipsen." - "Hast du ein Beispiel? Denn ich will in meinen Gedichten künftig mehr Ellipsen einsetzen." - "Nein, der will doch nur spielen. Er meint die gepressten Halbsätze, aber die finde ich gut, die geben die Emotion an der Stelle gut wieder." - "Ja, die Reihung freier Satzzeichen, kurzatmig fokussiert."

An der Häkelnadel hängen: gut, das "damit wenigstens etwas Einfluss auf die Wohnungseinrichtung", aber das Wortspiel passt nicht zur Stimmung/Verfassung der Protagonistin? Der Häkelnadelstilbruch.

Neinneinnein - dochdochdoch. - Statt dem Kuchen die Fliege gerettet. Die einstimmig der Star, bis auf die aerodynamische Beschreibung beim Fahrstuhlvergleich. - Schreib doch selber eine Flugstuhlstory. - Und bitte testweise Kapitel umstellen, und straffen. - Hatte doch schon mal umgestellt, und: keine Rückblenden am Anfang! - Papperlapapp. Regeln auch mal brechen, wenn es funzt, funztz.

Gib mir noch ein paar Puzzleteile für meine Dystopie. - Wir geben Dir gerne konstruktive Schmerzen, Tobi. - Gut. Los geht's. Das ist jetzt das Gedicht zum Kaffee. Test. Test. Test. - Okay, interessanter Titel. - Nein, Metall / Liturgie. ("Metallurgische Heavy metal Liturgie, oder die sieben Kammern des Drachen": ist das Mitschrift oder nachträgliche Kreativität? Anm.d.Red.)
Wieso braucht der Drache das Angst-Label? Ist er zu niedlich? Zu märchenhaft?
Der Seziertisch hat mich rausgeworfen - nein, den möchte ich nicht missen - du magst Seziertische, kann das sein? - Nein, aber Brüche sind in Mathematik und Lyrik wichtig! - Hilft es dir, dass wir dein Gedicht gerade sezieren?

Steht der Drache für die Komplexe einer Person, stellt die Passantin in den Raum, und erweitert ihn, indem sie weitergeht und den Autor mit Rückfragen stehen- bzw. sitzenlässt.
Ist der Drache rot-orange (golden mit großem "G") oder wirkt er nur am Horizont im Abendsonnenlicht so? Und wenn er die Angst ist, sollten wir ihn dann durchdacht herunterschlucken? Angstrituale. Zukunftsangst ist klug aber doof. Wir sollten ihm wenigstens auf den Zahn fühlen. Angst fressen Drachen auf. - Er atmet noch. - Klar. - Ich meinte deinen Text.

Die schimmernden Weihwasser-Stränge im Abfluss... ist das abgenutzt? Also das Wort "schimmernd"? - Die hinreichend offene Assoziation mit den durchsichtigen Adern der gleichgeschlechtlichen Liebe im Rentenalter. Ein Sachberichtsgedicht. - Und Satzzeichen: Merke, für Lyrik: wenn am Zeilenende, oft überflüssig. - mit imaginären Kommata arbeiten,,

Man kann sich an Sprache wie an Konfekt überfressen.
Ich kenne meine Rechte als Leser:in/Hörer:in!

Anne goes Radio! Hopefully. hr2: "Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen"

Mit dem - "soll kein Sachtext sein, sondern literarisch" - weithin noch unbekannten Thema "Lipödem - unerkannte und falsch behandelte Fettverteilungsstörung / ernährungsunabhängigen Wucherungen des Unterhautfettgewebes, unter dem Millionen Frauen leiden": Die Themenwahl kritisieren wir schon mal nicht. 

Das repetitive "iss weniger". "Ich nehme zu viel Raum ein, dabei war ich mal schlanke Leistungssportlerin. Das Stigma, die Leidenswege, die Fehldiagnosen "adipös". "Sie müssen nur abnehmen ". 20 Jahre nicht mehr auswärts gegessen, aber die Kinder haben sich gelohnt.

Stützkorsett, aber nur zwei, weitere nur, wenn etwas Willen gezeigt und zehn Kilo abgenommen, ist ja schließlich nicht lebensbedrohlich. Und die Fettabsaugung nicht bezahlt. Armes Deutschland,  trotz gigantischer Krankenkassenmittel.

Und so bleibt - außer der Überlegung,  welches der Leiden man im Radiobeitrag konzentriert "inszeniert" - nur die Frage: Sind die Protagonistinnen ungehalten genug?

Als Ausgleich folgte eine erheiternde Kurzgeschichte - Einschlaf- oder Aufwachgeschichte? - des Protokollanten Jörg (das ist kein Plural majestätis oder Drittperson abgehobenitis. Anm. d. Red.)(Ach. Aber die Selbstvervielfältigung durch imaginäre Redaktionspartner wohl nicht?)(He! Von wem ist jetzt dieser Kommentar?!) über pure Vergnüglichkeit durch temporäre (Wochenend-)Gäste, vor allem die kindlichen, die sich gähnend langweilige Einschlaf- und mitreißende oder protestauslösende Aufwachgeschichten erzählen, elefantös aber niedlich Nussmus pressen und den Erzähler zu allen möglichen - aber nicht zielführenden da vom Thema "Glück" ablenkenden -  Gedankengängen verleiten. 

"Das ist mein erster Text nach vielen Jahren, ich habe ihn extra niedlich gemacht, um euch die Kritik zu erschweren".

Elefanten finden Menschen aber nicht niedlich, sondern zerquetschen sie - das ist kein Widerspruch, siehe manche Haustiere - ich glaube wir müssen bei dir mal das Veterinäramt vorbeischicken - und es verlieren mehr Elefanten Bekannte und Verwandte durch den Menschen als umgekehrt, das muss man auch mal festhalten.

Singen und Furzen- fränkisch: bubsen- bis die Ärzte kommen, war dann Pauls Motto: Alles ganz verkehrt, den Karton statt der Pizza zu verspeisen macht nicht bei allen einen Unterschied, stellt aber definitiv ein Verlassen der Komfortzone dar.

Wohltemperierte Kritik: Furzen ist ok, wenn das zu Dir passt. Aber nicht alles von Zeile zu Zeile steigern und bitte auch die Flatulenzen brechen- und nach jedem Gag ein paar Takte musikalisches Intermezzo, damit das Publikum lachen kann, so wie beim bayerischen Stanzl-Gesang (seufz. Dort braucht der Sänger die Pausen, weil er improvisiert. Anm. d. Red.)(Stimmt! Weißt du noch, wie er dann strophenlang darüber getextet hat, was für ein Glück er hatte, dass einer aus unserer Gruppe Herr Pech...)(doppelseufz. Anm. d. Red.)

Zum Starten sind die Reime eine gute Idee, sind ein zusätzliches Stilmittel, glatte Reime, gebrochene Reime... - Oh, da waren Reime? Ich war so auf die Pointen konzentriert...

Die eine Hälfte des Publikums sieht es so, die andere Hälfte sieht es anders, und der Rest ganz anders.

Spiel uns das Lied dazu! - Genau, nächstes Jahr dann bitte die Version mit Musik. - Zum Üben den Text anhand einer bestehenden Melodie eines anderen Liedes verfeinern.

Tobi reloaded mit einer Kurzgeschichte über ein berechnetes Kind und die einschießende Mutterliebe (aber nur im Halbsatz)

Oh, Regional-SF! - Ja, ich erkenne sogar die Haltestelle der U-Bahn: Gustav-Adolf-Str., korrekt? - Respekt!

Gut, wie sich die Rolle der KI, der kuppelnden Intelligenz, so nach und nach andeutet - Aber die Pointe war doch schon im Titel verraten! - oh, das habe ich überhört. -Die Autobahn A13 ist in der Zukunft überall- ja, aber manches wirkt zu unfuturistisch - wie die U-Bahn. 

Der Erzähler ist nicht kurzsichtig, aber der Protagonist: Vorsicht bei den Beschreibungen, was er sieht!

Bisschen dröge, der Protagonist- die KI? - nein, der Papierbuchleser. Sie hat schon recht mit ihrer Spitze "ach, du kannst sprechen?"

Dass die KI alles weiß inklusive Eisprungterminen, war dem Halbohrpassanten in der Kürze der Zeit nicht zu vermitteln. 

Will man so eine KI? - Das ist aber trotzdem dystopisch!

Ab etwa Seite 60 sagen Protagonist:innen "Arschlecken" zu dir - gut, dass das eine Kurzgeschichte ist.

Dann erschien eine Prozession mit einer vergoldeten Vulva-Statue am Horizont- "das hätte thematisch doch zum Eisprung gepasst!" - und eine Zuschauerin entpuppte sich als nächster Programmpunkt.

Schlagzeilen: "Prozession durch Autor:innenngruppe zu Umleitung gezwungen"; aber, dramatischer:  "Vulvadesinteressierter vor Augen seines Mannes beinahe  von Vulvaskulptur erschlagen." - Hashtag #cuntmeout

Gebärendensprache. Und kein deutsches kleinkindgerechtes Wort.

In/m Raum und Zeit erging ein Toast: tolle Kooperation, weiter so, doch kürzer: Jährlich? Und neutral in Fürth!
Darauf - imaginiert, in einer Geschichte- einen heißen Rhabarber-Vanille-Wodka und einen Croissant-Auflauf! Manches kann man als Autor:in nicht erfinden...
   Ich esse ja nicht, also kann ich mitschreiben.
Protokollanten sollten kulant sein!
Heißt es fränkisch der Buddha oder die Buddha beim Tee.
   Ich will mein Idol nicht zu dem verklären, was er zudem ist.
Wäre es nicht fiese rechte Propaganda, könnte man sich über die Vorwürfe der Verherrlichung von "postnatalen Schwangerschaftsabbrüchen" beömmeln, bis man keine Tränen mehr für die traurigen Zustände der Welt übrig hat...

PS1: wie immer bin ich im übrigen der Meinung, dass jedes Haus, jeder Straßenzüge, jede Kommune einen Energiespeicher haben sollte

PS2: Noch ein paar Fragmente aus dem Jahr 2000, jubiläumstechnisch und so:

Die Frau vom Goldschmied ist nicht sehr behängt.
sollbruchstellen im bergwerk
 - sollbruchstollen?
 -- der stollenbruch passt wieder hervorragend zu weihnachten
das mahlen des korns durch die legionäre  soll mehr spuren hinterlassen ... also emotional, meine ich
ich weiß nicht, wann mir mein schutzengel den krieg erklärt hat
oh ja, heut ist ja pizzatag - wie immer
wenn du alles ins lächerliche ziehst, muß man das aufschreiben
fletsch, gletscher, zwetschge, dolmetscher: eine pizza für den, der einen sinnvollen satz daraus macht
Geschichten, die von Seemännern handeln
Seeräuber sind auch Seemänner
Ozeanrauschen - aber dazu kommen wir später noch
denn alles wiederholt sich
     (auch dazu kommen wir später noch)
unzählige Male
   doch die Nummer blieb beim Schaschlik hängen

Donnerstag, 10. Juli 2025

WW mit Wow! WoWe WorWer WortWerk Juli 2025, Teil 1, Version 2


Mabuhay! (falls kein herzlicher philippinischer Gruß, please blame the search engine! Anm. d. Prot.)(alte IT-Weisheit: Der Fehler vor dem Bildschirm gibt selten zu, selbiger zu sein. Anm. d. Red.)
Wow! (Antonias cozycrime-goes-dysto-dog-Projekt-vibes Anm. d. Prot.)
Bzw. Miow! (Philipps verkaterter Text Anm. d. Prot.)(Ja, danke, die Teilnehmenden hätten das sicher auch ohne Erläuterungen verstanden. Merke: Witz plus Erklärung = nicht erzählungswürdiger Witz. Anm. d. Red.)
Was für ein Treffen! Ein steter Zustrom an Teilnehmenden, leider wurde uns unser großer Salon/ Saloon/ SalooOOØOOoon verweigert (Treppenwitz-Argument: „Wir sind die Schreiberlinge! Wir entscheiden, was auf dem (Belegungs-)Zettel steht!“ Anm. d. Prot.)
Die Aktzeichnungsgruppe vor uns hat unverschämterweise viel geatmet, also: seid ihr Team Sauerstoff oder Team Lärmschutz?
„Du hast gerade Deinen Namen genannt und von Dir und Deinem Bezug zum Schreiben erzählt… also ist das hier scheinbar eine Vorstellungsrunde“ – „A propos Vorstellungsrunde: ich stelle das Konzept für den Textualienmarkt am kommenden Samstag vor: Konzeptlosigkeit. Einfach ein Wortwerk-Treffen mit mehr Sauerstoff und heruntergeklappten Wänden. Und externen Zuhörern.“

„Warum sollen wir dann jetzt die Tür schließen, bevor Du vorliest, Andreas? Ist der Text Ü18?“ – „Nein, surreal.“ – „Na, das wollen wir im Komm niemanden zumuten.“
Was war da denn jetzt verwirrend? Den Wechsel von Sarkophag nebst Wächter in Form eines Mangobaums zum offenen Meer kann man doch gar nicht verpassen? – Doch, wenn man noch mit der märchenhaften („zu märchenhaft!“ – „nein, ich finde die Vorwegnahme des späteren Surrealen gut!“) Farbe der … äh, Eier hadert. Lieber mangofarbene Mangos. – Aber eigentlich geht es um deren Ei…trigkeit, wegen dualer historischer Pandemie und so. – „Den Toten samt Gebet über Bord geworfen“ ist irgendwie ein cooler Satz! – Aber das Motiv der Frau im Baum habe ich schon sooo oft gelesen! – Äh… ich nicht. Und darum geht es doch gar nicht? – Ich sehe schon, wir brauchen salvatorische Klauseln bei der Buchkritik.
Es ist auf jeden Fall ein gutes Drehbuch für einen Sandalenfilm! Ich habe bestimmte Szenen genau vor Augen. – Ja, z.B. die Beine beim Sterben (? Satzzeichen des Prot.), das war schön! – Und es erinnert an Isabel Allendes Geisterhaus.
Der aufgetischte Text ist eine ge- und erlesene Degustation. – Ja, aber zu gehaltvoll für eine Kurzgeschichte. Das gibt Statikprobleme bei dieser Dichte. – Arbeite mit Leveln … und Checkpoints oder Spawnpoints für Leser:innen, die den Faden verloren haben – Wie soll das denn konkret gehen? – Weiß ich doch nicht. Aber wenn Du es hinkriegst, ist Dir ein Literaturpreis sicher! 
Der Enkeltrick am Schluss klappt nicht. – Der Engel- oder Vampirtrick? Du saugst die Leser:innen mental zu sehr aus. – Die schöne und gefährliche Vamp:irin gibt also vor, zu sterben: Ist sie jetzt real oder Allegorie für die Krankheit? Oder soll das vage in der Waage bleiben? – Autor und Publikum ratlos: tschakka! – Selbst die Hauptpersonen kommen mir wie Statisten vor. – Bitte mehr Krankheit, weniger Sex! – Aber es gibt doch schon so viele Tote! – Weil sie in der Stadt ist, oder weil sie auf der Bühne steht und singt?
Ich brauche den Schluss nicht, aber ich dachte, es wäre einer.

Ulrikes Gedicht: Dystopische Fakten-Schlagzeilen-Lyrik, an Georg Trakl erinnernd. 
Doch, auch die Wölfe und das Keuchen der Meisen sind Teil des Klimawandels. – Aber die Rüstungen, Trapeze, Staumauern gegen Menschenflut und Netze der Gier sind doch eigene Worte? Da ist doch ein Bruch? – Das ist laute Lyrik … und sicher sagt Paul gleich: „gibt es schon in der Literaturgeschichte.“ – Latein in Lyrik ist zu plakativ bildungsbürgerlich, sagen meine Fußnägel. – Tja, lieber dreißigjährigen Krieg oder Klimawandel miterleben: Wählen Sie jetzt.
Mach deine Leser:innen nicht nur traurig: Moll ist okay, aber Variation: legato/staccato und piano/forte. – Das Erschütternde ist, dass der Text nicht mehr erschütternd ist – Lyrik ist ein Ventil, Umwelt ein ergiebiges Material. Über Sprache den Schrecken auf eine andere Ebene heben. – Vom Wahrnehmen ins Tun kommen. Poesie als Psychologie: „das droht uns“. – Musk ist auch so ein Szenario. – Wie haben Dürer und Bibel das Grauen versucht zu fassen, zu bewältigen? – Das Gedicht ist also einerseits expressionistische Schlagzeilen-Montagetechnik und andererseits Bewältigung in eigener Sprache.
Wie immer in dieser Runde (Das flagge ich jetzt mal als „Übertreibung als Stilmittel“. Anm. der Red.) der Ratschlag: Diesen Text lassen und zwei Varianten danebenstellen. In diesem Fall eine mehr montierte und eine mit mehr Eigenformulierung.

Full metal contrast: Philipps Kindergeschichte rund um den gemütlichen Kater Balu – Doch, den gibt es! Der heißt so! 
Leidet der gestiefelte nein gekaterte Held auf seiner Reise genug? Er will sich einerseits nur Rabatt? Rabatz? (nein, sich in Blumen-Rabatten ausruhen, Anm. d. Red.), andererseits auch mal trauen, mehr als nur kleine Insekten zu jagen. (Pfui! Anm. Team Singvögel)
Der gastgebende Maulwurf ist sehr rabiat beim Einlass der Gäste. Aber schade, vor der an Elizabeth Shaw, der kleine Angsthase erinnernden Message „was hilft denn gegen Angst? Für Freunde einzustehen, einfacher als für sich selbst“ gefiel mir der Text besser. – Nein, ich finde das gut. (Das ist jetzt Meta-Ebene, für den Autor einzustehen. Anm. d. Red.)
Wortwerk braucht Mitglieder jeden Alters, um die Schubladen des Handels besser abdecken zu können. – Will man das? – Junge Mitglieder? – Nein, Schubladenerfüllung. Und außerdem sind Kinder wie Erwachsene, nämlich ganz verschieden. – Ja, aber Vorsicht, wenn für die eine Altersstufe zu komplex und die andere zu langweilig. (Vor)lesealterschubladenkonformitätsverweigerung. (Nimm das, Autokorrektur. Anm. d. Prot.)
Die Handlung ist zu süß, in echt gruseln sich die Kinder vor den Spinnenbeinen, die aus dem Maul der Katze baumeln. Oder wenn der Schildkröte beim Kauen die Schnecke zur Nase rauskommt. – Igitt! Nicht nur die Kinder!
Im Dunkel des Maulwurfbaus riecht die Katze mit ihren Schnurrhaaren die Augenfarbe des Gegenübers. – Oder spürt zumindest: es bewegt sich. Und es beißt. – Wichtig ist vor allem der sehende Erzähler. – Und Licht für das funkelnde Schneckenhaus.
Die von Katzen unbeleckte Freude am Schreiben. – Wenn man für sich schreibt, schreibt man für gewähltes Publikum, also doch wieder für den Markt? – Finde Deinen Ausdruck, sonst wirst Du beim Schreiben unglücklich. – Denke den Markt mit, sonst wirst Du unglücklich. (Ergebnisoffen, oder wie war das mit der Unterschiedlichkeit der Menschen? Wenn alle Autoren Menschen sind, und alle Menschen verschieden, dann… Anm. d. Prot.)
Ich schreibe das Kinderbuch jedenfalls als Annäherung an meine baldige Vaterschaft – Ich habe es genau vor Augen „Papa, bitte nicht schon wieder eine Heldenreise!“
Schaut mal, die von Yvonne per Lasercut ausgeschnittenen Buchstaben, als Giveaway oder Konfettivariante fürs Jubiläumstreffen – „bei Wind kommt es dann aber zu Textverlust“ – „Damit kann man sich auch eine Linie Text in die Nase ziehen.“
Wer protokolliert eigentlich, wenn Protocollagen beim nächsten Treffen vorgelesen werden? Solche Rückfütterungen führen bekanntermaßen bei Rindern und KI zu BSE.
Sonne in euren Herzen und auf euren Photovoltaikanlagen, ich freue mich auf das nächste Treffen, am Samstag in der Katharuinenrine! Liebe Grüße Jogi